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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-12-01 · 12 (12.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
12 (12.1929)
Date
1929-12-01
Page
[Seite] (sequence 9)
Language
German
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Nr. 12 Geile ft Memeindeblatt der Israelitischen ReliqionSaemeinde Dresden die Tasche. Ter kleine Timon aber hatte so viel Papierstückchen, Ltcinchen .und Wollsäden in scinei» Tchürzentäsckxl>en, datz er die Zuckerln »eben sich ans den Tessel lenen mutzte. „Jetzt wollen wir aber Trendel spielen!" ries Moritz. „Ja, Trendel!" jubelte alles. . j „freilich", sagte der Pater, „was iväre auch ein Ehanukkabfest ohne Trendel! Wer hat denn selbst ein Trendel gemacht? ' Jakob und Moritz zogen sogleich stolz ihr Werk a,,s der Täscl)e. Tie hatte» jeder ein Trendel aus Hol; geschnitzt. Tas war. ein Würfel mit einein langen, dünnen Elriss oben und einem spitzen Fntz unten, so datz er wie ein »reise! gedreht werden konnte. An den äntzeren vier Flächen des Würfels ivar aber je ein hebräisclter Buchstabe geschrieben, der. sagte, wieviel Nüsse man gewonnen oder verloreu'habe. Tas Tpiel war sehr lebhaft, es wprde viel gelackit und gescl>er;t, aber imnierfort inntzten alle .»inder an die Zuckerln denken. 2k hätten so gern davon gegessen! - - Freilich, die ztvei kleinsten Buben kümmerten sich nicht um das Verbot der Mutter, und wenn Limo» ein Zuckeil laut zerbitz. bekamen alle Lust, auch ein wenig zu nasche». Aber nein, sie wollten standhaft bleiben! Da hörte man plötzlich die Haustür geben. „Tante Netty koinint!" jubelte Moritz. „Tie bringt uns gewitz Naschwerk zu Ehanukkah. Tas dürfen ivir aber essen!" Doch Tante Netty entschuldigte sich, datz sie beule nichts habe backen können, sie sei etwas unwohl geiveien. llyd nun gab sie jedem »ind fünfzig Pfennig, damit cs sich selbst am nächsten Tage Aepfel oder Näschereien kaufen könnte.! Tic »naben machten enttäuschte (Gesichter. Moritz aber beugte sich plötzlich ein wenig unter den Tisch, unck als er wieder eniporkam, klang seine 3tiimnc nicht mehr so deutlich >vie vorher. Tas merkten die Brüder bald, aber sie sagten nichts. Immer häufiger bog sich' nun ein »opf unter den Tisch, und schwupps 'wurde dann rasch ein Zucker! in den Mund gesteckt. Jakob aber, der doch der ältere war, wollte zeigen, das; zu- »lindest.er standhaft sein könnte. Auch br hätte beinahe schon genascht, doch da band er schnell seine» Tcbatz so fest in sein reines Taschentuch, datz er kein'Zuckerl mehr entnehme» konnte.! „Wie kommt es dann", fragte die Mutter streng, „ datz idy dich einen cssen-sah?" Ta wurde nun Jakob noch verlegener als alle feine Brüder. „Ich, ich", sagte er stotternd, „habe doch nicht widerstehen können, und habe dem Timon eines vom Tenel weggeuascht." „Znti! (hib mir mein Zuti!" schrie der kleine Timon iveinend, als er dies hörte. „Ich wieder Zuti will'." Jakob mutzte zur Ttrase seinem Brüderclvn fünf Zuckerln znrückgeben. Aber der kleine Tchreier lietz sich nicht beruhigen. Er heulte immer weiter: „Zuti! Tobi mir Znti nommen! Znti!" Und er meinte so lange, bis, er endlich an dem Tisch einschlief. ..Leider hat sich keiner von euch beherrschen könne»', sagte die Mutter, „und ich darf daher niemand belohnen. Aber es ist Ehanukkah! Deshalb soll jeder noch zivei Ttückchen'Back iverk bekommen." ' . Ta drängte sich Moritz schmeichelnd! an sie heran. „Tei nicht traurig. Mutter", sagte er. „Wir werden schon noch standhaft werden! Tas Judentum würden auch wir nie verleugnen! Und die Töbne der früheren Chane waren wohl schon grötzer als wir!" . » . „To". erwiderte die Mutter, „auch der siebenjährige »mibe?" ' ' : Ta dachte Moritz ein Iveuig nach. ..Ich', sagte er dann, „der war standhaft! Er beugte sich nicht vor dem hiöfcen und lietz sich lieber töten! Aber Znckerlit. glaube ich.hätte er.doch gegessen!" Bibelrätsel Tuche sieben zweisilbige Wörter: l. Tchwefter des grötzten Lehrers der Juden. 2. Zwillingsbrudor eines nuferer Ttaunnväter, :(. Mensch, der zur Zeit der Tintflut lebte, l. Wozu der Altar im alten Tempel diente. 7>. Lieblingsfrau Jakobs. (>. Erster HoHerpriester, 7. Feind,.Mordechais. Tie Anfangsbuchstaben dieser Wörter, der Neih'e nach gelesen, ergeben einen (Gegenstand, der sich iy jedem jüdischen Hans befinden soll. iAuflösung des Rätsels siehe nächste '.'i'unuucr. , i Nach kurzer Zcht sagte dann die Mutter: ..Nun möchte ich doch wissen, welches »ind der jetzige» Mutter Chane standhaft zu bleiben vermag." Aber sie sah sogleich ans den verlegenen Miene.» der Jungen, datz sie alle genascht hatten. ' Nur Jakob zog stolz sein Bündel hervor und rief: „Ich hab' noch alle Zuckerln!"! Spannungsfreie Augengläser vermindern den ärgerlichen Bruch. Sie erhalten Immer solche bei Brillen - Roettig ) Prager Straß« 231 erlichen ■ bei . ■ jttigj IISWANN RQß \ WERK/IÄTFFUROEKORÄTIVE-MALEREI Jkiofon DRE/DEN Tkfefon 336/9; BLASEWITZER STR. 61 38068

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