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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1936-08-15 · 15 (15.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
12 (1936)
Issue
15 (15.8.1936)
Date
1936-08-15
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 15 Seite 5 (Seme inbcblatt bet Israelitische« 9tcligt on• ge m e inbe Dresden 50. Geburtstag feierte vor wenigen Tagen unser allseits beliebtes Gemeinbemitglieb Frau Prof. Büttner. Wenn es auch sonst nicht üblich ist, in der Öffentlichkeit des Gemeindeblattes Geburtstagen zu gedenken, die an das biblische^Alter noch nicht heranrelchen, so möchten wir in diesem Falle gleichwohl nicht verfehlen, Frau Prof. Büttner, die den charitativen und künstlerischen Bestrebungen der Gemeinde jederzeit eine tätige und verständnisvolle Mitarbeiterin ist, und die namentlich auch unserem. Gemeindeblatt so vielfach ihre schriftstellerisch« Erfahrung zur Verfügung stellt, auch an dieser Stelle unseren herzlichen Dank zu erstatten. Mögen der jugendlichen Fünfzigerin noch viele Jahrzehnte unverminderter Schaffenskraft und Lebensfreude beschieden sein! Das Bankhaus G. Mattersdorfs tritt mit, daß es Herrn Dr. für. Manuel Breit zum Prokuristen ernannt hat. Herr Or. Brett ist der Sohn von Herm Prof. Or. James Breit in Dresden \ | Haydnstrofte 3 7 LISEL SCHWAB WERNER SCOOLER Verlobte August 1936 Porschondorf Ober Pirna SIIMItllMIMIIIIflllllMIIIIIIIIIIMIMItHlllllimillllllimiHIIIIIIIIIMIlIHMIIIIIIIIIIIMIIftlllllllllllllimiB | Danksagung! | | 'für die anläßlich der Kar-Mizwo-'Leior un/eres Lohnes -Iler so - - zahlreich erwiesenen Ausmerksamkriien sagen wir aus diesem Dege Z - unseren herzlichsten Donk. - § Nlax Dieselmann und Trau Tletty geb. /liebet) | :„„»»»,ui»»»»,»»»»»»»,»»»»»,,»,»»,,,»»»,,»«,, Am 3. August entschlief sanft und unerwartet unsere liebe unveigeBliche Mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante, Frau Ida Altmann geb. Zander im 74. Lebensjahre. Bautzen/Sa. Berl n In tiefer Trauer: Die Hinterbliebenen SCHIFFSKARTEN FÜR ALLE LINIEN nach SOdu. Nordamerika, Südafrika. Besorgung von Visa für alle Staaten. Jederzeit Pauschal u. Einzelreisen nach Italien, Ungarn, Jugoslawien, Dänemark. CIT-Gutschelne nach Italien. Herbstsonderfahrten nach dem Mittelmeer und naoh Palästina. Dr. Hurwltz, Gabatsbai garafr. 25. Hausverwaltungen, Grundstocks Anu. Verkauf, Hypotheken durch Dr. Hans-Dietrich Pohly Dresden, Vlktorlastreße 12 Ruf 18693 Pur die Dame — für den Herrn RÜBEN, Schneidermeister — Grunoer Strafte 10 Fernruf 28 58 2 — (am Pirnaisdten Platz) Der Fadtmann erwartet Siel KHA<H-E<KE I Anläßlich des Simultanspiels hotte Mtmeister Mieses ble Freund. lichkeit, unserer Schacheike nachstehenden, bisher unveröffentlichten Originalbeltrag zur Verfügung zu stellen. Oer erste Weltmeister im Schach. Zum -100. Geburtstag von Wilhelm Steinih. Am 14. Mai führte stch zum hundertsten-Make der Tag, an dem Wilhelm Steinih, einer der größten im Gleiche der 64 Fel-j der, zu Prag das Licht der Welt erblickt hat. Nur ganz wenige Schachgenies allerersten Banges haben jahrzehntelang im internationalen Schachleben eine so führende Bolle gespielt, wie er. Außerdem fleht er in der Geschichte des Schachspiels als derjenige Meister da, der zuerst den stolzen Titel »Weltmeister" trogen durfte. Zwar hat es schon vor Steinih, und auch in früheren Jahrhunderten, mehrfach Spieler gegeben, die den Bus der Unbesiegbarkeit genossen. So bildete im 18. Jahrhundert der ftanzöstsche Meister philidor zweifellos eine Klasse für sich, denn er ist in seinem ganzen Leben niemals auf einen ebenbürtigen Gegner gestoßen. Line ähnliche Ausnahmestellung in der Gchachwelt nahm später Labourbonnais und Morphy ein. Diese Schachgrößen hätten gewiß nach heutiger Auffassung das Becht gehabt, stch »Weltmeister"' zu nennen, sie taten es aber nicht, weil man eben zu jener Zeit diesen, dem Sportleben entstammenden Begriff, noch garnicht konnte. — Oie sportliche Aera des Schachspiels, das Zeitalter der Turniere und Einzelwettkämpfe, hat mit dem internationalen Turnier zu London 1881 begonnen. Hier wurde zum ersten Male den besten Spielern Europas Gelegenheit gegeben, ihre Kräfte mit einander zu messen und ein Oeuffcher, Adolf Anderffen, war es, der den ersten Preis davon trug. Seit dem haben, anfangs in längeren, dann in immer kürzer werdenden Zeitabständen ähnliche Veranstaltungen stattgefunden, und heutzutage sind ja Turniere internationaler, nationaler und lokaler Art, sowie Einzelwettkämpfe unter hervorragenden Meistern gang und gäbe. - Mit dem Siege im Londoner Turnier war keineswegs irgend ein sportlicher Titel, wie z. B. der des »Weltmeisters"' verbunden: dazu war die sportliche Mentalität der Schachwelt damals ja noch viel zu unentwickelt. Man sah Anderffen nur als einen der größten, aber nicht für den zweifellos größten Meister der Zeit an, und überdies wurde er einige Jahre später von Paul Mörphy im Einzelwettkampf entscheidend geschlagen.- Dieser aber zog sich sehr bald nachher völlig vom Schachspiel zurück. Oie Frage, wer der stärkste Spieler der Welt sei, blieb in den 60 er und 70 er Jahren des vorigen Iahchunderts völlig offen, und sie wurde erst aktuell, als Steinih, und neben ihm ein anderer Meister jüdischer Abkunft, Zuckertort, in Turnieren und Einzelwettkckmpfen eine Beihe aufsehenerregender Erfolge aufzuweisen hatten. Bach dem großen Londoner Turnier 1883, wo Zuckertort den ersten, Steinih den zweiten Preis errang, zweifelte niemand mehr an der Überlegenheit dieser beiden Meister atten anderen gegenüber, und als es im Jahre 1886 zwischen ihnen zu einem Einzelwettkampf kam, konnte Steinih, ohne auf Widerspruch zu stoßen, erklären: Dieser Wettkampf enffcheidet über die Meisterschaft der Welt. Steinih - ging als Sieger hervor und erwarb damit den Titel, den er eigentlich selbst erst geschaffen hatte. Er hat ihn dann gegen Bivalen wie Gunsberg und Tschigorin wiederholt siegreich verteitigt, bis er endlich 1804, schon an der Schwelle des Greisenalters stehend, das heiß umkämpfte Schachszepter in die Hände eines neuen Schachgenies, des damals 26 jährigen Emanuel Lasters, legen mußte. (Auch dieser ist ja jüdischer Abstammung) Steinih's Schachlaufbahn umfaßt die Jahre von etwa 1860 bis 1900. Er hat in dieser Zeit an 22 großen internationalen Turnieren teilgenommen, wobei er wiederholt den ersten Preis gewonnen hat, mindestens aber unter den vier ersten Siegern gewesen ist. Ferner hatte er 29 Einzelkämpfe zu bestehen, die er

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