Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 5 (1929)
- Issue
- 4 (4.1929)
- Date
- 1929-04-01
- Page
- [Seite] (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 4 Seite lemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden mdcm er betonte, daß Volksgemeinschaft nicht die Ausschaltung der 2pannungen bedeute, nicht ein Aufhören der Kämpfe bezwecke, nicht ein Verwaschen der eigenen Anschauungen erreichen will, sondern nur vor Zerstörung bewahren soll. Aus einer persönlichen Gegnerschaft braucht nicht eine persönliche Feindschaft zu erwachsen, Für den evangelischen Rcligionslehrcr beginnj diese Arbeit schon in den ersten Schuljahren bei der Behandlung der Passionsgeschichte. Ein Kcnnenlernen der anderen-.Religionen durch Besuch der Gotteshäuser und Eindringen in die religiöse Literatur der anderen wird hi" den nötige» Ausgleich schaffen. Ebenso wird cs dem Lehrer dringende Pflicht sein,'im deutschen Unterricht und im Geschichtsunterricht gerecht und »ich! einseitig vorzugehen. An die Referate schloß sich eine sehr lebhafte Diskussion, in der Schulleiter und Lehrkräfte sowie der Direktor des Centralvereins, | $|crr Dr. Ludwig Holländer, in gleicher Weise, den Gedanken d>!r Achtung vor dem Kinde als grundlegend erkannten. . 1 DaS Schlußwort erhielt Frau Margarete Fried,.die besmjder:- d e Aufgaben der Frau als Mutter, und Mithelferin bei dein Gedanken zur Erziehung zur Volksgemeinschaft betonte. Ettrrnkomitrr für den Einstein-Wald i Anläßlich deö bl». Geburtstages Albepr Einsteins hat iich ei» Komitee prominenter Inden gebildet mit dem 3uvcf, zu Ehren Einsteins in Palästina einen Wald anzupflanzen und den Bctriig für die dazu nötigen Bäume in Deutschland anfzubring». Jüdische Bevö Ans Einladung des' bevölkerungspolitischen Ausschusses des Preußischen Landesverbandes jüdischer Elemeinden fand am Sonn, lag, dem. 24. Februar, unter Vorsitz von Frau Siddy Wronsk.a, eine bevölkerungspolitische Konferenz statt. ES vertraten: den Wohlfahrtsausschuß des Preußischen Landesverbandes Prof. Dr. Diirt. die ZentralwohlfahrtSstelle der deutscheii Juden Dr. Ullendorfs, den Jüdischen Frauenbund Frau Martha Ollendorff und Fräulein Edith Hirsch, die Großlogc für Deutschland Sanitätsrat Dr. Goldschmidt, den sozialen Ausschuß deö Rabbinerverbandes Rabbiner Dr. Emil Lcvy, den Verbanv der Leiter und Leiterinnen jüdischer Erziehungsanstalten Direktor Dr. Feist, den Deutsch-Israelitische» Gcmcindcbund Tr. Sandler, den ReichSauöschuß der lüdijch.'» Iugendverbände Dr, Lubinski, die Hauptstclle für jüdische Wanderfiirsorge Adler-Rudel, den Bund der jüdischen Kranken- und Pflege anstalten Deutschlands Fräulein Weinreich, die Gesellschaft „Crt" Direktor Gräg, die Gesellschaft „Ose" Dr. BrutzkuS und Dr. Clubwanger, die Jüdische Gemeinde Berlin und das Wohlfahrtsamt der Berliner Gemeinde Caspary, die Jüdische Kinderhilfo Dr. Stahl und Fräulein Reufeld, den Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens Frau Tr. Edelheit», die Agudas Jisroel Frau Lea Saloinon, die Zionistische Vereinigung für Deutschland Dr. Rothmann, die Gesellschaft für Familicnforschung Tr, Ezcllitzer, die Jüdische (Kemcinde BrcSlau Frau Paula Ollendorff» die Jüdische Gemeinde Frankfurt a. M. Prof. Hanauer, die Jüdische Gemeinde Köln Chaiin: Des weiteren „ahmen an der Konferenz teil: Otto Eskclcs, Jakob Lestschinsky. Frau Dr. Herta Heinrich,, Rechtsanwalt Tr. Oskar Cohn, Frau Dr. Berg-Platau, Breslau, Rabbiner Tr. Eschelbacher, Düsseldorf, Fräulein Dr. Marg. Bereut, i Prof. Seligmann, Koralnik, Frau Johanna Meyer, Schulleiter! Reschke, Fräulein Edith Cohn, Frau Scligsohn, Eieh. Sanitätscat Dr. Stern, Lewin. Frau Wronsky tiricS in ihrer Eröffnungsrede auf die dringende Rotwendigkeit hin, einmal in einem Kreise von Fachleuten die bevölkerungspolitischen Fragen durchzusprechen, die ja das brennendste Problem darstellen, das eö zur Zeit für die jüdische Gesamthe't gäbe. An ein grundlegendes Referat von Dr. Theilhaber schloß lkerungsvolitik sich eine eingehende Diskussion. Schließlich faßte die Konferenz einstimmig die folgende Resolution: '. A. Die Konferenz erkennt einmütig die Äolwendigkeit, aber auch die Möglichkeit einer einheitliche», starke», „eibewußten, umfassenden jüdischen Bevölkerungspolitik zur Erh>r!tn»g von ,'irifl und Zahl der Judenheit an. kt. Die Konferenz bejaht die Rotwendigleit des Zusani.neniwirkenS aller im Judentum lebenden religiöse», ethisch,'» und wirtschaftlichen.Ideen und Kräfte zu diesem Ziele und ruft alle -in öffentlichen Leben stehenden Männer und' Frairen, vor alle.» die Rabbiner, die Lehrer, die Aerztc, die lüemeindevorilätide n»o besonder? auch die jüdische Jugend zu gemeinsamer Arbeit auf. 0. Tie Konferenz erkennt als ihre grundlegende lieber;eug»»z an, daß — insbesondere in einer Zeit schwerer >oirtsckaftlick»er Rot — von einer Gemeinschaft die gebieterische Forderung auf ihre eigene Erhaltung durch cKeburtenvermehrung nur dann gestellt werden darf und kann, wenn diese Gemeinschaft l>ereit in. ihr Letztes au die wirtsch>rftliche Hilfe und Sicherstellung der Geborenen zu setzen. D. Deshalb richtet die Konferenz ihren besonderen starken und eindringlichen Aufruf an die jüdischen ,'temeinde». i» viel höherem Umfange als bisher aktive und produktive Bevölkerungspolitik im Sinne einer gehobenen Sozialpolitik zu treiben auf allen Gebiete» deö jüdischen Lebens, besonders aber: 1. i» einer weitgehende» Wohnung?- und Siedlungspoliti!; 2. in der Arbeit?» und Berufsfürsorge; 3. in ihrer eigenen Gehalts», und Beamtenpolitit im S:n»e einer Bevorzugung der kinderreichen Familien;' 4. i» der Verstärkung und Zusammenfassung der jüöisel>en Mütter-, Kinder-, Jugendschuv-'und Jugendpflegebestrebungen und derjenigen der l>iesundheitsfürsorgc, der hauSwirtschafllichen Ausbildung und körperliche» Kräftigung; 2. in der Einrichtung von Jugend, und EheberatungSsrellen sowie in der Forderung aller Maßnahmen, die zur. Schließung jüdischer Ehen dienen; I Für den Inhalt der Inserate übernehmen Gemefnde^orstand und Pressekommission keine Verantwortung! Kapettmeister J^jCLrt empfiehlt sich für erstklassige musikalische Darbietungen bei 7eSttichkeiten Jeder CLrt, wie Konzerten. Der- , einsueranstaltungen, Hätten, hochzelten usw. ‘Übernehme auf Wunsch Besetzung der llpPette ln Jeder Qröße, sowie auch Jazzband, deren Leistungen sich allgemeiner HeUebthelt erfreuen. CLnfragen und Hesteltungen beliebe man rechtzeitig zu machen, um alten Wünschen Rechnung tragen zu können. Dresden-Q. 26, fbramsefrstr. 18 n, rechts Telephon i 12 491 nDD . "pD Mazzoth, Mazzomehl und samt! Kolonialwaren liefert zu äußerst billigen Preisen Frau Minna Schapira Dresden - A. 1, Große Kirchgasse 1111 Lieferung frei Haus J