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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-07-01 · 7 (7.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
7 (7.1929)
Date
1929-07-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
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Seile 20 Menicinhcblfltt der Akra Fa. Franz Horn Dresden - Ä. 24 führt Leubnitzer Str. 3 l^dedcungsarbeiten jeder Art Telephon 43917 \sphaltierungs* u. (irundwass lungsarbeiten höchst zuverlässig Bitte. verlangen Sie kostenlos Ai und überzeugen Sie sich von der rürdigkert. sowie i rdich* aus. geböte Preis» -ir.iben der •v'öhlen iretiengelaisen werden. Stuf ihne i liegen ■JA'jtten, ein-:- zähem Halfagras, von den grauen silbst ge 'loctuen. und das und die Betten. Im Hintergrun) stehen einige groi^e Töugeiäßc zur Aufben'ahrung von Wa ^eld'riietnen. ireinerne Handmüblen zum Mahlen treiderörner: vorn, dem Tageslicht mehr zugänglich, in vielen Höhlen Spinnrocken und höchst cinfackic W .nelinevr rode Holzrahmcu. die Fade» dariibcrgespai die Bremen schoben den Tucrfaden nicht mit einem 'i. iüctien. 'andern mit den wänden bald rechts, bald li iks. Sie mack'.'n aber mir diese primitive Art vortressliche Sto se, alles .'tleidungsikücke für die Familie, die sich durch Gene .ererben. Sie flicken auch auf die Frauongoivänr er recht riiiö'che Mittler mit gefärbten Stroischen ans gespaltenen Stachel'chux-iu'rack'eln und machen Sandalen und arbeiten: die Männer und Schmiede, Sattler. Goll und Silberarbeiter. Manche Wohnhöhlen und durch rohgczimmertc Äerjchläge eder Vorhänge in zivei Teile geteilt. Ter vordere Men'ckxm. der Hintere für die Ziegen. Steife und Aebnlicb und auch die Behausungen der wenigen -Han eingerickitet. die aber nur aus einer einzigen Höhle mittelbarem Zugang von draußen bestehen und ge'vÄmlich in eine Berglehne gegraben und. Ter vordere Raum üeiit als Wohnung. der hintere, etnxrs tiefer liegende, als K mfladcu. Fn einem der Wohnkrater traf ich den Rabbinessdps Trtes iuil 'einer Emilie und denen feiner Söhne. Ter veritebt vortrefflich hebräisch, lcks uns aus einem '•{ -räiich gedruckt uxir, vor. und erzählte, seine Fam icr und >er Gefand ich bstühlc, nt, und Weber mtionen litischen RpligionSgemeinde Dresden Rr. 7 Leder schmiede für die Hühner. >elsle»te mit unnbon 'eit vielen fahren hier ansässig. (Genauere Tat n tonnte en Lomütig des 'x meinem Begleiter, dem italienischen sionsularagcn .rv'o aus t'labes. der selbst Jude ist und gleichz Arabi'chen vollkommen mächtig, nicht angeben. Wie bei den andern siratercingängen, so sah ich auch in kleinen Rischen Pergamentblättchen mit geschriebenen Tal mudsprück'en zum Lobe (Lottes aufgehängt. Alle, di: ich sah auch die grauen, zeigten ausgesprochenen jüdisckien Tt pus, und die Troglodnten und zweifellos nicht nur Juden der tieligion. 'andern auch der Abstammung nach. Ich betone dies nisdrück lich. denn ich fand unter den Berbern, besonders ini Rif von R'ordmarotko. eine ganze Menge, deren Vorfahren chon vor vielen Jahrhunderten zum.Judentum bekehrt wurden und es bis auf den heutigen Tag bewahrt haben — Juden nit blondem oder sandfarbenem Haar und blauen Augen, entschieden der Berberrasse angehörend. Ite Jude uch, das lie wäre Auf meinen Wunsch führte mich der Rabbiner nach der Synagoge nebenan. Eine Höhle in der Bergwand mit direkt ins Freie führender Tür. Bänke aus dem Felsen gehauen, ringsum mit Matten bedeckt, auf denen zerlesen« Gebetbücher in böbräischer Sprache umherlagen. Die jüdischen Troglodyten können also hebräisch lesen, wenn sie es auch nicht sprechen, und in der Tat ist Hebräisch der einzige Gegenstand, den der Rabbiner den Kindern beibringt. — Wie er, so haben es feine Vorfhhren, durchweg Rabbiner, vor ihm getan, so wird es auch sein Sohn und Enkel tun. denn die Rabbinerwürde sckzeint bei den troglodyten in vielen Fällen erblich zu sein. Im Hintergrund der Synagoge war in den Felsen gehauen der Thoraschrank, mit Gebetrollen auf Pergament geschrieben und in silbernen -Hülsen. Sie stammen aus der „großen Hara", dem Hauptort der Insel Dscherba im Golf von Gabes, wo viele Tausende von Juden seit dem ersten Jahrtausend unsrer Zeitrechnung wohnen. Schon Maimonides hat sie auf seiner Wanderung nach Kairo besucht und beschrieben, freilich in keinem besonders^ günstigen Licht. Jri Tsckzerba scheinen sich viele mit dem schreiben von Gebetrollen zu beschäftigen. wenigstens sagte man mir in den meisten Synagogen. die ich in den Wüstenländern besuchte, daß sie von dort bezogen wurden und ungefähr r>00 Frank das Stück kosteten. Bor dem Thoraschrank stand ein großer Gebetschemel, an dessen oberem Rand mehrere silberne Kugeln in der Form von Granatäpfeln steckten. Sie und das Symhol der Fruchtbarkeit. Anscheinend geht es den jüdischen Troglodyten gar nicht schlecht. Sie sehen wohlgenährt ans. Mit ihren Nachbarn, den Berbern, vertragen sie sich gut. Ihr Beruf ist in der Hauptsache das Kleinhandlverk. Mit eintretender Dunkelheit gehen sie zur Ruhe. Lampen und sterzcn habe ich nirgends gefunden — auch nicht Papier, Tinte, Feder, und nur die allerspärlichsten abendländisckzcp Artikel täglichen Gebrauchs. Daß die jüdischen Troglodyten nicht erst seit Torgnemadas Zeit in den Höhlenwohnustgen am Matmata, Jffren, Nefussa und Eharian Hausen, sondern seit den ersten Jahrhunderten des Ehristentiims, betveiftn nicht nur ihre Grabsteine. Ich habe selbst von zweien Abdrücke genommen, die aus dem, zwölften Jahrhundert stammen. Viele andre Umstände spreckien dafür, daß ihre Vorväter schon in den Zeiten der Römer und starthager hier vorhanden ivaren, und sie iverden voraussichtlich noch für Generationen in ihren -Höhlen bleiben, bis erden Bestrebungen ihrer europäischen Glaubensgenossen gelingen wird, sie einem mensckienuüirdigeren Tasein entgegenzufiihren. ,Auö dem Olcnuindeblatt der jüdischen lvciiicilidc 'perlin.) W. Camillo Enterlein Waisenhausstraße 23 Das Fachgeschäft für Koffer und feine Lederwaren Vergessen Sie bitte nicht, Dnsdi Zeagkaw Etrafle bevor Sie ßeldameauftröge versehen, sich von einer erfolsrelchen Werbestelle kostenlos und unverbindlich Offerte elnzuholen /Verlangen Sie bitte Vertreterbesuch / Mein Arbeitsgebiet: Verlas kür Programme und Vereinsnachrichten, Ausarbeitung von Ideen.Texten undZeichnungen für Inrerate. Werbebriefe. Prospekte. Plakate.Werbepiane, Packungen, Schutzmarken.Glebelreklame Alleinige Anzefgenannahmestelie für das Gemeindeblatt/Inseratenannahme für sämtliche Zeitungen / Verwaltung von Beldameetats usw. Jac. Sternlicht

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