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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1934-01-01 · 1 (1.1934) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
10 (1934)
Issue
1 (1.1934)
Date
1934-01-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Mitteilungen über Dresdner jüdische Kulturveranstaltungen Gemeindevoriräge II. Semetndevortrag Julius Bab-2erlin über „Rembrandt und Spinoza, ein Doppelbildnl; im deutsH-jüdischen Raum''.-' Sontitag,den 21. Januar 1934, nachmittag; 5 tlhr (die Synagoge wird,znn >',5 Uhr geöffnet), wir bitten, die Anfangszett zu. deachten, die insbesondere mit Rücksicht auf Gemeindemitglieder, denen der Besuch einer Abendveranstaltung in den Wintermonaten yu; ge< sundheitlichen Gründen nicht möglich ist, so angesetzt wurde. Zutritt nur gegen Rarten, die unentgeltlich im Gemeindeamt abgegeben werden. Reservierungen Können nicht stattfinden. (Es empfiehlt sich rechtzeitige Entnahm^, da die Nachfrage zu diesem Vortrag, der — vor Kurzem in Buchform erschienenen - iMder jüdis^en Presse eine sehr beifällige Bestellung findet, bereit; stark eingesetzt hat- Der Vortrag wird wiederum musikalisch umrahmt. IIK (letzter) Semetndevortrag - 3m-Ttfärj 1934. Hierzu wurde Herr Rabbiner vr. Leo Baeck, Berlin, al; Redner gewonnen. Rnm. der Red.: Line Besprechung de; ersten Gemeindevoriräge; (Martin vuber) können wir au; Rauyrgründen erst in der! nächsten Nummer bringen. . : . ,— Kunstabend 1 ' im Saale Morihflraße lb Der für den 13. und 14. Januar. 1934 angekündigte Rammex» mufikabend de; Rostal-Duariette; fällt au;. Die mit diesem Datum versehenen Rbschnitte der Rbonnementkarten gelten für den nächsten (ö.) Runstabend, der am 10. und 11. Februar 1934 stattstndet (Unsere Abonnenten wurden bereit; durch Rundschreiben verständigt.) Jüdische Künstlerhilfe Dresden- 6. Kunstabend im Saale Moritzstraße 1b , Sonnabend, den 10. Febrtrac 1934 Sonntag, den 11. Februar 1934^ Jeweils 20 Uhr Lieder- und Arien-Abend FrHzi Jokl ' (ehern. 1. Koloratursopran der MOnchner.Staatsoper) | Am- Flfigel: Paul Aron Karlan zu RM 2 SO. 1.50 und 1.— an dar ,Thaatark*saa Im Raka, Buchhandlung StrauB und Im Qamaindaamt. — Abonnamanta atnd gültig. Gastspiel des Kulturbundes Deutscher Süden, Berlin «Es ist der Jüdischen Rünstlerhilfe Dresden gelungen, das Theater de; Berliner Rulturbunde; zu einem erneuten Gaftjpjel zu verpflichten. Unsere Dresdner Gemeindemitglieder werden am Dienstag, den. 30. Januar 1934 abend; 8 Uhx im großen Saal der Raufmannschaft ,(<Vstra-bllee) Gelegenheit haben, die interessante Neuinszenierung de; Shakespeareschen ..Dthello" in der Berliner Driginalbeseyung kennen zu lernen. (Vergl. auch das Inserat auf Seite 3I) Nach.dem ungewöhnlichen Erfolg der .Nathan".Aufführung ist wiederum mit einer außerordentlich starkenRartennachsrage zu rechnen, ' zumal e; sich diesmal um eine Abendvorstellung handelt. Eine Abend- Rasse findet nicht statt. . r ‘ ' <L ■ ’ * , Othello ' Der Russe vostojewfky, wahrscheinlich her tiefste Menschenkenner in der'ganzen Literatur de; XIX. Jahrhundert; spricht in seinem Hauptwerk in den „BrüderipRaramussow" einmal voll Zorn überdieMenschen, die es'fertig bekommen, den Dthello für den Typus (ine; Eifersüchtigen zu halten. Und er hat vollkommen.recht. So unausrottbar dg; Schlag» .- wort von der „Tragödie der Eifersucht" i|t‘-| fo falsch es ist! Shakespeare; „Dthello" handelt durchaus nicht yon den Unseligen, . die dix Rrankheit der schwachen Menschen im Blute tragen, nicht von der niemals vertrauenden und auch, nie mit letzler Entschiedenhe.it mißtrauenden Eifersucht, von dieser tiefen Schwäche', diesem Mangel an Selbstgefühl, an dem jede; Verhältnis zwischen Bfenscheu notwendig zugrunde gehen muß. Im Gegenteil: Shakespeare; „Dthello" ist - wie alle Tragödien diese; eigentlichen Neugründer; dramatischer Dichtung, die einen Eigennamen an der Stirn tragen. Shakespeare; „Dthello" ist ein Heldenlied, ein Lied der Rrast! Einer Rrast freilich, die im Übermaß ihre Sehnen bi; Zum Zerreißen gespannt hat.- Vieser Dthello is( keineswegs (wozu ihn schauspielerische Torheit zuweilen machen will) ein armer unglücklicher Nigger, der unter die Weißen verstoßen ist. Er ist ein Maure, „entsproß au; königlichem Stamm','; edel ist ex an Abkunft und Gesinnung, hochverdient im Rriege, Feldherr der großen stolzeit Republik venehig. Unter den Waffen ist er ergraut, und Ehre ist da; höchste Merkwort seiner Leidenschaft. Frauen haben nie Macht über ihn gehabt bisher; aber nun begegnet er dem schönen, heiteren, zärtlichen und reinen Riyde de; Senators Brabantio, undrsein kindlich gebliebener Sinn neigt sich ihr mit reiner Leidenschaft zu: „Sie liebte mich, weil ich in Gefahr bestanden; ich liebte sie um ihre; Mitleid; willen." ' . > Nein, Dthello ist nicht eifersüchtig, er ist vgll de; reinsten Zutrauens, ist au; jener Rindlichkeit de; Herzen;, die gerade den genialen Mann so tief vom gemeinen unterscheidet. — Aber nun.will es da; Verhängnis, daß so ein Gemeiner, voll teuslischer-Rlugheit und Lust de; Böten an seiner Seite steht — dieser Jago, der mit der Miene de; - immer heiteren Biedermanns, de; wackeren SolFctten das Böse ersinnt und ausführt — fast noch mehr au; reiner Lust, am bösen'^piel als um de; eigenen Nutzen willens. Und ^r hat sehr richtig überlegt wie man diesen Riesen zu Fall bringen tzjnin: nur in dem map seinen Lebensnerv durchlchneidet, ihn in delk Punkt erschüttert, an; deiy er lebt: in dem Punkte der Ehre! In Wem er dem Arglosen die Treue seiner Frau verdächtig macht, bringt er ihn wahrhaft „außer sich" und macht ihn „unendlich rasen". Nein, eifersüchtig sein, sich in Mißtrauen, wieder vertrauen und wieder Mißtrauen schwächlich quälen wie es das wesen der Eifersucht ist, da; ist nicht Dthello; .Sache: „Dann fort ans ein; ipitiLieb und Eifersucht." Und so kommt dieser kindliche Mensch sofort zum Letzten, zütn Mord. Er fühlt sogleich, daß er nicht nur seine Liebe verloren hat, sondern seine ganze stolze, in langen Rriegsjahren ausgebaute Existenz: \. ——— „Fahr wohl du wallender Helmbusch^ stolzer Rrieg, der Ehrgeiz macht zur Tugend!'D fahr wohl! .... Fahr wohl, Dthello; Tagwerk ist getafi!" E; ist die Unermeßllchkeit einer reinen Seele, die sich in Liebe und Zorn, in Heldentat- und Mord gleich grenzenlos zeigt. Dthello müßte auch au; der Welt gehen, wenn er nicht erführe, daß er schmählich getäuscht wurde und eine Unschuldige getötethat. Er muß gehen, aber er richtet sich im Scheiden auf, mit dem ganzen Stolz und der würde eine; wahrhaft heldischen Manne;: „Denn nicht; tat ich au;

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