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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1936-08-15 · 15 (15.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
12 (1936)
Issue
15 (15.8.1936)
Date
1936-08-15
Page
[Seite] (sequence 7)
Language
German
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1> Nr. 15 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Leit« 7 Neuerscheinungen „Das Mal der Sendung." Fritz Rosenthal (Ben Chorin). Tcr Lieder des ewigen Brunnens neue Folge. Berlag B. Heller, München. Fritz Rosenthals neuer Gedichtband, der im Spiegel heiliger Geschichte Israels ewiges Antlitz formt, ist eine bedeutsame Bereicherung jüdischer Poesie. Gestalten aus Bibel und Tal mud, überaus eindrucksvoll dargestellt, weisen in die große Bergangcnhcit unseres Bolkcs. In ergreifenden Bcrseu zeigt er' dem Geschlecht der Zukunft, das sich anschickt in Erez Israel Leben und Freiheit zu erkämpfe», das ewige Iudenschicksal. Einige Gedichte gelten dem Festjahre, andere sind hervorragen den jüdischen Männern gewidmet, deren Erinnerung der Autor dichterisch tief empfundenen Ausdruck verleiht. In Ben Chorin, einem der begabtesten jungen jüdischen Dichter, kommt die Selbstbesinnung zu Wort, die schicksalsschweres Geschehen in der Iudenheit geweckt hat. D. I. „Jüdisches Kind aus dem Osten." Clara Michelso». Philo-Vcrlag„ Berlin. l'.ÖÜ. Preis RM. 1.—. In zwei ergreifenden Erzählungen, die tiefstes psychologisches Betstehcn erkennen lassen, schildert Clara Michelso» den jngcnd lichcn Kreis des jüdischen Ostens. Ter kleine Aisik sicht in der Rot und dem Elend des Elternhauses die ihm eigene Welt, mit der sich, ungeachtet aller Lockungen eines angenehmeren Lebens, sein unerschütterliches Bcrtraucn zum Dasein verbindet. Mittelpunkt der zweiten Kindcriragödie ist der Knabe Chaim, der, wcltabgewandt dem „Lernen" hingegebcn, im brennenden „Chedcr" seine Liebe zu Gott mit dem Tode besiegelt. Das i»it psychologischer Feinarbeit geschriebene Büchlein erhebt sich Iveit über herkömmliche jüdische Unterhaltungslitcratur und kann besonders zu Gcschenkzwecken bestens empfohlen werden. D.J. Margarete Moser. „Niesen und auch Jenen hat Sott gemacht, vrandur'sche Verlagsbuchhandlung, Berlin 1936. (Ein Buch, dar man leicht und mit Vergnügen lesen kann, und dar doch einige der schwierigsten punkte, di« heut« im Ausbau Palästina; herrschen, mutig aupackt. Gestaltung der religiösen und der Familienlebens in der Kwuza. va ein großer Teil der vorbereitenden Arbeiten für die Auswanderung hier im Lande mit dem Leban in der Kwuza zusammenhängt, spielt dies« Frage einen maßgebenden Einfluß aus die Gestaltung der Lebenridealr der jüdischen Jugend in allen Ländern. Diel zu wenig ist diese Tatsache, von den besonnenen Alteren, die seit Jahrzehnten für den Aufbau Palästinas arbeiten und von den Alteren der Jugendlichen berücksichtigt werden, und man denkt und hört immer wieder die Ansicht vertreten, daß alle die vinge, die man nicht gutheißen kann. Jugenderscheinungen sind, die sich selbst mit dem Alterwerden lösen werden. Tine gefährliche Auffassung, die mit aller Macht bekämpft werden müßte und eine Ausgabe, die immer schwieriger wird, je länger mim die Zügel lose läßt. Frau vr. Moser macht sich die Lösung dieser komplizierten, gefährlichen Frage allerdings sehr leicht und für den Leser interessant und zufriedenstellend. Aber er ist ein guter Anfang in der rechten Richtung. Möge dieser Buch -Anlaß dazu sein, starke, mutige Männer dazu zu bringen, mit fester Hand zuzupacken, um den Strom der Jugendentwicklung in richtige Bahnen zu leiten. Tin Buch also, daß schöne, gefällige Lektüre für jedermann ist und ein Buch, dar Anregung und Aichtung für sehr notwendige Arbeit gibt. H. Schocken. „Oie bunte Schüssel"- Herausgegeben von Erwin Löwe, Berlin, preir AM. 2.25. Var im Selbstverlag der Verfasser» erschienen« vorteilhast aupgestattete Buch ist als „Bunte Schüssel", die jeder Geschmacksrichtung gerecht wird, eine schätzenswerte Bereicherung der Unterhaltungrliteratur für dar jüdische Kind. Der mit vieler Liebe zusammengetragen« Inhalt ist in jeder Beziehung Kindertümlich und umfaßt in reichhaltiger Vielfältigkeit lehrreich« Geschichten, ansprechende Verse über jüdische Feste, Anekdoten und modern anmutende sinnvoll« Erzählungen, die keiner unserer Kleinen unbefriedigt lassen. Hermann Haugk Nachf. SSJstreixyn Herren-Hüte — Herren-Moden Prager Straße 37 Herren-Wäsche von Rutf) Veit-Simon trefflich illustrierte, heraurlörbare Postkarten machen dar Lesezum Malbuch und geben den Kindern willkommene Gelegenheit, ihre Kunst im Kolorieren zu erproben. Vr. I. „Marieubad" von Schalem Atejchem. Verlag R. Löwit, Wien- Leipzig. Das aus der Feder der unübertrefflichen jüdischen Humoristen stammende Buch, vom Löwit-Vcrlag neu aufgelegt, ist so recht geeignet, die vielen, die aus mancherlei Gründen auf Erholung im einzig schönen Marienbad verzichten müssen, vollends schadlos zu halte», vi« feine verwirrende Handlung, die zwischen Warschau und dem weltberühmten Kurort durch Briese "und Telegramme ihre mehr oder minder geheimen Fäden spinnt, zieh? Frauen und Männer, Mitgistjäger und Heiratsvermittler in wildem Durcheinander in, ihren Bann, wer ostjüdischer Kleinbürgertum mit all seinen Schwächen erleben will, der lese die von köstlicher Satire durchwehte Schrift, deren „Kleine Menjchelach" befreiender Lachen in uns Hervorrufen. Dt. 3. Sestern und heute. Fünf Bändchen, vrandursch« Verlagsbuchhandlung, Berlin 1935. 1. „Nie schönsten Legenden au» dem Talmud". 2. „Rabbi Lach" von Manuel Schnitzer. 3. ,/Herz1-2riese". 4. „Der gedeckte Tisch" von Micha Michalowitz. 5. „Der Kreitag» abend" von Ioachim Prinz. Die im Kleinformat reizvoll aufgemachten Brandurbücher wollen dar Bleibende im Judentum deutlich machen, indem sie in sorgfältiger Auswahl jüdischer Kulturgut aus Vergangenheit, und Gegenwart Zusammentragen. Im ersten Bändchen läßt Manuel Schnitzer in dichterischer Gestaltungskraft „Nie schönsten Talmudlegendtn" in feinsinniger Anlehnung an den hebräischen Urten lebensnah erstehn. Die von demselben Autor unter dem Titel „Rabbi Lach" erzählte,i Anekdoten, eine teilweise Wiedergabe aus seinem vor Iahren erschienenen Luche über wunüerrabbiner, Talmudschüler und Schnorrer, sind perlen jüdischen Humors Die zum Teil wenig bekannten „Herzl-Briefe", heraurgegeben von Manfred Georg, behandeln die Fiüh- und Kampfzeit der wiener. Journalisten, der zum Politiker geworden, in seinem „Iudenstaat" sich für die Lösung der Iudenfrag« mit unbeugsamer Tatkraft einsetzte. Micha Michalowitz' geistvolle Abhandlung „Der gedeckte Tisch" kennzeichnet die Eigenart der Juden, dessen Essen und Trinken seit biblischen Zeiten bis auf heute durch religiöse Übung die eigentliche weih« erhält. „Ver Freitagabend" von Ioachim Prinz macht' unter lehrreichen kulturhistorischen Hinweisen mit Sinn und Bedeutung der Gebete bekannt. Die beigesügte Einführung in die häusliche Feier wird besonders denjenigen willkommen sein, denen die tiefen Gemütrwerte der kulturellen Judentum; bisher fremd waren. Dt. I. Ernst Simon; Ehajim Rachmän Bialit. Bücherei der Schockenverlagr. Berlin 1935; Diese erste deutsche Biographie, dar Ergebnis einer liebevoll eingehenden zehnjährigen Studiums, will eine Einführung in dar Wesen und Werk der großen Dichters vermitteln, der kraft seiner östlichen Herkunft die Synthese von jüdisch-tradilioneller Kultur und neuem jüdischen Leben in sich verkörperte. Ernst Simon, der die Stoffgebiete meisterlich beherrscht, die dar Verständnis der Gesamterscheinung Bialikr erst ermöglichen, deckt die geistigen Strömungen aus. die den ursprünglitchen Jeschiwazögling zum volkstümlichsten neuhebräischen Dichter der Gegenwartwerden ließen. Der Autors feiner Einfühlungsvermögen läßt dar dichterische und prophetische Lebenrwerk der Männer erkennen, Ver als der Erzieher einer juntzen Geschlechter die Brücke schlug „vom alten Erbe zum neuen Leben." Dt. I. „Nie jüdisch« Geschichte, ein Sang durch Jahrtausende". Emil Bernhard Lohn bringt jetzt ein Buch heraus „Die jüdische Geschichte, ein Gang durch Jahrtausende", von den Anfängen dir zur Gegenwart. Dar Werk hat dem preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden zur Begutachtung Vorgelegen, der dar Luch für jo wertvoll angesehen hat. daß er die Veröffentlichung dringend befürwortet«. Der Band ist erschienen als erster Band einer Reih« „Bücher der Klärung und der Wissens" im Verlag Erwin Löwe, Berlin w 50, Schaperstraße 8. Der geschmackvoll aurgestattete, über 100 Seiten starke Sand kostet nur RM 1.25. 5. MATTERSDORFF GEGRÜNDET PRIVATBANKHAUS 18 4 9 SEESTRASSE 14 RUF 25955

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