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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1938-05-01 · 9 (1.5.1938) · p. Seite 7

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIV (1938)
Issue
9 (1.5.1938)
Date
1938-05-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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Nr. 9/ 1.5.38 OKMRINDKBLaTT DliR ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEIN DE DRESDEN Seite 7 Zu Lag Be'omer erfreut der Jüdische Kulturbund alle Kinder der Gemeinde du'fh den Besuch des vom vorigen Jahre her in so gutem Andenken stehenden Onkels Jani Ballan aus Berlin. Es gibt wieder: Zaubern Bauchreden Kasperltheater und auch sonst vielerlei zum Lachen. Also. Kinder, seid brav, dann dürft ihr am Donnerstag, den 10. Mai, nachmittags 4 Uhr In den I lenriette-Schie-Saal zu Onkel Jani Ballan. Eintrittspreise PM n '0 u-iil o..?i> <ü- Kinder. ÜH0,"IS und O.M lür BrwadtHM. (Abonnenten de« Kulturrf inde<**h.,»»en Zu'r-tt tfe^en ynrielft-intf ihrer Ahonnemeniskarte } Kindtr bra i.h.-n tur die*« Vorstellung keinen Kullui nun J*Au»wei». Von einem Mitglied des Rates der ICA wird uns geschrieben: l>ie unaufhörlich wachsende Not der* jüdischen Bevölkerung in Ost- und Mittel-Europa verpflichtet die Jewisli Colonization Association (ICA), ebenso wie die andern großen philanthropischen Organisationen der Judenheit, das Höchstmaß an B'- mühungen zti entfalten. Demgemäß hat die ICA unter vollständiger Ausnutzung ihrer technischen und finanziellen Möglichkeiten unter den Arbeiten, die ihr Programm ihr vorschreibt, diejenigen besonders zu fördern/sich bemüht die dem Aufbau von'Existenzen Äenen. So sucht sie in erster Linie die jüdische landwirtschaftliche BevölkerutiK Ifffer überseeischen Kolonien zu vermehren, die in Argentinien allein heute auf 393000 ha etwa I5(K)0 Menschen zahlt, um die sich weitere über nimm Juden. Arbeiter und Handwerker, gruppiert haben.- In den letzten Zeilen hat sie sich ganz besonders der Koloi: i Sterling von luden aus Deutschland auf ihren argentinischen-Böden gewidmet und. um sie in die Landarbeit einzuführen; ein Lehrlings werk in Argentinien in der Weise eingerichtet, dali einem Mitglicde der zur Absiedlung bestimmten Familie die Gelegenheit geboten wird, ein ganzes Jahr vor der Ankunft der Familie sich bei einem besonders geeigneten alten Kolonisten in die Methoden der argentinischen Landwirtschaft einzuarbeiten. 130 ..Pionieren" ist auf diese Weise (.elegcnheit gegeben worden, sich zu bewähren. Jeweils Hu Familien aus - Deutschland sind so installiert, und bis zum Ende dieses Jahres" ist die SeBhaftmachung von weiteren 2>») Familien aus Deutschland in Aussicht genommen. Man miili die Schwierigkeiten einer landwirtschaftlichen' Kolonisation genügend kennen, um diese Zahlen richtig zu beurteilen. Man muH wissen. dalS die Anselzung jeder Familie außer der Auswahl 'tnd der Beförderung einer bis ins einzelnste gehenden sorgfältigen und koMsnitiigeii Vorbereitung bedarf, wie Abgrenzung und Reinigung deS Zugewiesenen Landanteils von 75 ha. der in der Regel von (iestrüpp überw uchert ist. Einfriedung. Eiiticrmm& von Stimmten. Bestellung des. Bodens und Aussaat. Verseilung mit lebendem. und totem Inventar. Bau von Wegen, Brunnen. Haus mit Denendancen usw . Die neuen Kolonisten bekommen Instruktionen, die sie in aHe Arbeiten der Farm einweihen. i Iii Brasilien. WO die indischen Koloiiisteniaiiulien mit etwa 500 Seelen 20000 ha bearbeiten, hat die ICA neulich eine Domäne von 2006 ha in der Nähe von Rio de Janeiro erworben, die sie als eine Art Stadtrandsiedlung e-hcnialls für die Ansässinmachung von Juden .ins Deutschland nutzen will: Die kolonisatorische Tätigkeit der ICA erstreckt sich natürlich nicht nur auf Juden aus. Deutschland, sondern' in groUem Umfang auch aÜJ solche aus Osteuropa. Sie siedelt auch nicht nur Iii Südamerika, sondern auch in Palästina. WO sie jetzt außerhalb ihfer alten Kolonien, die etwa <><|il Familien zählen, in Verbindung mit dem Palestine Trust Fund an dem Werke der ("iiiica zur Hälfte Teil nimmt. Die Fuüca hat bereits im Süden des Landes neue Gruppen gebildet sie hat gleichzeitig das Hule-Problein in Angriii genommen. Endlich verfolgt die ICA eine umiaugreiche Tätigkeit in Osteuropa selbst, wo sie in Bolen. Rumänien, der 'Tschechoslowakei sich um mehr als Ii mm jüdische Landwirte kümmert, die ungefähr 10008(1 Im kultivieren. Diesen Familien leiht sie agronomische Hilfe und ftnattzieifeii Beistand in Gestalt von Krediten zum Ankauf von Inventar, künstlichen Düngemitteln und Saatgut, zur Errichtung von l'armgebäudeu. zur Pflanzung von Obstgärten, zur Schaltung von landwirtschaftlichen Genossenschaften usw. , Zum Aufgabenkreis der ICA in diesen Ländern ist gai*J besonders, die Organisation des Klein-Kredites zy (umstell von Kaufleuten und Handwerkern durch Schaffung von DarUbjis- Kassen zu rechnen. Hier arbeitet die IC \ gemeinsam mildem Joint. Ks bestehen z. Zt. <>7n Darlehnskasseii." mit Jim mm Mitgliedern, denen damit unschätzbare Dienste .geleistet werden. loch Iiir die jüdische Juxend in diesen Ländern sorgt die IC\ weiter durch Schaffung -und Unterhaltung zahlreicher Handwerkers Juden.- Sisubventioniert, sie in Holen 14 solcher Schulen und weiter II Lehriingsiiberwaclmugswerke. außerdem -O handwerkliche Kurse mit einem Bestand von 50011 Zöglingen. Ähnliche Institutionen werden.in Rumänien.' in Lettland und.tu der ' Tschechoslow akei unterstützt. Hierzu kommt , endlich die \usw anderungsiürsorge. die in -immer steigendem Malle eine der wesentlichsten Aufgaben unserer Tage bildet. Die Ausführung dieses Teiles des l( A-Programms ist der Hias-Ica-Fuügratioii- \ssociation (Hicenil Übertragen. Die Hiceui bemüht sich, neben ihrer normalen Arbeit zugunsten der osteuropäischen Auswanderer, ganz besonders um die nn Verlauf der letzten Jahre .ms Deutschland gegangenen Juden: sie hat seit M'M 17 -UMi von ihnen befördert.. sS7o nach Übersee. Ihre Komitees sorgen daiür. daß die Vuswänderer empfangen und placiert werden: ebenso dafür, dall die durch den Hilfsverein der luden m Deutschland beförderten Menschen in Empfang genommen und in Stellen gebracht werden. Die ICA hat auch direkt den deutschen Organisationen, die sieh mit der Vuswarideruug von Juden .m^ Deutschland befassen. 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