Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1935-05-01 · 9 (1.5.1935) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
11 (1935)
Issue
9 (1.5.1935)
Date
1935-05-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
86% known words query
IRI
…/4892693-5739429-5770130--2229-4894796
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 9 Vemeindeblattder Israelitischen Religionügemeind« Dresden Seit« 5 , > M 111611 U 11Q 611 über Dresdner jüdische Kulturveransta Itungen / M Ueziiaiionsabend Lewinsky' Siegfried Lewinsky, der über 2 Jahrzehnte geschütztes Mitglied der hiesigen StaatStheater war, gab einen wohlgelungentn Vortragsabend im kleinen Saale, der Kaufmannschaft. (Sr trug nur Dichtungen eines der bedeutendsten .jiddischen* Schriftsteller vor: von Perez, an dessen 20. Todestag wir am 22. April d. I. gedachten. ES gelang dem Vortragenden die vielseitige künstlerische Individualität dieses Träumers und Vomanti'erS, aber auch sein Kämpfertum für soziale Gerechtigkeit und Weltverbefferung zum Ausdruck zu bringen und besonders in der Geschichte vom .Zauberkünstler* die chasstbische Welt eineS volkstümlichen starken ÄitochaunS lebendig zu machen. (S. 3. *) Durch rin Irchaltche« Drrsrhr» tomatt .öct »wftehend« DeNch« »nipJW;»m «d druck (Lin Abend des Humors.. findet am Dienstag, den 21. Mai 1934 im Großen Saale der Kaufmannschaft statt. Mltwirkende sind: Wilü. Vosen, der Komponist unzähliger beliebter Schlager, WM Prager, der unvergleichliche Humorist, Hannt Vosen, die bekannte Äerliner Type, Esse Posen, die charmant« VortragSkünfilerin, -ritz Prager, der Kapellmeister von Vuf. Künstlerisch« Leitung und Conference: Heinz Sancher. Der Vorverkauf hat bereits begonnen. Vergl. Inserat! *!■ Heiterer Abend Die Künstlerhilfe enssprach «arm oft'geäußerten Wunsche, indem sie alS letzten Äbonnement-Abend deS Winters 1934 33 ein Programm heiterer Kleinkunst bot. Lange Zeit hatte man den Saal der Kaufmannschaft bei diesm Veranstaltungen nicht so dicht gefüllt gesehen wie'an diesem Abend. ' ES darf ,aber auch festgestestt werden, daß die zahlreichen Vesucher den reichhaltigen Darbietungen ln angeregtester Stimmung folgten und am Schluß Sde Abends in bester Laune schieden. Mgg Ehrlich verstqud eS als Konferencier, ganz besonders aber in feinen Solovorträgen, den Sann der Alltagssorgen zu brechen und frohe Gesichter hervorzuzaubern. In feinen Schckisplelerparodien, kleinen Kabinettstücken mimischer Gestaltung, verriet! sich Max Ehrlich alS der Schauspieler von Rang, ihn von der Äühne her kennt. »lS Camilla Spira, den Dresdnern namentlich a Tonfilmen keine Unbekannt« mehr, wußte trotz stärkste! Indisposition durch den ihr eigenen Charme ihre fesseln. Erna Klein begleitete die Künstlerin dez> schmiegsam. Unstreitig den stärksten Eindruck deS Abends die Tänzerin Elfe Oublon. Noch vor wenigen Iahf? zuletzt Assistentin, von Mary Wigmann, hat die kurzem noch unbekannte Tänzerin bereits einen solch ihrer Kunst erreicht, daß fle wohl nach der technische! auch waS die geistige Erfassung der vertanzten geradezu verblüfft. Ihre jiddisch-chasstdischen.Nummertz so sagen wist - in Wirklichkeit sind eS kleine Szn Leben - finden eine so durchgeistigte Verkörperung Tanz und Gebärde, dass man nicht weiß, waS Künstlerin mehr bewundern soll, ihren wachen Intest^ zende Technik ober auch ihren immer vornehmen »fr dem Leben obgeschauten, Humor. An ihrem Lehmann hat die Künstlerin einen kongenial mitschaffs gefunden. Alles in astem: «in heiterer, künstlerisch aber durchaus ernst zu nehmender, Abschluß der Ahonnementabende. alS den man zahlreichen r stimmlicher Zuhörer zu ent und anpermittelte die en Schülerin, jfinge, bis vor en Reifegrad n Seite, wie etS anlangt, ', wenn man en auS dem in Sprache, lan an dieser kt, ihre glänverletzenden, leiter Vudi »den Partner Nil EINMALIGES GASTSPIEL Dienstag, den 21. Mai 1935, 20.15 Uhr, Kaufmannschaft Ein Abend des Homers mit WILLY ROSEN WILLY PRÄGER Fritz Prager, Hannl Rosen, Else PosenJ— Künstlerische Leitung und Conference: Heinz Ganther Spenden der Firma Parfüm - Corot, Berlin — Paris I Eintrittskarten zu RM 2.S0; 1.75 und t.25 im Gemeindeamt, Theater* ■ kasse Reka und Buchhandlung Strauß — Diese VeraastwtNflf steht> unter dem Protektorat der Jfldisctaeo Kflastlorhilla Dresden. I Abonnenten der KHnatlerbllf# Im Vorverkauf 10 •/« Ermtaaltunf | Neuerscheinungen (Kiefer Smelly. der Vetter von Lhula. Jüdische Jugendgeschichten gns dem neue« paläsina. Bus dem hebräischen übersetzt und bearbeitet von Fritz Bronftein und M. I Blodt. Erich Beiß-verlag, Berlin 1934. ZS Preis Rltl 2.85. - E tiefer Smolly, einer der angesehensten Jugendschriftsteller Palästinas, versteht es, die Kleinen zu packen, läßt aber auch sein« erwachsenen Leser auf die Kosten kommen. Die in schlichter Sprache geschriebenen 9 Erzählungen atme» unmittelbares ergreifendes Erleben einfacher Menschen und laste» bei aller Verschiedenheit des Milieus durchgehend die klare Linie anschaulichen Geschehens erkennen, das durch Heinz wallrnbergs anmutige ganzseitige Federzeichnungen wirkungsvoll illustriert wird. I ie ansprechenden Geschichten, di« man rach Vertiefung des jüdischen religidsen Moments leider vergeblich durchsucht, machen den Wunsch rege nach der deutschjüdischen Literatur für unsere Jugend, die kämpfend ihr Judentum immer wieder von neuem erlebt. Vr. 3. Rar vamter. Die Versuchung. EineSrzäh ung. Vortrupp-Verlag, Berlin 1934. vor uns liegt ein dünnes Bändchen, entstanden aus dem Umbruch unserer Tag«. Max Samler, ein junger Brzt, gestaltet eindrucksvolles Geschehen um «inen jüdischen Menschen, der, durch den schicksalhaften 1. April 1933 aus seiner Laufbahn geworfen, sich vom Studium ausgeschlossen steht. Er sucht vergessen durch Flucht aus dem Elternhaus«, ttrt-planlos umher, bis er. den niemand kennt, in einem Arbeitslager Bufnahm« findet. Mutig« Tot macht ihn zum Ketter seiner Kameraden, die ihn zum Seichen ihrer Anerkennung der Pattei als Sturmmastn empfahlen. Bus der wundest Seele eines ringendeii Menschen, der der veisuchung nahe ist, seinen Väterglauben zu leugnen, bricht das stolze Bekenntnis des Judesetns mit Naturgewalt hervor. Er verläßt seine Kammeraden und befritt aufrecht den vom Schicksal gezeichneten w»g. Max Samters j ergreifende Erzählung stimmt nachdenklich. Sie sei besonders unserer Jugend zur Lektüre wärmstens empfohlen. „• j Vr. 3 üÜlüiiiH GESCHÄFTLICHE MITTEILUNGEN üü= Eine freudige Mitteilung für Zuckerkranke Wir haben eine Spezialabteilung für Diabetiker-Erzeugnisse eingerichtet. Wir bririgen — zum Verzehr in unseren Räumen und zur Lieferung außer dem Hause - eine umfassende Auswahl von feinem Gebäck, Sahne- und Eisspeiaen in höchster Geschmacksvollkoihmenheit Die Verwendung des neuen, ärztlich geprüften SUfimittels Sirupan, welches geschmacklich dem Zucker gleichkommt, aber völlig unschädlich ist, ermöglicht uns, Erzeugnisse von höchster Vollendung herzustellen. Durch geeignete Arbeitsmethoden ist der Gehalt an Kohlehydraten auf ein Minimum eingeschränkt, so dafi unsere Erzeugnisse ohne Nachteil genossen werden können. Die Preise sind im allgemeinen denen der regulären Artikel gleicher Qualität angeglichen. Fordern Sie bitte unsere Listei Konditorei Kreutzkamm, Altmarkt. Telefon 19235. Seit 1825. i

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.