Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 6 (1930)
- Issue
- 2 (2.1930)
- Date
- 1930-02-01
- Page
- [Seite] (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 24 Gemeindeblatt d er Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 2 Literarisch« Rachrichtea Aufruf 3V.c iuOifft-c Buch in deutscher Lvrachc verkümmert. Wohl erscheinen noch groüe Rachschlagewerke. wohl gibt es eine» Markt für 'Irena wistenichaflliche und Partciliteratur, aber bas Buä fnr das allgemeine Publikum. kür den acbildrten Vaicn. das tendenziöse Buch. das k<uch. das nur gelesen kein will, findet keine Xanfcr mcbr. Lo ist es gckommen. dast zur ,icik in g.cuischland ei» einziger, Berlag vei i lieben in. der die Scrausgabe jiidkkchcr Bücher lin obigem «innel inNeinalikch oklcai. Tieier Berlaa ist Ter Seine-Bund. eine Lrganisatio» »um verbilliaien Bncherbezug i»> Wege des direkten Abonnements, eine »m di» allgemein übliche Bczcichnnna anzuwcnden - iiidifche Buchgemei >- ichafk. Wie alle Buchgemcinschaften aus der Rot der ejeit cntttande.i. als Lclbstschun f»r den materiell verarmten, geistig dedrvbten Mittelstand bat er in dreijähriger zielbeivustter Arbeit dem jüdischen Buch eine Ttärke zu kchasse» gewüstt. Leine achtzehn Bande sind eine Biblioibek. wie <ie der jüdische Büchermarkt noch nicht gekannt bat: die beiten Autoren der jiidischcn Literatur. lebendige Themen. eine cinkbandfreie Ausstattung. ein beilviellos niedriger Preis - - eine Bibliotbrk. die des indischen «Geistes Lchaflen vermittelt, die Wisten um Zndenluin gibt, die die ','iebe zur jüdischen "iemcinschaft vertieft. Tiefes »iulturgiit in bcdrobt! Tie wirtschaillichcn Berhältnisse babcn das Wachstum »cs SB. unterbunden. Za. ein Teil der alten Mitgliedschaft wendet sich ab. weil die Bcitragskosten nicht mehr .iiif- «ubringen find. Tie i'icsahr iü nabe, »an der ».'k« seine Tätigkeit wird anfgeben müssen. nieder, der Zntcrenc für jüdische Tinge Kat und wirtschaftlich hierzu in der Vage ist. werde Mikalied des SB., denn jüdische Bücher gebären ins jüdische Saus! Zeder einzelne Bereit«, jede, auch die kleinste 'Gemeinde, trete de n SB. als Mitglied bei. eine Ehrenpflicht. deren Erfüllung der billige Mitgliedsvrcis gestattet. Tie gröberen «'»emcinden jedoch und die Berbände möge» darüber binaus so viele Abonnements abncbmvn. dast dem SB. Ersatz für die noch «eklenden Einzelmitglieder gcschasfcii wird. Tic Bücher aber stelle man dem Publikum zur Beringung: durch' BiblivtKcken und Vcseballcn ljüdische und allgemeine». d»rch Ltis» tung von Buchivenden und Lchulprämicn. Man gebe dem SB. die sichere »Grundlage, auf der er ungestört arbeiten kann. Man werde znm Mittler ,wischen dem SB. und dem Veser. man fübre seine Bücher ibrer Bcstimmnng nu: gelesen zu werden! Es gilt den SB. zu retten, feine Ivichtige Kulturarbeit «II crmöglichen. Es gilt, den deutschen Znden das indische Buch zu erkalten. Zu diesem ,'iuiainmcnbaiig weisen iv'r aus Sen Artikel ..Eduard Bernstein". der dem Buch ..Zudcn in der deutschen Politik" von Rudolf 2diön" entnommen ist. diu. Tieies vorirctsliche Buch ist im Scine- Buud erschienen und verdient weiteste Bcrbreitung. Aunieldungen nimmt auch die Buchbaiidliing' 2traun a ül'iktnla entgegen. Polnischer Advokat und vereidigter Dolmetscher der polnischen Sprache beim Land- und Amtsgericht Leipzig Or. Jur. Roman Pretzel Leipzig. Gohliser Straße 1 Berlin W10, Genthlner Straße 39' ftrnift Sen och Bareznnski in der „(Valerie Zunge Sunft". Zoles Landei,. Dresden, Vnttichanftrast« Tiefer iüdischc Maler, der iadrclana/n Trcsdcn studiert und gelebt bat, kam zwanzigiühria aus Vodz nach Tcutschland. Züdisches Veden erfüllte ihn restlos. Tie »lriegspsnchose batte ibn mächtig crgrissen. Tavon ,engen die Bilder jüdischer Menscheu und Lcbicksale. Ru» löne der Westen in ihm die verschütteten LUicllen. Er reifte. Tic Lchreckbildcr des Menfchenmordcns verschwanden mehr »nd mcbr: an ibre Ltelle trat das läcfübl der innere» «Gerechtigkeit des Lciendeu. Zrühe Ersolgc stärkten zudem sein beisvielloses PflichlbewuKtsci ». ,'Iicleifrig ging er müstigcn Tiskusstonen über »tunst aus dem Wege, so dast sich icncs tiefe Wort an ihm bewahrbeiten konnte: Bilde »küniilrr. red« nicht! Treu blieb er fortan dieser Tevisc. Leine »tomvosition strahlt förmlich vor innerer Vcichtigkcit. Ta» räumliche Element tritt btcrbei stärk in den Bordeigen nd. Tic ..-üdsranzüstsche Vandschast" wirkt plastisch - beiter: alles bei ihm ist i» Beziehung gesetzt zur Ratur. Tas belle »lvlvrit des Vandaebäudes kontrastiert mit einem seltsam mattblauen Simmel. Ans dem sonnen überstrablten Pfad wandelt der bemdärmlige Bauer gcwissermäste.i wie etwas Tinghastes. das ebenso Terrasse, l^arten^run oder ,'iicgel dach darstellen könnte. Ta» Auge.des Malers hastet schwelgerisch an der Lattbeit der Vandschaft. Sier erreicht Barcznnski die Ltntcn Kober »kuiist. Ten wahre» Raninsanaliker begrüstt man am eigcnartialten im ..Xarvfcnstillebcii". Lo tief ilrang hier die Zarbe isi das Bild: San das klobige Brett, auf dem her schwammige Zisch dumps bingeräkelt ruht. wie etwas läreifbarcs, olcacnständliches virclt und mitreistt. T«s dünne, gebogene Zischmestcr schneidet wahrhaftig: die^ blinkende Lvitze begegnet säst senkrecht dem düster verglaste» gicraugc. Zm wolkig blauen Sintergriind. der die Zarbe» des Svlzes und verschiedene Teile des Zisches scharf markiert, erblicke ich nicht -iifijllig die waltende »traft himmlischen Willens. Scnoch Barezonlki ist »n einem Zvrm klang und »n einer ZarbenKarmoiiie gedrungen, die für sein ferneres Lchatlen die köstlichsten Zrüchte erhoffen lasten. Ein guter Raiac junger.-jüdischer »tunst. Mar Marti» Lternschei». Tresdcn. ««teiaua und Eellomustk u st a S a in m « r sang diesmal früh-, und vorklaistsche Arien, romantische und moderne Vtcder. alles mit jenem ausgeglicheneu. sicheren Ltilcmvsinden. das den Vledaeiaug erst werlvoll und gcnuiireich macht. Zu dieser Beziehung erwuchsen vor allem die Lchnmaiiu lieder in ihrer seriöse» Mczzosovranlage und mit ihren erliste», seierliche» Llimmungen zu vokalen »tlangdichtungcn von hohem Reiz. t>.cleqciitliches. leicht etwas manieriert wirkendes!Borwä"ts«rcibcu des Lemvos zeitigte immerhin eine tcinveraiiieutvoUe Ausdeutung Mit alten Ztalienern batte die snnrvathjsche LängcriN begvnncii. mit Llranst schlost sic. Zbr und «Krem tresslichen. schwiingvoll und klavicristisch sicher "begleitenden »klaviervartner Walter o l d - m a n u dankte man mit lebhaftem Beifall. 4i e r u h a r d W ii n t b e r spielte mit guter Lvringlechnik. Eielänfiakeit und Musikalität eine tzellosonate des Zranzosrn Breval «lT.'sti bis IstLö». Wurde hier vortragstcchnisch noch nicht alles Erfüllnna. io erwuchs die mit meisterliastcr Tovvelgrifsiglcit und schönem Ton gespielte Zuge mit vorhergehendem Vargo von Reger, sür Edllo allein, zu einer Vciitung von Rang. ZedrusaUs hört man nicht oft eine so wertvolle, aus gediegenen »M.m,nerton gestellte Programmaudlvse wie an diesem Abend. I'. v. i„ Lesehalle uni^ Bibliothek ' Tie Lesehalle ist am Sonntag>von 11 bis 12^ Uhr mittags und am Mittwoch von 7 bis.9 Uhr abends geöffnet. Tic Bücherausgabe findet Sonntags von 11 bis 12J4 Uhr in der Lesehalle statt. •*' Stets reiche, gut sortierte Auswahl in allen Artikeln und in gut gepflegten Qualitäten finden Sie bei