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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-04-01 · 4 (4.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
4 (4.1934)
Date
1934-04-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nr. 4 Seite 5 Gemeindeblatt der Jsraelitischen Religionsgemeinde Dresden Mitteilungen über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen 9, Kunsta-err- Für den y.' Kunstabend steht der „Iüdisschen Künstlerhilfe Dresden gegenwärtig mit einigen hervorragenden Künstlern 1 in Verhandlung. Räheres über den Abend, der im Monqt Mai stattfinden soll, wird noch rechtzeitig belanntgegeben. „Jüdische Künstlerhilfe Dresden" I. Kunstabend Das neue Streichquartett Berlin war für zwei Quartett- Abende genommen worden, um mit seiner meisterlichen Darbietung zweier bedeutender Kammermusikwerke das Verständnis für diese verinnerlichte Kunstgattung anzuregenand zu vertiefen. Mit Recht wies in seinen Einführungsworten zur Sonntagsaufführung Dr. Man fred Goalheiltier auf den Wert der Kammermusik mit ihren kleineren Mitteln und Formen hin, deren Pflege gerade unserer jüdischen Segen wart recht angemessen ist: die „musica di camera, will eigentlich den Mittelpunkt einer vornehmen häuslichen Geselligkeit bilden, und die beiden öffentlichen Abende sollen für den Gedanken der Hausmusik (der erfreulicherweise bereits in vielen Kreisen unserer Gemeinde Eingang gefunden hat) weiter lebhaft werben. Friedrich Emetanas herrlich ausdrucksvolles ^-Moll-Streichquartett „^lus meinem Leben" wurde von den Künstlern der Reuen Berliner Vereinigung mit leidenschaftlicher Hingabe und überlegenem technischen Können gespielt. Die Smetana'sche schicksalhafte Musik gab jedem der vier Instrumentalisien Gelegenheit zu besonders eindringlicher Wirkung, so führe der Primgeiger (Willi Frey) mit gkoßem kühnen-Zug und wußte zusammen mit der trefflichen II. Violine (Hansprager) die Plastik der Themen sehr charafteristlsch herauszuarbeiten. Dabei trat noch als ausgezeichneter Bratscher Herr Rudolf Meyer hervor, der z. 25. das pathetische Anfangsmotiv des Werkes oder auch das böhmische Polkatanzlied „quasi Tromba" im 2. Sah prächtig vortrug, ebenso wie der Eellist des Quartettes Hermanm Weil seinen warmen klangedelen Ton in dem Largo - dem großen Liebeslied des Werkes - ergreifend zeigen konnte. Rach dem gewaltigen Finale,, in dem Smetana seine ganze Schaffensfreudigkeit aber auch bas tragische Schicksal seines Taubwerdens in Tönen ausdrückt, setzte mit Recht stärkster dankbarer Beifall ein. \ Auch das zweite Werk des Abends - das Quartett von Verdi - fand lebhaften Applaus für seine virtuosen wohlklingenden Klangbilder, denen meisterliche leichte Bearbeitung dem gemäken Opemkomponisten Verdi in neuem gewinnenden Lichte zeigte. Das echt italienische Ständchen, bei dem das Eelko als Sänger von dem pirricato der Anderen reizend begleitet wird, mußte sogar da capo gespielt werden. Recht zu bedauern war, daß die schönen Abende nicht den starken Besuch auszuweisen hatten, den ste mtt ihren erhebenden Genüssen verdient haften. Eva Büttner. Cbeml8di reinigen JUÄDIfff U nur., durch > Telephon 36036 30 eigene Läden Gemeindevorirage III. Gemeindevortrag Wege und Ziele Rabbiner Dr. Leo Baeck wußte am 19. März tpi't seiner Rede in der Synagoge über „Wege und Ziele", einer Sinngebung der Geschichte, eine sehr zahlreich erschietione Gemeinde ernsthaft zu fesseln. Zn seinem vornehm würdevollen Stil zeichnete er in großen Umrifilinien einen kulturgeschichtlichen Werdegang, der die Menschheit durch die Entwicklung des Werkzeuges und durch Ahnengefühle zur Zivilisation gelangen läßt. Den Wechsel der Kulturzentren, Aufstieg und Riedergang hoher Kulturys und machtvoller. Staaten, brachte uns der Redner an eindrucksvollen Beispielen zum Bewußtsein, .um damit auch den Glaubeo; an eine ausgleichende Gerechtigkeit und Kraft zum Ausharren,'Geduld und Vertrauen zu stärken. Im echten Judentum erscheine als Wegweiser der Entwicklung das Ideal des Rechtes und der Gerechtigkeit, ein Ideal, dem ein freiwilliger Gehorsam unter die Gesetze und dadurch eine innere Freiheit als Grundtendenz der jüdischen Wesensart immanent ist. Rabbiner Dr. Baeck wußte diese Menschheitsfragen mit jener patriarchalischen Überlegenheit des alten jüdischen Gelehrten darzusiellen, daß auch auf die Zuhörer jene Stimmung überging, die über aktuelle Rotzeiten hinweghilft und an den höchsten ethischen Maßstäben des idealen Rechts und der Gerechtigkeit die Zukunstshoffnung aufrichtet. - B. j Lastfuhren aller Art I Möbeltransporte Imit Möbelwagen u. Auto nach dem Inu. Ausland werden sachgemäß ui sauber ausgeföh Josef Feldmann 4 Fuhrunternehmen □ Stephanienstraße 80 rt Fernsprecher Nr. 19970 TSCHECHOSLOWAKEI ERZGEBIRGE Sanatorium Iheresienbad Eichwald bei Teplitz-Schönau Direkte Autobusverbindung mit Dresden Seit über 60 Jahren , stadtbekannt durch * Qualität und Preiswürdigkeit SOMMER ÄLTESTES SCHUH-HAUS DRESDENS i

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