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Jüdisches Gemeindeblatt Dresden · 1937-09-14 · 18 (14.9.1937) · p. Seite 10

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt Dresden
Volume
XIII (1937)
Issue
18 (14.9.1937)
Date
1937-09-14
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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Seite 6 GEMEINDEBLATT DER ISRAELITISCHEN RELIGIONSGEMEINDE DRESDEN Nr. 19/1.10.37. Hermann Haugk Nachf. KflUyn Herren-Hüte - Herren-Moden Prager Straße 37 Herren-Wäsche LERNT SPRACHEN 1 Die Notwendigkeit der Kenntnis fremder Sprachen zeigen zahllose Schreiben von Ausgewanderten. Aus einigen von diesen veröffentlichen wir die nachstehenden Auszüge: Aus U.S.A., Philadelphia, 12.7.1937. . . . Meiner Schwester und meinem Schwager habe ich empfohlen, fleißig Englisch zu erlernen, da ich weiß, daß sie auch herüberkommen möchten- Das Wichtigste, was man mitbringen kann, sind Sprachkenntnisse . . . Aus Columbien, Juli 1937. ... Es kann nicht genug davor gewarnt werden, ohne Sprachkenntnisse, welche mindestens volle und sichere Kenntnis der Grammatik und einen bestimmten Wortschatz umfassen, in fremde Länder zu gehen. Die Leute sind wie kleine Kinder, so hilflos, und können sich nicht verständigen ... Es muß aber immer gesagt werden, daß einigermaßen bezahlte Stellungen nur zu finden sind, wenn es mit der Sprache nicht hapert. Man kann nicht oft genug darauf hinweisen, daß in so und so vielen Fällen ein günstiges Engagement einfach daran scheitert, daß keine oder nur mangelhafte Sprachkenntnisse vorhanden sind. Ich kann das am besten daran sehen, wie groß die Differenz in der Arbeitsbeurteilung zwischen mir und den anderen ist. die nicht oder nur wenig spanisch sprechen . . . Aus Ecuador, Januar 1937. ... Vorbedingung für ein Fortkommen ist mindestens Kenntnis des Spanischen und wenn möglich auch englisch . . . Aus Rio de Janeiro, Juli 1937. . . . Sprachkenntnisse sind das Wichtigste, was man haben muß . . . Aus Buenos Aires, Ende 1936. ... Es hat sich gezeigt, wie notwendig es ist, schon in Deutschland Spanisch zu lernen ... Aus Buenos Aires, Ende Dezember 1936. Wir suchten ungefähr 4 Wochen, bis es uns gelang, durch einen Empfehlungsbrief in einer Weberei zu gleicher Zeit Stellung zu finden. L. kam ins Büro, A. kam im Lager unter. Für beide Posten war aber eine ziemliche Kenntnis der spanischen Sprache erforderlich. Das ist überhaupt äußerst wichtig, und wir können Leuten, die Auswanderungsabsichten haben, nur dringend ' empfehlen, sich genügend auf die Landessprache vorzubereiten. Vereinsnadiriditen Jüdischer Kulturbund Dresden Wir machen unsere Mitglieder auf die Sonderreise nach Palästinn aufmerksam, die der Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland gemeinsam mit der Zionistischen Vereinigung Mitte Oktober zu günstigen Bedingungen veranstaltet. Sportverein „Schild" Die Tennisabteilung rles Sportvereins „Schild" trug in der Zeit vom 24. bis 28. August 1937 den Wettkampf um die Abteilungsmeisterschaft 1937 aus. Begünstigt vom besten Wetter konnten die Vorrunden flott durchgeführt werden. Es ergaben sich gleich zu Anfang spannende Kämpfe, und insbesondere die Junioren zeigten bemerkenswerte Fortschritte. In defn Schlußrunden stand im Herren- Einzel der in der Form außerordentlich verbesserte Günther Stein dem bisherigen Spitzenspieler -Neufeld gegenüber. Beide Spieler boten hervorragende Leistungen, und nach einem nahezu 1V» stündigen Kampfe siegte Stein mit 6:3,7:5, nachdem Neufeld im letzten Satze bereits mit 5:2 geführt hatte. Auch das Damen-Einzel stand auf der gleichen sportlichen Höhe. Hier wurde der Endkampf zwischen der bisherigen Spitzenspielerin Frau Posen und Fräulein Berschtel ausgetragen, in welchem Frau Posen zufolge ihrer scharfen und ausgezeichnet plazierten Bälle mit 6 : 3,0: 6,6:1 die Oberhand behielt. Die Juniorenmeisterschaft gewann Biermann, der durch seine verbesserte Form auch in die Schlußrunde des Herren-Doppels gelangte. In den Doppelspielen siegten Frau Posen-Stein und . Neufeld-Zucker. Anzeigen werden — abgesehen von Aufträgen ausländischer Inserenten — | nur von Juden angenommen I Zu den Endkämpfen am Sonntag hatte sich auf der schönen Platzanlage des .Schild* eine zahlreiche Zuschauermenge eingefunden, welche den Kämpfen mit großem Interesse bis zum Schluß folgte. Bar Kochba Dresden Wir verweisen nochmals auf unseren Gesellschaftsabend am -Sonnabend, den 2. Oktober, im Trianon, Trabantengasse, und bitten um recht zahlreichen Besuch. Sonntag, den 3. Oktober, erwarten wir auf unserem Platz Radrennbahn Reick Bar Kochba, Halle, und Bar Kochba, Leipzig. Die Spiele sind wie folgt festgesetzt: 10 Uhr: L Jugd. Fußb. B. K. Dr. — B. K. Leipzig; 11 Uhr: Alte Herren Fußb. B. K. Dr. — B. K. Leipzig; 14 Uhr: L Damen Handb. B. K. Dr. — B. K. Leipzig; 15 Uhr: L Herren Fußb. B. K. Dr. — B. K. Halle. Es sind sehr spannende Spiele zu erwarten, und wir hoffen, recht viel Zuschauer begrüßen zu können. Sonnabend, den 16. Oktober, findet in unserem Heim eine Mitgliederversammlung statt, und es ist Pflicht aller Mitglieder, dieselbe zu besuchen. Beginn 20 Uhr. Der neue Übungsplan für das Winterhalbjahr 1937/38 erscheint im nächsten Gemeindeblatt. ffl'.'....l.ui.'.'.'l',ffi'ii......I.......I......iillllIIMIIIUIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIIII.HiliilinMillliillllliill...lliii Buchbesprechungen ............ ■ ■. ■ ■ Ludwig Schwerin: Das Buch Tobias. Eine Erzählung in Bildern. 25 Federzeichnungen zum Text der Bibel. Jüdische Buchvereinigung, Berlin 1937. Preis RM 3.25. Das vorliegende Werk ist die jüngste in Verbindung mit der Berliner Jüdischen Künstlerhilfe herausgebrachte Veröffentlichung der Jüdischen Buchvereinigung. Der aus dem apokryph gebliebenen Buche mit feinem Verständnis herausgearbeitete Text ist durch fünfundzwanzig Federzeichnuneen Ludwig Schwerins, die die schlichte Frömmigkeit des schwergeprüften Tobias klar und ausdrucksvoll erkennen lassen, aufs trefflichste illustrirt Die zart nuancierte bildhafte Wiedergabe verrät den feinsinnigen Künstler, der das besondere Merkmal der Tobiaslegende, rlie treue Kindes- und Elternliebe, lebendig zum Ausdruck bringt. Das von den Lesern mit vielem Beifall aufgenommene Buch Tobias möge der jüdischen Buchvereinigung Veranlassung sein, weitere Erzählungen in Bildern aus der weniger zugänglichen, aber sehr aufschlußreichen apokryphen Literatur folgen zu lassen. Dr. I. Hans John Jacobsohn. Sabbathklang und Festessang. Ein musikalischer Wegweiser. Philo Verlag, Berlin. Die votliegende Sammlung religiöser Weisen bezweckt die Ausgestaltung des häuslichen Sabbath- und Festrituals durch musikalische Fixierung des unserem singenden Beten zugrunde liegenden traditionellen „Sagens". Die gesamte häusliche Liturgie des jüdischen Jahres Gehandelt der l estens bekannte Oberkantor der Berliner Gemeinde in der Weise, daß z. B. Kiddusch nicht zu singen, sondern zu ,machen" ist. Durch die grundsätzlich beachtete Einfachheit in der Vertonung, die auf musikalische Kunstform und meistens auch Takteinteilung absichtlich verzichtet, will der Autor erkennen lassen, daß, um ein weiteres Beispiel zu nennen, der Seder zu „geben" ist, nicht aber Sederfeiern zu veranstalten sind. Die ausführliche Erläuterung jedes Rituals macht das^Werk besonders für diejenigen wertvoll, die aus Unkenntnis der Uebung religiösen Brauches bisher fernstanden. Die im Anhang enthaltenen Segenssprüche über Thora und Haftarah sowie der den Noten durchgehend in lateinischen Lettern untergelegte Text wird vielen, die des Hebräischen unkundig sind, willkommen sein. Möge der Zielsetzung der fleißigen Arbeit, jüdischem Brauchtum und echter Frömmigkeit im Hause eine Stätte zu bereiten, im reichsten Maße Erfüllung beschieden sein. . v Dr. L Kulturbundmitglieder, werbt für Euren Kulturbund! Werbe prämien: Jedes Mitglied, das bis 3. 10. dem Kulturbund die schriftliche Anmeldung eines neuen Mitglieds übergibt, erhält die Verlängerung seiner Mitgliedskarte um den ermäßigten Satz von RM 1.— (anstatt RM 2.—.)' iedes Mitglied, das bis 3. 10. dem Kulturbundbüro die schriftliche iestellung eines neuen Abonnenten übergibt (Bestellzettel im Kulturbundbüro anfordern!), erhält eine Freivorstellung in der von ihm geworbenen Platzgattung.

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