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Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden · 1925-08-25 · 4 (25.8.1925) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Israelitischen Religionsgemeinde Dresden
Volume
1 (1925-1926)
Issue
4 (25.8.1925)
Date
1925-08-25
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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Seite 8 Nr. 4 iemeindeblatt der Israelitischen Heligionsgemeinde Dresden Wir bitte» unsre Gemeiudemitglieder, da- Gemeiudeblatt jedesmal bis zum Erscheinen der uächsteu Rümmer aufzubewahren, da toir die Gottesdieustzeitrn, den Monatskalender und andre wichtige Bekanntmachungen nur noch im Gemeindeblatt veröffentlichen. - Der Borstand. «Vermischtes Die SefaMtzahl der Jade«. - In der demnächst erscheinenden Nr. 5 der »Blätter für Demographie. Statistik und Wirtschaftskunde der Juden" veröffentlicht der bekannte jüdische Statistiker Jakob Lestschinsky grundlegende Unser» suckungen über die Zahl der Juden in allen Ländern -der Welt. 'Laut den letzten Volkszählungen, von denen mehrere freilich einige Jahre zurückliegen, wurden in verschiedenen Erdteilen und Ländern die folgenden Zahlen ermittelt. (Die eingeklammerten Ziffern geben die Jahreszahl der letzten Volkszählung sowie den Prozentsatz zu der Gesamtbevökkerung. an.) I. Europa: Polen (1921) 2828456 (10:4); . europäisches- Rußland (1920) 2 626 667 (2.8); Ukraine (1920) 1772479 '6,9>: sonstiges Rußland (1920) 854188 (1.2); Rumänien (1919) 834 344 '4.8,; Deutschland (1910) 575000 (1); Ungarn (1920) 473310 (2,6); Tschechoslowakei (1921 f 354342 (2.6,; England und Irland «1921) 286 000 (0.7); Oesterreich (1923) 300000 14 6-; Litauen (1923) 155126 7.6»; Frankreich (1921) 150000 (0.4); Holland (1920) 115228.(1,7); «Üiiechenland (1920) 110000(2.2); Lettland (1920) 79644 (5); europ. "Tiiikei (19221 85000 (4.5); Jugoslawien (1921) 64 221 (0,5); Belgien : 1920) 50 000 (0.7); Bulgarien (1920) 45600 (0,9); Italien (1921) 45000 ,0.1); Schweiz (1920) 20955 (0,5); Schweden (1920) 6474 (0,1); Dänemark (1921)'5924 (0.2); Estland (1922) 4639 (0,4); Spanien (1919) 4000 (0.02)'; Danzig (1919) 4000 (0,1); Portugal (1920) 2000 (0,03); Finnland (1920) 1618 (0,05); Norwegen (1920) 1457 (0,05); OÜtOraltar_(1921) 1300 (7.6); Luxemburg (1922) 1270 (0.5). — ll Asien: Asiatisches Rußland (1920) 170813 (0.5); Sibirien (1920) 32 731(0.4): Turkestan (1920) 20000 (0,8); Kaukasus usw. (1920) 58082 (0.3); Republik des Fernen Ostens (1921) 60000 (3.8); Mesopotamien ,1920) 87 488 (3.1); .Palästina (1922) 83794 (11,1); Asiatische Türke, (1922) 70 000 (0.8); Persien (1922) 55000 (0.7); itirien und Libanon (1922) 35000 (1); Arabien (1920) 25000'(P,5); Indien (1921) 21 788,(0,0); Buchara und Ehiva (1920) 20000 (0.6); Afghanistan. (1922)'18000 (0.8); China und Japan (1920) 6000 (0,0); Aden und Perim (1921) 3749 (6,8) — III. Afrika: Britisch Süd- Afrika (192!) 62103 (0.8); Transvaal (192t) 33515 (1,6); Kapland ,1921) 2,24 (0 8,: Französisch Marokko (1919) 84302 (1.6); Spanisch Marokko (1922) 18000 (3); Algerien (1921) 73967 (1.8); Aegypten - (1917) 59581 (0,5); «bessynien (1920) 50000 (0,5); Tunis (1921) 47 641 (2.8); Tripolis (1918) 18660 (2,4); Tanger (1922) 12000 (24). — IV Amerika': Bereinigte Staaten (1920) 3600000 (3); Kanada ,1921) 126196 (1,4)); Argentinien (1921) 100000 (1.4); Mexiko (1921) 2»000 (0,1.; Kuba (1922) 5000 (0.2); Chile (19§0) 3300 (0,1); Brasilien (1920) 27000 (0,1); Surinam und Curacao (1921) 1343 (0,7); Jamaika (1921) 1250 (Oft,. - V. Australien: Reu»Süd»Wales ,1921) 10150 (0.5); Victoria (1921) 7677 (0.5); Reu.Seeland (1921) 2380 (0.2,: «est-Australien (1921) 1919 >0.6); Queensland (1921) 1003 (0,1); Süd-Australien (»921) 743 <0.2); Tasmanien (1921) 130 (0,1). Es leben demnach in Europa 9232576 Juden, d. s. 2.1 Proz. der Äesamtbevölkerung^ in Asien 596 622 (0,1); in Afrika 426253 ü); in Amerika 3884089>(2.1); in Australien 24002 (0,4). In der ganzen Welt leben demnach 14163 542 Juden, die 1 Prozent der Eesaniibevölkerung der Welt Hilden. Rach Hinzurechnung der schätzungS» weiien Vermehrung seit den letzten Volkszählungen lebten Anfang 1925 14831 000 Juden. ’ - Au--zeichno»g eines Dresdner Künstlers V'N öo»; tm, der Liga der Rotkreuz» Gesellschaft:» in Paris «ucg: schriebenen internationalen Wettbewerb für Rot» kr. ^.g'tatatc is: Herrn Heinrich Barcinski, Mitglied ui'srer Gemeinde, der einzige Preis von. 5000 Frank für seinen Entwurf zugri.'iachc.i worden. Vorarbeiten für die Schaffung eine» Reichsverbandes jüdischer ' Gemeinden Berlin/ ITA.). Wie der JTA.-Vertreter. erfahrt, wird der Rat ■ des Preußischen Landesverbandes .jüdische): Gemeinden gleich in der ersten Zeit als eine feiner vornehmsten Aufgaben die Frage der Schaffung eines deutschen Reichsverbarides prüfen und zu diesem Zwecke mit dem Bayerischen Landesvesbdnd. der Württembergischen israelitisthen Oberikirchenbehörde, der Badischen jüdffchen Landessynode, dein Sächsischen Üandesverband jüdischer Gemeinden und den kleineren Verbänden Fühlung nehmen. Die Zusammenfassung ist um so dringlicher, als voraussichtlich vom Reiche Mittel für die 'Versorgung der Gemeinden zur Verfügung gestellt werden. ' Ob diese Organisation in Jorm eines Fachverbandes beschlaffen werden wird, steht noch nicht f^t. . Bei der Oeffnung der Brief» räger enthielten, ergab sich Zwei Jüdinnen von der Berliner Unioerfität preisgekrönt Das? Sommersemester der Friehrich-Wilhelm-Universitat zu Berlin schloß auch diesmal mit der traditionellen Stiftungsfeier, wobei es zu der Verteilung der Preis^für die besten wissenschaftlichen Arbeiten von Studenten kam. Umschläge, die die Namen der Preistr das überraschende Resultat, daß sämtliche Preisträger Studentiune.n waren, unter ihnen zwei Jüdinnen. Die Berlinerin El-e Pdilippirw Levh und die in Nmyork geborene Elene von Bälden erhielten je den vollen Sicatspreis zugesprochen. Tcn Preis der philosophischen Fakultät rhielt Fräulein, Rat r l i e Tboi: aus Palästina für eine chemische Arbeit. Die Berliner Presse vcx zeichne., daß das Ergebnis der Preisverteilung i-nicr der völkisch.',, Prost fforenschaft und St identenschaft Best ü r z >> » g h e r vi u c r r f t t. hat. Rheinlaadkuirdgebung des Reichsbunües jüdischer Frontsoldaten Berlin (ITA.). Der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten hält vom 5. bis 7. September 1925 seine d esjährige ordentliche Hauptversammlung ab. die in Form einer 9 heinlandkundgebnng vor sich gehen wird. Die Tagung beginnt mit einer großen Veranstaltung in Worms, der Stätte ältester jüdisch, r Vergangenheit im Rheinlands. — Eine Fahrt mit einem Sondrrdampfer, bei der sämtliche am Rhein liegende Ortsgruppen des Bundes ausgenommen werden, führt die Teilnehmer nach Kö n, wo abermals eine große Kundgebung vor sich gehen wird. Bei )en Versammlungen.werden prominente Redner, wie der Landtags ibgcordnete Justizrai Bernhard Falk, das Bundesvoxstandsmitglie! Dr. Ludwig Haas, Siaaisrat a. D- und M. d. R., und andre sprechen. Bei den Versammlungen werden die Vertreter der Behörde,» und Korporationen baö Wort ergreifen. Tie Kalenderreform vor hem Völkerbund Genf (ITA.). Tie Völkerbundskommission für Internationalen Verkehr und Transit begann am 24. Juli ihre achte «ession. In der ersten Sitzung wurde über die geplante Kalenderreform beraten. Es lag ein Bericht der Kalenderreformkommission vor, in welchem auf Grund der im Februar 1925 gepflogenen Verhandlungen mit den Vertretern der verschiedenen Bekenntnisse festgestellt wurde, daß sich die jüdischen Vertreter ausnahmslos gegen die Institution der »Weißen Tage" ausspröchen, weil durch die Schaffung einer Sechstagewoche der, Sabbattag der Juden labil werden und jedesmal auf einen andern Tag fallen würde. Dadurch würde den religiösen Juden die Sabbatbeobachsung erschwert. Im Namen der protestantischen Kirche sprach sich Dir. Keller für die Sechstagewoche aus. Seit wann leben Juden in England? - London (ITA.) Tie Zeitschrift Jew sh Guardian beschäftigt sich ift ihrer Nummer vom 16. Juli mit ter Geschichte der Juden i» England. . lieber den Ursprung der J uden in England herrschte bisher die folgende allgemeine Ansicht 1. Wlliam der Eroberer hat im Jahre 1066 eine Anzahl Jude, mit seinem Zuge aus der Normandie mitgebracht, die sich in London nicderließen; 2. Edward l. vertrieb die Juden im Jahre 1200 aus England;' 3. im Jahre 1656 ließ Cromwell auf len Rat von Manasseh Ben Israel die Juden wieder in England eit; 4. im Jahre 1858 wurde die bürgerliche Rechtlosigkeit der < uden aufgehoben. Jewish Guardian hält diese Ansichten für irriz und stellt u. a. fest: Die Juden kamen mit William dem Erobe:er nach England, nicht uni sich' dort niedcrzulaffen, sondern in Dienstendes normannischen Königs. 224 Jahre oblagen sie dieser Aufgabe. Sie hatten keinerlei Gleichberechtigung, und waren unpopul ir. Edward I. vertrieb sic aus England unter den grausamsten Begleiterscheinungen. Eine allgemeine Austreibung war aber nich: möglich; man kann nicht die Geschichte von 224 ^Jahren an e nein Tag auslöschen. Tic Juden hatten bereits Wurzeln geschlagen, feste Siedlungen ge-, schaffen. Diese Juden, die im 14. Jahrhundert in England verblieben, die Juden-Marannen, die jüdischen Durchwanderer, setzten ein jüdisches Leben fort und befestigten allmählich die Position der Juden derart, daß cs möglich wurde, >ie Vertriebenen allmählich wieder in das Land zu bringen. Inzwischen hatten sich die Juden in England so eingelebt und dem Lende Dienste erwiesen, daß Cromwell, als er im Interesse Englan >s die Verbannung für die Juden aufhob, nicht etwa ein.fremdes Volk in ein ihr fremdes Land-brachte, sondern eine bereits vorhandene Lage sanktionierte. * HOHLEN nStoff - Vortrlob Inh.i Siegfried Plenkowskl T«l.l n«47 o »» »• IM « Tal.l »M47

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