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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-04-01 · 4 (4.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
4 (4.1929)
Date
1929-04-01
Page
[Seite] (sequence 22)
Language
German
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Seite IS Gemeindeblatt der Israelin ischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 4 Seht:e T'filoh Pin Werk v. n Lberkantor Hofstein ,jn icincm 7n. Geburtstatt in an dieser Stelle gifagt worden, ivorin das Verdienst unsres Raphael .hofstein um 'den Synaaoaenaesansi bestellt: er ist nickt nur ein insgezeichneter Ebaian. er in anck ein Bewahrer der alten?orbcterkradition. ^n doppeltem Sinne: er kennt eine nnendlicke Aülle alter und ältester Melodien und iveiß sie in in mer neuen Variationen seinen Znbörern zn bieten: dann aber weiß er anck all das alte Melebiengnt anfzu zeichnen. Und er tut das mit Fröner triebe und tx'wnndernsivertein Fle ß. So bat nck eine nattlicke Sanimlung schönster Rezit itive und Gelwtswei'en .mgebäint und ist zu einem ninfangrc chen Bande aitjteipack'en. Tazwiscken anck vierstiininige lKesj nge. Kantor-Soli mit und ebne Begleitung. Viele sind uns ans der Srmagoge bekannt, ein weit größerer Teil ccher i t in Tresden nock nickt erklimmten, iveil unser Gebetbuch die vierte nickt entbält. die Hofstein komponiert bat. Ein jüdischer Meisterfänger c.eburisrag des langjährigen Kasseler s?eldenrt:nor-:- 2 , >1 m u „ d W e l i l i n (i c r der Tckwregervaier untre ehrten <>-eme in de mi l g l ie de s Tr. Richard Elb -- hat dem dienten und duck io bescheidenen Künstler nickt nur eine von Ehrungen eingebrackk, sondern erneut viele Moment, dieser reicken Laufbahn an-:- Lickt gezogen, die von allgem '\iueieiie »ameiiilick fiir uns >üdiscke Menscken sind. 2 dock iiickl nur die c ii i c n der M u n st an Wclksingers in dem kleinen mährischen L rte->tromau, sondern zugleich guten l'ietner, denen Weltlinger sein aiisgesvrocken j ü d i H e r z verdankt. Nus seine Kunst angewendet,, kann man 2 e c 1 e nennen, die in seinem besang lebt und die uns mit Vergeistigung iiameiitlick leidende .Melden groben AormatS Eleazar, seloreitaii, Taiinhänser, Tristan, nahegebrackl Weltlinger mar aber bei aller Künstlersckaft ein fast zu b lick gesinnter enick, und dieses M e n jck c n t u m verver> güllc aus inem tbnden Piegc ll die ck es i s die ihrer iwie bat. rgerauck! erzeit äfigkeit ls er wieder aut jüdiscker tKrundlage hat sick ebenso stark je in einem ganz iiiigewöhnlicke» Familiensinn, in Wählt -und Pslickttreiie geäußert. Weltlinger tit aber cruck insofern ein P H ä n d m e n, seine Laufbahn, wenn man so sagen will, sckon als Kna ie begann und nock heute fast im Pollbesitze feiner mäcktigen, »inkel timbrierten Ttimme ist. die ihm. wo es auck war, die .' »erzen der Hörer erschlossen hat. .humorvoll hat er oft davon e :zählt, wie er — heute kaum denkbar — bei den Prozessionen in seiner .■öcinmt mitsang, wie er als Aünfjährigcr einen Klingel naben : lehben ,ähltei in Äeverbeers ..Prophet" gab, und der damalige ^oh. von -eine Rolle, die er tpiiter selbst zu einer seiner besten ihn gerührt auf den Arm nahm und ihm eine glänzende Ztikunst prophezeite. Trotz dieser Naturveranlagung war aber linger erst Ingenieur, bis ihn kein Geringerer als der (' eneral Benedek, der ihn protegierte und von dem Weltlinger ein: bare Uhr als Erinnerung besitzt, vcranlaßtc, sick endgült g der Kunst zu widmen, Er entfckied sick für die Cpcr, Hätte al er, da er, ans frommem Hause stammend, über ein nickt gcwöh ilickcS Mag an jüdisckem Wisieii verfügt, ein-zweifellos ebenso glinzcnder Porbetcr werden können, wozu es ihm an verlockendeil Angeboten nickt fehlte. Reizend ist auck, wie Weltlinger tinter der Tirekti, n des bühnengewaltigen Pollini in Hamburg seine Gattin k innenlernte, die nock jngendlicke, aber sckon gefeierte 2c ngerin Therese Pollack, von'der er trotz dem Namen nick: sicker war, ob sie güdin sei. Ta kam das junge Ting einmal verspätet atemder unter zur Probe und fragte den bereits in sie verliebten Kollegen los: »Wo halten wirk" Nun wußte er Bescheid, n id Herzensbund, dem der damalige Lberrabbincr Leimdörfer Weltkost- Es ist bezeichnend siir Hosstein, daß er sein Werk „Schirc T'filoh" nennt. Lieder des Gebetes. Tenn Hofstein ist cs beim Singen jininer »in das Gebet zu tuit, nicht nin den (besang. Und das ist der -Hauptvorzug dieses Werkes: es sind Melodien eines von religiöser Inbrunst Erfüllten. Sie sind aber noch Manuskript. Sie verdienten gedruckt zu lverdcn. Vorbild für künftige Generationen von Stau» toren. Wir wissen, daß Sänger wie Hofstein nicht wiederkontincn. Und Tresden sollte einst mit Stolz seinen künftigen Vorsängern das Werk zeigen können: „So etwas ist in Tresden geschrieben worden, und wir haben es beivcihrt." Autoritäteit haben die Gesänge und namentlich die Anfzeichnnngen alter Weisen und Hofsteins Rezitative in altem Stil für Perlen des alten Ebasonus erklärt. An der Tresdner Gemeinde ivird es sein, zu enveisen, daß sie noch Sinn für das Schaffen eines verdienstvollen jüdischen Meistersingers hat. ' Dr. Leo Fantl sensationeller Anteil nähme des Hamburger PnbUknms die Weihe gab, war besiegelt. Mit Reckt pflegt Weltlinger von sich zu sagen: er sei der anständigste Aaust, er habe sein Gretcken geheiratet. O» Kassel am Kgl. Theater hat dann Weltlinger 19 aahrc laug alle großen Helden allein verkörpert. Tein Repertoire bcjtand ans rund hundert verschiedenen, nur nack dein Notenbilde, vom Blatt erlernten Partien, die er — auch ein Zeichen seiner iiiigewöhnlicke» Musikalität — im allgemeinen so weit beherrschte, daß er sich im Nu und ohne Probe von der einen auf die andre umzusteUeii verstand. Noch int' Glanze, zog sick Weltlinger ganz von der Bühne zurück, wurde G x m e i it b c ii 11 e jt c r, in welcher Eigenschaft er sick besonders um die Hebung des Chorgesanges bei den Kasseler Gottesdiensten verdient gemacht hat, und betreibt seit fahren gemeinsam mit seiner Gattin eine sehr erfolgreiche gesangspädagogische Tätigkeit. Möge sie — mit ihren Tädeu weit über Kassel hinausreichend — bei aller, Hingabe. die dieser verantwortungsvolle Berns verlangt, den Künstler, der dem Judentum immerdar zur Ehre gereicht hat, noch lange in gesegneter Arische erhalten! Viele starke. Damen. wissen noa& niefrt, daß durdfr das weltberühmte amerikanisch -OKieder ihre. anormale 7ütle richtig i^rieiß ivird und ihre 9igur die moderne schlanke Cinie bekommt. Ihr Qüfiumfang vermindert siefr um 5—10 cm. Siehe JCtustr.. „Die Dame", „Ctegante lüetl" asm. Corselette u. 13Qüftformero. 11.- an. CUleinoerkaufi Spezial-Corsetgescf)ä/t 1. 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