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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-12-18 · 12 (18.12.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
12 (18.12.1936)
Date
1936-12-18
Page
[Seite] (sequence 10)
Language
German
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f Seit* in Gemcindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nu 12 Die Chanukka-Messe des Jüdischen Kulturbundes i. I. Die'vom Kulturbund und «lern Verein selbständiger jiuliscfier Handwerker und Gewerbetreibender Groß-I Limburg von 1906 ni den Räumen de«! ll.ui»o- Neuer Wall >9 verunstaltete, ( hantd>kdmekse wurde am >. d. M. im Beiseln der meisten Aus- >n ler und * iebjr Gä-te und \ertreter Von (•emeimle i ■ ml Organisationen eröffnet. Was bo*cbiders Iii-merkenswert war: die Vu»»lellung war %«»111ir lei t iggo-tellt. kein llammtrsthlag erl nite mehr, jeder Gegenstand war auf -ei'ni iii l'l.tl/e. I" roilith.. (et Zeitpunkt war etwas >pat. «la da« Publikum erst einen I i, \'<r Chanukka Gelegenheit zuui Be-aubje «ler Messe erhielt. W ir wünschen Jrwtzclem \eranstalfcrn und Ausstellern, dal* «ler erhoffte Lrtolg nicht ausbleibe, «leim des Sellens- und iinstbeosw erte4 gibl es dort erstaunlich kieles ... J um Dr. Rosa Sc h ap i re liegrüttV «lifl Gäste. Sie betonte, dal! es k«-ine eigentlich jiidis<be K. 11 n-t gel»-- der jüdische Künstler im Rahmen.seiner Lmwelt zu schallen hal*\ Di r wesentliche Wunsch* tur «In--. \11s-leJI11ngi sei ein aufiiuhmehereites Publikum. <lu> ifiit offenen Sinnen. Herzen und llämleii suh «einet \ erpflithtuiig bewulit -ei. Je kleiner eine Gemeinschaft, «le-lo mehr verpflichte, sie ihre ein/einen Glieder zur Zusammengehörigkeit. Sie erklärte die i.nm Kulturhiiml heYyii.sgegc'heüe graphische Mappe, bei «ler manche tadeln Milchten, snsei nll/u . modern". W ic sollte sie andersein, als modern? Wurzeln unsere Künstler nicht im gegenwärtigen Leben und in der heutigen Kunst/? So-empfehle auch sie die. Map|>e wie «Ii«- ganz* \its-tell«ng dein Wohlwollen des Publikums. {V. Im Namen des ..ILiiHlwerkj-r-vereiijs begrüßte Herr R i-h-r e n d » o h n.du- Vals^ellung.'die unter «lein Motto sielten müsse, dafl der Jude dem Juden nicht lejnd. sondern' Kreund sein müsse, im iiie*e Forderung kämpfe «ler Ilandwerkerteieia seil 5U Jahren. Kri-iliih h,il><- er in den letzten drei hihren mehr Kf folge gehabt.' ilsj in allem1 vorangegangenen. Dem Kulturbund danke er für seine Ailfforderiing zur Mitarbeit Hill -liiic intensive In; .lern njiklischeü Handwerk«. Kür <len jüiR'sjcheli Handwerker seien ilie Schw it-rigkehe-n größer, «Ii er. Heine großen >«h:nistücke zur Verfügung habe. Ja« seiner Miulieler nullt, einmal «lie Kosten für'die Anfertigung von. Sthaiistiitkeu halten tragen können. I rotzdem freuten «ie sich an ihiem bescheidc-ne n Werke, für welches sie Iftas W ohlwidli-li der \iis-lelliiijgsbe-iuher erhoffen. Kirr den Vorstand der Gemeiiiile »prudi Herr I?.-\. David, den \ erlretern «ler Kiiiistersehafj iiud-des Il.tndwerkervereins innigen Dank liir die Gelegenheit uns. >i<hj jüdisch und men-thli«h' näher zu kommen. \u«h diese Veranstaltung , sei t-in Schritt in «lein Terbrüderun^-pwel' muh Juden zum Juden: er IimI le, d.df anth iii reiht vielen dem \\ un-en rege Werde, das auf «ler -\n««felIn 11;' («eb«»te»ne nichttiur zu isehon. sondern auch; Wenn Iii.MI «h u \uS«t«-llu!i--r.Wim betritt, hat i.uan nicht den Kind ruck leiner Me'ssw. und «Li- :«t gut »o. Kiu Kulturbund litt in erste* Linie kulturelle. Aul.: dien, c-r kann erwarten.'dal! die Gemeinschaft, Mir ifit» er wirken will, ihm hilft. -u-ine .zweite Aufgabe zu erfüllen, gute Kun-It und" irutes Handwerk wirlsdiiltliih zu fördern. \l-n um mihi mißt erstanden;zu woMen: Venn auch «lie Vi|s»tellnn^»idijekle «(hemliar lest i0n| innerriickl'ar. geschlossen und möulnh-t einheitlich angi'oriliuM gehängt1 und atlfsSestellt. sind, fast alle-« i«t v e r k ä ü f*l i ch und — W artet darauf. I .'\ freuii llich gesirlnter Mann Ii it .lern Kult|i.rbn'n«l «leu «elir günsti.' gelegenen und in seinem GrumhriR «c-hr brauchbaren 1! nun zur Vc-rfiiiruiig gestellt, so dal! es möglich ist. auf einem einzigen Rundgang eine lückenlose' Schau Uber das Gebotene zu sew innen. Der dem Neuen wall zugewendete Raum beherbergt ..die freie Kunst", «ler rückwärtige und die. beulen Verbindungswege dazu eilt traf ten Handwerk und Kunsthaudwe-rk, wobei bemerkt sei. dafl es da Dinge gibt, die mit Kunst gar. nicht« zu tun haben, z. B. SthlYfslutcrnea, und die diuh wesenHich interessanter sind als so manch biederer I ee- «tärmer oder Kfeidc-rbügel. Aber wir wollten ja eigentlich zunächst die »freie Kunst" besichtigen. Ganz unpersönlich und sachlich gesprochen mufl mau sagen, sie kann «ich seilen lusJsen, auch auHerhalb der ihr gcv.ogeuen Grenzen. Man siejhf erl reulichi rw eise Viele geglückte Bemühungen; über die Naturabschrilt hinaus zum ..liild", zur Komposition, kurzum zjlt Kun-t zu gelangen Sei es eine: knappe Zeichnung, ein flüssiges Aquarell, oder gut goschaute und ..gut gelullte" Malerei. Die l'l.istik ist leidet zu spa«rsain vertreten, linurzo und Stein fehlt .unseres W issens puiz. und. in der Unsicherheit des Absatzes bleibt man wohl oder übel beim Gips, oder man greift zur Terrakotte, in welchem Material BiisdrucksvtiHe Porträts und teilweise gute- Kleinplastiken zu finden sind. Die Pflicht gehietet. auf einigekleine. Dinge'aufmerksam zu machen, «licr leicht ülierseheri werden könnten. Wir meinen die sehr reizvollen Kupfereinails und die I eri.iknttköpfchi'it in der Nische, «leren Note durch einen reidrfarbigen Seideilmtik und intc-ri-ss.iute 11inlelglasm.ifereieit bestimmt wird. Leiter handwi-rkliche Dinge ist sejiod einiges gesagt, doch möchten wir das Sthueklerhandwierk nicht vergessen und erst recht nicht die -Weberei, die mit zum Krf reu liehst eil dic-ser Schau gc-hört. ob es, sich um Kleiderstoffe oder Dekorationsstoffe handelt. Dafl mm Tc-ehanbeu ohne C'binxsfölTe und Gedecke ohne bedruckte Stoffy sehr reizvoll gestalten kann, beweist eine KimMgc-werblc-rin.. wc-lchcanflerdem Wuncllieleuchtungeln zc-igt. die ebenso.«gesebmackvoll wie bijlig siad. Nicht zu übersehen ist diewiebc-i früheren derartigen Veranstaltungen anspezeidinet vc-rtreti-ne V'otographie. dageiren ist auf dem Gebiete des Kultgeräts wenig Neues hin-ziigekommeii. Ilic-,t \»ircl dieloriiiel ..billig und gut" niemals gelten. Kinen intt*ressa.n|Hi Versuui; eine- V c-ii-rtagsileckcmit hebräischer Schrift zu-ornamentieren, findet m in in einer Gruppemodischer, aber gc-schmackvoller Tücher., jü weither die;jilt*i Batiktethnik sich einmal wieder als sehr lebendig erweist, ganz gleich, ob es. sich um Dinge <l«s täglichen Gebrauchs öder um solche dekorativer Art wie die. W audbeliäii^chandelt, «lie man nicht übersehen wird. Die Keramik ist gut vertreten, sowohl durch sehr robuste ujul tharaktervull geformte, bnchgebnrnnte Vasen aus rotem Ion. als «buch zartere .geschmücktolle Gefäfle in graiiwi-iflen und farbigen Glasuren. Dann sind da noch einfache in Kupier ge- " hämmerte Dinge. Rucheinbändi^ und Mappen, in Stoffen, Pergamenl und I eder. sehr ainü-uile Lederarbc-iten. modi-ih, iin.i doch ^nriginell. Nicht vergessen wollen wir «Iiibeidpn Malermeiser.' die s-^i «lurch ireschmacktolle Dekoratiu|isentwürfe nnd durch eine hübsch ausgestattele Koje in It.rinnernng bringen. Das Ihrroachergewerlie im welchem der Jude schon immer heimisch war) zc-igt recht anschaulich «tusonst verbjorgenen W « rkelemc-nle der l hr. Vom I hrmacher izum Silbersthmie I ist, nicht weit. d. Ii. auf der Aus>telluirr miil! man iiHihiu.il zur „freien.Kunst" zurück,'um in einer \ilriue guti-ii Schmuck und ausgezeichnetes Silltergeräl zu finden. Die reichh iltige und in \ icler Hinsicht interesiaufe Veranstaltung terilie.it vollste Beachtung; and'die gü listige loigcvjnm illen .dc-r 'Stadl läßt cli| KntsdlHldigung. nicht hinkommen zu können, nicht gelten. .Die Messe ist noch bis zum 24. d. Mgeöffnet ,r Aus xUu \J&ctcafrs$äUu Rabbiner Dr. ItalienCT leitet den Vortragszyklus des Tempel- Verbandes ein Der Israelitische Tempel-\erband veranstaltet wie in den letzten Jahren so auch in diesem W intc-r einen Vortragszyklus; cliescss Mal lautet da_s Ges.»mttheni.i. das in den einzelnen Vorträgen behandelt wird: Rückblick des Juden auf das 1*1. Jahrhundert. Den einleitenden Vortrag hielt am 29. v. M. Herr Rabbiner Dr. Italiener, der über die geistigen Strömungen des 1*». Ja Ii rhu nderts sprach. Kr schilderte den Eintritt der Judenheil in die europäische Kultur und Geisteswelt, zu der ihr die hmanzipation die Tore weil geöffnet hatte, und schilderte weiter, wie sich ein großer Teil der Judenheit völlig dieser neuen Welt Itinerab, während andere in Krkenntnis der Y.*tschütterung. die das bis dahin feste Gefüge des Judentums heimsuchen mußte, sich vor der europäischen Welt wie hermetisch abzuschließen suchten. Der Redner charakterisierte dann die hauptsächlichsten <reisfisen Bewegungen, die das 19. Jahrhundert beherrschten, und mit denen der Ted der Judenheit sich'-auseinandersetzoii mußte, «ler an sich dieeuropäische Kultur bejahte und in sieh aufzunehmen Wünschte; Dic-ser ViiM-inandersetziuigsprozeß wunle jäh unterbrochen durch <lc-n Ausbruch des Krieges, der einen völligen Wendepunkt in der Gesamtenlw ickliing der europäischen Welt bedeutete, so daß auch die Judenheit jetzt einem völlig Neuen gegenübersteht. — Die nachfolgenden Vortrage sollen nun die von Herrn Dr. Italiener in seinem Kitiführuiigsvortrug dargestellten Bewegungen im einzelnen behandeln. . ' Krau Dr. M. Kdclheim-Rerliii über ihresüdafrikanische Reise Der Jüdische ( eutralvereiu veranstaltete am 12. v. M. e inen \ortragsabend. an welchem die Schriftleiterin der C.-V.-Zeitung, Frau Dr. Margarete l'xh-lheim. über die Verhältnisse in Südafrika auf Grund der Reise, die sie jüngst dorthin gemacht hatte. Iwrithtete. Die Reduerin verstand es, in einem nahezu einstandigen Vortrage die Zuhörerschaft die den Gabriel- Ru-sser-Saal bis auf den letzten Platz füllte-, außerordentlich zu fesseln. Krau Dr. Kdelheim berichtete über das Land und seine Beschaffenheit, seine Bevölkerung und dereu Leben und

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