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Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg · 1937-12-10 · 12 (10.12.1937) · p. Seite 11

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Journal
Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
Volume
13 (1937)
Issue
12 (10.12.1937)
Date
1937-12-10
Page
Seite 11 (sequence 11)
Language
German
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Nummer 12 Jüdisches Gemeindebla tl Seite 11 V Karl Escher, Zwitcircn Gestern und Heute. Roman. Vierte Veröffentlichung der Jüdischen Buch-Vereinigung e. V- (Berlin) für das Jahr 1937. f Dieser Roman gewährt einen fesselnden Einblich in das gesellschaftliche Leben der Juden in Berlin um die Jahrhundertwende. In humorvoller und rührender Weise versteht es Kart Escher, diese unseren Blicken schon entschwundene Zeit wjcdcrsubclchcn und uns nabezübringen. Kino Reihe liebevoll gezeichneter Charaktere, die sorgsame Milieuschilderung, die spannende Handlung werden diesem liebenswürdigen Buch viele Freunde erwerben« ★ 4 Otto Philipp, MorgcnleucbUn über dem MitUlmcer A. J. C. Verlag Atid l)r. Eugen Roth, Berlin W 35. Ein erster Palästina-Zeitroman. Eik geschickter Lösungsversnch der Probleme, die heute im Mittelpunkt jüdischen Denkens stehen: der Probleme um Erez Israel, um sein Schicksal, seine Zukunft. Der Roman spielt zur Zeit der letzten Palästina-Unruhen, ln dem jungen Siedler, Paul Kosen, läßt der Verfasser eine Fuhrcrpersünlichkcit erstehen, die sich in vielen Kämpfen und trotz unendlicher Schwierigkeiten durchsetzt und deren Idee der Verständigung zwischen Arabern und Juden zum Siege gelangt ... zu der Verwirklichung durch die Begründung einer Arabo Judäischcn Confcdvration. (A. J. C.) Um den jungen, unermüdlichen Kampfer herum eine Anzahl von interessanten Persönlichkeiten, vor allem die Gattin des von England nach Palästina entsandten Obcrrcsidcntcn l.ord Huntington, die — trotzdem von Geburt Jüdin/ erst, jetzt 'den Weg zum Judentum findet. Und noch eine Fülle anderer charakteristischer! Personen, die des klugen Araberscheichs Biifci, der tapferen Arbeitskameradin j Rosens, Ruth l.ippmann, des Obcrrcsidcntcn. des High Comdiissioncr u. a. -V — — So ist die politisch spannende und aktuell, hochintcrcssicrcndc Handlung in ein insprechendes Romangewand gekleidet, in dem dieses Palästina-Buch Anklang und gute Aufnahme finden wird. e. ★ * . | Simon Dubnow, Mein Leben. Hrvg. von Dr. Elias llurVicz, 1937. .Jüdische Buchvcrcinigung, Berlin. 8° 256 S. Mit Dubnow« Bildnis, j Israelitischer Tempel-Verband Im Rahmen der im Wi Merhalbjahr 1937,*8 »tattfmdehden Religiösen Feierstunden spricht im Zyklus „Das jüdische Kultu.rproblem" als dritter Redner Herr Dr, Ludwig Peucht* ange r - München über Jüdische Eigenkultur in Mittel- und Osjeuropa einst und* Jetzt. Sonntag 9 Januar, mittags 12 Uhr, im Gabnel-Riesser-Saale des Tempels. Oberstraße 120. Die Veranstaltung wird von Chorgesang eingeleitel uhd abgeschlossen. Sie beginnt pünktlich und ist unentgeltlich federn Mitglied der Gemeinde zugänglich. Der Vorstand. Max Liebermann, Siebzig Briefe. Hrsg, -von Franz l. j o d s b c r g c t. Buchen.» des Schocken-Vtfrlags/M, Berlin 1937. S c h u c k c n - \ vrlag , Judi>£lu r Buchvertag. 87 S. Liebermanns Briefe sind gleich ü»ci ihrem Erscheinen vTVn den großen jüdischen Wochenschriften mit so, allgemein* m Beifall aufgenumnun wondem, dali wir uns hier mit einem kurzen Hinweis begnügen k«.mun. Für die .hamburgischcn Leser und Freunde der Kunslwelt ' von besonderem Interesse ist der ‘an anderer Stelle bereits einmal veröffentlichte Brief von 5 Juni 1911 an Alfred Li c b t * w a r k. Die hier dargcboU-ne Auswahl wird von Pr»tL Fmk/ Landsberger mit einem instruktiven Vorwort eingeleitet, dem Qucllenvcrzcichnts ist zu '< ntm hm\ fc. daß von den 70 Bticfcn der Sammlung 16 Ijcn-'ts an anderer Stelle s^r .fieritlicht waren, wahrend 54 hier zum ersten Male der LcM.rw.ft /ug.ingig g» macht werden. n. - ★ Wer Duhnow ist, braucht/ heute dem gebildeten Juden nicht mehr gesagt zu werden. Gehören in Mstivlawl am 10. September 1860, kann Dubnow heute auf eine 55jühngc schriftstellerische Tätigkeit zurückblicken, inj welcher ihn das Geschick auch -sonst vielfach zum Wirken für di? russische l Judenhcit aufgerufen hat. Mit einer ganzen Anzahl von Persönlichkeiten des russischen Judentums, die später für die jüdische Gesamtheit von Bedeutung geworden sind, ist Duhnow persönlich bekannt — wir nennet, nur die Namen Achad Hapm und Wcizvnann —• und so. werden seine Erinnerungen von selbst zu einem S^ück Darstellung zeitgenössischer jüdischer Geschichte. Von besonderen) Intcrjpssc sind seine Mit-' teilungcn aus der Zeit während und nach dem Kriege, fror allem durch den unmittelbaren Eindruck der wörtlichen Wiedergabe seiner Tagebucheintragungen. Von diesen verdient die nachstehende besondere Beachtung; man bedenke, daß . sjc am 14. Mai 1919 nicdcrgc&chricbcn wurde und daß .es [ein Jude in Rußland war, der sic niederschrieb; ’ r | Eben las ich den Friedensvertrag. Es ist eine Ungeheuerlichkeit, was in ihm verlangt wird. Der neue‘Versailler Vertrag/von 1919|ist viel schlimmer als Bismarcks Vertrag vom Jahre 1871. Jetzt will man Deutschland erdrosseln. Und das vollbringt eine ..Fricdcnsfiga“. Ich trage den Traum zu Grabo vom heiligen Bund der Nationen für dert ewigen Frieden. 4 Fische! Schpccrsoho, Die -Geschichte von Chujmi Grat.if/er Jim, ii.J.jjJimn Im Schock^o-Verlag- Berlin 1937. Bücherei des Schocken-VLrEi^s/68 91 S- Dieses Buch ist eine ernstliche Bereicherung der jüdischen I.iUratuE und zwar sowohl der chassrdischen wie der Er/.ihlungs-l.iteratur, dabei von einer gUuhf mäßig -schonen Sprache,-wt-lchc die Schwierigkeiten ihres Stufte» immer wieder aufs neue spielend meistert. .Wer die tiefe religiöse Glut.und die Erhabenheit der jüdischen Gedankenwelt kennen lernen Will, wer erfahren will, was chas-Tdischt-s Empfinden alles in einen Niggun zu lagen und in ihm ouv/udrneki6 vermag, der greife zu diese'm. Buch, das ihn zu fesseln und,ihm mehr zu geben instand«. wl, als manch grundgelehrtes Werk über den Chassidismus es vermöchte, ff- Berth«dd F e i w e I hat die- Erzählung ans dem Jvddischen ins Deutsche,, eihertrngen. die Uebcrtragung zvigt ihn-als Meister-der Sprache und macht ihm alle Ehre.' 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