Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 1 (5.1928)
- Date
- 1928-05-01
- Page
- [Seite] (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 16 @ emeinbej&Iatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Rr. 1 Me verfafflloqSttene» Partei«» Iqegen de» gudeähatz .Die ärotzen En Nchidnirgen des £0. Mai" war das Ttfema einet Äut^eibiind, zu der der Een kralverein deutscher Staatsbürger jüdischen Maudens am 8.'Mai in die svichrnsäle in Berlin eingeladen hatte. Der Vorsitzende des Vereins, Jusrizrat Dr. Brodn , tz, begrüßle die nach Hunüereen zahlenden Erschienenen und wie-:- >darnsif hin, daß der Eentralverchn fest auf dem Baden der Weimarer! Verfassung siehe und deshalb allen Parteien gegenüber, die diese Verfassung ihrem Wortlaut und ihrem Geiste nach achteten, inir völliger Neutralität geyenüberslehe. Rechtsanwalt Dr. Bruito Weil, der stellvertretend« Vorsitzende des Central» vereins, hielt darauf, oft von stürmischer Zustimmung unterbrochen, >das iöauptreferat. Er zeichnete di« Entwicklung des Ge. dankens von der Gleichheit aller Manschen nach, die von dem iilebok des! Alten Destameuts .Liebe deinen Nächsten loie dich selbst" über die Gründung der christlichen Religion vis zur Verbündung der Menschenrechte durch di« große französische Revolution hinsühvr. ilndem Beispiel des Nationalgefühls der deutschen Fürsten wies er nach .wie jung im Verhältnis zu andern'Nationen >dos Nationaliwtühl bet deukjchn Volkes sei, und in welchm Umfange demgegenüber! die deutsch» Fuden, die seil einem Jahrhundert erst als Bürgch an dem Schicksal ihres Vaterlandes Anteil haben dürfen, deutsche- Rai ionalgefühl auch durch di« Dar schon bewiesen hätten. Der völkisch» Bewegung, die die staatsbürgerlich Gleichberechtigung nicht von der Gesinnung und ihrer Betätigung, sondern von äußeren Merkmalen und mystijschm Bluraberglauben abhängig mach» wolle, müsse das Bekenntnis aller Bürger, die zur Verfavung und ihren großen ethischem Grundlinien stehen, «ntgegengeskejllr werden. hierauf ergrnffen in offiziellem Aufträge rhfer Parteien Landragsabgehrdneler Lberregierungsrat Dr. Mehren von der Demokratischen Partei,, Herr Max WestpH a l vom Parteivorsrand der sozialdemokratisch» Partei, Dr. D o m k e für das Zentrum sind Reichswgsabgeordneter Reich-miniiter a. D. Dr. von Raumer für die Deutsche Volksparte i das Wort. Landrägsabgeordneler lberregierungsrat Tr.-Merlen, der Vorsitzende der Berliner Demokratisch,! Partei, sprach von der riesen Besvunberung und aufrichtigen Verehrung, die er für die hervorragende Leistung und den glänzenden- Anteil!der deutschen ^uüen an der Entwicklung der deutschen Kultur empfinde, lieber »die Auswüchse des Antisemitismus im einzelnen verbreitete sich der Rediler nicht zweiter; er setzte voraus, daß sie durch die ,.E. V.»Zeitung", deren Lektüre ihm immer große Freude bereite, den Anwesenden bekannt seien. Die! antisemitische Bewegung sei in den lfl-ien Momrien in Berlin zweifellos wieder gewachsen. Merren biob hervor, baß der .Kampf, den wir führen, nicht so sehr ein Kampf gegen die Entrechtung, fondern'ein Kampf gegen die Gleict-bcrecbngung aller Staatsbürger ohne Rücksicht auf di« Bekenntnisse in. Es gilt, mit allen verfassungstreuen Parteien zu kämpsen für eine freiheitlich, soziale ^und wihrhasl nationale 'Politik auf Sem Boden der Republik zum Beiten des großen deiit'chn! Volkes. Rar kW e it p h a l, Mitglied des Parleivorstandes der sozialdemokratijschn^ Partei, erklärte ungefähr folgendes: Tie sozialdemokratisch Partei har stets den Khmpf für die völlige GleichberechtigrMg aller Staatsbürger, auch der Arbeiter, geführt, sie Kal nie gefragt, ob es sich um Fudfn oder Nichtjuden, sondern itc:-:-, ob es sich um arbeitende Menschen handelt, und so den Biweis gelitferl, daß sie sich für unbedingte Gleichberechtigung aller Staatsbürger, unabhängig von Religion und Rage, einsetzt. .Tie Sozialdemokratie hat sich in ihrem Kampfe gegen diese antisemilischen Beirrebiingen niemals durch »och so bösartige Anwürfe beirren lfn'ien." Der Redner schließt mit dem, Wunsch, daß sich an dem festen Walle seine« Partei auch fernerhin die Fluten der Antisemitismus brechn werden. Dr T o m k c , der 2. Vorsitzende der Berliner Zentrumspartci, führte aus: Das Zeutrum bcMnstigt alle Bestrebungen, die auf einen engen Zusammenschluß aller wahrhaft nationalen Kräfte hinzielcn. Das Zentrum steht fest zur Versagung. Gemeinsam ist .-ns mit de» jüdischen Volksgenossen der Leidensweg, den wir lll' und verwandle Artikel in reichhaltigster Auswahl von einfachster bis feinster Ausführung. Künstlerische1 Entwürfe in eigener Fabrik. Beratungen, Kostenanschläge u. Zeichnungen bei Neueinrichtung ganzer Wohnungen, Einfamilienhäuser-, Gasthäuser, Kaffees usw. unter Berücksichtigung besonderer Wünsche koslenl. durch erste Fachleute Täglich Eingang von Neuheiten Größtes Spezialgeschäft der Gardinenbranche Vertrieb von Erzeugnissen satte.Gardinenöbriken Hugo Neumann Bgenc _»r-_ I.IL' fthrik Hauptgeschäft: Dr esden.Marsdiallstr.12 14 Fabrik: Dresden-A., Ziegelstraße 7 Ruf 21373 und 20444 Zweiggeschäfte: Dresden: Mat schallst raße 12 14* Vttttodastraße 3 . 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