Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 4 (4.1930)
- Date
- 1930-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 76% known words query
- IRI
…/4892693-5739404-5769945--1506-4894110- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
wir anr Jkjv Bedentlicke dieser Regelung bin. Tie Israelitische Religioiisgemeiiide Planen und die Rabbincrvereiiiigniig schlossen 'ick iiiiireiii Vorgehen an. Tiefes hatte das Ergebnis, das; der in Abänderung ieines Vorschlages die Errichtung einer ans zwei Instanzen bestehenden Ticnststrafbebö'rde heicklos;: ^nner viergliedrigenTisziplinarkammer und einen Dreigliedrigen Tisziplinarhoi. In Tisziplinarsällen die wackrer betre'ien. bat in entere,» ein Lehrer Titz »ich Tliniine. Ilnkerni l. Juli t!>-"■» versiigle das Minislerinni, das; die Zensuren ans einem Religionsnnlerrickt, der nicht von der höheren Tcknle erteilt wird, in deren Zeugnissen nicht ansznnebnien in. Tavon wurden a»ck> die israelitischen Religionsgemeinden belroiie'n. Ter TI('i. beauftragte unser» Pornvendei!, Herrn Heimaii». Planen, eine bezügliclie Eingabe an das Mininerinm;n entwerfen und iiher den (Gegenstand an' der Tckignug am \ Tezember l!i*20 zn berichten. Tein Re'er.it, in dem er nickt »nr die -jnriickzieh»ng dieser Perordniing. sonder» auch die rvllige (Gleichstellung jedes Religichisimterrick'les mir dem evangelischen in schnlrechtlicher und 'immzieller ^teziebnng beantragte, fand-einstimmige Biliignng. Es wurde be'chlonen. dieses allen Perbands gemeiiide» ziigänglich zu macken.^ ('»leickzeitig wurde eine >lonimi"ion eingesetzt, bestellend ans den Herren, Vorsteher Irr «'»oldberg., Planen. Rablnner Tr, Cloldmann, Leipzig, und Jeimann. Planen, die unter Hinznzieti.. > eines Tlaatsrecktslebrers eine Tenk'chri't für das Miniiterini» ansarbeite» soll. Ter mackl uns Mitteilung von dem Antrag der Temickiiaiionalen Voltsvartei ans gesctzüche Anordming des Velanbnngszivanges beim Tcklackten von Haustieren im ^reiilaal Tackien. Tieier Antrag laust praktisch ans ein Tckäcktverbot binans. Unsre Penaininlniig faßte solczendei, Be'cklii'z: „Nack dem Urteil der bedeutendsten Physiologen stellt das Tckäckten eine bninane Tiertötnng dar. Wir c» blicken in dem vorerwähnten Antrag eino-schwere Verletzung der »ns verfa'snngsniäszig gewährten freien slieligionsansiibniig und einen Angri'i auf liniere staatsbürgerliche (Gleichvereckugiing." T:e Rabbinervereinignug regte bei uns die Vildnng eines geineinsaiiien Aklionsarisscknsses an. der die Ttanöesangelegenbeiten zu'bearbeiten bat. Tieier soll sich ans je °.nvi IVerlreiern der. beiden Vereinignngen znjainniciisetzeii. Tie TIL. vabm diese Anregung dankbar ans. Tie wählte v»s-ibre Vertreter die Herren Heimanii. Planen, und Jas sä. Le:v.:g. . . .. .!» nv'erm Vertreter im TI(s. nmrde Heil»»»», Planen, und ,u dessen Ttellverlreler Iassö, Leipzig, gewählt. Als nn're Vertreter in der zn ekrichtenden obenerwähnten Ti'zivluiarkammer ymrden dem Verbände vorgeschlagen die .Herren Hemianik- Planen. Iiaack. Trrsden, Ianö. Leipzig, und Tommei'eld, Ebemiiitz. In der Näckmillagsfitznng referierten die Herren (tollögen Anickiel. Tresden. nird Werczberger. Leipzig, über den bebrai'cken Untenici't. Tie Ausführungen beider .(tollegen standen an'^'eb: beachtlicher Höbe. Ter bie'ereut »eilte die augenblickliche Titnation dar. In letzter .»eit macken ijch An'atze zu einer Besserung des Intereiies am Hebräj'ckeii bemerkbar. Tieses Interesse müsse sowohl beiden Tckülern.- als auch bei den Elterir gesteigert »'erden. Tnrck aemeiii'amcs ^isaininciiarbeiten von Tchnlc und Elternhaus 'ei viel zu erwarten, llm das Interesse bei den Tckülern zu erwecken, müsse eine Methode angewandt werden, die das Erlernen des .Hebräischen zu einer Lust mach'. Tariim verlangt der Referent, das; man mit der bisberigc» reinen Sleielebrinelbode brech nnd zn einer lebendigen Tprachmetbode übergebe.' Tckx'ii von Ansang an sollen den mindern kleine Tälzcken vorgesprochen werden, die Inhalte ans der kindlich» Umgebung wiedergeben. Ansfübrimg von Befehlen -ergänzen den Wortschatz. Tas Lesen soll an bekannten Worten gelehrt werden. Tas Fiel des Unterrichts iilliß sein, den Tcküler zu befähigen, nach achtjährigem Bestick der Rcligionsschiile die Terte des Ebiiiiiisch und. der (stebete zu verstehen. Als Vorbereitung für den Uebcrsetznngsiinterrickt schlägt er vor. dein Tchülcr ans eine leichtfahliche Weise etwa 300 bis 400 häutig vorkommende Worte beiznbringen. d. h. solche Worte, die das (Gerippe der Tprache ansinachen. An verschiedenen Beispielen zeigte er den Weg dieser!I'ethode ans. Im zweiten Teil seiner Anssührnngen besprach ö t Nesercnt die in letzter Zeit erschienenen hebräischen Lehrbücher, und verlangte, das; das planlose Ne'eneinander cnfhören möge. Ter Reichsverband solle eine (lomiiiissioiie . nr Bearbeitung eines brauchbaren Lehrbuch;. für Religion sschiilen in die Wege leite». Tadurch würde der Erfolg des Unerrichts aiiszcrordcntlich gefördert werden. Ter (torreserent sührte folgendes ans: Nach dem einleitenden Versuch, den Ansban der Methodik bzw. ihre Ausgaben wissenschstlich zu t estiiiimen, we den die llnterrichtsweise». die Erzieherischen lind technischm Bedingungen des Ehedcrs dargestellt. Wir sehen, das; im Eheder durch die säst nnbeschränkte Lernzeit chd »ngeschwäcl te Aufnabmesälzitskeit des (lindes die Quantitäts- und Uebersehniigsmethode bedingt ist. Anders ist önS in den Religionsschulen Wen- und Mitteleuropas, wo di.' Lernzeit durch den profanelr Unterricht und die Lernsrendigkeit und De mit die Ansnabmesähigkeit des .(lindes durch lie .(inltnrgtn osphäre des Oieineinde- und aviiulienlebens ungeheuer stark beschränkt.wurde und doch noch mit der e raniniatifalifc j etwas verzierten Ebedermethode unterrichtet wird. Telbst >er Anhänger der Ebedermethode »ms; ja zugebe», das; die Q»antitätsmethode in einer kurzen ^jeit nur einen »nveriältnis- >näs;ig kleineren Erfolg anszeigen kann als in längerer (jeit. Bei einer näheren llnterinchnng der Erklärnngsiveise, der Lelirstosiverteilniig. des Lehrziels und der tatsächlicken Erfolge vei der herrsclfenden Uebersetznugsinethode, müssen wir ja die Erfolglosigkeit und die Unzulässigkeit d'rselben unter den'gegebenen Bedingungen sestssellen. Noch trengcr jiüifl das llrteil über den landläufigen . Fibeluntcrriiift ansfallen, mit seinen geisttötenden Lantübnhge». Also ai ch ohne die neueren pcidagogisch-wissenschastlicl)en Arbeiten ii »er den Tprachnnterricht müstte man Vcrsnclfe chir Vcrbesseri »g des. hebräischen llnterrichts nhidKU. Tatsächlicl, ist man ab:r nicht ans Versnci>e angewiesen, sondern feststehende pada zogischc (besetze und Ersahrnngc» des dcntsciie» und sremdspi achigcn llnterrklfts, ja erfolgreich eingcführte!.'ehrbüel>er i« d Methoden des lfebräisclaen Unterrichts zeigen bestimmte Wege, die man gehen muß. t An Hand der erfolgreichsten neueren >ibel tAnro r'simcho von Maiidelbcinm) >vird die ^ehrstofsver-ieilnng und d'r Anfban der aibcl für die zwei erftcn Tchnljahrc gezeigt. Ter Lehrstoff soll sprachlich wie inhaltlich dem Interes enkreis des (lindes angcpafzt. fein, leine Phanmsie ansprcck)«» und, seine Eigenarbcit anregend, die Anfnahinefähigkeit des Tchülcrs nntdrstützeu bzw. ganz ansiintztii. Nur diest n Forderungen entipreäfend sollen neue Begriffe a;>s Pei tatench »nd (Gebete nacl^inander eingeführt werden. Tic pra ltischen Ratschläge bezogen sich »eben der Erklä^nngswei e des Lehrers ans die Art der Besäfästignng bzv. ans die Anregung der Eigenarbeit der (linder. Es werden die Prinzipi.ni. die sich im modernen dcntsciien Fibelunterricht mit sehr gutem Erfolg eingebürgert haben, den int hebräischen Unterricht gültigen Ausgaben (religiöse und literarische) entsprechend angewandt. Tieselbe Unterricktsart wird auch für den Pcnta tench- »nd Prophetennnterricht, ja selbst für den Unterricht der späteren halachischcn Literatur gefordert, um ans diesem Wege trotz der kurzen Unterrichtszeit ansehnliche Ersi lge zu erreichen. Zum Tchlus; wnrde noch darcuf hiiigewieily, das; mit etwas gutem Willen und Arbcitssrc idc jeder Lehrer die pädagogisch einzig zulässige Art des heträischcn Unterrichts nämlich die Tpra'chmethode. nicht nur ei nühren müs;^e, sow dern auch einführen kann. Tie sich a»schlies;ende anregende T folgender Resolution: „Ter TIL. ersucht den TI('i.. zu den Vertretern der anderen Koiifessionc» in Verbind mg zu setzen, »in bei der Neuordnung des ächsisclx'n Lehrplans eine Erhöhung der Religionsstiindeitzahl z» errüchen." Einweihung der neuen Syyagoze in plan« Am Lonntag, de», 0. April, findet die feierlich ivsihiuig der neuen Tynagoge in Planen unter gros;er lichkeit und Anteilnahme sämtlicher Behörden statt, nächsten Nummer werden wir darüber einen ansfü Bericht bringen. skiission gips'lte in veranlasse», s ch mit Einaeierkn der Ürlichen