Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1914
- Issue
- 22/23 ( November/Dezember 1914)
- Date
- 1914-11-01
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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164 < Ihr. Hans Goslar gibt 14tägig bei uns einen Kursus „Einführung in die Volkswirtschaft", der immer zu ausführlichen Diskussionen Anlaß gibt. Zu Beginn des Krieges beteiligten wir uns an den Hilfsarbeiten der Jüdischen Gemeinde für die sich hier aufhaltenden russischen Juden, und hatten hier die Genug.uung, diesen Armen manche Hilfe und Unterstützung gewähren zu können. Anläßlich des Todes OaviJ Wolffsohns hielten wir eine würdige Trauerfeier ab, bei der Dr. Alfred Wo'ff die Gedächtnisrede hielt. Einen Sukausabend verlebten wir in der Suke der Synagoge Lindenstraße gemü'lich bei Barches und Palästinawein. Zu Chanukah veranstalteten 'wir eine cindrucksvo'le Feier, Clbr. Frank hielt die Festrede. Anfang Oktober siedelte unser bisheriger Vorsitzender Clbr. Israel nach (Breslau über, Clbr. Samuel übernahm den Vorsitz wieder. Mit unseren beim Militär und im Felde stehenden Clbr. stehen wir in regem Briefwechsel. Jeden Mittwoch, unserem offiziellen Abend, wird an alle diese Clbr. und auch Keilfüchse sowohl ein allgemein gehaltener Bericht über die letzten Nachrichten der Clbr. aus dem Felde und letzten Ereignisse im Club, als auch persönliche Briefe, an die alle Anwesenden anschreiben, geschickt. Ebenso erhalten wir fast wöchentlich von allen Clbr. Feldpostbriefe, die dann verlesen werden. Auf diese Weise stehen wir mit allen Clbr. in ständigem Zusammenhang. Auch mit Liebesgaben in jeglicher Gestalt suchen wir unsere Kämpfer nach Kräften zu unterstützen. Bisher stehen 22 Clbr. unter der Fahne, 12 erwarten noch in Kürze ihre Einberufung. Von allen Clbr. hatten wir bis jetzt gute Nachrichten, bis auf unseren lieben Franz Michel, der laut Nachricht der Kompagnie vermißt wird und sich wahrscheinlich in russischer Gefangenschaft befindet. Im ganzen ist zu sagen, daß der gesamte Clubbetrieb trotz aller Schwierigkeiten, auch pekuniärer Art, voll und ganz aufrecht erhalten ist und die Arbeit ungestört und ebenso straff, wie im Frieden, verläuft. Hamburg. Infolge des Krieges sank, die Zahl der hier verbliebenen Bundesbrüder auf eine derart kleine Ziffer, daß mit einem geregelten und ordentlichen Betrieb nicht gerechnet werden kann. Wir kommen jeden Sonnabend inoffiziell zusammen und veranstalten öfters Heimabende. Wie bereits mitgeteilt, sind wir um die N. F.-Büchsenleerung und TlilfsmarkcnPropaganda bemüht. Mit den im Felde stehenden Bundesbrüdern stehen wir in rtgem Briefwechsel. Bbr. Otto Lehmann, der eine Zeitlang im