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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1936-05-01 · 9 (1.5.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
12 (1936)
Issue
9 (1.5.1936)
Date
1936-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Jüdischer Kulturbund Dresden Jüdischer Kulturbund Dresden 9. Abonnement-Abend Sonnlag, den 10. Mal 1936, abends 816 Uhr, Synagoge und Saal. KONZERT Susanne LOEWENSTEIN (Stein) Mezzosopran — von der Berliner Kulturbundoper singt Lieder von Gustav Mahler, Gerhard Goldkchlag u. Hugo Wolf Tanja ZUNSER-URY * spielt das Klavierkonzert f-moll (mit Streichorchester) von Joh. Seb. Bach begleitet von Collegium Musicum Leipziger Musikliebhaber (ca. 20 Mitwirk.) Leitung: BARNET-LICHT . Das Collegium Musicum spielt zu Beginn des Abends: Concerto grossog-moll für Soloinstrumente, Streichorchester und Cembalo von Georg Friedrich Händel. Nur Mitgliedsausweis und Eintrittskarte zusammen berechtigen zum Eintritt Es linder streu sie Kontrolle « er Mitgliedsausweise statt. Die Mitgliedschaft kann fUr dm Rest der Spielzeit zum ermäßigten Preise von RM I.— erworben werden. (Lichtbild mi(bring$n). Preisgruppe A: RM 2.60, 1.76, 1.25, Unsere Abonnenten erhalten die Iflr diesen Abend gUHgen Eintrittskarten gezen Rückgabe des Abonnementsschelns Nr 9. Vorverkauf: Zeuvbsutsir. 1,1. 9—12 Uhr; 16 -18 Uhr. Tel. 18 4 18. Im 9. Abonnemertkonzert hat das Dresdner Publikum Gelegenheit, das Leipziger Collegium Musicum zu hören, ein Streichorchester, das sich zum kleineren Teil aus Berufskünstlern, zum größeren aus fortgeschrittenen Musikliebhabem zusammensetzt. Das Collegium Musicum will nicht mit einem vollbesetzten Orchester konkurrieren, es ist der Zusammenschluß von Instrumentalisten vornehmlich mit dem Ziel, klassische Werke der älteren Orchesterliteratur zur Aufführung zu bringen. Es wäre außerordentlich begrüßenswert, wenn es auch hier in Dresden gelänge, eine solche Streichergemeinschaft ins Leben zu rufen. Wir hören von den Leipzigern zwei Glanzstücke, der klassischen Musikliteratur: Das Concerto grosso in g von Händel und das Klavierkonzert in f-moll von Bach. Solistin ist Frau Tanja Ury geh. Zunser, eine gebürtige Dresdnerin, deren künstlerische Erfolge hier noch in bester Erinnerung stehen. Den Hauptteii des Abends füllt Fräulein Susanne Loewenstein aus. Fräulein Loewenstein ist die gefeierte Carmen und Dalila der Berliner Kulturbundoper. Man rühmt die Wärme ihrer Mezzosopran-Stimme und den Charme ihres Vortrages. Von ihr hören wir, begleitet von unserem einheimischen Pianisten Walter Goldmann, sonst seltener aufgeführte Lieder von Gustav Mahler (u. a. aus den Kindertotenliedern und den Gesängen aus der Jugendzeit), Hugo Wolf und von dem zeitgenössischen jüdischen Komponisten Gerhard Goldschlag. Der Konzertabend wird, allein schon durch die aparte Programm wahl, allen Musikfreunden einen hohen künstlerischen Genuß vermitteln. 8. Abonnementsa-end des Jüd. Kulturbundes Dresden: „Spiel im Schloß" von Molnar (Gastspiel des Schauspielensembles des 3. K. Hamburg). Darf man etwas ausplaudern? Aber bitte nicht weiterjagen! Ls besteht Busficht, daß wir nun öfter» Theatervorstellungen haben weiden. Und wenn dieser plan gelingt, dann dürfen unser« Hamburger Löste, als Spieljchar erst feit kurzem unter Leitung von Dr. Hans Bugbaum verbunden, die» als Krönung ihre» hiesigen Debüt», als den eigentlichen (Erfolg betrachten. Das Stück selbst, reizend, lebendig in der Idee und au» früheren glanzenden Bufsührungen, die aber kein Maßstab für die jetzige Busfrischung fein konnten, in (Erinnerung, ist gar nicht so leicht zu spielen. (Etwa» Bajazzohafte» im pirandellastil lebt in diesem Mimen diesem „Theater im Theater "-Stück, Molnar selbst nennt e» eine Bnekdote. Drei Butoren belauschen eine nächtlich« Liebesfzene und der eine von ihnen, besten phontalie überhaupt die ganze Situation fub speeie einer neuen Bühnenhandlung steht, dichtet da» Triebt« zur Bbwendung fraglicher Busgänge „einfach" in eine Bühnenprobe um. Wirklichkeit und Schein als die zwei Lebenselemenle de» Spiel» befinden sich alfa ständig in einem sich durchdringenden, fchiUernden Fluß, wodurch nicht nur Rhythmus und Tempo best immt werden, sondern wobei e» auch gilt, die Wellentäler maßvoll durch Situationskomik, durch Stimmungspaufen und durch wirkungsfichere» Bbschießen von Molnar» geschliffenen Pointen, alle» unter Festhalten an einem leicht outrierten, parodistischen Tone zu nutzen. fjier ging nun durch den olle; andere als intimen Rahmen de» kalten, großen Iheaterraume»,manches verloren. Daß leider der von Heiterkeit begleitete Schlußakt, der wirklich kunstvoll noch alle Spannung auf sich konzentriert, zerdehnt und uneinheitlich herauskam, wäre vermieden worden, wenn der prominente Last der Busführung, Max Ehrlich sich weniger als Star in den Vordergrund gespielt, sondern bester im Ensemble gestanden hätte. Seine Improvisationen wirkten auch,-nur retardierend, und er ist als verwöhnter Kabarett, komiker zu sehr gewöhnt, Soloszenen, man kann auch sagen eine Rolle für sich, ober eben nicht „Rollen" zu spielen. Ähnlich hatte in der Mitte der ulkige böhmische Diener, ejne so behagliche Figur Julius Kodier auch daraus machte, emfn viel zu breiten Raum. Sonst traten noch Fritz Melchior, Kurt Bppel und Larl HeinzJaffü als Butorentrio vorteilhaft hervor; in der einzigen Frauenrolle erwies sich Lieselotte Lohn (Rosen) als eine ihre verführerischen Bnzüge mit bewußter Bnmut tragende jung« Künstlerin, doch nein, neben ihr sei noch eine weibliche Kraft, die Lestalterin der Szene Bnny Lowa verdientermaßen erwähnt. Lin Wort noch, ein leider notwendige» und grundsätzliche», über den Besuch solcher Bbende durch Jugendliche. Molnar schreibt seine Stücke bei aller Heiterkeit der äußeren Form nicht für Kinder, die» hatten wohl manche Eltern und sonst Derantwortliche übersehen, andernfalls nicht zu erklären war, wieso in größerer 3ahl und, soweit die» gruppenweise geschah, in ihrer alltäglichsten Kluft, Jugendlich« bi» hinab zu 12 und 13 Jahren anwesend waren. Dies« für viele Besucher recht peinliche Beobachtung wird sich hoffentlich nicht wiederholen, da» Problem, da» für vernünftige gar kein« ist, erscheint pädagogisch wichtig genug, um durch ein« entsprechende praktische Regelung, ohne die e» nicht zu gehen scheint, derartige» künftig zu verhindern. reb. Die hübsche Louch-Larnitur, ein« Zierde der Bühnenausstattung, stammt« au» der Werkstatt Ej. (vtto, Dresden, Große Zwingerftr. 17. 0 B E R D E R * M ODE FDI DEN OilRGANG UND ■ El ALIEN GELEGENHEITEN ELEGANT. FORMSCHON WERTVOLL IN GROSSER AUSWAHL «El kgerLSolm NUR KÖNIG - JOHANN - STRASSE (

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