Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1931-11-01 · 11 (11.1931) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
7 (1931)
Issue
11 (11.1931)
Date
1931-11-01
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/4892693-5739414-5770033--1849-4894434
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Wr. 11 - Seite 5 Gemeindeblatt der Israelitischen ReltgionSqemeinde Dresden Dankbares Gedenken. Am Oerflanflcnen 20. Oktober wäre Kommerzienrat Max Elb 80 Jahre alt geworden. Er starb am 8. April 1028, fünf; Jahre nach dem Hinscheiden seiner durch ihre Schönheit und Gute gleichfalls unvergessenen Gattin Frau Charlotte Elb, deren von Erwin Oehme gemaltes Jngcndbildnis das Dresdner Ttadtmuseum ziert. Der Gesamrvorstand unserer Religionsgemeinde brachte auS diesem Anlas; in einem Schreiben an den Sohn als an den Vertreter der Familie die Gefühle besonderer Verehrung und herzlicher Dankbarkeit für die hohen Verdienste znm Ausdruck, die der Verewigte sich in langjähriger, aufopferungsvoller Tätigkeit um die hiesige ReligionSgememde als. deren erster Ehrennorstchec erworben hat. Ferner gedachte des TageS Herr R a b b i n e r Profeffor Tr. Winter; in seinen persönlich sehr warm gehaltenen Zeilen an Herrn Tr. Elb heißt es: «Auch mein Herz ist in Wehmut bewegt. Habe ich doch viele, viele Jahre in Gemeinschaft mit ihm für unsere Gemeinde gearbeitet und >var trog manchen gegensätzlichen Anschauungen in Anerkennung seiner hohen Gesinnung auch freundschaftlich mit ihm verbunden. Er hat durch sein ehrenvolles Wirken sich einen guten Namen gemacht. ' Er lebt fort im Gedenken aller, die sein Wesen und Wirken zu würdigen verstanden." Die Leitung der Max-Elb-Aktiengesellschast ehrte sich selbst und das Andenken ihres Begründers und langjährigen Seniorchefs, indem sie als Zeichen ihrer Dankbarkeit einen Kranz mit Widmung an der schön geschmückten Grabstätte des Verewigten niederlegen ließ. Reicbs-Zlpotbeke TUE INTERNATIONAL PHARMfiCY. Dresden, Bismarck platz 10 WokslfahrlSbriefmarken Ter Verkauf von Wohlfahrtsbricfmaricn und -p o jt» karten wird im Rahmen der «Winterhilfe" «Für unsere Mütter, für unsere Jugend" wieder durchgeführt. Jeder frankiere seine Post mit Wohlfahrtsbriesmarken! Der Wohlfahrtsaufschlag zum Postwert ist gering! 80 Prozent des Wohlfahrtsaufschlages der durch uns vertriebenen Wohlfahrtsbriofmarken kommt» unseren jüdischen Müttern und Kindern für Erholungskuren zugute. Kauft alle und helft uns beim Verkauf der Wohlfahrtsbriefmarken l Sämtliche Wohlfahrtsbriefmarken und -Postkarte» sind durch die Wohlfahrtsstelle der Jsvaelitischen Religionsgemeinde, Dresden, ZeuahauSstraße 3, 1., zu beziehen. Dres-den> im November 1031. ‘ Aus der Chemnitzer Jüdischen Wochenzeitung vom 1. November 1031 entnehmen wir folgendes: Tie Firma H. und C. Tietz hat der Chemnitzer Nothilfe für zirka 36 000 M. Gutscheine für den Winter sowie die Speisung von 80 Kindern auf längere Zeit zur Verfügung gestellt. Tie Firma Kaufhaus Schocken hat eine ähnliche große Spende gemacht. Schocken hat außerdem der Jüdischen Wohlfahrtszentrale für 1000 bis 2000 M. Gutscheine für ihre Armen besonders gestiftet. Desgleichen hat die Firma Boas der Jüdischen Wohlfahrtszentrale für mehrere hundert Mark Gutscheine gestiftet — außer ihrer Stiftung für die Nothilfe im Betrage von 2000 M. Gutscheinen. Im Rahmen der Chemnitzer Nothilfe hat ferner Frau Jrmi Goeritz etwa 20 Familien unserer Gemeinde geworben, die an Wohlfahrtsunterstützte täglich oder mehrere Male in der Woche Mittageffcn abgeben. Gewiß eine dankenswerte und nachahmenswerte Tat! Frau Goeritz wird auch weiter gern solche Speisungen vermitteln! Wir hoffen, daß man in Dresden diesem Beispiel Folge leistet und daß man neben der allgemeinen Dresdner Winterhilfe vor allem auch unsere jüdische Nothilfe berücksichtigt. Wir verweisen nochmals auf den Aufruf der ersten Seite dieses Blattes. - Aus dem «VereinSleben Dresdner Sporwerein „Bar Kvchbn", E. B. Mitglied des Verbandes mitteldeutscher Ballspielvereine und deS Deutschen Kreises im Makkabi-Weltverband. Anschrift: Dr.' Friedrich Berlowitz, Stcphanienstraße 80. Unsere diesjährige ordentliche Hauptversammlung findet am Sonnabend, dem 21. - November 1031, abends 8 Uhr. im ^Hotel Imperial, Johannstraße, Ecke Pirnaischer Platz, statt. "Tagesordnung: Neuwahlen des Gesamtvorstandes und der Ausfchüsie. (vefelligkeit: Anfang Dezember veranstalten wir gemeinsam mit der Zionistischen Ortsgruppe einen Chanukkah-Ball, besten Reinertrag dem jüdischen Nationalfonds und dem Bar-Kochba-SportplatzfondS zu gleichen Teilen zuflietzen soll. Wir bitten alle Gemeindemitglieder um regen Besuch unserer Spiele und Veranstaltungen und um Förderung und Unterstützung unserer Bestrebungen, die in der körperlichen und geistigen Kräftigung der jüdischen Jugend gipfeln. - . . ' Jüdischer Jugendverein VcrcinSabend: Jeden Dienstag, KX Uhr, im VcreinSlotal, Moritzjtraßc Id, l. - Programmfolge: 10. November: Aktuelle Zeitfragen. Leitung: Dr. SeligSberger. 17. djovcmber: „Liberalismus - und Orthodoxie" von H. L e w i n b e r g. 21./November: „Menschenkenntnis durch Deutung der GesichtSzüge und der Handschrift" von Tr. Scharf. 1. Dezember: Ordentliche Generalversammlung (Wahl des neuen Vorstandes). 8. Dezember: Chanukkah-Abcnd l Heitere Vorträge usw.). Zu allen Veranstaltungen sind'junge Gäste herzlich willkoinnic»! Vortragsabend im CV. Nach dem starken Eindruck seiner Worte bei der noch ünvergesicnen liberalen Kundgebung hatte sich die Leitung der hiesigen Ortsgruppe des CD. Herrn 0! e o r g e G o e tz, Berlin, als Redner über das Thema „Nö te und Aufgaben des kommenden Winters" verschrieben. Unter Bezugnahme auf das Goethe- Jahr und als Illustration gewisser aktueller Wirtschaftserscheinungen begann der Redner mi'-einem Hinweis auf die inter» estante stoffliche Aehnlichkeit des „Zauberlehrlings" mit der Golemfage; nicht nur deshalb, weil wie jene damals im Wasier wir Heutigen in unserem Ueberfluß an Waren oder an Geld idem Angelpunkt der gegenwärtigen Wirtschaftskrise) zu ertrinken drohen, spndern weil beide die Zauberkraft wahrer Hingabe auS Göttlich.' lehren. Er kam dann auf Reales im Hinblick auf die jüngsten politischen Vorgänge zu sprechen, die Perspektiven, die sich nach sc:ner persönlichen Auffassung auS einer immerhin möglichen RcchtSregicrung für uns Juden eröffnen; weder Sorglosigkeit nocki übertriebene Aengstlichkeit sei da am Platze, so viel aber sei sicher, daß ein solcher Kurs eine» Knlturrückschritt um hundert. Jahre für nnS bedeute. Wir stünden an einer Zeitenwende, zwischen zwei Knltnrepochen, und die jetzige Krise erinnere stark an die Einschnitte 1014, 1018, 1023, nur daß im Augenblick die Antithese nicht mehr Sozialismus — Kapitalismus, sondern Weltwirtschaft gegen Binnen Wirtschaft heiße. Für uns deutsche Juden gelte eS einmal, nicht wieder den Anschluß zu verpassen, wie dies z. B. in der Frage eines einmütigen Bekenntnisies .zum Pazifismus der Fall gewesen sei, und zweitens, we.:n es. auch neuartig klänge mid man sich mit dein Gedanken erst vertraut machen müsse: vom Standpunkt unserer spezifisch jüdischen Not ans Stellung zu nehmen in de- O e f f e n t l i ch k e i t zu den die Wirtschaft betreffenden Verordnungen und sonstigen Problemen. Die hierfür sowie zur Gründung eines unbedingt notwendigen Wirtschaftsinstitutes geeignetste Organisation sei der CB., der sich seinerseits prominenter jüdischer Wirtschafrsführer und Journalisten zu bedienen stabe. 7 Herr Goetz schloß seine im kleineren Kreis später stark diskutierten Ausführungen, für die ihm warmer Beifall und der besondere Dank deS Vorsitzenden, Herrn Apt, zuteil wurde, mit dem WSTOmAIERCK Kakao Schokolade Pralinen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.