Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 8 (8.1929)
- Date
- 1929-08-01
- Page
- [Seite] (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 8 erreindeblatt derJsraelitischel Religionsgemeinde Dresden 'Seite 11 Jugend» und E emeindeheime Tie großen ausfchuß der ju wohl fahrtSstelle Schrift: „Schaff getan. Nachfosi Aufsatz zur Lr> nttierung Von Tr. (« e o r Reichsausschuß der jiidi jüdischen Verbände: Großlogc, ReichSi ischen ^ugendoerbänhe und Zentralhaben sich zur Herausgabe einer : jüdische Jugendheime" zusaminenend verösfenriichen wir den kurzeil ....-- 2. Red. n Jugend- und (yenieindehcimen zutage. Tiefe Heime sind zu dein Jugend bestimiut, das Bedürfnis Tie Beziehung zwisch uild der Jugend liegt klar »»esentlichsten Teile für bid nach derartigen Heimen hat sich am deutlichsten innerhalb der Jugend herallsgebildet. Und zivar soivohl für öie organisierte Jugend als vielleicht noch inehr für die nichtoiganifierte Jugend. Ter Gedanke des .Heimes ist überhaupt erst wieder durch die Jugendbewegung enveckt worden Jeder Mensch, der zum ersten Male in ein Hejm der Jugend hineintritt, der bisher nur entweder Familienwohnu igcn oder öffentliche Gaststätten gekannt hat, lernt dabei ine neue Form menschlichen Beieinanderlebcns kennen. Das Heim dient im Gegensah zu allen andern Aufenthalte ttätten überiviegend dein gesellschaftlichen Bedürfnis der Jugendlichen. ES ist nicht für den einzelnen da. sondern es ist für die Gruppe da. Selbst lvenu der einzelne sich, etwa im Lesezimmer, für sich allein desäiäftigt, will er nicht gm z allein sein, sondern er will mit andern Menschen im ielbei: Raume sein. Ter Rhythmus des Lesens, die von den Lesew en erzeugte Stille, hat eine eigentümliche anziehende .(traft auf junge Mensclien. Tas .Heim ist die ein ige Stätte, das »ach jugendlichem Geschmack eingerichtet nvr »en kann. Tie elterliche Wohnung ist durch den Geschmack dcr Eltern oder durch den Geschmack eines fremden Tekorateur-: bestimmt. Auf die Gestaltung der (Haststätten hat der Gast ki inen Einfluß. Die Gestaltung des Jugendheims ist Sache und Aufgabe der Jugend. Auch im Jugend- und (hemeindehc im. das von uns gefordert wird, darf es Nicht anders sein Wir wünschen nicht, in fertig eingerichtete Jugendheime zn kommen, bei denen schon vorher die äußere Gestalt und bi< innere Ordnung des Heims durch andere bestimmt ist. Im Rahmen des architektonischen Gesanitbanes soll die Ausge taltung der Räume unter stärkster Mitivirkung der Jugend^ selbst geschehen. Aber diese Wünsche für ein künftiges Heim treten zurück gegenüber der akuten Hein not innerhalb der jüdischen Jugend. dbünde haben eigene -Heinic. Ab-; cs eigenen Kräften die Miete fsir a ifbringen können, entschließen sich .Hauswirte nur schwer, I igendbünde in ihrem Haus aufzunehuien. In der Tat bedeutet ja auch ein Jugendheim in einem Privatmiethause < ine erhebliche Belastung für die übrigen Mieter. Der dauernde Verkehr auf den Treppen Tie allerwenigsten Inge, gesehen davon, daß sie derartige Heime nicht bringt Unruhe ins Haus die Veranstaltungen, die größten- L u b i » s k i, ' < -1 <4)0ii Jugendvcrbände teils am Abend liegen, sind inmier mit einem gewissen'Maß von Störungen für die Mieter verbunden, selbst wenn die jugendlichen sich allergrößte Zurückhaltung und Ruhe auf- < rlegen. Tic Entwicklung geht dann oft in der Richtung, baß der Wirt einige Zeit diesen Zustand mit ansieht, dann «rfolgen die ersten Beschwerden .der Mieter, die dann nach!em Ablauf einer weitere» Zeit zur Lösung des Mietverhält - uisses auf. friedlicl)em Wege oder auch als Ergebnis eines Räumungsprozeffes führen. Man versucht jetzt da und dort, den Schwierigkeiten, bie. mif der Höhe des Mietpreises und dem Ruhebedürfnis der Mieter beruhen, dadurcl) auszmveichen, daß man Fabrikäume und Schuppen für Jugendheime einrichtet. Tiefe Heime entbehren dann aber aller der Tinge, die für ein Heini > ^forderlich find: es fehlt ihnen nicht nur im übertragenen Sinne jede Wärme, es müssen notdürftige Trenmvände geogen werden, die nicht einmal sclxilldicht sind, oft genug sind >ie Räume dazu »och feucht, und in den seltensten Fällen ist lenügend Geld vorhanden, um auch nur die erste Jnstandetzung ansreicl)end vorzunehmen. io kommt es, daß der „Wunsch-nach dem eigenen Heini" rur ganz selten verwirklicht werden kann. 'Man hilft sich ans »oppelte Weise: man verlegt die Heimabcude in Privat, vohnungen der einzelnen Mitglieder oder man gebt in die Gastwirtschaften. Heimabende in Privatwohnungen sind auch tur dann möglich, nwnn die Zahl der Gruppe nicht zu groß st, wenn die Eltern des Jugendlichen, der die Räume zur Verfügung stellen will, die auch damit verbundene Unbequemichkeit für sie in .(kauf nehmen wollen und iven» überhaupt lenügend große Wohnungen vorhanden sind. TieS letztere t durchaus nicht immer in allen jüdischen Jugendgruppcn »er Fall. Mietet man ein Ziiymer in einer Gastwirtscl)aft, so beteht der Mietpreis in aller Regxl in einem Aufschläge auf sic Getränke, von denen die älkobolisclien Getränke dann von >en Wirten aiii liebsten geliefert iverden. Gruppen von Zugendlickwu unter 1(J Jahren stelwn die Gasthäuser über- )aupt nicht zur Verfügung, abgesehen davon, daß ja die Umgebung, die ein» solches Gasthaus darstcllt. im schärfsten Hegensatz zu den Vorstellungen eines gesunden Jugendebens steht. Tie jüdische GesellstlM begegnet diesen Mißständen voräufig in vollkommen unzureichender Weise. Es soll anerkannt werden, daß die Logen, einzelnen bestimmten Jugendsiinden da und dort Räume zur Verfügung stellen, in manchen Städten nvrdcy von den jüdischen Gemeinden, Schulräume auf Wunsch bereitgehalten. Schulräume stellen aber keinen lecigneten Ort für ein Jugendlcben dar. In einigen ganz wenigen Gemeinden hat man die .Hcimnot bereits erkannt <üt «t, Tragen Sie die gute Sie hält, w»s sie verspricht -Kleidung