Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 8 (15.4.1935)
- Date
- 1935-04-15
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Seite 6 Gemeindeblatt der Israelitischen Neltgion»gemetnd« Dresden Nr. 8 Jüdische Volksschule Dresden _ Anläßlich der Eröffnung unserer Schule wird am Dienstag, -"den LZ. April, vormittags -10 llhr in den Räumen der Kraternitas-Loqe (Moritzstraße -1b, -1) eine Schulfeier siattfinden. Oie Eltern werden hiermit aufgefordert, ihre Kinder pünktlich . zu schicken,- sie selbst, sowie alle Freunde und Gönner der Schule sind zu dieser Feier herzlichst eingeladen. Anschließend begeben sich die Kinder in die Schulräume, Zeug- Hauestraße 1, zur Einweisung in die Klassen, Bekanntgabe der Stundenpläne, Schulbücher u. a. Für die Schulanfänger veranstalten wir außerdem am Montag, den 29. Apn'l vormittags 10 llhr eine kurze Einführungsfeier im Klassenzimmer. Oie Schulleitung: Schäler. Dresdner Maimonides,Zeter^ Am 31. März fand ln dem altehrwürdigen Gosifn'ed Semper- Synagogenbau eine musikalisch umrahmte Gemeindefeier statt, die »Öie geistesgeschichtliche Bedeutung des Maimonides* densehr zahlreich erschienenen Zuhörern nahebrachte. Oer Redner des Abends, Or. Albert Lewkowitz, Dozent am jüd.-theol. Seminar in Breslau, gab in klaren Linien einen allgemeinen Überblick über die Lebensgeschichte, sowie die Hauptwerke Maimons. Oie Auseinandersetzung zwischen füdischem -Geist und griechischer Philosophie wußte er in populärer Form darzusiesien und so den Wesenskern, die geistesgeschichtliche Bedeutung des Rambam, der als Vorbild und Führer in zwei Welten leben konnte, herauszuarbeiten. Zum Beginn und Ausgang seines Fesivortrages ging der Redner auf die 13 Glaubenslehren des Maimonides ein, die in einer neuen Vertonung des verdienstvollm, greisen Berliner Oberkantors i. R. Musikdirektor Aron Friedmann von Kantor Harry paglin eindringlich vorgetragen wurden. Friedmann hat den Rigun des talmudischen Sprechgesanges bei jedem einleitenden »Am maamin* benutzt und fährt dann in freier Ehasonus-Wekse fort, zu edelen Harmonien der Orgelbegleitung einen melodisch einfachen, aber eindringlichen Gesang über den tiefgründigen Text des Rambam zu bn'ngen. B. Vereinsnachnchien Wichtig für alle Schwerhörigen! Auf unsere Notiz in der Nummer vom I. März 1935 betr. den 3u« sammenschlutz der jüdischen Schwerhörigen in einer eigenen Organisation sind bisher nur einige wenige Meldungen eingegangen, Da der Anschluß an di« Organisation den Schwerhörigen manche Vorteile bringt, fordern wir all« Interessenten hiermit noch einmal auf, ihre Anschrist dem Gemeindeamt mitzuteilen Frauenarbeitsqemeinschast des E.-V. ' An Stelle der bedauerlicher weise erkrankten Frau Gunda Solinger sprach am 3. April Frau Prof. Eva B ü t t n e r über:Geschichte,Aufbau und Sinn des Schemone-essre — Gebetes, wer, wie die Vortragende, tiefes wißen um jüdische Dinge und wahrhaftigen Glauben mit der zwingenden Kraft de» Wortes verbindet und so einen Vortrag zu einer Audacht gestalten kann, ist berufen, Menschen an die heiligen Duellen Zu führen. Einige von Herrn Kantor paglin gesungene Teile der Schemone essre fügten sich schön in die weihevolle Stimmung des Übend; ein. ' fflrb. Der Verein zur Förderung ritueller Speisehäuser e. V. teilt mit, daß sein Heft Nr. 199, welches di« Restaurants de; Jn- und Auslandes nach neuestem Stand^ enthält, soeben erschienen ist. <E; ist zu beziehen von der Geschäftsstelle Hamburg I, Gr. Bäckerstr. 6. Ihre diesjährige StSUOr^'u^anc durch Bücherrevisor Dr. Hans Pohly, Viktoriastr. 12, Ruf 19450 Mitglied des Verbandes derBücherrevisoren u. Steuerberater DRESDEN TJ7 PHYSIKAUSCH¬ DIÄTETISCHE HEILANSTALT ,Modenistc'Kurelnrlclitiia(en. « r«cklr«t** Mitlp PnIm. OolfpUts. Preffcl*. Der Verein Jüdischer Handwerker Dresden und Umgebung feierte am 7. April sein 15jährige» Stiftungsfest unter stark« Beteiligung im Gesellschastshaus. Rabbiner Dr. Wolf Umriß in seiner eindringlichen Festrede die höchst ehrenvolle Stellung der Handwerk; im Judentum, und Herr Dr. Isaak begrüßte die Herren vom Dresdner Handwerker-Verein, dessen Geschichte er kurz zusammenfaßte. Dann wurden an Glünder-Mitglieder Lhrennadeln verliehen — Im musikalischen Teil sang Kantor paglin Hummel; „hallelujah" und ein sehr charaktervolle; „Jiddische; Lied", da; er wiederholen mußte. Herr Rubin Hofstein steuerte „Die Uhr" und „Tom der Reimer" von Löwe bei. Ebenso wie bei ihren Solo-Gesängen wurden die Künstler auch nach ihren eindrucksvollen Duetten gefeiert. Die Klavierbegleitung hatte Frau Eva Büttner übernommen. Sportverein Schild Geschäftsstelle: Eliasplotz 1,2. Telefon: 18800 und 26948. In den nächsten Wochen wird die Sommerspielzeit in Leichtathletik, Damen- und Herrenhandball, Fußball und Faustball auf dem Sportplatz de; Vereins Liebstädter Straß« 17 eröffnet werden. Di« Tischtennisabende werden mit Ende dieses Monats eingestellt, dafür wird im Laufe dieses Monats eine Tennisabteilung, die auf den Tennisplätzen wiener Straße, Ecke Richard-Wagner.platz, spielen wird, eröffnet. Meldungen von Intereffenten für diese Rbteilung sowie zu den übrigen Sportarten werden an di« Geschäftsstelle erbeten. Z. T. S. D. Bar Kochba Dresden Unsere Tennisabteilung ist gegründet worden. Die Spielzeit beqinnt am I. Mai 1935. Di« Plätze befinden sich an der Lukaskirche. Einige Mitgliedrr werden noch ausgenommen und erbitten wir die Anmeldungen^«» unsere Geschäftsstelle: Georg Gerson, Vr«sd«n-R., Sachsenallee 5,2; Telefon 10552 oder zu unserer Abteilungsversammlung am Mittwoch, den 24. April 1935 abends >,'» 9 Uhr in unserem heim, Ümalienstraße 24, I. Stock. j ~ Berufstätige und alleinstehende Damen Mon'tzstraße 1b Donnerstag, den 25. Rpril: Frau Dr. med. hvhdzel: Über nervös« und seelisch« Störungen. Donnerstag, den 9. Mai: Vortrag, Frau Juli« Salinger. Neuerscheinungen Dem jüdischen Denken seit Hermann Lohen widmet Albert Lewkowitz im Februarheft der „Monatsschrift für Geschichte und wiffenschaft de; Judentums" eine sehr anregende Studie. Er zeigt, daß di« Gleichsetzung des neukantischen und de; jüdischen Gottesbegriffes, die Lohen vollzog, von seinen Nachfolgern aufgegeben wurde, daß einerseits Lassirer jede Religion als Mythos wissenschaftlich entwertet, andererseits Rsfenzweig, Simmel und husserl neu« Wege für das Verständnis und di« Rechtfertigung einer religiösen Leben;- anschauung suchen. Im gleichen Heft finden sich lehrreiche und gemeinverständlich« Ruffätze über die Geschichte der Juden unter dem Großen Kurfürsten und über neuere Forschungen zur Geschichte der Juden in Deutschland. 3u den letzteren gehört da; Sammelwerk Germania Judaica, eine Sammlung von Monographien über die jüdischen Gemeinden de; Mittelalters mit einer flüssig geschriebenen zusammenfaffenden Einleitung von I. Elbogen. Sowohl die Germania Juüica wie die Monatsschrift für die Geschichte und wiffenschaft de; Judentum; werden heraus gegeben von der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft de; Judentum,. Für den geringen Beitrag von RM 10.— szahlbar auf da; postschechkonto der Gesellschaft: Berlin Nr. 7030) erhält man die Monatsschrift unentgeltlich, die anderen Veröffentlichungen der Gesellschaft, zu denen die Germania Judaica gehört, zu stark ermäßigtem Preis. Neueintretende Mitglieder erhalten außerdem, soweit der Vorrat reicht, unentgeltlich ein? Anzahl von Werbeschriften, namentlich über Maimonides. Auskunft gibt di« Geschäftsstelle der Gesellschaft, Berlin-Schöneberg, Belzigerstr. 46, Aufgang 2, 2.