Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Journal
- Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
- Volume
- 3 (1927-1928)
- Issue
- 9 (31.1.1928)
- Date
- 1928-01-31
- Page
- [Seite] (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 18 Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden Nr. 9 Dem allgemeinen Tätigkeitsbericht ist zu entnehmen, daß im Verbände 30 Junggruppen Mit etwa 860 Mitgliedern bestehen, in einigen Landesverbänden befindet sich bereits.ein Junggruppler im Borstande. Die VerbandSzeetschrist (»Ter Jugenübund") «ntbält eine eigene Rubrik für di« Junggruppen. Das Ergebnis der gesamten offiziellen und inoffiziellen Aussprache wurde zum Schluß in folgender Kundgebung zum Ausdruck gebracht, die einmütige Zustimmung fand: »Nach eingehender Aussprache bekennen sich die in Düsseldorf am 25. und 26. Dezember 1927 versammelten Führer der Jungaruppen des Verbandes zur unbedingten Notwendigkeit, ihre Gruppenunter Wahrung echter Ueberparteilichkeit zu führen und sie damit zu starken Mitträgern der Verbands- , d e e zu machen. Aus dieser Einordnung in das Bcrbandsganze erheben die Führer der Junggruppen die Forderung an die Führer des Verbandeö und der Vereine, es als eine ihrer vornehmsten Aufgaben zu befrachten, den Junggruppen die Selbständigkeit und Freiheit innerhalb ihrer Arbeit zu geben, di« ihnen allein die Möglichkeit zu gedeihlicher Entwicklung bietet." Bereinigung Jüdischer Studierender Tresdens Am 19. Jairuar veranstaltete die BIS. im kleinen Saale des Künstlerhauses einen Vortragsabend, bei welchem cand. ing. Zimmet vor einer größeren Zahl von Zuhörern über das Thema »Mensch und Technik" sprach, so viele, die sich mit den Problemen des Lebens befasst*», vermissen oft die Kenntnis über jene kulurellen Zusammenhänge, die zwischen den Menschen von heute und den vielen technischen Dingen bestehen. Gerade aktuellen Fragen legt man den »modernen" Menschen zugrunde, ohne zu wissen, woher dieser Begriff kommt. Man ahnt, daß unser technisches Zeitalter b-estimmend für das Wesen der jungen Generation geworden ist, aber man t>elegr diese Erscheinung nur mit den augenfälligen Ernrtfmrt.Kii, den bekannten technischen Neuerungen, hinter denen man ein paar Genies vermutet. Ueberall da, wo Menschen zu einer Gemeinschaft -zusammengeschlossen sind, wo man von Organisation sprechen kann, ist Technik. Eine ruhende Maschine ebenso wie ein unbewohntes Haus zeugen von ihr, aber sie sind es nicht. Ter Mensch ist das erste Werkzeug der Technik. Von der Thpenievmaschine bis zur Drehbank, von der Straßenbahn bis zum Fahriruhl, sie alle sind nicht durch ihre Erfinder, sondern durch ihre Wärter Teile der Technik. Im Laufe der Zeiten entwickelt« der menschliche Geist die Technik und diese wiederum schrieb ihm mehr und mehr neue Lebensbcdingungen vor. In diesem Sinne sprach der Redner über die Grundlagen der Organisation, über die Ar» beirsleilung, über Leistungssteigerung bei Arbeitern und führte aus, wie hier die Technik planmäßig auf Grund wissenschaftlicher Theorien nicht nur in Fabriken, sondern in jeder menschlichen. Arbeitsgemeinschaft Platz greift. Ter außerhalb stehende^Mensch erkennt staunend ihre Wirkungen und, wenn er auch bald darüber hinweggeh:, so eignet er sich doch unbewußt manches von ihrem Geiste an. Ter Arbeiter, im weitesten Sinne Des Wortes, muß bei Ser ^chn:k in die Schule gehen, um sich durch Hebung und Erfahrung das Können -anzueignen, mit dem er seinen Posten restlos ausfüllen kann. Eine besondere Wissenschaft, die Psychotechnik, bar es sich zur Aufgabe gemacht, Methoden zu erfinden, um die Fähigkeiten des einzelnen festzustellen oder ihn für die Eignung zu bestimmten Tätigkeiten zu prüfen. Sehr interessant« Wege werden hier beschriften und vielfach werden damit der Berufsberatung sehr gute Dienste geleistet. Der Vortragende verstand es, diese grundlegenden Beziehungen zwischen Mensch und- Technik duherovdentlich fesselnd darzulegen. Auf Grund vieler Beispiel« und Anekdoten aus dem praktischen Leben, sowie wohlgelungener psychotechnischer Experimente war dieser Vortrag dem Laien ohne weiteres verständlich und dieser Abend lehrreich und unterhaltend zugleich. Herr Zimmer fand großen Beifall. Davon ausgehend, daß dieser erste Vortrag der VJs. eine einführende Uebersicht geben soll»«, sind des weiteren einige spezielle Vorträge geplant. Anfang Februar wird .Herr Diplomingenieur Reiter über das Thema »Der Mensch an der Maschine" sprechen. An anderen Veranstaltungen im Februar, bei denen Gäste sehr willkommen sind, hat die Bereinigung Jüdischer Studierender" einen Vortrag >des Herrn Guttmann, Hall«: »Kolonisationsprobteme der Krim und Palästinas" und ei nexz^ musikalischen Abend vorgesehen. _ > A m 2 0. Februar find,el u n hei Mitwirkung namhafter Künstler im kleinenSaal der Ausstellung der Ball der jüdischen 2 tu dXerend«n statt. Ta der Zweck dieser Veranstaltung die Gründung einer Darlehnskaff« und eines Heimes ist, erhoffen di« jüdischest Studierenden einen recht zahlreichen Besuch. Bruno Reiter. Jüdische Vereinigung „Esra", e. v. - In der am 12. Januar stattgehabten Generalversammlung wurden in den Vorstand gewählt die Herren Paul Lehmann. Marcuß Kohn,- Bernhard Isaak, Peter Kogan, Adolf Zonenstein. Josef Sonnenschein. Josef Pacovsky, Martin Szybilski und Frau Paula Paglin. Herr Oberkantor Raphael Hofstein, der Gründer der Vereinigung, wurde anläßlich seines 70. Geburtstages zum Ehrenmitgliede ernannt. — Für das Wittterprogramm sind neben geselligen Veranstaltungen Vorträge prominenter Persönlichke,ten über aktuelle Themen aus Wissenschaft uist» Leben de« Judentums vorgesehen. Einladungen erfolgen fernerhin nur noch monatlick, all« Zusammenkünfte finden Donnerstags in der Kaufmannschaft, Ostraallee (Eingang Malergähchen) statt. Gäste können nur nach vorheriger Anmeldung jn der Geschäftsstelle (Reißigerstr. 49.2., Fernsprecher 36 768) «ingeführt werden. Führerloser des Kadimah Jn der Zeit vom 26. Dezember bis zum 1. Januar fand in Schmiedeberg (Riesengebirgc) das erste Führerlager der Kadimah statt. An ihm nahmen 60 Führer und Führerinnen des Bundes tefl. Entsprechend der außerordentlichen Wichtigkeit, die der Bund der planmäßigen Durchbildung seiner Führer zumißt, war das Lager nrit größter Sorgfalt vorbereitet und befriedigte nach seinem inneren und äußeren Verlauf sämtliche Teilnehmer. Im Gegensatz zu früheren Tagungen wurdest bundesideologische Fragen nicht besprachen;- dagegen standen im Mittelpunkt der geleisteten Arbeit pädagogische Fragen. Für di« Behandlung des allgemeinen pädagogischen Teiles, hatte sich der Privatdozent der Hamburger Universität, Tr. Eurt Boichy, zur Verfügung gestellt. Jn dreitägiger, intensivster Arbeit rm Plenum und in kleineren Kreisen wurde unter der Leitung Dr. Bondhs zu folgenden Fragen Stellung genommen: Grundfragen der Pädagogik uird Psychologie. Grenzen der Erziehung, der Führer, der Zug, Lebenshaltung, die sexuelle Frag«, Probleme der geistigen Erziehung, Erziehungsziel und Bildungsideal, Zwang und Freiheit in der Erziehung. Außer den eistleitenden Referaten Dr.. Bondys wurden ein« Anzahl Sonderreferaie von Führern des Bundes gehalten. Der ausgezeichneten »... . straffen und iacyllcven Leitung dieses Teiles durch SWMafStOjf Dr. Bondy. der es verstand, sich dem besonderen Charakter des Bundes anzupaffen, und dir wirklichenFragen eineSJugendbundeS in den Boi derprund zu stellen, ist das Gelingen der Tagung zu einrm sehr großen Teil« zu verdanken. Besonderes Gewicht wurde auch auldie Behandlung der Fragen jüdik-ber »nd hebräischer Arbeit aeleat. Hier war eS gelungen, für das Hauptreferat Herrn Dr. Mayör, Zwickau, zu gewinnen, dessen lebendig« Ausführungen stärkstes I b*r»U geführt Das beste sächsisch'deuisdie Erzeugnis / 11-14731 t \ J K9Uha 1)*’° / üjU>Kter