Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Journal
- Jüdisches Gemeindeblatt für das Gebiet der Hansestadt Hamburg
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 11 (12.11.1937)
- Date
- 1937-11-12
- Page
- Seite 11 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 11 Jüdisches Gtmeindeblatt Seite 11 jl_ Literarische Mitteilungen Za Guttmaans Bach: Die Philosophie des Judentums Jn ungemein fesselnder Weise führt Julius Guftraanns Philosophie des Juden« tums’l in die Geschichte der jüdischen Philosophie hinein, fcs gibt weit mehr« als cs verspricht: einen Zweig der'jüdischen Gcittcsgescbicbte will es darstellen, aber es gibt uns eine lebendige ‘ Vorstellung von dem Gesamtgeschehenhs wird eingelcitet durch eine Darstellung der „Grundgedanke^ der biblischen Religion es gibt eine knappe Charakteristik der jüdisch-hellenistischen Philosophie und unternimmt, daran anschließend, den bedeutsamen Versuch, auch die religiösen Grundgedanken des talmudischen Judentums zu formulieren. Damit ist gleichsam die Vorgeschichte der jüdischen Rcligionsphilosophic gegeben, die im Mittelalter zu ihrer reichsten Entfaltung gelangt: die Entwicklung wird in ihren Wandlungen, in klarer Herausarbeitung der einzelnen gedanklichen Motive geschildert, fliese Motive werden uns in ifuern inneren Zusammenhang deutlich, aber auch die führenden Gestalten treten lebendig vor uns, wir lernen die einzelnen Denker in ihrer Einmaligkeit und zugleich als typische Vertreter einer bestimmten philo« sophischen Grundhaltung kennco. Der Ausgang der' mittelalterlichen Keligions« Philosophie wird nicht lediglich ~ls das Ende einer Entwicklung gesehen: denn die Nachwirkungen dieser Epoche werden innerhalb der Kcnaissancephilosophic aufgczcigt and vor allem eingehend verfolgt in dem Schaffen desjenigen jüdischen Denkers, der zu den führenden Geistern in der Geschichte des menschlichen Denkens überhaupt gehört. Spioozü ordnet sich zwar in die Geschichte der Philosophie des Judentums nicht unmittelbar ein, wohl aber gebührt ihm/.cin Platz in einer philosophicgcschichilichcn Darstellung, welche von Saadia his zu Hermann Cohen4 die jüdische Religionsphilosuphic in ihrem Zusammenhang mjt der allgemeinen Geistesgeschichtc erschauen lallt. Jüdische Gcistcsgcschichte — das ist cs, was dieses Buch uns vor Augen führt. Gewiß ist nicht allein ,,Denken urjd Leiden" der Inhalt der jüdischen Geschichte. Aber, wenn Gmc1z( \on dieser Grundauffassung ausgehend, cm Gesamtbild der jüdischen Geschichte zu ‘schaffen versuchte, das nicht nur reich und eindrucksvoll, sondero bei aller Verzeichnung im einzelnen doch ein Bild von innerer Wahrheit ist - so muß do£h wohl seine Auflassung einen Wahrheitskern in sich bergen Jedenfalls mahnt das Werk, das der Altmcister^dcr judistjun Geschichte geschaffen hat, di~ kommenden Forschcrgcncrationen, sich nicht ledig« lieh der Befrachtung einzelner gcistesgeschichllicher Probleme, sondern dem Gc*>amtzusamigcnhang der jüdischen Gcistesgcschichtc zuzuwenden. AU einen Beitrag zur Erfüllung dieser Forderung dürfen wir das Guttmannschc Buch werten. Nachdem Dubnow noch einmal den Versuch unternommen hat, eine Cc« samtdarstellung der jüdischen Geschichte zu geben, wird, heute-Ifaum mehr ein jüdischer Historiker ^ich diese Aufgabe stellen — wenn er nicht ein Kompendium schreiben will oder aber ge-radu im Gegenteil eine künstlerische Zusammenschau wie io dem bekannten Buch von K a s t c i n im Sinne hat. Umfassende Teil« darsteilungen sind das, was wir von einer ai^f gründlicher Quellenforschung auf« bauenden Geschichtswissenschaft allcio erwarten dürfen, ln diesem Sinne be« grüßen wir das uns hoffentlich nahe bevorstehende Erscheinen von Bacrs Geschichte ‘der Juden im christlichen Spanien und von Elbogcns Geschichte der Juden in Deutschland. Neben derartige Teildarstellungcn treten ergänzend solchcG eiaat darsteilungen, die Wie etwa Caros jüdische Wirtschaftsgeschichte nicht die Erfassung sämtlicher Lebensäußerungen des jüdischen Volkes sich zum Ziel setzen, vielmehr nur bestimmte Seiten der jüdischen Geschichte.' Teilbezirke des jüdischen Lebens zur Anschauung bringen wollen. In diesen Zusammenhang gehört das Guttmannscbe Buch. Mit anderen Forschern zusammen gibt es uns das Gesamtbild, das heute kein einzelner Forscher uns, dem Stande der Geschichtswissenschaft entsprechend, zu geben vermag. Wir dürfen die Fragen der jüdischen Wirtschaftsgeschichte nicht geringer schätzen als did des jüdischen Geisteslebens; allein wenn die Beschäftigung mit •) Ernst Reinhardt, München 1933. ( unserer Geschickte uns zu einer Kraftquelle für unser . igvnes Lehenw. rji n «...II, dann werden wir doch vor alLm den Ewigkeitswerten uns zuwenden, welche jn dem geistigen Ringen dvr vergangenen Geschichte sich offenbaren. ★ Das Professoren-Kollegium der gcirteswissenschuftlichen. Fakultät an der Universität Jerusalem hat für die nächsten zwei Jahre Herrn Pr«d. Guttmann zum Dekan gewählt. Guttmann, 1880 in Hiide-sheim ajs Sohn de> bekannten Rabbiners und Gelehrtem Prof. Jacob Giittmann geboren, war früher PrTvatdo/ent für Philosophie an der Universität Breslau und .Dozent iür jüdisch« Relujionsphilo-ophiean der Hochschule (jetzt LehranijaltJ für die Wissenschaft der. Judentums in Berlin. Spater wurde er an das Budap'ester' Landesrabbinerseminar berufen, ln einer Reihe von Schriften hat Guttmann sich mit dem Gottesbegriff Kants im Lichte der jüdischen Lehre auseinandergesetzt. Fr hat ferner Arbeiten über Ja, Verhältnis von Kcligioi und Philosophie bei .1 e h u d a, hal vi. über Spinozas Verhältnis zum Anstotelismus, über Religion und Wi-.senschaft im mittelalterlichen und modernen Denken und" eine Reihe anderer reli^mnsphilotophischer Themen veröffentlicht. „ . v * Die erste Ergänzung zum „Sozial- und Wlrtschaftsrerht, aus ewahlt und bearbeitet für die^ Bedürfnisse der Juden in Deutschland“, von Ministerialrat a. D. Fritz Wittelshofer — Nr. X der Schriften der Zontt alwohlfahi tsstoile und der Abteilung Wirtschaftshilfe b. . der Reichsvertretung der-Judef» in: Deutschland —/ist erschienen. Ausjder Ergänzung, die'den gesamten Inhalt des Ruches nut den gegenwärtigen Stand von Gesetzgebung und Rechtsprechung-bringt,-.sind . besonders hervorzuheben: die eingehende Neukommentwi ung der Bestimmungen des II a u s h a l t s I) c r. c h ä f t i k u n « s v «! r b o t .; m.»- erweiterte . Darstellung des A u s w n n d e r u n g irocht . . ins- - besondere ln den ■ Fragen'des Stouerrechts jmd der Sozialversicherung; das neu eingefügte Gesetz über die Befreiung von ucr IMlicnt zum Ersatz von Fürsorge kosten; die den - A t b; * .- ein satz regelnden wichtigsten Bestinrimungen des Viqj jahrosplani--, die Darstellung der neuesten Rechtsprechung über gewerbliche und politische Zuverlässigkeit; die Erläuterungen zu den neuerdinfes wichtiger gewordenen Bestimmungen des V’ r zu i: rontenw^seps und.die Einarbeitung der-Crst am 28. Jimi d. J m Kraft getretenen N-e uRegelung der . y n t e r Mi * v u n n. Arbeitsloser. Neubczieher erhalten das Buch einschließlich der Eigänzutu, zum bisherigen Preise von 3.80 D'9*T Hebräische Lese« und Lernhefte, lieft 1. l#P.S. 0,25 Der Mangel an aktuellem hebräischen Lese- und «Lernstoff veranlaßte das Tarbut-Dczernat der Zionistischen Vereinigung für Deutschland. Berlin W 15. Meinekestraße 10, zur Herausgabe der vorliegenden . Lesehclte. Der aus verschiedenen hebräischen Zeitungen und Zeitschriften zusammengestellfe Stoff ist für Lese- und-Lernzwecke für. Erwachsene und Jugendliche, die die ersten Kenntnisse der Sprache (etwa nach 6 bis 8 Mona-ten Unterricht) t%worben haben, geeignet. Das soeben erschienene erste Heft enthält neben, einem Chronikteil und aktuellen Notizen aus dem Jüdischen Leben .eine Reihe von Aufsätzen, Erzählungen und Gedichten wie: Der Ziomsten-Kungrcü. von He r zl; einen Abschnitt aus der preisgekrönten Idylle Mazevya, von Schimonowlcz; Zwei Hirten, Erzählung von J e r a c h m i «•*; Aus dem Leben der Beduinen, von B a ef r; ' Herr Gabriel xund der Wasserschöpfer Katriel. Erzählung von Ben-Zi'on; Gesang der Erde, Gedicht von Fischmann; Mit Chaluzim n^ch Erez Jisrael. von Assaet; Im Jugendzeit, von Fuhrmann; Jemenitische Kinder, Erzählung von GloQmann u. a. Ferher enthalt das Heft ein Vokabularium. g Eva von der Dunk Jüdisdierßudwertrieb Chtmdtah-Ieuthler, SUditr, alle Spiele für die Xtnder dutdi uns JHSHfläED GLAS PORZELLAN Gescncnkarlikei - haussianasuiaren I D O N N E R | Eppendorfer we9 6 - Tel. 43 38 96 Nahe Eimsb Chaussee , — Alle* jüc xitu Uaueku | M.LEWIN, Altarwoll 60. g»ar.1M6 enaus FQR AUSWANDERER nqen J iMlUÜ'Ji' / Johannisbollwerk 14/15 ' Hochbahn.: Landunqsbrucken iilimi Bevorzugt unsere Inserenten l ich Kaule Gemälde alter und neuerar Meister Aufograph«n, Kultgeräte A. Blumenreich, Berlin W 35 v.-Köster-Ufer 57 i—MÖBEL-SALOMON Schlafzimmer 265.-, Küthe,korapl. 125.-, Buffet, Eithe 115.-, Ausziehtisch 30.-, Couth 45.-, Sessel 29.- Schulterblatt 88 a. I. Hage KORSETTHAUS GAZELLE FILIALEN IN ALLEN STADTTEILEN kurt STff N Annahme für die Färberei u. Chem. Reinigung Jaglidia Raul- U. 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