Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-12-01 · 23 (1.12.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
23 (1.12.1935)
Date
1935-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
88% known words query
IRI
…/4892693-5739429-5770156--2350-4894904
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 22 5*H* 5 ^Temetndeblatt der Israelitischen Neligion«gemeinde Dresden Jüdischer Kulturbund Dresden Zeughausstraße 3, Erdgeschoß Geschäftszeit: 9 bis 12 und 4 bis 6 Uhr Vorbestellte Karten bleiben bis 2 Stunden vor der Veranstaltung für die Besteller reserviert. Sie sind auch dann zu bezahlen, wenn sie nicht abgeholt werben, soweit ste nicht an der Abendkasse weiterverkaust worden find. 4. Abonnements-Abend Ein musikalisches Ereignis! Kammermusikabend Boris Kroyt - Quartett Kreyt bb Hemfeld b Weiden b Zeekmder Sonnabend den 7. Dezember 1935 abends 815 Uhr im Neuen Saat Streichquartette von > / Mendelssohn — Schubert — Dvorak Preisgruppe Ar 2.50, 1.75, 1.25 RM * Vorverkauf: Zeughausstraße 1,1. Nur Mitgliedsausweis und Eintrittskarte zusammen berechtigen zum Eintritt! Stimmen der Presse: Signale für die musikalische Welt: ... eS ist ein Quartett, daS wirklich mit kaum einer Ausnahme auS Individualitäten besteht. Der Ton und Dortrag weist eine Energie auf, ein Eindringen in die ganzen AuSdruckSmSglichkeiten, baß man ruhig sagen kann, daS Böhmische Streichquartett ist hier volstommen erseht, wenn nicht.übertroffen. Neue Zeitschrift für Musik: DaS K.-Quartett . . . stellt zurzeit nicht nur daS beste Berliner Streichquartett dar, sondern eineS der besten der Welt überhaupt. Dazu ein vollendeter Wohlstang und wo nöttg geradezu f rluoser Elan. Münchner Neueste Nachrichten: . . . gespielt wnrde vom K.- Quartett in der Narsten Darstellung seines geistigen und formalen Inhalts. Nteuwe Dotterdamsche Eourant: Die Werke erfuhren eine glänzende impulflve Wiedergabe. ES war blutvost und empstndungSreich. Und dieser Reichtum an Empfindung, dieses Versenken in daS rein Gefühlsmäßige der Mustk, riß die Hörer bald hin. Voranzeige! Außer Abonnement . Im Saale MoritzstraBe 1 b Heitere Veranstaltung zu Chanukka Sonnntag, d. 22. Dezember u. Montag, den 23. Dezember 1935, jeweils 81/« Uhr Beide Abende mit gleichem Programm und Einheitspreisen zu RM 2.—, Stehplatz RM T.— BEATRICE WAGHALTER singt Chansons aller Völker, jüdische Lieder Äeatnce Waghalter im Urteil der Weltpresse; Revue muficale, pariS: . . . Was'ste. auch bringt, ob eine zarte altfranzöstsche Bergerette, ob ein strahlendes italienisches Eanzone, ob ein fchwerzlich-hettereS Iargonlied, ob den neuesten amerikanischen Song - stets zeigt ste daS, waS die wahre große Künfllen'n von der Artistin unterscheidet: ste erregt nicht nur die Bewunderung ihrer Zuhörer, sondern verzaubert ste, rührt an ihr Herz ... Bohemia, Prag: »EhansonS aller Völker"' hieß der überfüllte Abend von Beatn'ce Waghalter, der Tochter deS bekannten Dirigenten. Bei solcher Vaterschaft versteht sich die vorzügliche gesangliche und musikalische Ausbildung der Tochter von selbst. Darüber hinaus hat die erst Zwanzigjährige nicht nur außerordentlichen Eharmf und enormes Temperament, sondern ebensoviel Sttl und Originalität. Oie Größe, Schwere und Verantwortlichkeit einer solchen Begabung führen ste weit über daS Kabaretttstische hinaus; sie strebt auch nicht in der Dichtung etwa einer Iosma Gelim, sondern nach dem Gipfel, auf dem einst lsvette Guilbert stand. Ihren größten Erfolg hatte ste mit ihren englischen und jiddischen liebem, darunter dem »Ghettoliefe* ihres Vaters, das sie bezaubernd sang. Ste wurde stürmisch applaudiert. BUCHHANDLUNG KARL STRAUSS WAISENHAUSSTRASSE 25 'FERNSPRECHER NR. 14 535 CHANUKKALEUCHTER » TRENDEI » SCHAILPIATTEN Besprechungen ' Konzert Guitmann. Oer Barttonist Wilhelm Gutimann (ftüher an der Berliner Städtischen Oper) ttat zum ersten Mole vor dem Publikum deS Jüdischen Kulturbundes in Dresden auf, und gewann sich mit seinem überreichen Programm: 9 Lieder und S Opern-An'en, die lebhafte Anerkennung aller kunstsinnigen Zuhörer. Dabei hatte er eS sich nicht leicht gemacht, denn er gab im I. Teil deS Abends - da dl« für den gleichen Aber mitverpflichtete Opernsängerin Sdtt Maerktr plötzlich wegen schwer: nbtSpofltion abfagen mußte - Lieder von Franz Schubert und Jl»i ert Schumann, die durchauS^kelnen lauten^Erfolg verbürgen, so SchubertS^.Oie^Stadt" und »Oer Schiffer"' oder Schumanns »Auf daS Trinkglas eineS verstorbenen Freundes"'. Neben diesem vornehmen Ernst kam die Lieblichkeit deS Schubert'schen »Ständchen"' und der Schumann'schen »Mondnacht"', die leidenschaftliche Erregung der »Erlkönig"'-Ballade von Schubert und der »Sturmnachi" von Schumann, sowie die Urwüchsigkeit von dessen »Schmiedelied"' voll zur Geltung. Ein Kabinettstück künstlerischer Gestaltung GuttmannS war die Wiedergabe von Schumanns Romanze »Oer Hidalgo"' mit der spanischen Grandezza und dem rhythmischen.Schwung, aber auch den ringestreuten zärtlicheren Regungen, - wie ste Emanuel SeibelS Text anbeutet. In den Opern-An'en lebte sich dann immer ungehemmter daS bedeutende dramattsch-musikalische Talent deS Sängers aüS, dessen edeler umfangreicher Bariton im Laufe fe«t anspruchsvollen Abends

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.