Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 8 (12.8.1938)
- Date
- 1938-08-12
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Jüdisches Gemeindeblatt Nummer 8 sicherlich dasjenige gei*'esen, das ihm Menschen nicht leihen konnten, das er [vielmehr sich selbst erworben hat, Amt eines Lehrers def Tora, zu .dessen Füßen zahlr Schüler gesessen haben, die mit seiner Familie den Hein ihres Meisters betrauern. verdas Jiche gang den Die Beisetzung des j Heimgegartgenen fand Sonntag. 24. y." M.. auf dem Bögrubnisplatz des Religionsverbanc es in 'Ohlsdorf in einem vom Vorstande des Religionsverb indes bereitgestellten Ehrengtfabc statt. In der Trauerfeier sprach an erster Stelle riamens d^s Synagogen-Verbandes Hamburc und. des Oben abbinats und in Vertretung des'abwesenden :ierrn Oberrabbiners Dr. Carlebach Herr Rabbiner Dr. Lewin . der dem Schmerz, über den Heimgang des Mannes Ausdruck gab. der ein Fürst im Reiche der Tora und dem Synagogen-Ve -band ein bewährter Führer gewesen sei. Er rühmte den Tot« n als den würdigen Enkel einer Familie, deren Name in di» Geschichte der Juden Deutschlands eingegangen sei. — Herr R.-A. David gab namens dös Vorstandes des Jüdischen Reli;ionsverbandes Hamburg der Trauer Ausdruck, die alle Mitglieder des Religionsverbandesj erfülle., sei doch der Verstorbere der Mittelpunkt eines großpn Kreises gewesen, der sich als Ratgeber in den Angelegenheiten der einzelnen wie der Gesamtheit stets bewährt habe. In Anlehnung an ein Wort der Mischna. das in der Todesstunde von Hermann Gumpertz in seinem Hause gelernt wurde, gelobte er. namens des Reli »ionsverbandes im Sinne und Geiste des Toten zu leben und zu wirken, weil das das richtige Abschiedswort des Reli'ionsverbandes an den Heimgegangenen sei. — Für den Vo -stand ded Synagogen^Verbandes Hamburg sprach Herr Edgar Frank, der besondeis die Einmaligkeit der Tatsache h;rvorhob.- daß Hermann Gurhpertz gleichzeitig weltlicher und geistlicher Führer einer religiösen Gemeinschaft gewesen sei Zum Schluß ergriff Herr Rabbiner Bamberger das Wori, der ^namens der Familie dem Töten den Dank der Seinigen aussprach. I Der Vorstand des Synagogen-Verbandes Hamburg bereitete Sonntag, den 31. v. Mi dem Toten eine würdige Gedäc htnisfeier. Sie fand in der pemeinde-Synagoge Bornplatz statt, die aus diesem Anlaß das Gewand des Versöhnungstages ar gelegt hatte. In einer von (ergreifenden Chorgesängen umrahmten liede gab Herr Oberrabbmer Dr. Carlebach eine groß angelegte" Schilderung dete Lebens und der Persönlichke t von Hermann Gumpertz. Er zeichnete den Lebensgang des Toten, der nahezu ein Jahrhundert jüdischer, insbesondere jtdischreligiöser Geschichte der Juden in Deutschland erlebt und^zu einem wesentlichen Teil an der Gestaltung der Dinge mitgewirkt habe. Er schilderte insbesondere die Persönl ichkeit des Toten als jüdischer! Gelehrter und rühmte seine Weltoffenheit und seine universelle Bildung. Nicht zuletzt gedac hte er der Beziehungen, die Hermann Gumpertz mit den großen jüdischen 'Persönlichkeiften unserer Zeit, insbesondere mit den Oberrabbinern Stern jund - H irsch.. verband, und der klaren Entschiedenheit, mit wtelcher er sich jedem Werke anschloß, des der sozialen und kulturellen Hebung der Juden und der Judenheit gegolten habe. Das größte aber sei. an dem Toten gewesen, daßer in det Vollkraft seiner Jahre sich von aller weltlichen Betätigung' zurückgezogen habe, um nur dem Studium Und der Verbifeitung der Lehre zu leben. — Nach der Gedenkrede sang Herr! David Hirsch in ergreifender Weise das cnm k'jo huj . 70. Geburtstag des Herrn Rabbiners Eduard Duckesz Einer der bescheidensten, aber auch der verdientesten Männer unseres Religionsverbandes feiert an dem Tage, an dem diese Zeilen erscheinen. :seinen 70. Geburtstag: Rabbiner Eduard Duckesz. Alle, .die diesen rührigen, immer tätigen, stets seinen Aufgaben hingegebeneni Mann kennen, werden sich freuen, ihm an diesem Tage ihre Glückwünscheaussprechen und ihre Verehrung bezeugen zu können. Auf den verschiedensten Gebieten jüdischer Arbeit hat det Jubilar sich in hohem Maße vferdient gemacht. An erster Stefrle steht selbstverständlich für ihn. den Rabbiner, die Verbreitung des Torawissens; zahlreiche Schüler, nicht nur im Gebiet seiner Gemeinde, der ehemaligen Hochdeutschen Israeliten-Gemeinde Altona, blicken zu ihm als! ihrem Lehrer verehrungsvoll auf. Auf sozialem Gebiete war Herr Rabbiner Duckesz während des Krieges als Seelsorger für die jüdischen Soldaten im Bereich von Groß-Hamburg und der Provinz Schleswig-Holstein" tätig. Und ein anderes Gebiet der jüdischen Seelsorge ist ihm auch heute noch anvertraut. Als Mitglied des Oberrabbinats der ehemaligen Gemeinde Altona und des jetzigen Synagogen - Verbandes- Altona hat er unter t mehreren Oberrabbinern iri allseitig anerkannter Weise gewirkt und insbesondere das Oberrabbinat nach der Amtsniederlegung der Herren Dr. Lerner und Dr. Carlebach selbständig verwaltet. Im Krankenhause unseres Religionsverbandes ist er seit vielen Jahren der von allen Patienten freudig begrüßte Gast, der sie von Woche zu Woche an ihrem Krankenlager besucht, und wiederholt hat er von der Kanzel der Krankenhaus- Synagoge das Wort Gottes verkündet. Dabei hat Rabbiner Duckesz noch die Zeit gefunden zu einer umfangreichen wissenschaftliehen Tätigkeit; seine selbständigen Werke zur Geschichte der Rabbinen der Drei-Gemeinden, sowie seine zahlreichen größeren und kleineren Aufsätze, die er in dem Jahr-' buch der Jüdisch-Literarischen Gesellschaft und ebenso in den Jahrbüchern des Verbandes der jüdischen Gemeinden Schleswig-Holsteins und der Hansestädte veröffentlicht hat, sind weiten Kreisen ebenso bekannt wie seine Tätigkeit auf dem Gebiete der jüdischen? Familienforschung, die ihm allgemeine Anerkennung eingetragen hat; wird er doch so leicht von keinem 'andern Forscher auf dem Gebiet der jüdischen Genealogie übertroffen. Und wenn wir zuletzt an die kleinen, aber von großer Gelehrsamkeit zeugenden Beiträge des Jubilars für das Gemeindeblatt erinnern, so möchten wir damit zugleich unsere herzlichen Glückwünsche für den verehrten Mitarbeiter verbinden '). Wahlen Das Repräsentanten-Kollegium des Religionsverbandes hat in seiner Sitzung vom 18. v. M. Herrn Daniel Münden' nach Ablauf seiner Amtszeit in die Verwaltung der Depositen-Kasse milder Stiftungen des Religionsverbandes wieder gewählt. Ferner wählte das Repräsentanten-Kollegium in den Vorstand des Altenhauses des Religionsverbandes die Herren Felix Levy und Rudolf Hirschfeld, u. z. an Stelle der Herren Otto Meyer und Leo Stern, die wegen ihres Fortzuges von Hamburg ihre Aemter in der Verwaltung des Altenhauses niedergelegt hatten. , Berufung nach München Der Jugendfürsorger beim Jugendamt des Jüdischen Religionsverbandes Hamburg Herr Fritz Abraham ist auf den 1. n. M. zum leitenden Fürsorger der Israelitischen Kultusgemeinde in München berufen worden. 25jähriges Dienstjubiläum Das Mitglied des Chors des Israelitischen Tempelverbandes, Herr Richard Bragenheim, konnte am 1. d. M. auf eine 25jährige Zugehörigkeit zum Tempelchor zurückblicken. Er erfuhr aus diesem Anlaß mancherlei Ehrungen, insbesondere durch eine Ansprache, die Herr Oberrabbiner Dr. Italiener am Schluß des Schabbaimorgengottesdienstes am 31. v. M. an Herrn Bragenheim richtete. Leon Kornitzers Ausscheiden aus dem Ausschuß der Vereinigung jüdischer Kantoren in Deutschland Herr Oberkantör Leon Kornitzer hat auf den 1. v. M. sein Amt als Vorsitzender der Vereinigung jüdischer Kantoren in Deutschland niedergelegt. Aus diesem Anlaß widmet das Organ dieser Vereinigung: Der jüdische Kantor, in seiner Juli-Nummer dem scheidenden Vorsitzenden Worte höchster Anerkennung, besonders wegen seines Wirkens als' Herausgeber der genannten Zeitschrift. „Diese Blätter" . — heißt es in der Würdigung Kornitzers — ..wurden zu Geschichtsblättern für die Synagogenmusik im besten Sinne. Nie; war ein Nachlassen in Kornitzers geistiger Inspiration merkbar. Er wachte ängstlich darüber, daß jegliche Trivialität vermieden wurde; selbst die kurzen Berichte Y zeigten seine ordnende Hand... Es genügt nicht, ihm Dank dafür zu sagen, was er für uns geleistet hat; wir müssen das Schicksal inständigst bitten, daß es ihn noch lange in unseren Reihen erhält Wir bedürfen seiner Arbeitskraft und seiner hervorragenden organisatorischen Begabung mehr denn je. Wir stehen zu ihm. -so lange es uns beschieden ist, im Amte zu wirken und für die Interessen des Standes einzutreten. Er aber habe das Bewußtsein, daß wir alle in unwandelbarer Verehrung und Freundschaft mit ihm zusammenhängen." — Eine weitere Würdigung enthält die wissenschaftliche Beilage zur gleichen ,') Herr Rabbiner E. Duckesz wurde am 15. Ab 562» (3. August 1868) in Szelepcsany geboren; seit 189t wirkt er in Altona. S. Jüd. Lexicon II 218. _. C»a**wU I^am^Aam staatlich konzessionierter Auswanderungsagent der r. |Ur. CWala IvGrSren »aclflc UMa Navigation Company. Liverpool Passoge-Buchungen nadi Cuba, Columbien, Ecuador, Peru, Chile und anderen Erdteilen Regelmäßige Gepäckdienste HAMBURG 1 MoncKetxinstraße 9 Telefon 33 35 50