Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
- Volume
- XIV (1938)
- Issue
- 9 (1.5.1938)
- Date
- 1938-05-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 9 / I 5.38. GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RKLIGIONSOEMEIMDE DRESDEN Seite 5 Mitteilungen des Sachs. Israelit. Gemeindeverbatides Juristen - Fortbildung Ein »icdcrum von de« jüdischen Juristen aus Dresden und Chemnitz besuchter -•. Fortbildungskursus fand am ,t. April Mj.tS in Dresden Statt. Kk war Hellingen, den bekannten Berliner Steucrrcchtlcr Regierungsrat a. D. Dr. Kurt 15 a I I (Berlint als Dozenten zu gewinnen, der in zweimal je zweistündigen (Ausführungen ül>er ,<X)3£ Steuer rec ht der A u s w a n - li i' r Ii n c" die Teilnehmer zu fesseln und ihnen wichtige Kenntnisse zu viiinitteb.1 wußte. (Die Veranstaltung war eine Ergänzung zum i. Fortbildungskurs!]* ani 30. Januar, der ..Das [Vvi-cnrecht dir \itswandcrung" zum Gegenstand hatte.) Herr Dr. Ball hat liebenswürdigerweise zugesagt, dem Veri bandshüm einen stichw ortartigen tirundriß seiner Vorlesungen der auf Wunsch an jüdische. Juristen «letii Kursus nicht beiwohnen konnzur Verfügung zu stellen d«'s Verhandsgcbietes. dii ten. abgegeben wird. Betr.: Rechtsberatung von Ausländern u. Staatenlosen. 'ierade in unseren! Verbandsgehiet mit seinem verhältnismäßig besonders starken ] Anteil von Ausländern Und Staatenlosen an der l icsamtzahl der jüdischen Wohnbevölkerung wird eine S'euerscheinüng besondere Beachtung finden, die der Jüdische Buchverlag Joseph Jastrow,, Berlin W. 15. unter dem Xitel . Jüdische \ u s I ä n d e r un<l S t a a t e n I o s e in Deutschland1. Ihre Rechte und Pflichten." soeben herausgebracht hat und Justizral Jacob Kissaer. Rechtsanwalt in Berlin, zum Verfasser hat. Da- Büchlein i-i nicht nur ..populär", sondern wirklich very stäudlich geschrieben. Sein geringer Breis (KM i<4o) errnöii licht jedem Interessenten die Anschaffung. Dargestellt i-t u. a. das Paßrecht, das Recht des Aufenthaltes, der Ausweisung und <ler ausweisüngsähnlichen Maßregeln, ferner die Stellung des Ausländers als Arbeitnehmer, im tiewerbe . I'rozeß- und im internationalen Familicnrccht. Auch auf dem Schreibtisch des jüdischen Juristen wird es seinen ständigen PJatz finden, wenn der Jurist für -eine Bedürfnisse auch an einigen Stellen -ich eine etwas eingehendere Darstellung wünschen möchte. Insbesondere wird mancher den völligen Verzicht auf jeklen sog. wissenschaftlichen Apparat bedauern, d. h .auf Anmerkungen und Fußnoten mit Hinweisen auf Fundstellen im Gesctzestcxt und in den Kntschcidüngssammlungcn. Vielleicht wäre noch nachträglich eine solche Ergänzung möglich, in Gestalt eines Faltblattes, das dem Büchlein beigelegt und den bisherigen Beziehern auf Wunsch .nachgeliefert werden könnte. Die Materie ist, wie der Autor selbst nachdrücklich betont, sehr stark im Fluß der gesetzgeberischen Entwicklung. Durch das Reichsgesetz vom 12. April 10.1X über die Änderung und Ergänzung familienrechtlichcr Vorschritten und über die Rechtsstellung der Staatenlosen (/RGBl, I S. 380» Ist /.. B. inzwischen bereits für die Staatenlosen eine grundlegende Regelung dahingehend getroffen worden, daß deren Rechtsverhältnisse künftig ausnahmslos nach den < icsetzen des Staates beurteilt werden sollen, in dem sie sich aufhalten. Autor und Verlag würden deshalb weiteren Dankes gewiß sein dürien. wenn »ie -ich entschlössen, von Zeit zu Zeit l'.rgänzungs- oder Deckblätter herauszubringen. (Bei dieser Gelegenheit könnte vielleicht die Anregung mit erfüllt werden, die wir uns oben hinsichtlich der Verweisungen erlaubten). Dr. S Das Galil Land jüdischer Zukunft. Wer heute die. Landkarte von Krcz Jisrael anschaut, wird auf ihr große zusammenhängende Flächen feststellen, die jüdischer Besitz sind und auf denen sich eine stattliche Anzahl jüdischer Kolonien erhebt. Pber joo Siedlungen zählt diejüdische Landwirtschaft Palästinas nach fünfzig Jahren ununterbrochener Mühen and Arbeit. rAls die ersten Pioniere ins Land kamen, da fanden sie Wüste und Sumpf. Die Biluim (die ersien (haluzim aus dem Osten, die im Jahre iSSj nafh Palästina kamen I sahen den Boden in öder Verlassenheit licjjen, übersät von Steingeröll und grauem Dorngestrüpp. Erbarmungslos versengte die Sonne das Land. Inden Ebenen herrschten der Sumpf und all jene Krankheiten, die den Pionier in seiner Arbeitsfähigkeit schwächten und manche von ihnen unfähig machten, den Übergang' vom Städter zum Matter und Landheu ohni;r zu vollziehen. Wenn man die Geschichte der jüdischen Kolonisation in Palästina überschaut, so wird tnan' eines Feststellen können, was gleichzeitig ein Ruhmesblatt der I'.ilästin.i - Kolonisation ist der Keren Kajemeth Lejisrael, das große Bodenkauf-lnstrumerrt des Palästina-Auf haus, der 400000 Dunam Boden besitzt, hat hiervon allein 253000 Dunam entsumpft. ■ ■ , t f Wo vorher Ödland war, der Sumpf herrschte und che Mafariafliege zu Mause war. ist heute fruchtbares Ackerland..Su -nid die großen Ebenen von Krcz Jisrael für die jüdische Kolonisation erschlossen worden. Ivmck Chefer, Knick Scbulon-, Knick Jcsreel. Kinek Beth Schcan alles das-'sind heute geläufige .Vollen für jeden -Juden. Ali. r wir sollten hierbei auch wissen, daß die Erschließung dieser Ebenen eine zivilisatorische Ruhmestat dir neueren jüdischen < icschichtc ist Wir habenden Coden für unsere Kolonisation' erst Beschaffen. Der Araber hatte ihn öde und sumpfig gclnsscb. Was wir ihm entrissen haben, ist der Sumpf, der das Land verpestete, und was wir dem Land gegeben haben, ist fruchtbares Ackerland, das sich für die <ie-amthcit seiner Hewohncij als nützlich erweist. Schon'im vergangenen Jahr haben die für das Jv>lonisationswerk in Krcz. Jisrael verantwortlichen Stellen die Au'fmcrk -ainkeit der jüdischen Welt auf den Norden Palästinas gelenkt Dil- Hiile-Konzcssion wurde erworben, ein neues Sumpfgchiet sollte in .■fruchtbares Ackerland .-verwandelt •werden, Galiläa ist scjioti. Galiläa ist groß. Galiläa ist furchtbar! l'";s bietet Raum für weitere .Dreißigtausend landwirtschaftlich tätiger jüdischer Familien. Eine gewaltige Zahl, wenn man' bedenkt, daß in der gegenwärtigen jüdischen Kolonisation nur 11500 Familien ausschließlich landwirtschaftlich arbeiten .Galiläa hat aber nicht nur die ästhetische und wirtschaftliche, Heden Inng. Sein Wasserreichtum und seine strategische Lage machen es zu einem Juwel für den zukünftigen jüdischen Staat. Die geschichtliche Erinnerung Verbindet die Juden im reichen Marli mit diesem tiebiete Kabbalah und Schul Chan Aruch haben in der heiligen Stallt SafeiP im Mittelalter ihre Stätte gefunden. Das Galil war lange Zeil ein Stiefkind der jüdischen Kolonisation. Iii ihren Anfängen zogen die ersten Pioniere in den Norden des Landes und gründeten, eine Reihe von < ictreidchau- Kolonicli. Der Strom def lebendigen Kolonisation ist seit dem Jüdischer Kulturbund Dresden Mittwoch. 11. Mai 1938. Im Henriette-Schie-Saal 20.15 Uhr Gastspiel des Jüdischen Kulturbundes Hamburg (Künstlerische Leitung: Dr. Hans Buxbaum) . Kopf In der Schlinge Kriminalstück in 3 Akten von John Bradley Regie. Hans Buxbaum Bühnenbild Anny Gowa Technische Leitung: Harry Blumenthal v Perionen: William Mason....... Frank Dearden Harriet Dearden...... Sir Henry Henningway . . Lady Isabell Henningway . Percy Grainger...... Eine elegante Dame . . . . James........... Pause nach dem 2 Vcrtl. aueti da* Inserat auf Julius Kobler Fritz Melchfor Friedl Münzer Kurt Schindler Erna Cohn (Lorenz) Max Koninski Ursula Lieblich Max Wächter Akt Seite 4 üben