Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 23 (1.12.1936)
- Date
- 1936-12-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Genie ndeblalt -er Israelitischen Religionsgemein-e Dresden Amtliches Organ -es Gemeindevorfiandes MiMW5blMde;SöMW" ~ ' ' Verantwortliche Schristleitung: Leo Anfchel, Dresden / Verlag: Israelitische Religlonsgemeinde Dresden-A. l, Zeughausstraße 3 / Ruf 14031 und 17887 / / Verantwortlich für den Inseratenteil: Zar. Sternlicht, Dresben-Ä. 19, Stübel-Alle« 33 / / Ruf 34183 / / Annahmestelle für Inserate ebenda / / Oie 4 mal gespaltene 46-mm-Zeile tostet 22 Pfennig, laufend Rabatt / Druck: A. Sruhnert, Dresden-A. 1, Ammonstr. bl XII. Iahrg. Dresden, den 1. Dezember 1936 Kummer 22 [ UNSER LEHRHAUS Unser Lehrhaus ist noch im Zustand der Vorbereitung. Wenn ich in meinem Aufsah „ Bildung und Bildungsmöglichkeiten * aus die Freude hinwies, die Wissen den Menschen gibt, dann darf gesagt werden, daß ein Abglanz dieser Freude auch schon di« Zeit der Vorbereitung erhellt. Vicht allein die Freude, die aller Vorbereitung eines Zieles innewohnt, erfüllt die Menschen, die am Lehrhaus arbeiten, auch die Freude darüber ist groß, daß der <3«« danke des Lehrhauses in so vielen Menschen Wurzel geschlagen hat, daß dauernd neue Anregungen kommen, und daß so viele ihre Mitarbeit angeboten haben. Vedeutsame Entschließungen waren zu fassen. Goss das Lehrhaus eine große Anzahl von Kursen und Vorlesungen einrichten, so daß auf aste Bedürfnisse Rücksicht genommen ist, oder soll bas Lehrhaus sich darauf beschränken, wenige Kurse und Vorlesungen abzuhalten, soll das Lehrhaus in erster Linie Jüdisches, soll es mehr allgemein Wissenschaftliches bringen, soll das Lehrhaus an jedem Abend der Woche eine Vorlesung bieten, sollen die Arbeiten auf wenige Abende beschränkt werden?! Wir haben uns entschlossen, nur wenige Kurse und Vorlesungen einzurichten, um unsere Kräfte nicht zu zersplittern. Vach Möglichkeit soll das Lehrhäus nur an zwei Abenden in der Woche arbeiten. In kurzen Ausführungen geben in dieser Vummer des Gemeindeblattes die Letter der Vorlesungen und Kurse Ausschluß über Ziel und Methode ihrer Arbeit. Aus diesen kurzen Aussätzen ist ersichtlich, wie die Arbeit des Lehrhauses gedackt ist. Viele werden die Erfüllung von Wünschen und Anregungen vermissen, die fle an das Lehrhaus einoesandt haben. Wir hoffen, daß es in einer späteren Zeit r.oglich ist, den vorgebrachten Wünschen Gewähr zu geben. Zu Anfang sollte ein Programm zur Durchführung gebracht werden, daS gewissermaßen den Ausgangspunkt bildet für weitere wissenschaftliche Arbeit. Aus jeden Fall sei allen, die mit Anregungen und Wünschen an das Lehrhaus herangetreten sind, herzlicher Dank ausgesprochen, wenn auch vorläufig diese Anregungen zurückgelegt werden mußten. Auch nicht alle, die sich als Lehrende zur Mitarbeit zur Verfügung gestellt haben, konnten jetzt herangezogen werden, doch wird ihre Hilfe wahrscheinlich schon sehr bald in Anspruch genommen werden. Den Beg in n der meisten Vorlesungen und Arbeitsgemeinschaften haben wir auf Januar verschoben,*) da eine gründliche Vorbereitung immerhin erforderlich ist. Oer Dezember ist zudem wegen der vielen Feiem, die in ihn fallen, zum Beginn einer neuen Arbeit ungeeignet. Obwohl somit noch einige Zeit vergeht bis zum Beginn der Vorlesungen, ist es doch dringend nötig, daß alle, die als Hörer teilnehmen wollen, sich bereits jetzt schon dazu melden. Ich gebe der Hoffnung Auüdruck, daß diese Meldungen sehr zahlreich eingehen. Diese Hoffnung gründet sich einmal auf das Interesse, daS der Gedanke des Lehrhauses bereits 'gefunden hat, ist aber ebenso auch der Ausdruck des Glaubens an den geistigen und südischen Willen der Menschen in unserer Gemeinde. Das Lehrhaus soll ein geistiger Mittelpunkt in unserer Gemeinde sein. Es soll auch eine Einrichtung werden, die unserer Gemeinde Ehre macht. Rabb. Dr. Albert Wolf. *) Kurnahmen vergleiche Lehrplan (Seite 3). Jüdische Geschichte im Rahmen der Weltgeschichte Man kann Geschichte unter verschiedenen Geflchtrpunkten darstellen, vie Geschichte der Judentum; im besonderen kann aufgesaßt werden alr reine Religionrgeschichte. Sie kann ausgezeigt weiden alr Geschichte der Geiste» und der Literatur, von jedem Gefichtrpunkt au; hat sie ihr eigener Gepräge. 3n unseren Tagen dürfte die Verquickung der Schicksale der Juden und der Judentum; mit der allgemeinen Weltgeschichte von besonderem Interesse sein. Line besondere Stellung werde ich in dieser Vorlesung der Geographie einräumen, um aufzuzeigen, wie geographische Verhältnisse ostmalr geradezu zwangrweis« jüdischer Schicksal bestimmt haben. Um durch ein verspiel wenigsten, andeutend diese Rbsicht zu verdeutlichen, sei hingewiesen aus die Iuden in Spanien. Line jüdische Geiftergeschichte wird daraus Hinweisen, welche Bedeutung dar Leben in Spanien für die geistige Lntwickelung de; Judentum» überhaupt gehabt Hot. vom religionrgeschicht» lrchen Gefichtrpunkt aur wird man daraus Hinweisen, wie die religiösen Gedanken der Judentum» durch die Krbeit der auf spanischem Boden erwachsenen Größen in ihrer Entwicklung beeinflußt wurden. Eine weltgeschichtliche Betrachtung wird nach den Gründen der Einwanderung der Juden in Spanien fragen, wird sehen wie aur der Änderung der politisch-geographischen Weltbilder durch den Islam den Juden der tvstenr der weg nach dem Westen freigelegt wurde, und wie ihr späterer Schicksal in Spanien aur den politische^,Fragen der Welt sein eigener politisch«; Gepräge bekam. So bedeutet die Vorstellung der jüdischen Geschichte zugleich eine Einführung in die allgemeine Weltgeschichte. vr. Klbert Wolf. Oie Propheten Israels ver I. Vortrag behandelt einleitend da; Wesen der Prophetirmur im allgemeinen, sowie di« ersten Propheten von Moscheh dir Elia «inschließl. in denen die Uroffenbarung von dem Gotte der Sittlichkeit zuerst hervorgetreten ist. vi« übrigen Vorträge behandeln dann die wichtigsten Schriftpropheten in chronologischer Reihenfolge, mit ihren individuellen Hauptgedanken und in ihrer Stellungnahme zu den geschichtlichen volkrerlebnissen; u. z. aller illustriert an Proben aur. ihren Schriften, in eigenen Übersetzungen in den Rhythmen der h«. bräischen tvriginale. Demnach behandelt , der 2. Vortrag Rmor, den Propheten der Gerechtigkeit, und Hoschea, den Ränder der Lieb« und de; neuen Bundes, der 2. Vortrag Jeschaja, den Politiker und Ränder der Glauben; und der Mesfianirmur, der 4. Vortrag Micha und Jirmeja, die Propheten der Menschenseel«, 09^4817919399^279894