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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-12-01 · 12a (Mitte Dezember 1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
12a (Mitte Dezember 1934)
Date
1934-12-01
Page
[Seite] (sequence 3)
Language
German
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Nr. 12a Gemeisdeblatt der Israelitische» Religtonlgemeinde Dresden Seite Z 1.7.5. V. BAR KOCHBA# DRESDEN J 2. *;~ Montag, den 31. Dezember 1934 in den Räumen der Harmonie, Landhausstraße 11 Karten Im Vorverkauf: Buchhandlung Karl Strauß, Waisenhausstraße 23. Bar Kochba Sekretariat Ton] — Tombola! Eintrittspreis: Mk. 1.— Im Vorverkauf, an der Abendkasse Mk. 1.50 Besondere finloDungen ergehen nicht! Reinertrag zu Gunsten vpn Agudas Noschim und des Protektoratsfonds des Bar Kochba bewegung wird, in die der einzelne unter Aufgabe seines Selbst sich eingliebert in dem Gefühl, schon durch die Maste der Gefährten, durch die ungeheuere »Multiplikation seines Ich" wie Iaspers einmal sagt, allein schon bedeutsam geworden zu sein. Es wird vielmehr darauf ankommen, die Gefahren sowohl eines entkernen Individualismus, wie er in unseren Reihen häufig genug zu finden war, als auch eines extremen Kollektivismus, wie er in Gaffets Schrift »Oer Aufstand der Masten" als krankhaftes Symptom unsere Zeit allgemein gegeißelt wird zu vermeiden. Es wird darauf ankommen, wie es gelegentlich einmal glücklich formeliert wird »zu versuchen in unserem eigenen Leben zu neuem Sinn und neuer Art des Miteinanders vorzustoßen." Aber darüber hinaus stellen wir fest: Eine »kulturelle Autonomie" kann für uns nur bann von einer Beschränkung - als die sie vielleicht gedacht sein mag - zu einem Gewinn werden, wenn es wirklich gelingt, warmes, pulsierendes kulturelles Eigenleben in der ganzen jüdischen Gemeinschaft zu wecken.' Wenn die Iugend auch hierbei Vorleben will, so fordert sie doch mehr als etwa nur Duldung. Sie fordert Interesse, Unterstützung, Mitarbeit bei ihrem Wollen. - Wir sind dankbar dafür, daß man uns eine kulturelle Autonomie geben will, und wir hoffen einstens sagen zu können: -Dies war uns genug gewesen. Jüdische Schule Oer Jüdische Schulverein e. D., Dresden, bittet uns um Aufnahme nachstehender Ausführungen: Nach langen Vorarbeiten erscheint die Errichtung der jüdischen Schule in Dresden zu Ostern 1935 nunmehr gesichert. Oer vor einigen Monaten gegründete Iüdische Schulverein e. V. hat mit der Gemeinde wie mit der Reichsveriretung der deutschen Iuden Vereinbarungen getroffen, und seitens der Behörde ist uns die Konzessionierung zugesichert worden, sobald einige formelle Fragen erledigt sind. Wir haben somit jetzt noch Zeit, sorgfältig alle Vorbereitungen zu treffen, damit die Schule zu Ostern auf einer gesunden Basis eröffnet wird und zur Freude aller Gemeindemitglieder arbeiten kann, denen an der Erziehung jüdischer Kinder unter Pflege deutscher Kulturwerte und im Geiste des Iudentums liegt. Einige Angaben über die Verhältnisse, unter denen die Schule ihre Arbeit beginnt, werden den Gemeindemitgliedern erwünscht sein. Oie Schule wirb zunächst die vier untersten Elementarklaffen haben und jedes Iahr um eine weitere Klasse aufgebaut werden, bis sie die Größe einer vollklassigen Volksschule mit gehobenen Klaffen hat. Oer Unterricht in einer oder mehreren modernen Sprachen ist für später vorgesehen. Knaben und Mädchen werden zusammen unterrichtet. Die Schulräume werden sich im Hause Zeughausstraße l (neben der Synagoge) befinden. Zunächst steht uns dann eine Halbetage zur Verfügung. Weitere Räume werden hinzugenommen werden, sobald fich die Hchule vergrößert. Als Schulhof dient der Hof des Schulgrundstückes sowie der Gynagogenhof, der mit dexn Schulgrunbstück durch eine Tür in der Zwischenmauer in direkter Verbindung steht. Oie Gchulräume sind durch das Schulamt und die Baupolizei nach Besichtigung als geeignet befunden worden. Ein Schulgeld wird bei jedem Schüler erboben, was wir ausdrückfick» hervorheben möchten. Nur bei Kindern, deren Elt;rn Unterstützung aus öffentlichen Mitteln erhalten, wird eine Ausnal me gemacht werden. Oie Klassenzimmer haben eine Größe, die nur gestattet 20 »bis 25 Kinder in eine Klaffe auftunebmen. Wir stellen dies mit Bedauern feit; denn aus den bisherigen Anmeldungen hat sich ergeben, daß diese Schülerzahl für einzelne Klassen fast schon erreicht, für eine Klaffe sogar überschritten ist. sodaß wir bei weiteren Anmeldungen schließlich einmal, abscblägigen Bescheid werben erteilen müssen. Wir bitten daber diejeniaen Eltern, die ihre Kinder noch, nickt anaemeldet haben und denen viel daran liegt, daß ihre Kinder die i'üdi'scbe Scbule besuchen, die Anmeldung recht bald vorzunehmen. Vielleicht werden wir später einmal dazu kommen, die Klaffenzfmmer zu vergrößern, wenn sich, wie ru erwarten ist, ein dauerndes Bedürfnis nach größeren Klassen ergibt. Haben die kleinen Klassen, wie eben ausgeführt, den Nachteil, daß wir in der Aufnahme von Schülern beschränkt sind, so freuen wir uns, dadurch andererseits den Vorteil zu erreichen, daß die Lehrer mit den Schülern viel intensiver zusammenarbeiten werden, als dies in großen Klaffen möglich ist. Oie Lehrer können sich jedem einzelnen Schüler besser widmen und ihn nach seiner Individualität behandeln. Oer vorgeschnebene Lehrstoff wird schneller erledigt und die Lehrer werden über den vorgeschriebenen Lehrstoff binausgehen und die noch verbleibende Zeit zur weiteren Vertiefung des Erlernten verwenden. Oer größte Wert ist bei der Errichtung der Schule auf die Auswahl des Schulleiters und der Lehrer zu legen. ' Wir sind uns bewußt, daß unsere Kinder in der jüdischen Schule nicht nur ebenloviel, sondern mehr lernen soffen als in der allgemeinen Volkschule und zudem noch eine gründliche iüdische Bildung erfahren werden. Dazu brauchen wir einen Schulleiter und Lehrer, die nach den modemsten pädagogischen Grundsätzen arbeiten und über dem Durchschnitt stehen. Wir glauben, daß wir diese Erwartungen erfüllen werden. Wenn wir nach dem affgemeinen Ziel unserer jüdischen Schule gefragt werden, so möchten wir als Antwort einen Punkt ans den von der Reichswertretung der deutschen Iuden ausaearbe'tetrn »Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Vostsschulen" anführen, denen wir uns auch sonst kn. jeder Beziehung unterwerfen: »die jüdische Schule erfährt ihre besondere Prägung aus dem doppelten llrerlebnis, bas jedes in Deutschland lebende jüdische Kind in sich trägt: dem jüdischen und dem deutschen. Diese /jjimbe/n, ujDelmaijer >7 >77 0213147974

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