Mannheim
Compact Memory

Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-06-01 · 6 (6.1929) · p. [Seite]

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
6 (6.1929)
Date
1929-06-01
Page
[Seite] (sequence 24)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
76% known words query
IRI
…/4892693-5739394-5769865--1235-4893849
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Leite 20 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. K »f a & V tfit b o n. Ti« rrtn de» arolieu Haukes. Ein «im »lalikornien. Broi'lbien > Mark, deinen 4.80 Mark, n n n a r i4 n n n i r i i o n , 2tra»d dro Lrbe»s. l'iiirf. Vctncit T.Mi Mark. P >1 n ,I i r >1 ii r a i i . Tie Haidnken. Aus den f* « i> «;• 2l-s r i a ii ,k v a ra f > i. i'Afbcttct h Mark. Vciiien 8 -Min 2 i r c u i> c I * , Uncdit »Zan. «äanzleincii 6..K) H ano :tl c i m ii n ii . Männer — die im tteller b tiiroöic aiii Edaar ih-tiUiice. Brvichiert :i Mark, qcbiindcn Paul 2 t m in e l . iTriiifw 2immela. »arroniert 2.2r> i »utsroman Broschiert chichten Bark. Mark. «jsteu. Eine 4..'<t, Mark. Wiark. Theater Zm Ernlral-Tbeater actir allabendlich die ainerikanisi ie cZaiiber reviie von Etiao crarkcr in 2rene. Tie BorilcUung vegiint 8 llbr. >l» der Uamödie wird das criolarciche Lchaiikvicl von Hans Beb 'ii,' ..Ter .rraneiiarzl" mir Alired Haake als vlaii weiter ausgciührt. Bcainn 7.> > llbr abends. Tas Beiidenr-Tdeater brinat eine neue Operette von ,tran» Lehar ..«triiblinqsmadel" mir der in Tresden als „«Zriederickel riibmlichir bekannten »Nie M u r K. Bcainii 8 Nbr abends. Jüdische Döhlenbew In den Prinreki-Tbeater-Vschtspielr« laust ein neuer Ailm von van de Beide ..Tie Ebc". Wochentags um 4. S.Iö und 8.:«> Ubr. Sonntags um 3, •">. 7 und 1t llbr. S-schSftttche« Mit ,.l5av Polonio" nach Rnbland. Bereits im'vorigen Jahre unternahm die Hambiira-Südamrrikaniscbc Tamvischi^sabrts-likcsellschakt mit ihrem Liirusdamvfcr „Eav Polonio" eine -kandinaviöfi Buliland-Beisc. deren grober Erfolg die b»elcllschast vcranlabte. in dickem Jahre »mci Beilen mit der „Eav Polonio" »u unterncbmcii. Bickit nur die landschaftlich aunerordentlich schönen und interessanten eticle dieser Beisc. sondern auch die Beliebtheit der „Eav Polonio" haben zu dem auberordcntlichen Erfolg dieser Beile bcigctragen. gilt doch die „Eav Polonio". die sonst im -südaincrikadicnit beschäftigt tft. selbst bei de» verwöhnten 2iidaincriianern als Lnrnsschisf ersten Banges. Tic erste Reise beginnt am 4. Juli in Hamburg und führt über Mcrok. Olden. Balholmcn, Bergen. Oslo nach Urvnstadt und Leningrad. Bon hier aus wird mit einem 2ondcr»ug Moskau bc. sucht. Tic Heimreise führt über Stockholm und Uovcnhagcn nach Damburg. wo das Schiff am 28. »lull wieder cintrifft. Tie »weite Beile, die im wesentlichen den gleichen Iahrvlan vorsieht, beginnt am 6. und endet am :tii. Aiiguit in Hamburg. Bähcres inv Bciscbureau Otto Theile, Mosezinskonrabc I, Ecke Prager Ltranc. ohner am Rande der Sahara ten jetzigen ui früheren Bon Erjistvo n H Bekcinnrlicb iind in Rord.ifrika, in siietneien von Marokko, Tripolitanien ld. tknt'ien! und. Tunesien seit Jahrtausende^ große jüdisckic Bevölkerungsteile ansässig, die sck» n vor der erneu .Zeritörung des Tempel-:- in jene lile lenden eingewandcrr iind und hier und da sogar geschlossene Städte Hilden, Aueder t'lesckiickire bekannt ist die aus dcr Empörung über die ^-Zerstörung Ier isalems im Jahre 115 erwachsene Erhebung der i frikanische» Juden in Lridien, die die Böiner erst nach! reijährigcm erbitlisrrein »auipse zu unierdrücken rermichten. Ban der jüdisch-asrikanischen Bevölkerung der lizegenwart haben sich die Einwohner der genannten liebietc den durch die .Zivilisation der europäischen rrenstaatcn lXschassenen Berhälkninen angcpaszr. Am Bande der — Sahara d»igegen finden sich unter der von europäischem Machte»nslnß bis jetzt ganz unberührten Urbevölkerung der Berber .zahlreiche Juden. die gleich diesen als Höhlenbewohner noch ein ganz lalnrhaflcs, primitives Leben rühren, denen Merkwürdigkeit der, folgende Artikel beschreibt. Tie iedaktion. Ungefähr zwei Tagereisen von der trivolitai iichen und tmu'iiidien Mittelmecrküsre ziehen in ostwestliche i Richtung viele hunderte Bilometcr lange Bergketten mittet durch die Landwüne der Lgbarä. kahl, steinig und trostlos wie diese '.'lbsr. An manckzen Ltellen ragen aus ihnen steile, verwitterte Ielspvramiden his auf achthundert Meter in den dunstigen, von seinem Ltaub erfüllten Wüstenhimmel. von der Küste^>es Lalzwanermeeres durch die unendliclicn Einöden des Landmeeres nach'dem fernen üppigen, blühenden tropiic lcn Liidan. 'iauikc eine stunde von der Meeresküste Hörl^.a1er Baumivüchs, alles Leben auf. und nur wo eine Liig^'asserquelle den Weg an die Erdoberfläche geflinden bat. in Ei vLn dreifzig bis fünfzig Kilometer voneinander, bervässerten kleinen Erdfleckchen eine spärliche La men iind r^raswuchs entstanden, die ein paar Bersl'crfaniilien die Mittel zu notdürstigein Lebensunterhalt liefert. Tic Bergketten, die nach eintägiger B^rndernig von der >rüite am südlichen Horizont gespensterhast ersck einen, ver sprechen noch weniger als das Wüstenland zu ihren stühen. und dock bergen ne in ihren flanken, mituntel rings um die kahlen, neilcn. scheinbar unzugängli hen Gipfel, eine ganze Menge menschlicher Wohnungen, zu Tsörsern und Ztädten bis zu zweitausend Einivohnern vereinig! Bon manchen dieser Ansiedlungen unterscheid uniilittelbar in ihrem Bereich einzelne Mauern tfernungen ist auf den e mit Pal ‘t man erst und Hauses s e - W a r t e g g dächer, aus demselben grauroten, vcnvitterten Ltein, aus dem die helfen selbst ansgebaut sind. Wie Adlerhorste auf einzelnen Borsprüngen thronend, wie Lchivalbennester an die steilen Abstürze angcklebt, treten sie aus der gleichfarbigen, verstaubten Umgebung., kainn hervor, aber sie ragen doch wenigstens aus dem Erdboden hinauf, in freie Luft, zugänglich der Lonne. Tie Mehrzahl der Ansiedlungen in jedoch dem Wanderer durch diese Wüsten, über die sich die Einsamkeit des Todes breitet, Überhaupt nicht sichtbar, denn die Menschen, die sic bewohnen haben sich in die Erde vergraben, wie Maulwürfe. Mänckie wohnen in Höhlen, die rings um die Lteilgipfcl der Berge angeordnet und, uird die ne, weil von der Natur geschaffen, bereits -vorgefunden haben: andre aber, und noch dazu die große Mehrzahl, haben sich ans dem ebenen Erdboden, besonders in den breiten Lättclil zivischen zivei Höhlen, einige Löckfer gegraben, in die sie durch unterirdische Zickzackgängc hinabsteigen. Diese Wohnungen gehören zu den absonderlichsten, eigenartigsten des Erdballs. Ich habe ans manchen Insclg in der fernen LÜdsec wohl Menickien gefunden, die. sich ihre Hütten hoch oben in dem Geäst von Riescnbäumen bauen, aber sic erschienen mir begreiflicher, als die Wohnungshöhlen linier dem Wüstensand der Labara. Würden sie. noch iciciter nördlich in den fruchtbaren Ebeilen pon Tunis liegen, wo Erwerb und Nahrung so leicht zu finden sind, es lväre einigermaßen erklärlich. aber hier in dem unwirtlichen Lteinlabyrinth der traurigsten Gegenden des Erdballs sich zu vergraben, crsckfciut nicht verständlich. Am meisten bewohnt ist der -Höhcnzug^ des ' Dschebel Eharian (oder Gharian). direkt südlich der Ltadt Tripolis: daran schließen sich, iveniger beivobnt, die Berge des Dschebel Jffren, noch weiter westlich des Dschebel Nefussa, und bereits jenseits der kripolitanischen Greirze, in der tunesischen Lahara, des Dschebel Matmatä. Die Menschen, die hier seit undenklichen Zeiten ihre Wohnsitze haben, sind vornehmlich Berber, die Ureimvohncr des Landes, aber neben und zwischen ihneit auch Tausende von Inden. ' Gleich das erste linterirdische Dorf, unmittelbar an der Ziarcnvanenroute von Tripolis nach dem Lirdan, auf der Paßhöhe des Dschebel Eharian gelegen, ist ein solches jüdisches Troglodytendorf. Beni Abbas, und nalicbei liegt ein ziveites, Beblch Slbbas, beide mit mehreren hlmdert jüdischen Einwohnern und" unterirdischen Lynagogeu. (Schluß folgt.) iriicKsichtij|t unsere Inserent«

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.