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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1936-03-01 · 5 (1.3.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
12 (1936)
Issue
5 (1.3.1936)
Date
1936-03-01
Page
[Seite] (sequence 6)
Language
German
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Seite 6 ©emeinbeblatt der Israelitische« Religion!gemeinbe Dresden Nr 5 Zum Monat der zionistischen Organisation übergibt uns die Zionistische Ortsgruppe nachstehenden Artikel: Oie Zionistische Vereinigung für Deutschland hat ihren 25. Delegiertentag mit einer Proklamation beschlossen, die sich mit einem brüderlichen Appell an die Juden in Oeusschland wandte und sie aufforderte, den zionistischen Reihen auch formell sich anzuschließen. Im Rahmen einer besonderen Aktion: »Monat der Zionistischen Orgnisation' wird gegenwärtig allenthalben eine Reihe von Veranstaltungen durchgeführt, in denen die Bedeutung der organisierten zionistischen Bewegung mit besonderer Eindringlichkeit dargesiellt wird. Oie Entwicklung eines langen Jahrhunderts hat, zumal unter den Juden in Oeusschland, die Reizung, alles der selbsttätigen Wirkung von Ideen anzuvertrauen, sehr bestärkt: daß es des Zusammenschlusses gesellschaftlicher Kräfte bedürfe, um diesen Ideen zum Durchbruch und in der Wirklichkeit des Lebens zur Gestaltungskraft zu verhelfen, wurde oftmals verkannt. So Hai auch der Zionismus, in seinen Anfängen und oft noch viel später, zwar als Gedanke viel Sympathien und gelegentliche Hilfsbereitschaft zu erwecken vermocht, aber nur schwer die Widerstände überwunden, die sich ihm bei der Bemühung entgegenstellten, die Juden für die Durchführung des zionistischen Programms in Gestalt ihrer Organisierung auf die Dauer zu verpflichten. Und doch ist alle Leistung des Zionismus bis auf den heutigen Tag die Leistung seiner organisierten Anhängerschaft und wird es in Zukunft bleiben. Wir erleben es nicht selten, daß Gedanken und Vorstellungen, die die allgemeine Welt lange einmal beherrschten, ln ihr längst überwunden sind, in unseren jüdischen Kreisen mit einer merkwürdig anmutenden Zähigkeit weiterleben. Orr allgemeine Glaube, die die Welt bewegenden Fragen seien mit gutem Willen sämtlich und gänzlich lösbar, bildete einmal, in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die weltanschauliche Grundlage der jüdischen Philanthropie, jenes großen, in der Leistung von Persönlichkeiten wie Sir Moses Montefiore und Baron Hirsch auch für heutige Betrachtung noch eindrucksvoll gipfelnden Werkes der Wohltätigkeit für die Bedrängten des jüdischen Volkes. Aber während in der allgemeinen Welt die optimistische Zuversicht langsam dem Zweifel an den Fähigkeiten des guten Willens alleine Platz machte, und die Völker für die Regelung ihrer eigenen inneren Sorgen ihre gesammelte Kraft aufboten, meinten die Juden noch immer, daß die Anstrengungen Einzelner den Rotwendigkeiten einer großen Volksgemeinschaft gewachsen sein könnten. Roch in den Anfängen auch der Palästina- Kolonisation herrschte in den Kreisen der Zionsfteunde des Ostens, auch vieler Siedler in Erez Jisrael selber, der Glaube, daß der »Barons in diesem Falle Edmond de Rothschild in Paris, das neue Werk nicht nur subventionieren, sondern ensscheidend fördem könnte. Es war eines der größten Verdienste Theodor Herzls, die Unhaltbarkeit'dieser'Auffassung nachgewiesen zu haben. Ihm wurde es plötzlich klar, daß auch mit der edelsten und opfervollsten Wohltätigkeit^einem ganzen Volke nicht geholfen werden kann. Er sah auch die Hilfsbedürftigkeit anders als die zu seiner Zeit noch wirkenden? Philanthrophen; er erkannte, daß die Ratur der Judenfrage überall die gleiche ist, und daß alle Teile des jüdischen Volkes in gemeinsamer Anstrengung solidan'sch für einander einsiehen müssen, um jene öffentlich-rechtlich gesicherte Heimstätte zu erbauen, ohne^deren" Bestand ' und fortgesetzte Entwicklung das jüdische Volk in der Golah auf die Dauer auch dort, wo es im Genüsse gleicher Rechte lebt, sich als jüdisch nicht wirb behaupten können. Er hat uns gelehrt, daß es auf die Judenfrage schließlich und letztlich nur die eine Anwort gibt: »Hilfe durch Aufbau*, das heißt, Schaffung gänstich anderer Lebensbedingungen für das jüdisch« Volk und zwar in dem Lande, von dem es einstmals ausgegangen und dessen Glanz in allen Jahrhunderten des Exils nicht verblichen ist. Was seit jenen Tagen, da Herzl das jüdische Volk erweckte, in Erez Israel geschehen ist, ist das Ergebnis des Beginnens, für diesen Aufbau die Juden zu organisieren. In der Zionistischen Organisation sammelten sich, von allen vier Enden der Erde und allen Richtungen auch der Weltanschauungen herkommend, die Kräfte, die in Palästina eine Erneuerung des jüdischen Lebens erstrebten. Geeint durch ' die ileberzeugung, daß nur in Erez Jisrael unser Volk zu seiner ursprünglichen Wesensgestalt und darum - vielleicht - zu seiner einstigen Größe finden könne, arbeiteten sie: im Lande selbst durch Ansiedlung und Aufbau eines Bildungswesen in hebräischer Sprache, in der Golah vorbereitend durch Propaganda und Erziehung, durch Aufbn'ngung der finanziellen Mittel, durch Erweckung des jüdischen Bewußtseins und der Organisierung der Leistungskräfte für Erez Jisrael. Dieser Kampf um Volk und Land war schwer und hart; aber, alles, was heute in Palästina vorhanden ist, was sich nunmehr auch für die Augen der einstigen Gegner als lebensspendendes Werk segensreicher Voraussicht erweist, ist diesem Kampf zu danken. Das gibt den Zionisten, gibt speziell der Zionistischen Vereinigung für Deutschland das innere Recht, ihn weiterzuführen. Richt um einer Polemik willen, an der niemand etwas gelegen sein kann und deren Heftigkeit zuweilen selssam sich ausnimmt, ober um derer willen, die vordem leugneten, heute zweifeln, und die selber alle gewonnen werden müssen, damit das Werk des Zionismus in Palästina ein Werk für die^jüdische Gesamtheit werden kann, die in ihm und schon in der Arbeit für es ein neues Gesetz ihres inneren Lebens sich ern'ngen soll. Or. Walter Groß, Berlin. für die Zeit oom 8 Mörz bis 23 März 1936 flottesdlenstel. d. Synagoge Gottesdienst nach altem Ritus 8c .d » i 1 ’S .c s . « Sc y ft? ~ ft? u *0 j= \ <0 ft? -E * o Z s 5fu O «Ä SzS Jo < ■C 5 S C 75 5.T5 S cd <9 < So 8 14 7» 6 7 Pur m Mo 9 15 730 6 Schuschan Purim Di 10 16 7» 6 Mi. II 17 780 6 Do 12 18 730 6 Fr. 13 19 7» 6 6 Ansprache in der Synagoge: Rabbiner Dr. Wolf Sa 14 20 9 6» t'J 8« 4 5“ 6M Kisissow (Parsch. Poroh) Haft. Ezrcb. a ScbrifterkiMrung So. 15 21 7#. 6" Mcx 16 22 7». 6>s - Di. 17 23 7»o, 6" Mi. 18 24 7». 0»- Do 19 25 7» 6>* Fr7 20 26 7» 6** 615 Ansprache in der Synagoge: Rabbiner Prof. Dr. Winter sT 21 27 9 6 " 1* 8" *4* 6* 7» Wsiakhel-P'kude(ParschHachaud.. Haft Ezech 4^?®-46>»Neum. Schrift) So 22 28 7» 6a Mo. 23 29 7» 6» Jugendgottesdienst im Gemein degottesdienst nach allem Ritus, „Adass Jeschurun \ Mryitzstraße 1b, I. — Ansprache Rabb. Kbnigsböfer Die gebotene Zeit des UchUmzündens liegt jeweils 15 Minuten vor Beginn des Freitagabendgottesdienstes beim Gottesdienst nach altem Ritus. Die Jüdische Winterhilfe braucht Dein Opfer. 973961

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