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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1927-02-28 · 10 (28.2.1927) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
2 (1926-1927)
Issue
10 (28.2.1927)
Date
1927-02-28
Page
[Seite] (sequence 12)
Language
German
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Seite 12 $erJ8MkiHort triefet Kemeinideblatt der Jsro elitischen Religionsgemeinde Dresden •4 Miibuifilfe ttitseiulCktii^ üobc machte, hiesigen armen Israeliten Bekleidung zu geivähren. Aus einem Pericht des Jahres 1879 geht hervor, daß der Fremdenunterstützungsverein seit dem Jahre 1878 auch die diesigen israelitischen Armen in den Kreis seiner Fürsorge zieht lind dementsprechend seinen Namen in Zsraelitiichcr Fremden- und Armenunterstiivungsverein um- . geivandelt hat. Im Jahre 1892 änderte die Gesellst!oft der Freunde ihren Namen in „Verein zur Bekleidnrg der Armen". Mit diesem Namen wird der Verein für Bckleidüng der Armen von jeder vom Vorstand des Arnun- und Fremdenunterstützuligsvereins mit verwaltet. Für di! Ortsarinen hatten wohltätige Geineindemitglieder nach u id nach eine große Anzahl mildtätiger Stiftungen errichtet. Insbesondere -gewährte die mit reichen Mitteln ausg istattete Wilhelm-Schie-Stiftung, deren Verwaltung dem Geneindevoi stand oblag, die Möglichkeit einer wirklich ansj felsigen lluterstützung der Ortsarmen. Außerdem erhielt der Verein auch Zuwendungen durch das Spendenbuch, das hn festlichen Anlässen zur Einzeichnung vorgelegt wurde — wie das auch heute noch geschieht. Nicht unerwähnt!arf der Name des unvergessenen Julius Salinger bleiben, der die Interessen des Vereins sachkundig, zielbewußt u id mit tvarmem Herzen vertrat, namentlich aber gemeinsun mit Herrn Vorsteher Rosenthal, Leipzig, an der Errichtung der Landeskasse Lachsen für jüdische Wanderarmenfürsorge mitarbeitete. Vorher ivar schon auf seine Initiative lner von der Dresdner Gemeinde eine „Auskunftsstelle für dasUnterstütznngswese'n" im Gemeindeamt errichtet worden. Als im August 191-1 der Krieg ausbrachj mußte der Arm, nunterstützungsverein seine Tätigkeit darauf verwenden, d e durch den Krieg in der Gemeinde selbst hervortretende Not lindern zu helfen. Trotz der hohen Ansprüche, die an ihn gestellt wurden, hat der Armenunterslützungsverein Von jehir einen Grundsatz aufs strengste durchgeführt: sich aus eigene: Lraft, das heißt durch die Beiträge, Spenden und Stiftungei seiner Mitglieder zu erhalten. Darauf hinaus geht auch las Bemühen des derzeitigen Vorstandes, .Herrn David Meyer. Um wie früher den ortsansässigen. Armen genügende, namentlich laufende, monatliche Unterstützungen gewähren zu können, sollen diese Ausführungen in einen Mahnruf an diejenigen Gcmeindemitglieder ausklingen, die bisher noch nicht aus irgendwelchen Gründen! Mitglied des Arm, nunterstützungsvereins geworden sind, sich diesem anzuschließen. Sonnabend den 19. PHrz: WoblttüfkeUslesl der Gern elndei Im Nr. 10 Israelitischer Kinderhort zu Dresden Jahre 1904 gründeten ein ige- Dwnen des .ck)westernvereins der Iraternitasloge, e. V., den Israelitisclien Kinderhort. „Dem sozialen Streben der Zeit Rechnung tragend, war man bemüht, de l unbeaufsichtigten Kindern der arbeitenden Klasse für die Nachmittage einer, Aufenthalt zu schaffen, wo sie unter Aufsicht einer geprüften Kindergärtnerin Schularbeiten, anfertigen und tpielen, wo sie an Pflichttreue, Sauberkeit, Ordnungsliebe und gutes Betragen gewöhnt werden sollten. Nicht Wohltätigkeit im landläufigen Sinne, sondern soziale und vor allen Dingen erzieheriscbe Arbeit sollte geleistet werden." Wie nötig und segensreich die Gründung des Kinder- Hortes mar, beweist dessen Entwicklung, Er wurde seinerzeit mit 20 Kindern, Knaben und Mädchen, m Alter von 4 bis l-l Jahren, eröffnet, und zwar wurde als Aufenthaltsort der Gemeindehaussaäl zur Verfügung gestellt. Infolge des zunehmenden Zuspruchs mußte der Hort ständig vergrößert werden, und befindet sich jetzt in einer $-Zimmer-Wohnung der Rietsckielstraße 13. Im Jahre 190$ waren es bereits SO Kinder täglich, und 1913 stieg die Zah!l auf 60 bis 70. die an vier Nachmittagen in der Woche den^Hort besuchten. Während im Sommer die Kinder Spaziergänge unternehmen und überhaupt viel im Freien! beschäftigt werden, werden sie im Winter zu Handfertigkeiten ungehalten die Mädchen zum Nähen, Stopfen, Strickest, Sticken usw., die Knaben zu Kleb-, Papp- und dergleichen Arbeiten. Zu diesem Zwecke wurde eine gut ausgebildete! ständige Kiltdergärtnerin, als solche ist in vorbildlicher Weise zur Zeit Fräulein Jakob tätig, angestellt, die mb Unterstützung von Damen der Loge die Kinder, die jetzt in einer Zahl von 50 bis 60 täglich den Hort besuchen, beaufsichtigt An dieser Liebestätigkeit beteiligt sich jetzt noch von den Gründerinnen des Kinderhortes in aufopfernder Weise Frfm Therese Prister. Wünschenswert wäre es, tvenn sich auch noch eine Anzahl junger Damen den vielfachen Aufgaben hes Hortes widmen würden. Jedoch nicht nur für das geistige und leibliche Wohl der den Hort besuchenden Kinder wird von dessen Leitung gesorgt, es wird ailch darauf gesehen, daß die Kinder sauber und ordentlich gekleidet gehen. Zum Chänukahfest und auch bei anderen Gelegenheiten werden dje K nder zum Teil neu eingekleidet, eine Wohltat, die meist durch reichliche Spenden (sei cs in bar, sei es in Kleidungsstückes von Gönnern des Kinderhortes ermöglicht wird. Das Chan ukahfest wurde bisher durch Veranstaltung einer besonde:en Festlichkeit begangen, wobei die Hortkinder durch Deklamationen. Aufführung von Tänzen und kleinen Theaterstücken die Resultate der geleisteten Erziehungsarbeit vor einer größerer Oeffentlichkeit zu zeigen Gelegenheit hatten. Bei diesem Anlasse wurde auch meist eine kleine Ausstellung der von den Hortkindern selbst gefertigten Handarbeiten vcranstaltet. Um nähere Fühlung mit den Eltern dßr Hortkinder zu ge winnen, finden seit zwei Jahren im Winterhalbjahr allmonatlich Elternabende statt, die, sich eines -egen Zuspruchs erfreuen.

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