Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 3 (3.1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- [Seite] (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3 Seite 5 Gemeindeblalt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Mitteilungen über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen Gemeindevorirage III. Semeindevortrag Am Montag, den 19. März 1934, qbends S Uhr, spricht in der Eynagoge Herr Rabbiner Nr. Leo Baeck, Berlin, Präsident der Neichsvertretung der deutschen Juden, über das Thema „Wege und Ziele". Auch dieser Dortrag wird musikalisch umrahmt. Eintritt nur gegen Einlaßkarten, welche ab 5. 3. irtt Gemeindeamt (Erdgeschoß!) unentgeltlich abgegeben werden- Wegen der;u erwartenden starken Nachfrage empfiehlt sich rechtzeitige Entnahme. Kunstabende Jüdische Künstlerhilfe Dresden 7. Kunftabend Das Neue Streichquartett, Berlin Willi Frey(l Violine). Hans Prager (II. Violine). Rudolf Meyfrr (Viola). Hermann Weil (Vio'oncello) spielt *■ am Soi^abend, den 10. März 1934 und Sonntag, den 11. März 1934, jeweils 20 Uhr im Saale Moriljllraße 1 b das Streichquartett in e-moll von Verdi und das Streichquartett „Aus meinem Leben" von Smetana. Das Gmetana'sche Etreichguartett ^itus meiamz Leben", jenes ungemein reizvolle und tkffche^e erfchksttsrnd^Le^ensschidsal ln Tönen/ welches der Meister zu elner ZeitL^schriebcn hat, da. sich sein Unglück, der Derlust des Gebore^7 Lerü'^. e^Mt batte, ulld^gls^ein Gegew stück dazu das Derdi'sche Quarten in e-moll, >enes lebenssprühende aus überquellender Musizierfreade herausgeborene Werk, werden bestimmt tiefe und nachhaltige Eindrücke vermitteln. Es wird ein A bend sein, wie ihn unsere heutige, für Erbauung durch edle Kunst besonders aufnahmewillige Generation braucht. Karten zu DM 2.50, 1.50 und 1. - be( Buchhandlung Strauß, Waisenhausstraße, an der Theaterkasse des Deka und im Gemeindeämt. Abonnements sind gültig. Zur besonderen Beachtung! Bei der GonntagS-Aufführüng, bei der mit einer besonders starken Teilnahme aus den Kreisen der Zugend zu rechnen ist, wird der Darbietung der beiden Werke eine kurze thematisch-analytische Erläuterung mit Musikbeispielen durch die Künstler vorangeschickt werden. preffestimmen Über das „Reue Streichquartett" „E. D. Zeitung" vom 30. 11. 33.: Das „Neue Streichquartett" hat einen ungewöhnlich raschen und großen Aufstieg hinter sich. Seine Abende stehen heute in der jüdischen kulturellen Arbeit mit an erster Stelle. Das letzte Konzert erreichte das Niveau international anerkannter Quartette. Ein beängstigend voller Saal und eine enthusiasmierte Hörerschaft sind der Lohn für großes Können und eisemes Streben. „Jüdische Nundschau" vom 16. l. 34.: ... Das Musizieren dseser vier lebendigen jungen Spieler ist noch disziplinierter/noch feingegliederter geworden, als es vorher war. Zurückhaltung„Derhaltenheit vermeiden jede Härte und Zersplitterung. . ..-Diese Qualitäten haben eine hervorragende Interpretation ergeben. Für den 8. Kunstabend * ist es gelungen, den bekannten Kunsthistoriker Prof. Dr. Franz Landsberger zu gewinnen. Herr Prof. Landsberger wird - anhand eines reichen Lichtbildermaterials - über Die Kunst Max Liebermanns sprechen,. ein Thema das er erst kürzlich im Nahmen des Kulturbunds Deutscher Juden unter stärkster Zustimmung der jüdischen Presse in Berlin behandelte. Der Abend wird voraussichtlich am Sonntag, den April 1934 im Großen Saale der Dresdner Kaufmannschaft, Oskra-Allee stattfinden. :rtl> 6. Kunstabe Immer mehr erkennt man, welche Wirkungsmöglichkeiten lm Neiche und unabhängig von der Bühne sich den in erster Neihe stehenden Mitgliedern des Berliner Kulturbundtheaters erschließen. Frihi Iokl, mit deren Kunst nun auch Dresden in diesem Zusammenhang Bekannsschast machte, war schon vor dem Umschwung an großen her Münchner Oper) als bervorragende Kraft ^e- J. Dass jfc Vudj auf Konzertpodium „ihren Mann sieht", was durchaus nicht ichmer bek sonst guten Bühnenkünstlern der Fall ist,; mfffhmnr£Trt>erabend hier»bewiesen, den ffe cjuiiz"kttlk' eigenen Gaben bestritt und mit einem Programm, dessen Gewähltheit sich bei ihr, der Kolokatursängerin, nicht nur in dem möglichsten Zurückdrängen rein koloraturhafier Effektnummern sondern auch darin äußerte, daß es verschiedene weniger bekannte Köstlichkeiten ent-, hielt. Dabei ist es nicht so sehr das rein stimmliche Klangphänomen, welches an der sympathischen Sängerin entzückt als vielmehr die auf eine gründsolide Technik gestellte, musikalisch subtile Arb ihres Dortrags. Mit Paul Aron, der ganz besonders fein begleitete, gab es ein sehr genußreiches Musizieren. Eine perle für sich war die Arie der Konstanze aus „die Entführung", Strauß' Freundliche Bision mußte am ersten Abend wiederholt werden, besonders reizend gerieten femer „Schlechtes Wetter", auch von Strauß, sowie Aufträge von Schumann und die drei viel zü selten gesungenen Mahlerlieder. Mit einer 9(rie von Haydn begann die Künstlerin, um mit dem Frühlingsstimnrenwalzer, einer Nummer ihres eigensten Gebietes, die aber dem Begleiter weniger lag, und einer ihr selbstverständlich abgerungenen Zugabe zu schließen. Aus der Wärme des Beifalls klang die Hoffnung auf ein baldiges Wiederhören. Das Konzert war am Sonnabend ausverkaufi; wer noch irgend dazu in der Lage ist, betrachte es als Ehrenpflicht, die Kunst auch weiterhin zu unterstützen - mindestens dadurch, daß er Karten nimmt, möglichst aber auch, indem er persönlich erscheint. Die Begeisterung .für die gute Sache darf nicht erlahmen, und wer z. B. bei diesem Konzert gefehlt hat, hal sich selbst um einen großen Genuß gebracht. - Dr. N. E.