Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 3 (7.1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- [Seite] (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 3 iemeindeblatt der Israel irischen Religionsgemeinde Dresden Seite 19 Von keinem Geheimbull, soll die Rede sei», auch „ cht von einem Buch der Toten. Wohl aber vom Buche ei„G LerswrbenenH eines, dessen Andenken unsre (Gemeinde el rt und obren wird. Julius S o n d h e i m ist der Auto,; dieser Schrift; Verfasser wie Werk — ein Original. Ein Lehrbuch siir Synagogenbeamte, ein .stompendium des Synigogendienstes. das Regiebuch des Aussich,sbea,ulen. Da „ei, alles darin für jeden Tag im Jahr des Juden. Julius SnNdheim mar wohl der gewissenhafteste und korrekteste Beamte, der je in Dresden dem Vorbeter den Kidduschbecher reichte. In dieser Geste lag eine unnachahmliche Würde Würde war Sondhein, zur zweiten Natur geworden. Jeder, der Einheimische wie der Jremde, mutzte vor Sondheim Respekt haben, wenn dieser, stets in korrekter Haltung und Kleidung. j>em ins Gemeindeamt Eiutretenden entgegenkam. Takt, das war es. was Sondheim fast wie eine Kunst beherrschte und ausübte, er aber auch von jeden,, mit dem er zu tun hatte, erwartete. Und wer ihn kannte, konnte gar nicht anders als mit Respekt zu ihm sprechen. Gemeindemitglieder. Kollegen. Vorstands- und Kommissionsmitglieder, sie sahen in Sondheim das Vorbild des gewissenhaften Und taktvollen Mannes. Es war wirklich eine Ehrung, wenn Sondheim die Mitteilung überbrachte, datz man zur Thora gerufen sei. Die oft störend plumpe Vertraulichkeit, die manch!' einer seiner Berufsgenossen in andern Gemeinden bei solcher Gelegenheit zur Schau trägt, war ihm fremd. Der Verkehr mit ihm war in Synagoge und Gemeindeamt ein Vergnügen. Dieser Mann wär erfüllt von der Würde des Dienstes am Heiligen, strahlte Würde aus und hat gar manchem den Respekt vor den Einrichtungen des Gotteshauses wieder ins (Gedächtnis zurückgerufen. Und Würde spricht aus de. Buch, das er seinen Nachfolgern hinterlassen. , Ta fehlt nichts, was im Laufe des Jahres an wichtigen Ereignissen eintreten könnte, da ist keine Möglich eit ver gessen, die den Synagogenbeamten in Verlegen!', it sehe» Das schwarze Buch In», Gedächtnis Julius' Sondheims gauzcn könnte. Jür alles Mat: wann zwei, jvanu gar drei Tkvrarollcn gebraucht werden, wann die Syiiagoge init Blumen zu dekorieren sei, wann der Rabbiner „Schlischi" aufzurusen. wann er Maftir sei, aber auch wann der Vorhang vor der Bundeslade weist, wann bunt, wann schivarz zu sein habe. Die hohen Jeiertagc »mchen natürlich die grössten Sorgen. Tie Vermietung von Betplätzen betreute Sondhein, seit Jahrzehnten. Sie hat Jf,,» schnurre Tage gemacht. Denn die Synagoge reich, ja bekauuuich schon seit lange», nicht aus. alle, die da beten wollen, einzulassen. Und alljährlich, wenn der Sommer sich regt, beginnt der grotze Aufmarsch der Gemeinde»,itglieder, derer, die besorgt sind, ihren Platz zu verlieren, und derer, die da stolz i», Besitz und Recht sind, und derer, die seit Jahren die vergebliche Schicksalsfrage tun: „Bekomme ich endlich dieses Jahr einen Platz?" Und Sondheim diesem Sturm staudhalten zu sehen, war ein Kapitel für sich. Innerlich aufs schwerste beunruhtgt, äutzerlich ein unbeweglicher Fels, gab er Antwort und Auskunft, vertröstete, versprach. Sondheim dachte an alles. Obgleich er einen Generalstab yon Untergebenen. Aufsichtsbeamten, Dientzr». Helfern befehligte. sah er überall selbst nach. Nichts war ihm zu gering, za unwichtig. Und daruni war auch alles stets blank, sauber, in Ordnung. „Sitze Nachsehen wegen Quietschen", steht wörtlich im „schwarzen Buch", im Kapitel, das von der Arbeit vor den Ieicrtagei, handelt ... .; ' Sie iverden immer tveniger, die Sy»agogenbea»,teii vom alte» Schlag, die Originale der Dresdner Gemeinde sind all mählich, einer nach dem andern, dabingegangen. Der alte, gemütliche Holschaur, Jakob Lederer, der gutmütige, stolze, 'ordengeschmü'ckte .Kämpfer von Wij, WMi, ls7<) 71. Und wenn wir in diesem Jahre am!>. Ab die Gräber abi,breiten, dann werden wir an einem der neuen Hügel verweilen: „Nun auch der alte Sondheim!" D r. Leo F ii» t I. , FLÜGEL UND PIANINOS In anerkannter Vollkommenheit FABRIK U.NIEDERL.i BLASEWITZER STR. 18 FlTTTFTSTTTnm SEIT JAHRZEHNTEN GLÄNZENDE EMPFEH- LUNGEN AUS DER HIESIGEN GEMEINDE SEHR ENTGEGENKOMMENDE PREISE UND BEDINGUNGEN AllUN SCHMIDT >J£ancle£ _Piflmihter Sfr. 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