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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1929-03-01 · 3 (3.1929) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
5 (1929)
Issue
3 (3.1929)
Date
1929-03-01
Page
[Seite] (sequence 23)
Language
German
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Nr. 3 lemeindeblatt der Israelitischen ReligionSgemeiirde Dresden Seite 19 Als den Repräsentanten der deutschen Judenheit begrüßte tr Herrn Kammergerichtsrat Leo Wolfs, Vorsitzenden des Rate» dis Preußischen Landesverbandes jüdischer Gemeinden und der Reichearbeitsgemeinschaft der deutschen Juden. Pom Eentralverein hatten sich u. a. der erste Vorsitzende. Justizrat Dr. Brodnih, und dir Syndikus, Dr. Alfred Wiener, eingefunden. Der Hilfsverein der Deutschen Juden hatte ein Begrützungstelegramm gesandt.!• Dr. Löwenstein sprach Worte des Gedenkens an die im Weltkrieg gefallenen Kameraden. Unter den Klängen des LiedeS: »Ich chatt einen Kameraden" ehrte die Versau mlung stehend das Gedächtnis der Toten. In einem Ueberblick über das vergangene Jahrzehnt legte der Vorsitzende die Arbeit und die Aufgaben des Bundes dqr: Der Reichsbund zählt heute 16 Landesverbände mit mehrerjen 100 Ortsgruppen. Mit Erfolg kämpfte er gegen die Lüge an, daß die jüdische Bevölkerung im Kriege ihre Pflicht nicht erfüllt hätte. Der Reichsbund ist jetzt in der Lage, dokumentarisch einwandfrei nachzuweisen, daß von den 540 000 deutschen Juden mehr üls 100 000 im Heeresdienste gestanden haben; über 80 000 kämpften an der Front, 12 000 fielen auf dem Felde der Ehre. Noch in diesem Jahre wird das Gedenkbuch für die jüdischen Gefallenen erscheinen. Wir deutschen Juden, sagte der Redner, die seit anderthalb Jahrtausenden auf deutschem Boden leben, sollten es nicht nötig haben, uns gegen Leute wehren zu müssen, die uns als Raffe herabzusetzen versuchen. Das deutsche Judentum hat dem Vatcrlande alles gegeben, was das Vaterland von ihm zu verlangen hat, und gstuz gewiß soviel, als eS seiner Zahl entspricht. Unser Kampf gingen den Antisemitismus wird nicht allein im Jntereffe der deutschen Juden, sondern auch im Jntereffe des deutschen Vaterlandes geführt. Unsere Devise bleibt: »Chasak we-emozl" (Sei stark und mutig!) lieber die besonderen Aufgaben des Bundes sprach RechtSanchalt Dr. Landenberger, Nürnberg, der auch die Grütze des bayerischen Landesverbandes des RjF. und des Landesverbandes jüdischer Ge meinden Bayerns überbrachte. Er referierte über die zwei Haupt tätigkeiten des RjF.: Ertüchtigung der Jugend durch Sport!und Gründung jüdischer Siedlungen in Deutschland. Eingehend skizzierte er auch die Abwehrziele des RjF., der antisemitischen Angriffen mit aller Entschloffenheit entgegentreten wird für! das angegriffene Judentum und für den guten Ruf des deutschest Volkes. In diesem Sinne ist die Sportbetätigung des RjF. uns des von ihm sportlich ausgebildeten Jugend auch eine Betätigung der Abwehr. Kammergerichtsrat Wolfs sprach namens des Preußischen Landesverbandes, der Reichsarbeitsgemeinschast und der Jüdischen Gemeinde Berlin ein kurzes Dctnkvswort. Der RjF., sagte er, ist auch dazu berufen, die Verantwortung mitzutragen, daß der Menschheit der Friede erhalten bleibt.: Für seine Ziele, körperliche Erlüchtigung der Jugend und Rückführung der Juden zur Scholle, hat der RjF. die Sympathie und die Unterstützung des Preußischen Landesverbandes. Tie Arbeit. des RjF. kommt dem gesamten deutschen Judentum und somit dem gesamten deutschen Vaterlande zugute. Der Vorsitzende Tr. ^Löwenstein brachte ein dreimaliges Hoch auf das deutsche Vaterland auS, in das alle Anwesenden ein stimmten. Mit dem Absingen des Deutschlandliedes war die Kundgebung zu Ende. Am Sonntag fand ein Festgottesdienst in der Synagoge Oranienburger Straße statt, bei dem Rabbiner Dr. Salomonski, der als Feldgeistlicher den Krieg mitgemacht hat, die Predigt hielt. Aus den Gräbern der Garnisonfriedhöfe und den Heldenmalcn aller Konfessionen wurden Kränze des Reichsbundes niedergelegt. In den Germaniasälen, Chauffeestraße, fanden sportliche Vorführungen der Ortsgruppe Berlin statt, an die sich ein Zusammensein der Festteilnehmer schloß. Im Brüdervereinshaus, Kurfürstenstraße, gab der Bundesvorstand den Vertretern der Landesverbände und Ortsgruppen ein Festbankett. Bei den dort gehaltenen Reden kam noch einmal der ernste Wille züm Ausdruck, die Aufgaben des RjF. auch im zweiten Jahrzehnt i seines Bestehens tatkräftig durchzuführen. I Reichspräsident v. Hindenburg sendet dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten seinen kameradschaftlichen Gruß. Berlin. Txr Reichs- Hund jüdischer Frontsoldaten hat anläßlich seines zehnjährigen Bestehens an den Herrn Reichspräsidenten ein Begrützungstelegramm gesandt und folgendes Antwortschreiben erhalten: »Dem Reichsbund jüdischer Frontsoldaten danke fch herzlichst für das freundliche Meingedenken bei der Feier seines zehnjährigen Bestehens und das mir ausgesprochene Gelöbnis der ^reue. Mit kameradschaftlichem Gruß v. Hindenburg."; CENTRAL-THEATER Rul 12(12 Für all* Variete- und Operettenfreunde im Mdra in einem Programm, allabendlich I Uhr Artisten aller Welt 1. Nell Ar Gerte« akrobatische Komik In höchster Vollendung 2. NereTde, die Erschaffung des Weibes aus dem Nichiji 3. Boom Bros« unerhörte Tanzexzentriks von Weltruf j 4. Rudolf Miliar« der bestbekannte sftchslsche Humorist 5. Prodorle v. d. Molen« die lustige Zeicheorevue quer duren Dresden AnschlieAend Enscmble-Operettengaslspiel des Berliner Theater dee Westens Die ungeküßte Eva Operette von Martin Knopf Original Slarbeseliung: Grete Brill, Else Böttotaer, Oaear Nerada, Herbert Kieper, Helos Joachim Langwlts In einer Vorstellung dieses bisher in Oiesden nie gebotene Riesenprogramm! 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