Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 14 (1938)
- Issue
- 1 (14.1.1938)
- Date
- 1938-01-14
- Page
- Seite 8 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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m Seite 8 Jadisches Gemeindeblatt immer 1 schunt; beigegeben gewesen, so hätte das willig mitgehende Publikum vielleicht schnelleren und innigeren Kontakt mit den geschmackvoll . Vorgetragenen Belcanto-Stücken gefunden; die stimmliche Befähigung der Sängerin kam m diesen Stücken, die sich vornehmlich in der Mittellage bewegen.- besonders zum Ausdruck. Störend wirkte in Kraemers Hymnus ..Israel lebt ewig-' — einer ziemlich schwachen musikalischen Eingebung! — der gesungene Textfehler „wird" statt ..mag" in dem Vers „Gottes Linke mag sie lassen. Gottes Rechte wird sie lassen *. Der Beifall, den gerade das als Zugabe gesungene volksliedhafte Simchat-Tora-Lied von Jc*%I Engel fand, möge der Künstlerin ein Hinweis sein für künftige Programmgestaltung. Maria Syllm begleitete am Flügel. Sie verstand es. sich auf die beiden Solisten einzustellen; ansprechend wirkte die bescheidene Zurückhaltung, mit der sie vor allem dem Cello den Vorrang ließ. Ihre zuverlässige Kunst als Begleiterin erwies sich besonders in dem Klavierauszug des Orchesterparts von Tschaikowskys Rokoko-Variationen, wo sie ihr gediegenes pianistisches Können zeigen konnte. Dr. Joseph Jacobsen. \ ' * uas blaue Magazin . Der Kulturbund gab in den letzten Veranstaltungen des Jahres 1937 Leo Raphaeli (Willi Hagen) Gelegenheit, seine zahlreichen Verehrer mit seinen kabarettistischen Plauderkünsten zu unterhalten. "Raphaeli ist immer ein Mann der aktuellen Pointe, des Tageswitzes gewesen. Die heutigen Gegebenheiten sind der Entfaltung seines geistigen Temperamentes nicht gerade förderlich, um so mehr bedeutet es ein Wagnis, sich allein vor ein Publikum zu begeben, das, dem Rahmen der Veranstaltung nach, mit dem Anspruch auf eine geistig-heitere Bereicherung gekommen ist. — Gewiß wird niemand nach diesem Abend des blauen Magazins und des blauen Dunstes dem Magier des unerschrockenen Bluffs die Gabe des charmanten Plauderns absprechen wollen; aber es bedarf doch einer gewissen zeitgemäßen Umorientierung. die einem Künstler des Zeitwitzes wie ihm nicht schwer fallen dürfte. Vorausgesetzt, daß er die Forderung der Zeit gehört und verstanden hat. E. Gtm. Die Eröffnungsvorstellung des Kulturbundes im Gemeinschaftshause Gewiß haben viele erwartet, die erste Vorstellung auf der neuen Bühne werde im Zeichen eines repräsentativen jüdischen Autors vor sich gehen. Aber einer der Redner der Eröffnungsfeier hat der Wahl von ..Romeo und Julia" eine so schöne symbolische Deutung gegeben, daß man von dieser Erwartung nicht weiter" spricht. Andere Bedenken bleiben freilich. Es kommt nicht von ungefähr, daß dieses Drama vom Spielplan der meisten Bühnen verschwunden ist. ■ Es hat eine Jugend berauscht, die nicht die Jugend von heute ist. Uns bedrücken, bestürmen Schicksale, die ungleich trauriger sind als das Romeos und dasjenige Julias . . . Auch auf der Bühne strebt und webt eine andere Generation. Wo ist noch der funkensprühende Ueberschwang von Josef Kainz, die gewitterschwüle Romantik in den Augen Alexander Moissis zu finden? Karl Heinz Friedeberg soll ein vortrefflicher Hamlet gewesen sein. Das merkt man, wenn er als Romeo die Szene betritt. Von dem „schwermütigen Leichtsinn, der ernsten Tändelei" bleibt er den Leichtsinn und die Tändelei schuldig, gibt nur dem Ernst und der Schwermut ihr Recht. Sein Feuer wagt sich nur ij\ der Szene mit Tybalt scheu hervor,- um gleich wieder in sich zusammen- und in die unfruchtbare Grübelei des Dänenprinzen zurückzufallen. Anders die Julia der Ruth Manheimer (Reiner). Sie fesselt gleich zu Beginn durch den unberührten und unkomplizierten Ton ihrer Stimme und steigert sich mit klugem Maß und Bedacht in die Tragik ihres ersten und letzten Liebeserlebnisses hineiir. Ihrer Leistung galt mit Recht der Hauptteil des Beifalls. Als Mercutio erweist Fritz Melchior seine sprachliche und körperliche Gewandtheit, und der Benvolio Kurt Süßmanns nimmt zweimal die Gelegenheit wahr, markant in den Vordergrund zu treten. Julius Kobler und Mela Krohn (Kennedy) begnügen sich mit dem Grafen und der Grafin Capulet. Sie wahren auch m den kleinen Rollen die Tradition, die an ihre Namen geknüpft ist. Die Amme der Erna Cohn (Lorenz) könnte um ein weniges diskreter sein, über den Mangel an Wirkung hat sie sich nicht zu beklagen. Ganz ausgezeichnet der Bruder Lorenzo Max Koninskis.-'und würdig und gemessen der Fürst Kurt Schindlers. Eine Figur, die in der Erinnerung haftet: der eiseskalte, unheilschwangere Tybalt Rolf W. Feldheims. Als gute Sprecher empfehlen sich Herbert Rosenthal. Josef Stein. Max Wächter und Lilly Wolf f. Fritz Benscher und Martin Rosen als beflissene Bediente setzen der düsteren Grundstimmung einige freundlich-heitere Lichter auf. Die keineswegs leichte Regie, die noch die akustischen Erfordernisse des neuen Raumes zu berechnen hatte, wird von Hans Buxbaum mit der gewohnten Hingabe betreut. Das Bühnenbild (Hans Sondheimer) muß sich bei der Intimität des Rahmens mit sinnvollen Andeutungen, begnügen. Die farbenfreudigen Kostüme sind Schöpfungen Käthe Friedheims. Die tadellos klappende technische Leitung verantwortet Harry Blumenthal. Bei der Uebersetzung des Werkes aus dem Englischen war Terese Robinson mit starker Einfühlung in die dichterischen und stilistischen Feinheiten der Sprache am Werke. Die Tendenz, von Schlegel und Tieck frei zu kommen, besteht auch an anderen Bühnen; man konstatiert gerne, daß ihre Arbeit vielfach über das Herkömmliche hinauswächst. Frau Robinson hätte sich getrost im Kreise und an der. Spitze zeigen dürfen, als die Mitwirkenden den Dank des Pubhkums'in Empfang nahmen. Alois Münk. Vor der Aufführung hatte der Vorsitzende des Kuratoriums des Kulturbundes. Herr Rechtsanwalt R. Samson, in einer Ansprache an die Festversammlung der bisherigen Leistungen des Kulturbundes gedacht und allen Beteiligten, insbesondere seinem geschäftlichen Leiter Herrn Dr. F. Gowa, der künstlerischen Leitung und den Darstellern seinen Dank zum Ausdruck gebracht. Vom Reichsverband der Jüdischen Kulturbünde in Deutschland * Die grauen Mitgliedskarten für die dem Reichsverband angeschlossenen Künstler und Vortragenden haben am 31. v. M. ihre Gültigkeit verloren. Die Ausgabe der neuen Karten (bläu) für das Jahr 1938 hat begonnen. Die aktiven Mitglieder des Reichsverbandes werden ersucht, zwecks Erneuerung ihrer Mitgliedschaft für 1938 ihr Lichtbild in Paßformat an den Reichsverband. Berlin SW 19. Stallschreiberstraße 44, sowie den Jahresbeitrag von 2 JFH ah das Postscheckkonto des Reichsverbandes. Postscheckamt Berlin 36 48, einzusenden. Lichtbilder müssen auf der Rückseite den Namen des Einsenders tragen. Öffentliche Quittung Wir erhielten an Spenden: 5 Ton Frau Rosa Hecht für das Heim des Israelitischen Humanitären. .Ffauenvercins zur Ablösung der Danksagungen für die Ehrungen zu ihrem 70. Geburtstage: -5 vom Kartenklub Festtag für die Jüdische Winterhilfe; 5 von Herrn Arthur K r a m e r für die Winterhilfe aus Anlaß seine« 70. Geburtstages. 7,85 Erlös eines Skatabends von Herrn James H c n s c h e 1 für die Jüdische Winterhilfe; 8.17 -V vom Kegelklub Schild II für die-Jüdische Winterhilfe; 10 #K von Herrn Paul Goldschmidt (Bramfeld) für die Jüdische Winterhilfe: 10 von Herrn und Frau Gustav Ka i s e r für den Israelitischen Humanitaren Frauenverein Altona zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche iur Geburt ihrer Tochter: I -' ■* 10 vom Kegelklub Pudel für die Jüdische Winterhilfe: 10 jf* von Kegelklub Schild I für die Jüdische Winterhilfe; 10 /?* vom Kegelklub „Wohin rollst Du?",für die Jüdische Winterhilfe; 10 *Ä von Herrn und Frau Abraham Lecrs für den Israelitischen Humanitären Frauen verein Altona zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche zur Verlobung ihrer Kinder Gustav und Ilse; 10 Jl* von Herrn und Frau Siegfried Meyer, Scdanstr. 4a. für das HD1WI. anläßlich der Hochzeit ihrer Tochter: / 10 von Herrn und Frau Siegfried Meyer, Scdanstra&c, für das Mädchenwaisenhaus der Gemeinde Paulincnstift anläßlich tler Hochzeit ihrer Tochter; 13 -* vom Kegelklub Schild Altona für die; Jüdische Winterhilfe Altona; 13,15 -?Ä gesammelt für die Notstandshilfe der Gemeinde bei der Verlobung von Fräulein Ilse Abrahamsohn und Herrn Gustav Leen; 15 von Herrn A. F. für die Notstandshilfe der Gemeinde: 20 von Herrn und Frau Ernst Frankel zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche zu ihrer Silberhochzeit: , 20 vom Kegelklub Kaufmann für die Jüdische Winterhilfe Hamburg: 20 J?< für Kinderverschickung von Frau Rosalie Leopold und Kindern Albert Leopold [Tel Aviv). Harry Wittmund und Frau zur Ablösung der i Danksagungen für die Beileidsbezeugungen beim Abi eben ihres lieben Mannes und Vaters Hermann Leopold; 20 «PÄ von Herrn Hermann Löwcnstein- Jobannesburg, Südafrika, zugunsten des Haraburgisthetu Deutsch-Israelitischen Waisen-Instituts: 20 -M für ein krankes Kind von Frau Amalie S a 1 o m o n zur Ablösung der Danksagungen für die vielen Beweise inniger Teilnahme beim Heimgange ihrer geliebten Tochter Gerda: 20 von N. N. und je eine Spende von den Herren Max Wagenberg* David Gross, Julius H e 1 1 m a n n und Malermeister Hans Bon in i. Fa. Malcreibetrieb Max Cossen zugunsten des Vereins selbständiger jüdischer ' Handwerker und Gewerbetreibender für Zwecke der Lchrlingsbctreuung: 25 #t von Herrn Otto Arenson - Amsterdam für die Jüdische Winterhilfe; 50 von Herrn N. N. für das Krankenhaus der Gemeinde als Ausdruck des Dankes an Herrn 'Prof. Dr. F. Rosenthal, an die Aerztc und die Schwestern des Krankenhauses: 239.55 ff»' Ueberschuß des Eintopfessens vom 21. November 1937 für die Jüdische Winterhilfe vom Vaterländischen Bund jüdischer Frontsoldaten; eine Spende von Frau Johanna Ba chrach geb. Borchardt für Wohlfahrt szwecke zur Ablösung' der Danksagungen für die Beileidsbezeugungen, beim Heim gange ihres Mannes; eine Spende von Frau Emmy B a r u c h * Segeberg für die. Volksküche der Gemeinde anläßlich' der Hochzeit ihrer Tochter Elsa; eine' Spende von Fräulein Ingeborg Blumcntbal und Herrn Norbert Nathan für die Notstandshilfe ztar Ablösung der Danksagungen für die ihnen anlaßlich ihrer Verlobung erwiesenen Aufmerksamkeiten;' eine Spende von Herrn und Frau Malermeister Brand für Wohlfahrtszwecke zur Ablösung der Glückwünsche zum 70. Geburtslage der Frau Rosa Hecht; eine Spende für Wohlfahrtszwecke von Herrn und Frau Malermeister Brand zu Ehren von Frau. Lucy Rorcbardt anläßlich ihres 60. Geburtstages; eine Spende von Frau Elfriede David für die Volksküche des Religion** Verbandes; eine Spende von Herrn Dr. Benno Frankel und Frau Ilse geb. Winter* f f I d für die Jüdische Winterhilfe Altona zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche und Geschenke zu ihrer Vermahlung; eine Spende von Herrn Wolff Goldschmidt für die Notstandshilfe der Gemeinde; eine Spende von Herrn Franz Gottheit und Frau Ruth geb. Wolff zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche zu ihrer' Hochzeit: eine Spende für Wohlfahrtszwecke von Herrn Helmut Halb c^r s I a d t und Frau Jenny geb. Heckschcr zu^r Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche anläßlich ihrer Hochzeit; eine iSpende für Wohlfahrtszweckc von Herrn und Frau G. Heine mann anläßlich der Verlobung von Fräulein Friedel N a c h u m mit Herrn Walter Rosenbaum - Blankenese: eine Spende je zur Hälfte für die Kommission für das Wohlfahrtswescn und die Jüdische Notstandshilfe von Herrn Manfred H a u r" w t f z anläßlich des 80. Geburtstages seiner Mutter Frau Marianne Haurwitz: eine Spende für Wohlfahrtspflege der Gemeinde anlaßlich eines Geschäfts* jubääums der Firma Göttlich J a c o b-& o n zum Andenken an ihren verewigten Gründer Herrn Gottlieb Jacobson: i eine Spende von der Firma Franz Kauders & Co. für Wohlfahrtszwecke zur Ablösung einer Blumenspende anlaßlich des Ablebens des Herrn j R. Bachrach, eine Spende von Herrn Joseph Kleve Sur die Notstandshilfe der Gemeinde zur Ablösung der Danksagungen für dte Ehrungen und Glückwunsche anläßlich der 'Vollendung seines 75. Lebensjahres; eine Spende von Herrn und Frau Felix L e v y je zur Hälfte für das Altenhaut und das Pflegeheim der Gemeinde als Dank für die Glückwünsche zur Vermahlung ihrer Tochter Gerda mit Herrn Siegmund Link; eine Spende von Herrn Ludwig Loewenthal und Frau Hanna geb. Jacob zur Ablösung der Danksagungen für die zahlreichen Aufmerksamkeiten zur Barmizwo ihres Sohnes Hans; eine Spende von Herrn Adolf Meyer und Frau Ruth geb. Abel in Amsterdam, je zur Hälfte für das Mädchenwaisenhaus der Gemeinde Paulinenstift und das Hamburgische Deutsch-Israelitische Waisen-Institut, zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche zu ihrer Hochzeitsfeier; eine Spende von Herrn Alfred Neu und Frau Martha geb. Cohn für Wohlfahrtszwecke zur Ablösung der Danksagungen für die Glückwünsche zu ihrer Hodizeit: 1 eine Spende von Herrn Leo P 1 e ß n c r und Frau Regina geb. Cohn, für Wohl* fahrt sz wecke zur Ablösung der Danksagungen für die Aufmerksamkeiten zu ihrer Vermählung; eine Spende von Herrn und Frau Wilhelm P o I a c k zur Ablösung der Dink« sagungen für die Aufmerksamkeiten zur Barmizwo ihres Sohnes Alfred; eine Spende von Herrn Joseph Rendsburg für Wohlfahrtszweckc aus besonderer Veranlagung; eine Spende^ von Frau Hertha Salomon für die Notstandshilfe des Religion»-' Verbandes. f . Beschäftigt Jüdische Handwerker and Gewerbetreibende!