Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 3 (11.3.1938)
- Date
- 1938-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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für das Gebiet der a~a Hansestadt Hamburg Das Gemeindeblall erscheint Milte Jeden Monats / Bezugspreis 0.45 RM. vierteljährl. einschl. Bestellgeld / Anzeigenpreis 8 Pf. die 8 gesp. mm-Zeile. Geschäftsstelle: Hamburg 36. ABC-Str.57. Fernspr. 3407 71 Angemeldet beim Sonderbeauftragten des Reichsminfslers tut Voikiautklärung und Propaganda betr. Überwachung der geistig und kulturell , tätigen luden im deutschen Reichsgebiet Nummer 3 Hamburg, 11. Marz 193S 14. lahrgang Zur jüdischen Auswanderung! In tiefster Not hat der Hilfsverein der Juden in Deutschland gemeinsam mit der Reichsvertretung der Juden das verantwortungsvolle Amt des Sachwalters für alle die übernommen, die den Gedanken der Auswanderung nach Uebersee erwägen Zehntausende haben in diesen Jahren Rat und Betreuung für ihre Auswandergngspläne gefunden. Hunderte suchen taglich die Beratungsstellen des Hilfsvereins auf, um sich die Kenntnisse zunutze zu machen, über die er durch seine Erkundigungen, Informationen und Erfahrungen verfügt. Zahlen sprechen am besten für seinen Erfolg: Von 1955 bis jetzt hat der Hilfsverein rund 26 000 unterstützte Auswanderer betreut. Darüber hinaus aber hat er den Unzähligen, die einer selchen Unterstützung nicht bedürfen, seinen Rat zuteil werden lassen. Er hat während des Jahres 1 957 insgesamt in Uber 100 000 Fällen Auskunft erteilt, die Auswanderungswilligen beraten und ist ihnen in jeder Weise bei Ihrem Auswanderungsvorhaben behilflich gewesen. Die Leistungen des Hilfsvereins, der heute die Auswandererzentrale für die gesamte jüdische Auswanderung — außerhalb Palästinas;— ist, dürfen in der Wanderungsgeschichte der Juden ein besonderes Blatt beanspruchen Viel ist geleistet worden, viel mehr und Schwereres bleibt noch zu tun! Der Strom der Ratsuchenden verstärkt sich von Tag zu Tag, kaum ist "er zu bewältigen; ihnen allen muß beratende oder tätige Hilfe zuteil'werden. Jeder aber hat, sich selbst und der jüdischen Gemeinschaft gegenüber, die Pflicht, kein Auswanderungsvorhaben durchzuführen, bevor es nicht vom H i I f s - verein begutachtet ist Nur dann werden schwere Schädigungen des einzelnen und der Gesamtheit vermieden werden Wir rufen daher alle Mitglieder der Gemeinschaft auf' Helft uns bei der Durchfuhrung unserer schweren Aufgabe mit eurem Denken und eurem Sinnen! Arbeitet mit an unserem Werke! Tretet ein in unsere Reihen und zeigt, indem Ihr unser Mitglied werdet, wie Ihr den Ruf der Zeit erkannt habt, damit der Hilfsverein in1 dieser schweren Stunde jedem Juden in Deutschland Freund und Helfer sein kann. Keiner darf bei ur>s fehlen. Gerade die, die noch nicht von der schweren Hand des Schicksals getroffen sind, gerade sie haben die Pflicht, ihren Brüdern und Schwestern in tieler Not nach besten Kräften . zu helfen Werde Mitglied, dann hilfst auch Du1 Hilfsverein der Juden in Deutschland e. V. Mas tijVfu r bürg. Außer dem vorstehenden Aufruf geht uns von dem Werbeausschuß des Hiltsvereins. 'Abteilung Hamburg ein. Aufruf zu der teilweise sich in den gleichon Gedankengängen bewegi Wir geben deswegen aus ihm noch die nachstehenden Ausführungen wieder Innnerhalb dieser wichtigen Arbeiten nimmt H a m b u i g einen besonderen Platz ein Neben der großen Zahl der Rat- und Hilfesuchenden aus dem Bezirk der Hamburger Beratungsstelle des Hiltsvereins. gilt es den vielen, die über Hamburg auswandern, zur Seite zu stehen Interventionen bei Konsularbehoiden. bei Schiftahrtsgesellschaften und anderen Stellen erweisen sich'taglich als unbedingt erforderlich. In engster Zusammenarbeit der Hamburger Zweigstelle des Hiltsvereins mit der Beratungsstelle für Judische Wirtschaftshilfe und dem dem Jüdischen Religionsverband Hamburg gehörigen Daniel-Wormser-Hause wird segensvolle Arbeit geleistet. Man darf es als einen glucklichen Umstand bezeichnen, daß zwischen der Leitung des Oaniel-Wormser-Hauses und der Hamburger Beratungsslelle des Hilfsvereins eine Personalunion besteht, einmal in der Person des Herrn Ma* M Warburg als dem Vorsitzenden des Kuratoriums des Hiltsvereins und dem langjährigen Forderer und •Gönner des Daniel-Woimser-Hauses' und sodann, weil Hon Henry C h a s s e I , das amtsalteste Vorstandsmitglied, des H.itsvero^s zugloiCh Leiter des Daniel-Wormser-Hauses wie der HamburgeV Zweigstelle des" Hiltsvereins ist. In .dem Daniel-Wormser-Hause finden Auswanderer Unterkunft. Verpflegung und. Betreuung bis zur Abfahrt auch wenn/ihr Autenthalt in Hamburg aus unvorhergesehenen Gründen sich auf Wochen ausdehnt kinde.rgruppen d>e in kurzen Zeitabstanden nach U>A geschicH werden finden im Daniel-Wormser-Hause liebevolle Aufnahme und Betreuung Dieser Zweig der Tätigkeit geht zweifellos weil über den Rahmen des örtlichen Interesses hinaus. So.er gibt sich für jeden Juder ,u^d die unabweisbare Pflicht, de. m_>rl i -f t s v e i | n ,#L e d e ludm dl» Mi»-. glied anzugehören und" ihm einen ' a rSg c m e i » o n Beitrag zu b. ©willigen, In Hamburg entsprich! die Zahl der Mitglieder bei *ojitem n»chl den gegebenen Notwendigkeiten Im Laute des Monates Marz wo'ra-."- die Beauftragten" des Hilfsvereins die Mitglieder des Jud.sehen Röiiigidhsverbandoi Hamburg besuchten. u*n» ijhm neue Mitglieder und Forderer zu gewinnen Niemand darf sich diesem Appell verschließen Jeder,"muß durch semen Beitritt der Judischen Gemeins'chaft ynd dadurch auch sich helfen €s geht um unser aller Zukunft. un> unser aller Schicksal. Der WarbeaufSchuA des Hiltsvereins, Abteilung Hamburg I*r I. brvtiävr^thnt htudotf S«i m % o n \ a Ri irn bert >< Ii H. IM. Hermann Philipp zum Gedächtnis Am 20 Februar hatten wir ihm noch zur Vollendung seines 75 Lebensjahres unsere Gluckwunsche dargebracht, und nicht, zwei Wochen'spater, am 4 März, trugen wir ihn zu Grabe Mancherlei Nachrufe wurden ihm bereits gew dmet Herr Dr. L o e w« n b e r g gedachte seiner yor den Vortr igen des Amtsgerichtsrats O. May-Koln und des Herrn Dr. H jjHandelbaum, über die wir än anderer Stelle berichten, und die Franz-Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung, seine ureigentliche Schöpfung, ehrte den Toten durch den Vortrag des cvsm 103 "7K durch' Herrn' Oberkantor H.Lieber und durch den Mund des Herrn Oberrabbiners Dr Carlebach am vergangenen Sonntag, ^ind 4m Abend durch eine Trauerkundgebung in seinem Hause Aber was immer Hermann Philipp auch geleistet har-als Mitglied de; Vorstandes des Religionsverbandes, in der Verwaltung von Wilhelminenhohe, in seiner Fürsorge für die Jugend, die ihm »u einem wesentlichen Teil die Schaffung des Gemeindehaüssi Johnsallee 54 zu danken hat, für die Begründung der Bibliothek des Religionsverbandes und nicht zuletzt für die bereits, arwähnte Begründung der rranz-Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung. dies alles tritt zurück hinter seiner großen Persönlichkeit und hinter seinem'unbeirrbaren Glauben an die Macht d ei i Guten und des Geistigen im Menschen, vor allem im Juden Diese seine' Persönlichkeit machte ihn!u dem Fuhrer voller Autorität, dem jede' sich freudig unterordnete und folgte Mdisle tinlopfSammlung: Sonntag, 13. Man / Wir bitten um Ueberweisung des Beitrages für den Monat Man. Zahlungen erbeten an: Judische Winterhilfe Hamburg: M M. W ä r b u r g & Co— Simon Hirschland — Hamburger Sparcasse vaon 1827-TKonto 80 1441 —Post - scheckamt Hamburg 15054 — Kasse des Religionsverbändes, Rothenbaumchaussee. 38 Jüdische Winterhilf«