Herzl-Bund-Blätter
- Journal
- Herzl-Bund-Blätter
- Volume
- 1913
- Issue
- 3 (April 1913)
- Date
- 1913-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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16 Bundes besonders tun, um die Eingänge des Jüdischen Nationalfond zu vermehren? Denn, wenn wir uns vergegenwärtigen, daß der Jüdische Nationalfond bisher in Deutschland jährlich nur tO Pfg. pro Kopf der jüdischen Bevölkerung einnimmt, werden wir verstehen, was für die Ausbreitung des Jüdischen Nationalfond noch getan werden kann. Sehen wir von der Nationalfondbüchse ab, die für alle Bevölkerungskreise gleich geeignet ist und die jeder Bundesbruder schon aus propagandistischen Gründen besitzen soll, so scheinen mir vornehmlich die drei folgenden Sammelmittel für uns in Betracht zu kommen: Selbstbesteuerung, Sammelbogen und Nationalfondmarken. Die Selbstbesteuerung erfordert eine straffe Organisation, sie kann daher in der Regel nur von geschlossenen Korporationen, wie den unsrigen, durchgeführt werden. In der Halberstädter Ortsgruppe wird z. B. außerordentlich viel Wert darauf gelegt, jedes Mitglied — soweit als möglich — zur Selbstbesteuerung heranzuziehen, und sei es auch nur mit den geringsten Beträgen. Der erzieherische Wert der Selbstbesteuerung ist ungemein groß: Gerade weil es sich um eine freiwillige Abgabe handelt, ist es außerordentlich wichtig, alle unsere Bundesbrüder an die Selbstbesteuerung zu gewöhnen, damit sie sich immer wieder vergegenwärtigen, daß sie freiwillig übernommene Pflichten gegen unser Volk haben. Die Beträge brauchen nicht groß zu sein, 10 Pfg. monatlich können den Anfang bilden — hier wie nirgendwo anders kommt es auf die pädagogische Wirkung an. Der Sammelbogen ist wohl immer und überall das Sammelmittel der Jugend gewesen, sollen wir dieses Mittel unbenutzt lassen? Man bekommt bei Gelegenheiten, bei Ausflügen, im Cafe etc., wenn man darum bittet, sehr leicht geringe, nach Pfennigen zählende Beträge für den Jüdischen Nationalfond. Der Bogen ist dazu da, diese Kleinen Spenden zu sammeln, bis sie« eine größere Summe ausmachen, die man an den Jüdischen Nationalfond abführen kann. Für die Jüngsten von uns, für die „Lehrlinge und angehenden Kommis" ist der Sammelbogen ein Instrument, mit dem sie noch sehr viel leisten können. Bleibt noch die Nationalfondmarke, über deren ungeheuren agitatorischen Wert man nicht viej Worte zu verlieren braucht. Die Herzlmarke kostet 5 Pfg., die Palästinamarke 2 Pfg. Bundes brflder, wer von Euch kann nicht für jeden Brief, für jede Karte, die er wegschickt, einen Tribut von 2 Pfg. für den Jüdischen Nationalfond entrichten? . Ein Quadratmeter ländlichen Bodens kostet heute noch in Galiläa 5 Pfg. — eine Herzlmarke. In Pethach-Tikwah und Sarona, wo der Boden noch im Jahre 1880 ebensoviel gekostet hat, wird heute schon das fünfzehn- bis zwanzJgfache bezahlt. Ihr seid Kaufleute, versteht Ihr, was das heißt? ,