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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-12-01 · 12b (Ende Dezember 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
12b (Ende Dezember 1934)
Date
1934-12-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12b GemeindeLla tt der Israelitischen Religion> gem e ind« Dresden Sette » Mittel lungert über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen Jüdische Künstlerhilfe Dresden Kulturveranstaltungen 1934/1935 Voranzeige Am Donnerstag, den 17. Januar 1935, abends 8.15 Uhr. im Großen Saal der Dresdner Kaufmannschaft, Ostra-Allee KANTORALER ABEND unter Mitwirkung von OBERKANTOR NEU,.MÜNCHEN — BARITON HERTA MAUTNER-FALK —ALT * DR. WILLI ARON, BERLIN - Konzertharmonium und Klavier sowie eines gemischten Chores unter Leitung von Kantor Haimos. Moderne Liturgie, Chasonus, palästinensische Lieder usw Eintrittskarten zu RM 2.50, 1.75 urd 1.25 im Gemeindeamt, Theaterkasse Reka und Buchhandlung Strauß SöHdcu/cccutstattuHQ' die UüHsttecUilfe Am Sonntag, den 27. Januar 1935, nachmittags 4 Uhr, im Großen Saal der Dresdner Kaufmannschaft, Ostra-Allee ORCHESTER-KONZERT des Berliner Kulturbundes (42 Künstler) Leitung: Generalmusikdirektor DR. ROSENSTOCK Einzelheiten werden noch bekanntgegeben. Vortragsabend Lenny Schaffer - Otto Bernstein Oie beiden meisterlichen Sprecher gehören für uns Dresdner seit Jahrzehnten zu den allseits verehrten Vermittlern großer Kunst, denen gegenüber jede Kritik verstummen darf. Seide besitzen eine seltene Äeherrschung der Technik: Artikulation, Klangmodulation, Stilgefühl. Dazu überwältigt uns die Kraft der Persönlichkeit, die sich mit dem Inhalt der ausgewählten Werke lebendig zu verschmelzen scheint. Wenn man an die zahlreichen Dorträgsprogramme der Künstler hier in Dresden denkt, die stets die bedem tendsten Werke edeler Kunst bevorzugten, so darf auch der zuletzt stattgefunbene Abend mit seinem abwechslungsreichem wertvollen Inhalt kaum Wunder nehmen. Aus den 10 Werken des i. Teils seien hervorgehoben: das von Otto Äernsiein einfach utib tief gesprochene „Dreimalige Lachen" aus den Ä über'scheu Äaalschem- Legenden, die treuherzige Erzählung Auerbachs „Moses Mendelssohn's Ärautwerbung" und ein geschliffenes, vom Vortragenden noch etwas zurechtgekürztes Essay von Ludwig Äörne: „Über das SchmoNen der Weiber." JennySchaffer batte mit einerSialik'scheu sehnsuchtsschweren Hymne eröffnet, von Scholem Alejchem: „Drei Köpfchen" wehmütig - humowoll charakterisiert und Andersens entzückende „Halskragengeschichte" märchenhaft und doch sarkastisch erzählt. Ttadf der Pause - ach, über die böse lange Pause, nach der sich das von Speis und Trank und persönlicher Unterhaltung animierte Publikum so schwer wieder in den Saal hineinfindet, züm Leidwesen nicht nur der stilleren Hälfte der Äesucher, sondern auch der Vortragenden Künstler! - wurden Szenen aus Stefan Zweigs Drama „Jeremias" vorqetragen. Das gewaltige-Werk, dem für unsere jüdische Segenwart fraglos eine tiefe Äedeutung zukommt, konnte natürlich nicht seine volle erschütternde Wirkung vom „grünen Tisch aus" entfalten, doch werden sicher die,eindrucksvollen Silber aus dem Leben des berufenen Propheten und die Schau von Israels Wea au-h diejenigen stark berührt haben, die das Drama noch nicht gelesen hatten. - Außer Otto ..Sernstein und Jenny Schaffer wirkten noch hingehend charakterisierend Siegfried Lewinsky, Paul Skotzki und ein sorgfältig durchgearbeiteter Sprechchor mit. ES. Konzert Herta Mautner-Falk. Im ausverkauften Kl. Saale der Dresdner Kaufmannschaft erwies sich wieder unsere hochgeschätzte einheimische Altistin HertaMautner- Falk als eine Künstlerin von ganz ungewöhnlicher Schönheit des Stimm-Materials in einem erlesen zusammengestellten Programm von Arien und Liedern jüdischer Komponisten. Zur Eröffnung sang sie einen Psalm unseres Dresdner Oberkantors Raphael Hofstein, dessen warm religiöser Ausdruck auf der gleichen Höhe wie seine oft im hiesigen Tempel erklungenen synagogalen Kompositionen standen. Frau Mautner steigerte diesen großen As-Our-Gesana mit seinem leuchtendem Ausdruck bis zu dem Schluß „in Ewigkeit" in stark empfundener Weise. Drei hebräische Gesänge - allerdings in sephardischer Aussprache und deshalb für unsere aschkenasisch gewöhnten Ohren nicht leicht zu verstehen - gestaltete sie mit echter orientalischer Wehmut und Leidenschaft, so das ,.ma ani, ki tisk’ rini“ von Gabriel Grad, von einer stimmungsvollen Klavierbegleitung umrahmt. Die Pianistin Grete Ai^schel-Hofstein weiß ja auch, wie kaum eine Andere, den Stil dieser Gesänge in Tempo und Dynamik zu treffen. Das Liebeslied: „Echoschanah", das wir neulich erst von Paula Lindberg hörten, erklang in Herta Mautner's dunkel-glühender Wiedergabe noch eigenartiger. Den Nattonalgesang: „al tal w’al rriatar“ hat Janot S. Roskin bearbeitet, und niemand kann sich der schönen kraftvollen Linie dieses Zionsliebes entziehen. Als Höhepunkt des Erlebens soll hier noch das erst im II. Teil zu Gehör gebrachte Lied von' Heinrich Schallt besprochen -werden: eines der fünf Seelenlieder auf Terte von Jehuda Halevy, (die schon 1921 in der Universal Edition Wien, aus dem Hebräischen übertragen von Emil Sernhard, erschienen sind). Hier drückt sich die iüdische Seele in einem für unser Gefühl fast vollkommenen musikalisch modernen Gewände aus. Dieser Aufschwung aus leidvollen Nöten durch göttliche Tröstung zum Licht gelang dem Komponisten sowohl durch harmonisch ungewohnte Wendungen, durch ruhiges rhythmisches Schwingen? wie durch Einheit der seltsamen edelen Melodie-Linie. Den schwierigen Klavierpart meisterte Frau Anschel - Hofstein technisch und musikalisch bewunderungs- ••asaaaaasoasaaaaasaii!3! 7) Das Dresdens! Täglich nachmittags und abends das große Programm Nachmittags Eintritt frei / Kein Gedecku. Weinzwangl Waisenhausstraße / Telefon 22944 e—aaaaaaaaaa

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