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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-07-23 · 14 (23.7.1938) · p. Seite 6

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
14 (23.7.1938)
Date
1938-07-23
Page
Seite 6 (sequence 6)
Language
German
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Srite (< GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGFMEINDE DRESDDN Nr. U / 2?. 7. 38 gottcsdienst zur lim-Jahrfeier der Grundsteinlegung unseres Gotteshauses so edel gesungen hatte. Und dann wurde der 96. PSahn „Singet dem Herrn ein neues Lied" für Soli, Chor und Orchester, eine groß aufgebaute Motette, ausgezeichnet unter Gordruaans-.hingebender Leitung aufgeführt. Die im Charakter so unterschiedlichen sechs Sätze —■ bald erhaben, bald lieblich, ernst getragen und wieder lebensmäehtig dahinströtnend wurden von unserer Dresdner liid, Chor--und Itistrumental-Gemeinschaü sehr anerkennenswert zu eindrucksvoller Wirkung gebracht, ebenso die Soli durch den flotenhait sympathischen Sopran von Sabine lurniann und den warmen schonen Alt von Herta Firfirmafin-Falk. E. Büttner. Presse-Notiz. W ie, .ins einer Dekanntmachung des Versicherungs-Vereins ,.D i e HILfe" /u ersehen ist. haben .Beirat und Vorstand die^ Absicht. satzungsgemaß die Auflösung des Versicherungs-Ver-~ eins'herbeizuführen, weil nur hierdurch die Interessen der Mitglieder gewahrt erscheinen. Die hierzu erforderliche Mitgliederversammlung ist zum 5. August IWN einberuien. Sofern die Auflösung beschlossen und dieser BeschluLi von dem Reichsaufsichtsamt für' PrivatversicherunK genehmigt wird, erlöschen die Vcrsichcrunxsverhültnisse am 31. Augtist 1938; alsdann wird die Prämienreserve der einzelnen Versicherungen den Empfangsberechtigten ausbezahlt, und zwar durch den Liquidator (Abwickler).-ohne daß es eines besonderen Antrages hierzu bedarf. Buchbesprechungen. Benno Kesstecher: Die Wunderleiter. Gedichte. Joachim Goldstein. Jüdischer Buchverlag. Berlin' 1938. Kesstechers Gedichte lassen in jedem Verse den bewußt jüdischen Standpunkt erkennen und sind von stark persönlichem Gepräge. Heiliger Vergangenheit und hoffnungsvoller Zukunft zugewendet, ringt der Autor in frommem Vertrauen und froher Zuversicht "um die dichterische Gestaltung des jüdischen Problems. Die lebensnah empfundenen Gedichte, die wehmütige Resignatio-i und gläubiges Hoffen widerspiegeln, sind von Visionärer Kraft und von starker Bildhaftigkeit des Aufdrucks getragen. Abgesehen von wenigen Unebenheiten in der Form, die die poetische Begabung Kesstechers künftighin unschwer überwinden-wird, sind seine ergreifenden Verse durch seltene Schiniegsamkeit und eine sehr beachtliche Sprachfülle in gleichem Maße ausge-« zeichnet. Dr. I. \usgcw ählte Psalmen, eingeführt von Dr. Meier, Spanier. Dritte, wesentlich vermehrte und überarbeitete Auflage. Vortrtipp, .Indischer Buchverlag. Berlin 1WK. Die. um füni Psalmen vennehrte Auflage des vorliegenden Werkes1 ist beredter^ Be- \> eis für die Anerkennung, der Spaniers gläubiges Buch beim i dischen Lesepublikum begegnet. Der Autor weiß durchgehend den Ton zu treffen, der die Einfühlung in die Weihe und den Ewigkeitswert des Fsalmenbuches erkennen läßt. .Die verständnisinnig getroffene Auswahl entspricht der Aufbruchsstimmung i der Judeiiheit in Deutschland, deren Schicksal es ist. über die < weite Welt zerstreut zu werden". Das Buch, das dem Ernst der Zeit und religiöser Forderung das Wort redet, ist in hervorragendem Maße geeignet, die von frommer Empfindunggej tragenen Lieder wieder zum geistigen und seelischen Besitz zu nsachen. Mehr, denn je sollte besonders der Religionsunterricht j auf ..Jüdische Wirklichkeit heute" ausgerichtet sein und der j Jugend d:e ..Ausgewählten Psalmen" als das Schulbuch nahebringen, das unsere jungen Menschen ins Leben begleitet. Dr. I. Edith Samuel: Das lustige Regen« etterbuch. Jüdischer Buchverlag Jastrow. Berlin 1938. Die an sich geringe Auswahl von Bilderbüchern, die unseren jüdischen Kleinen angemessen sind, hat durch das vorliegende ..Lustige Regenwetterbuch" eine beachtliche Bereicherung erfahren. Edith Samuel hat mit seltener Beobachtungsgabe und feinem künstlerischen Gefühl ein Bilderbuch, geschaffen, das unsere Kinder an Regenwettertagen ausgezeichnet zu unterhalten geeignet ist, Geschichten aus der Bibel, die Edith Samuel in echt kindertümlicher Weise dem Leben nachempfindet, sind der Gegenstand lebhaften Zeitvertreibs, der Langeweile nicht aufkommen läßt und die Kleinen restlos beschäftigt. Die von der Künstlerin verfaßten einprägsamen Verse, die die leicht erfaßlieben Bilder wirkungsvoll unterstreichen, dürften d-ie Kinder zum Nachspielen veranlassen und nicht nur ihnen selbst, sondern auch Erwachsenen Freude bereiten. Dr. I, Mendele Mocher Sfarim: Die Fahrten Binjamins des Dritten. Finc Erzählung. Sehocken-Verlag. Berlin. — Der vorliegende Schockenband schildert mit köstlichem Humor die Abenteuer Binjamins des Dritten, der gemeinsam mit Senderl in der Sehnsucht nach Erez Israel Wochen unwiderstehlicher Wanderlust durchlebt. Wie die Abgeklärtheit des unübertroffenen Erzählers es nicht anders erwarten läßt, entrollt er vor den Augen des Lesers eine überaus ergötzliche Geschichte, die östliches Milieu und jüdische Welt mit liebevoller Kleinmalerei in trefflicher Weise charakterisiert. Die verständnisinnige Übertragung durch den vorteilhaft bekannten Publizisten Efraim Frisch macht das unterhaltsame Buch zu einer genußreichen Lektüre. Dr. I. Chaim Weizmann: Reden und Aufsätze.' .320 Seiten, in Ganzleinen. RM 5.80. Berbn. Jüdischer Buchverlag Erwin Löwe, 1938T , In einer seiner Reden schildert Weizmann eine grandiose Vision, die er erlebt hat, als er auf einer Reise durch die Wüste Emir Feisal besuchen wollte: ..Wie der alte Abraham näherte ich mich dem Lande, das Gott seinem auserwählten Völk versprochen hat. Und wie er-kam ich durch das Land Moab. um Besitz zu ergreifen. Damals versanken zweitausend, dreitausend Jahre. Ich fühlte, ich wußte, es war gestern, daß ich das Land -besessen hatte: es war gestern, daß unser Urvater Abraham diesen Boden betrat und .^ch auf dj:n Weg seines Volkes begeben luttc unter der Führung jGottes mit seinem Segen. Und damals fühlte ich. all die Jahre unseres Exils, all die Länder, in denen wir gewohnt, all die Leiden, die wir ertragen hatten, waren wie nichts. Der Abgrund war überbrückt. Dies war das Heim: dies war die Verheißung ünd die Erfüllung, dies, war die Gewißheit." In diesen ergreifenden Worten offenbart sich das, Urerlebnis, Uli! 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