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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1937-05-15 · 10 (15.5.1937) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
13 (1937)
Issue
10 (15.5.1937)
Date
1937-05-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mitteilungsblatt -es Sächsischen Israel. Gemetnbeverbanbes 1937_:_ 100 Jahre Israel. Religionsgemeinde in Sachsen Eine Verordnung vom 20.9.7834 hatte (auf Antrag der Stände) den jüdischen Kultus und die jüdischen Schulen der Oberaufsicht des Kultus-Ministeriums unterstellt. Das erste und bedeutungsvollste Ergebnis dieser Unterstellung war das Gesetz vom 18.8.1827, welches „den jüdischen Glaubensgenossen sowohl zu Dresden als zu Leipzig gestattet, an einem jeden dieser Orte in eine Religionsgemeinde sich zu vereinigen und als solche ein gemeinschaftliches Bet- und Schulhaus zu haben.* Emil Lehmann, der Geschichtsschreiber der Dresdner Gemeinde, würdigt die rechtliche Bedeutung dieses Gesetzes mit folgenden Worten: Das Gesetz von 183? wandelte - zunächst in Dresden und Leipzig - die Iudenschaften um in Religionsgemetnden, den Privatkultus in einen öffentlichen, die geduldete in eine gesetzlich zuge> laffene Religion, die religio tolerata in eine recepta. Lohnpfändungsprivileg für die Gemeindesteuern. Rach ß 369 Abs. 7 der Reichsabgabenordnung gelten die reichsgesehlichen Pfändungsverbote oderbeschrcknkungen betr. Forderungen und Ansprüche auf Lohn, Gehalt und Ruhegehalt nicht für die Beitreibung direkter persönlicher Steuern. Zu letzteren gehören die Kirchen- (Gemeinde-)Steuern. Diejenigen sächsischen Gemeinden, die in ihrer Steuerordnung die Reichsabgabenordnung für anwendbar erklärt haben, können daher von dem Pfändungsprivileg Gebrauch machen. Dieses gilt allerdings »ur, „sofern diese Steuern nicht seit länger als 3 Monaten fällig geworden sind.* Oie Anwendung der Reichsabgabenordnung ist erforderlich, da das Lohnbeschlagnahmegeseh vom 27. Juni- 7869, das eine direkte Regelung für die Kirchensteuern enthielt, durch Artikel 7 des Reichsgesehes vom 24. Oktober 7934 (RGBl. I S. 7070) aufgehoben worden ist. Bekanntgabe von Austritten. Durch Runderlaß des Reichs- und preußischen Ministers des Innern vom 78. Februar 7937 ist jede öffentliche Bekanntgabe der Ramen von Personen, die aus der Kirche ausgetreten sind, verboten worden. Oie Reichsvertretung der Juden in Deutschland hat auf eine Anfrage von dem Herrn Reichs- und preußischen Minister des Innern den untenstehenden Bescheid erhalten. Danach stehen der Veröffentlichung von Austritten aus den jüdischen Gemeinden - in Sachsen ist ein Austritt aus der Gemeinde gleichbedeutend mit dem Austritt aus dem Judentum - rechtliche Bedenken nicht entgegen. Abschrift. Oer Reichs- und preußische Berlin, den 5. April 1937. Minister des Innern RW 40, Königsplatz 6 Rr. l A 1819/3502 An die Reichsvertretung der Juden in Deutschland in Berlin-Eharlottenburg 2 Betr. Kirchenaustritt. Zum Schreiben vom 75. März 1937. Ihre Auffassung, daß der Runderlaß vom 78. Februar 7937 — I A 14266/3502 - die jüdischen Synagogengemeinden nicht betrifft, ist richtig. Im Auftrag (gez. Unterschrift) Betreuung und Beratung der jüdischen Kriegsopfer. Oie Presse-Abteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland teilt mit: Oie Kn'egsopferabteilung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten bittet uns im Interesse der jüdischen Kriegsopfer darauf hinzuweifen, baß die Vertretung der jüdischen Kriegsopfer durch Erlaß des Herrn ReichsarbeitsmmisterS vom 27. August 7934 dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten übertragen worden ist. Oie Kriegsopferabteilung des Reichsbundes jüdischer Frontsoldaten führt die Betreuung und Beratung der jüdischen Kriegsopfer in allen Versorgungsangelegenheiten bet seiner Bundeslettung,BerlinW75, Kurfürstendamm 200, bei seinen Landesverbänden und Ortsgruppen durch. Wett.Zentrum für jüdsch« Musik in Srez Israel. (Knlchrlft: vr. Salti Levi. Jerusalem, house halbreich, King Georg Uve.) Var Initiativ-Kommite« teilt mit: Joachim Ltutschewsky. variur Milhaud, Lrnest vloch, Kurt weill, Karol Uathaur, Jakob Weinberg, E-nst Toch. Heinrich Schallt, Max Lttinaer. Hugo Udler. Paul Dessau und Herbert Zromm haben sich alr Mitarbeiter zur Verfügung gestellt. Die Gründung von „Länderkommitee; zur pflege und Förderung der jüdischen Musik» itt in folgenden Ländern in die Wege qeleitet: vereiniate Staaten. England, Frankreich. Deutschland, Desterreich, Dolen, Tchechoslovakei, Litauen. Iüqoslavien, Dänemark, Schweiz, Italien, Ueanvten, Syerien, Indien, Niederl.-Indien, Süd. Afrika. Für Deutschland hat Dr. Mrcar Guttmann tUnichrift: Lharlottenburg. Grolmannstr 42/45s die Mraanisation übernommen. Alle in Deutschland lebenden jüdischen Musiker und Musikschriftsteller werden , gebeten, sich mit ihm in Verbindung zu setzen. Oie Presseabteilung der Reichsvertretung der Juden in Oeutschland teilt mit: Neuer Rundbrief der Mittelstelle für jüdische Erwachsenenbildung Oie Mittelsteste hat soeben einen neuen 76 Seiten starken Rundbrief veröffentlicht, der u. a. den Umriß eines Einführungslehrgangs in die Geschichte der Juden während des Mittelalters sowie eine Singanweisung enthält. Oer Rundbrief ist geaen Einsendung von 40 Rpf. in Briefmarken von der Mittelsteste für iüdische Erwachsenenbildung, Frankfurt a. M.-Ginnheim, Fuchshohl 67 zu beziehen. „Der Morgen" Monatsschrift der deutschen Juden, philo-Verlag, verlin w 15. Jahrgang 15, lieft 1. lahrerabonnement DM 12. — . Linzelbeft VM l.-. wir benützen die Gelegenheit, daß die Zeitschrift „Der Morgen» ihren neuen Jahrgang beginnt, um mit besonderem Nachdruck aus dieser Graan hinzuweisen, dar im jüdischen Leben Deutschland, an Niveau, Vielfalt der GesichtrpunKte, Nang der Mit. arbeiter und Glanz der Darstellung eine Sonderstellung einnimmt. Der Leitartikel der Uprilbefte; „Symbplilcke; handeln" geht von der Deutung einer' überraschenden Einzelheit der peflachfefter aur und zeiat einen weg südlicher Erziehung vor der Religion und damit zur Neliqion. Kurt Stilllckweio verfolgt die „Entwicklungrlinie der Nationalirmur» feit dem Mittelalter ebenso knapp wie klar, geistvoll und an Durchblicken reick. Mala Laaser fabuliert in „vie unruhigen Tage» der Vorfrühling, hinein ein« phantastische Landschattrreise der Herzens. Um die Entwickluna der religiösen Lebens in Erez Israel kreist ein vriefwechlel zwischen Mar vienemann und Mar Elk, Gerhard Schalem von der Universität Jerusalem stellt in neuem vurchdenken der vrobleme jüdischer Geschichtswissenschaft ein Programm der Uabbalaforlchung auf. flritz venjamin endlich zieht mit der klugen Ueportag« „vierseit, und jenseit; vom Ueguator» eine geistige Luftlinie zwischen Süd-Umerika und Palästina, zwischen altem und neuem Kulturland. In den Glossenteil stnd einqeltreut eine Presseschau „vie neue Türkei», ein Ehanson von Hilde Marr, Such- und Musikbesprechunaen und aktuelle Sorgen bis zu denen einer Untermieter;, hier wird die Pflicht, an den geistigen Problemen der jüdischen-Leben; teilzunehmen, zum Vergnügen. Man erwartet, daß die Leser ihre Pflicht tun. Geburten, Taufen, Eheschließungen und Konfirmationen bei evangel-jüdisch gemischten EhSn innerhalb Sachsens im Jahre 1934. In Rr. 5/1937 des Kirchlichen Gesetz- und Verordnungsblattes der evangelisch - luiherischen Landeskirche Sachsens wird die statistische Übersicht über das kirchliche Leben des Jahres 7934 gegeben. Hieraus interessiert: die Geburtenzahl, die Zahl der Taufen sowie, der Konfirmationen von Kindern aus evangelisch-jüdisch gemischten Ehen, ferner die Zahlen der gemischten Eheschließungen. Wir haben eine Austeilung der für die 37 Kirchenbezirke vorliegenden Zahlen auf die 8 Gemeindebezirke vorgenommen. Israelitische Rellgions - Gemeinde Geburten Taufen Eheschlleßungen Konflrma. tlonen Annaberg 7 1 — - Bautzen — 3 - - Ehemnih 1 75 6 76 Dresden 4 17 9 51 Leipzig 2 9 8 28 Plauen 2 " 2 - Zittau - - - 3 Zwickau — —*

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