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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1930-11-01 · 11 (11.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
6 (1930)
Issue
11 (11.1930)
Date
1930-11-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Gememteblatl der IsraelttisGen Religionsgemeinde DresA <s»(mHimumium’miinitimniiutiiiH>iiiuiuiRtniKs>- Amtliches Organ des Gemeindevorstandes <N»»»»»l>l»t!«»»!»»»»»»»»l>i»i»»iii»ilii»»i«4> Mitteilungsblatt des öäkWkben israelitischen Semeindeverbanbes Derantwoetl. Schnstleitung: Büro-ircktor L-Ploemachrr, Dresden-Verlag: Israelitische Neligionzgemeinde Dresden - Druck: Kaden L Lamp-, Dresdcn-A. kuck lictha äindß VIIahrgang Dresden, November 19Z0 mm Nummer 11 Inhaltsverzeichnis: Dr. Alfred Rossig: Die jüdisch« Lozialhtigiene als Erzieherin zur seelische» Bervisllkoinmnung / Alben LondreS: Beim Wunderrabbi / Amtliche Bekanntmachungen / Personalien / AuS dem BeieinSleben / Literarische Umschau / Tbeater / Kino. Die jüdische Sozialhygiene alü Erzieherin zur seelischen Vervollkommnung Ministerialrat Han» -ternlich». Dresden, eine .Judentum". Preis ged. 5 laubnis des Herausgebers wir de»'nachfolgenden Auch Bon Dr. A 1 f r o <1 X o ö s i g, Berlin choslar liat im Berlag Lac. Zammelschrist „Hvgicne und M.. berausgegeben. Mit Er- >nd des Berlages verössentlichen 'ab- Die Stedaktion. Ter Gesetzgeber des Judentums iitufjtc mit dem Umstand rechnen, daß Israel, zu jener Zeit ein unwissendes Sklavennolk, noch viele Generationen hindurch unfähig sein würde, das Wesen und die Zwecke sozialhygienisckjer Norme» zu begreifen: ja, das; eine ganze Volksgemeinschaft überhaupt psychisch nicht so. behandelt werdnn kann wie ei» Elitekreis von „Eingeweihten". . Daraus erklärt sich'die Tatsack-e, das; das fozialliygienifche System Mosis wie ein geheimnisvoller Schatz unter mehreren Hüllen verborgen liegt. Tie fürjdie große Menge allein erkennbare äußere Form ist die von rituellen Anordnungen. Bestimmungen, die, in ihrem ävahren Wesen dargestellt, ivcder Verständnis gefunden hgtten noch befolgt ivorden wären, haben als >vesentlick)e Bestandteile des Glaubens. als (Gebote Gottes, bindende Kraft erlangt. Eine zweite verhüllende Schicht verrätallerdings bereits manckies von den »vahren Zweckest der sozialhygienischen Bestimmungen. Tas ist der Hinwcjis anf die ivohltätigen leiblickzen Wirklingen der Befolgung! dieser ^eile der mosaische» Gesetzgebung. Taß die strenge lxinhaltung einer rationellen Hygiene auf die Gesundheit und die Lebensdauer des einzelnen und der Volksgemeinschaft^ außerordentlich günstig ein wirkt, mußte mit der Zeit auf (Hrnnd von Erfahrungen nnd Vergleichen den Gläubigen klarlvvrden und konnte sie in der Befolgung der religiösen Gebote nur bestärken. Die eingehende Beleuchtung des Wertes der mosaischen Gesetze nach dieser Richtung hin! vom Standpunkt des heutigen medizinischen Wissens ails, [tute ich sie in meiner Schrift „Tie Sozialhygiene der Juden | nnd des altorientalisckie» Völkerkreises" (Teutsche Verlagsanstalt, 1894) versucht habe, hat denn auch volles Verständnis jsn weiten Kreisen gefunden. Weniger zugänglich ist dagegen die große Oeffentlichkcit selbst in unserer „aufgeklärten" Zeit für die Erkenntnis, daß das eigentliche höchste Ziel der jjüdlschcn Sozialhygiene nicht das körperliche Wohlbefinden, sondern die g e i st i g -t 111 liche Vervollkommnung im Sinne der Erfüllung der wahren Menschheitsaufgaben' imi» Sckjöpfnngsziele bildet. Das ist die Stufenleiter, die schon M a i m o n i d e s enträtselt hat, das Gerüst des mosaischen Gesetzes: Tas rechte physische Leben ist die Voraussetzung einer stetig fortschreitenden seelischen Erhebung: diese wiederum die Voraussetzung erfolgreichen Strebens nach höchster Erkenntnis, nach innigster Verbrühung mit der SchöpfUngsmacht, nach vollkommenster Organisation des Völkerlebens. Wenn nun auch, bei dieser Rangordnung, die biologische Züchtung der Gemeinschaft nur die Vorbedingung ihrer icelisch'n Entwicklung darstellt, sc fundamentaler Bedeutung. Tas trotz allen rnodernen Naturwisse eingestellte Tenkn'cise vieler Zei Wohl würdigt auch, das Ehrislentum, das im Interesse seiner Weltausbreitung die Speiiegesetze des Alten Testa mentes seinem Kanon Nicht einverleibt des. Körperlichen für das Geistige, ist sie doch als solch von ist cs eben, wogegen die »schiften noch spiritnalisrijäi ntgenossen sich sträubt. Lasten und Zölilxit — als Mittel zur Heiligung vorschrcibt. Diese in erster Linie für Prie ter gültigen Anordnungen entlich von der mosaischen unterscheiden sich jedoch sehr we Sozialhygiene, die sich nicht ans die Beeinslnssnirg von Einzel Personen durch 'ein strenges t'lsnsnahmeregime beschränkt, sondern eine ganze Volksgeuie ohne Unterbind» n g d e. r normale Leb e.n s w e/i j e und ani dem Wege, der V e r e r b n n g seelisch aufarttn null. in ich ft o h-n e A S k e s e. i\ ortpil a n z u n g, durch In diesem Sinne sind die R e i n h e > t s g e i e tz e als ineii eines ziclbewußten Systems zu streifnng alles Tierisch», die triebe, die böch'tmöglich Enlwick maßvollen nnd beherrschten, mi Wesen, zur sittlichen und geistige es. was dieses System bezweckt, anderen Völkern, die einer solch sollen deren Ergebnisse .vor dev wacht bleiben und in der Reich Generationen immer reiner nnd b > l! e p e i i e -. E h e - und andergreifende Bestandteile trachten: Tie tunlichste Ab- Entwurzeiung der. Gewaltnng der Anlagen zn hinein n, gütigen und liebreichen Vervollkommnung, das ist Durch die Absonderung von n Zucht nicht unterliegen, ravierenden Einflüssen lieber anfeinanderiolgenden reifer hervortreten.! Vollständige Enthaltung von sonders wirksames Mittel einer betrachtet wird, fordert das n Stellen in der Bibel lassen aber i des Fleischgennsses mir als zeit n i s gedacht ist, nnd daß in höl nur die Menschen „Buiter Und Früchte der Sonne", sondern s Lchsen" essen werden. Gerade! geregelt, daß es den moralischt hemmt. Tie Tiere, deren Genuß diejenigen, die am wenigsten werden, so daß die Uebertragun[z menschlichen LrganismnD nicht gleichzeitig solche, die sich von nähren nnd sanfter Natur sinh verboten. Besonders klar tritt diese Ten > Genusses von Tierblut nnd in „denn die S-e e l e des Tie Auch die Lobpreisung des „Nasir bat, die Bedeutung indem es die Askese Fleischkost. die als bedcrartigen Vo 1fserziehnng ihfaisch Gesetz nicht. Viele rkennen, daß die Gestattung welliges Zn g e stä n dcr entwickelten Zeiten nicht Honig" und „die edlen Raubtiere „Stroh wie das Fleischrcgime ist nun so n Aufstieg möglichst wenig erlaubt ist. sind nicht nur von Parasiten heimgesucht von .Krankheiten anf den z» befürchten ist, sondern vegetabilischen Substanzen Raubtiere dagegen sind enz in der llntersngung des deren Begründung hervor: res ist in dem B l u t". (der ein Enthaltsamkeits-

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