Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 12 (18.12.1936)
- Date
- 1936-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
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Gemeinde blatl der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Numnir-r 12 hegrüHl und tatkräftig.gefordert wurden. ",r Takt-. K)IIjrheit iiii<I Zielstrebigkeit »»"ruhendes lalent. wohlwollende und kapitalkräftige IrlaiilHrnsgenossen für-ihr«- Pläne, lür ihr ki.uiketih.iu-. in ele--«e-ii Blute ilir Leisen sich erfüllt, zu inler- .«■—icren. kam ihr und ihrem Werke trjelTlieh zu stallen. ■Line iMrtli re anKerordenlliihe orgunfsutoristhe Leistung vollbrächte unsere Oberin während «Ii- Weltkrieges, während de—sen da* h.ranke>ihans im :rröRten feil seiner Raunte in ein Be-ei\e-l az.iretl mngew .indelt und »eine -Betlen/ahl durch Aufstellung einer Baracke im hinterm leite des (Martens noih crboht w.ir Alle dkj vfele'ü hierdurch bedingten Schwierigkeiten, nameiitli'h .ml dein Ciebiete der rituellen \er»tlegnng. die <>lt den- (nullbestallenden nicht- -siiaiihguhen. meisterte -ie xpieteild. -o daß- Reserve-Lazarett A\. Israelit i»ehes kraHkenhaiis. bald das Wujn-cbziel v ieJ**T der nach Hamburg geleiteten Verw nrnch-teii alle» Bekenntnissewurde. Die offizielle Anerkeonun; ihrer \ <fH'ii-rferfuhrt«; schon I'M(> durch \erleiilting der Ki>jtt*H|-kieu/-.\lednille. ' " \idii ■.f1111-- Vbsiehl .iii letzter Stelle -e-i jenes Verdienstes gedacht, das -ich Schwester (iorelon durch <lie t.inlühruiig dei >iii« esit't :• |• t!ru( rin hiesigen kranke-uhao-e erworben hat. Krankenpflege in idealer Vollendung ist nur denkbar b«'i •h-njenige«, ilie-sie, lucht des Krwerles wegen /um Beruf erwählt -tT.ilM-ii. sondern weil sie -ich /um Dienst an eler" Jehlenden •Mc-u-chheit innerlich berufen lühlen. I in sieh .jHer ihrem ent- «a> in:»- und aufopferungsvollen Berufe mit ganzer Sei le widmen /n koutM-u. rniissen -ie selbstverständlich hr.. allen Uli Hefen I <-! »t-ri —!»■• I: ng u Ilgen, w it- I iiteihult. Versorgung gegen krankheit. vorzeitiger und \ lter--4n\aliditat. sichergestellt i - i ■! * y in i also zu i-: \oruussetzungen!zu erfüllen: i'iü^i-m h i i nkeuli iu-e »hg>-.rliederte Schwesternschule, ehe ilirr /ngtjnge mit den nüljigcii praktischen und theoretisihen kenntnisseii versah, und ein Sthwc'steridiefini in de- Wortes umf. ■ —«-:i.I~t■ -: Bedeutung. Bcidi's entsprang <ler Initiative nnserer Kljberili SHmn bald na<ti' ihrer l Yber-iedliiiig nach Hamburg. ItaMttrsie um Mille eines ganz kleinen Stammes ebenfalls von anfiel h.ilii herangezogener Genossinneti die praktische Aushil Inn}: jii Ii-<tn-r Krunkenpfleireryme'n begonnen. Gau/ organi-eh und s\ -t-'m.tti-th winde der theoretische Lnterridil ent- W ieke-ll iiul Min diu iin'llause tätigen oder iiiin nahestehenden ler/ten in Jahreskirrsen erteilt. In' späteren Jahren «*b?o»scii sjdr ihm h iirthildunti-kur-e für <lie länger im Dienst 'i ll heu Sehwe-ti'rn an. Ks erwuchs der'stattliche Bau des Sihwe-teruheim«. der «einen'Insassinnen e|n'behagliches Heim' geucirdefl Die ii.it11-1V ri Jahre brachten Anerkennunseji des hier Geleisteten »im -eilen der Gesundheitihehörde. wedche die am krankenhaun ausgebildeten Schülei innen' zur staatlichen l'riifunt <ulic-ft vion -eilen änderet C-haritasverbände. w<-lcfie ihn eijseneii \o\i/en dem Israelitischen krankeiihaiisc' /ur Aus. bil Iiiie: iil«-tw iesen. Heute verfügt Sdiwc—ter Oln-rin ulier einen /ahlreichen Stab sc!li-t er/o^enef Schwestern für den Dienst in der'Anstalt. Außerdem «ersteht eine Schwester ständig Hen (ienieiiideilien-t. einige Wenige sind iii/w i-chen schon in «üen Bulie-t.iiid getreten, andere nach uuSerhalb. /. T. in teilende Stellen berufen Wurden. Sie alle aber h.it ihre Lehrerin und Meisterin mit Geist mim ihrem Geiste erfüllt. Sie machen ihrem Nftitterhairse Klire. sie »sind glücklich und Imgtiickeji in ihrem mensdienfreiiudlicheii Beriif. /.ililln- -nid 'In- \kte menschlicher NiichslenlielM'. die Schwestcv Gorchin im Stillen geübt, namentlich auf dein Gebiete „nachgehender h>iT-orue"U nur immer wenigen bekannt, aber viele ntii nie vergessender Dankbarkeit erfüllend Doch Ijier ist Schweigen Pflidrt und Kh"rensachc\ Sie seien nur erwähnt, um 'da- ( haraktcrbihl zu ver\idlsfändigeh. Wer je im I.elx-n In Iwrufliche oder gesell-chaftlidie Bo ziehnagep zui Oberin k'arii Gurdon getreten ist. der gewann g. ir bald den Eindruck, dal' er einer nicht alltäglichen, den Diinh-ilmill weit überragenden Pi i-onlichkc-il gegenüber-tauil: einel trau mit c-iiieii> wannen, mülleitidien Her/cit-. aller Auf- Opferung f..Iii-r. ..Iii - »erstehend und alle- M-r/eilieiid: dabei von tiefernster.Lc-J'ienkiiiffas-nn-: in seltener .Strenge des ("harukfers an'sich -iü.si :Ue liärti-ten Anforderungen stellend. aber Jiudl \oii ijjren \l it 11 beitern. ••ben-o die- Nergalu' ihrejhoch-ten kraft veiflangi iifl: ihr Ziel Ic-st im \iige -halti iul und,• im!.eint vhii der Ven-chen CJun-t un I I ä lel. mit-fi-tein W i'len »erfidgend.: und wiederum die' Sinne ^iifge-ihlo—eil al'-mi . Schönen und Keinen, empfänglich lür jeden Genuß, den Natur.;kiin-ti Liter.itui. eile (.esellru'keil bieten. Die seltene Gabe einer aul den tiruinl sebam-ndeu Mcii-jcbenkciinlni-. ujit'-r- Miitzl dnrth khi^lieit und reidie Lebenserfuihrun/. liefäliiudc -ie. jedem ihn r Mitarbeiter das. Held Trei /u m idien für die ihm gemäße latigkrit. jeden l'iitergel»cnc-)i aul den rechten l'o-tc-a .•»teile*« und -o da- Werk, dem -ie -elb-ttin» dient, /u«ll xli-ter . Ml iie iiml allgemeiner \nerkeiinüug ji'iripcjr/.uführen. "so i-t die Obeiiu klara Gordifn aufrecht und immer auf> w ,itdurch die J iln/ehntcgegingen. So — das wünschen wir iln und uns — möge- -ie muh viele..viele. Jtihre. unberührt von Zeit und \lter. didir anvertraute Sdriff fe-t und -i<h"r durch duaufgeregten W ogi umsteuern. ür. Hrrmnnn Böhm. Aus dem Landesverband Nordwestdeufschland des Jud. Central-Vereins J. L. Zu der Tagung des Landesverbandes Nordwestdeut-chland de-- Jüdischen ( eiltral-\c'reins. die am 6. iL M. staltlaud, vcaren Xertreter aus dein gesanili-n \ erbandsgebiet erschienen. .Vach Begrüßiing«iworten des llerrn Dr. V. i c h h o I /.. der eleu erLrunkten Vorsit/enden IL- \. RucJcdf S a m s o n ■ vertrat, gedachte Rabbiner Dr. Italiener des. daliingeschicslcnc-u Justi/rats Dr. B r od n i t /- Berlin, des langjährigen' \nrsitzenden des ( V. zu desmtn Hiren die Anwe-c-nden sich von den Plätzen erhoben. Dann -childertc Dr. II e r z I e I cl - I—en. eh r jetzige Vornit/ende de- C V. in einem Vortrage ..( V eiirst und fetzt" die Ziele des-Cl bei seiner Gründung isu>. als er der immer mehr um sich greiletJclen Assimilatipn tinhalt /.Ü Jun und die Verla— uugsinäßigcn Hechte der Juden wahrzunehmen unternahm. Kine'zWeite Kpcnhe dc-r \ereiusaibeit begaun nach dem Kriege; jetzt galt es. daneu erwachte- Gemein« sebattsempfinden der Juden in Deutschland-durch Wort und Schrdt zu stärke« und lebendig zu erhallen und ihrer inneren Verbundenheit durch den Au-baii eb-r Organisation Au-dnuk und Halt zu verleihen. Gleichzeitig begannen .iiier auch im inner jüdischen Kreise die Auseinandersetzungen, l'ür den (.'V war die- Religion die Grundlage de-r jüdischen Gemeinschaft: -o geriet er in \Icinung--treit mit den Vertretern des national, jüdischen Gcedanke-ns, wenn er uiidi zuletzt der Bedeutung defl Aufbauwerkes im Heiligen Lande sieh nicht verschloß, daer nur nicht aleine endgültige Lösnng des gesamten jüdischen Problems hätte anerkenne» körinen. 1933 begann mit eler k Maclitüberiiahiiie "durch den Nationalsozialismus der dritte Ab-chnitt der Geschichte des ( V. Seine alten Ziele konnte er nicht mehr verwirklichen, er steckte -ich neue, machte sich die geistige, rechtliche und wirtschaftliche Sicherung eles Teile« der Juden, die in Deutschland bleiben wollen oder müssen, zur bellt rr-du'iidi-n Vllfgabe und lieteiligte sich an der Gründung der Reichst ertrctiing. in der -ie heute ihre allgemein anerkannte Spit/e erblicken: Ohne die frühere \rbeit des CV hätten ilie Juden in Deutschland nicht den inneren ifnlt gehabt, ihr Schicksal würdig zu tragen, und heute wecke und erhalte er Lebenswillen. Lebenskralt und Lehensmut' zur Lrhaltung und Kräftigung von J.ldentum und Judcnhcil. Nach dieser erhebenden Ansprache licriehtele Svndiku< Dr. II. B e i c-Ii in a n n - Berlin in sachlicher Weise über die. Tätigkeit des (' V. Er arbeite mit am Bilebingsproblem, den Schuir tragen und allen kulturellen \ufirabcii der Judenheit. aber -eine lluupthctätigung erstreike- -ich aul das Gebiet des Hechts und der Wirtschaft. Der Vortragende behandelte fa-t sämtliche, von der Gesetzgebung betroffenen Berufe und Gewerl>e und schilderte ihre gegenwärtige: Rechtslage und die Arbeil eles ( \ auf diesem Gebiet iii ihrer Vielseitigkeit, eler trotz allem doch e in fic-w isser Erfolg nicht versagt bleibe. Die -Auslührnngen des .Herrn: Dr. Reichmann ergänzte in warmherziger und temperamentvoller Weise- Herr Dr. Ptre■ de-nth nI- Hamburg, der Syndikus - des l^indesvc-rliandes Nonlw e-tdeiitschland. Er schilderte: die: immer w athsende Inansprochriahroe des Landesvei bandes Im alle- W irt- .schatbefragen, inshesondere in den Sprechstunden, die ihn in alle- One des VerlMnifegehieteü fuhren, ferner die kulturelle und geistige-Tätigkeit eles Vereins innerhalb eler Jugend, der Aclteieii und der t rauen. Seine Ausführungen bclteli ein abgeruii'letc-- Bild fruchtbarer Tätigkeit. — Die Vormiltagssitzun^ endete mit e-im-r Lhruug des verstorbenen Syndikus des G V Dr. Ludwig Holländer (furch Herrn Dr. L i c h Ii o I z. Nach eh r Mittagspause kamen dje- Vertreter de-r Ortsgrii|i|»en zum Worte, die in reidjter Tülle Anregungen und Mitteilungen vom Lehen in den Kleinstädten vorzubringen hatten und.deren Antragen Herr Ur. Reichmann Zusammen« lussend IhmiiIworlc te. -\nljßlich dir. Taiiinj*. iK-s I.nndcevi-rhandt-e vrirnticällicfctc die CV-A-itifnf! in ilir.r Nummer vi.m 3. d. M. ,tnt-n Aul&al/ ihrer Schriltli-ilirin Dj. VtarLarel.- K l . I h t i m Hämbiui:. P.itd einer Otmeinde. In >eniem ^. .ehictillichen Teile enUutt der Aufsat/ eine Reihe von Irrtümern, die hier kurz hctichli£t seien: Der V.rn. Glücket vj.n ttameln verteilet die Vcrfateerin oflenbar zu der irrigen Veriri ItinC. daß Glücke! außerhalb Hamburg Cehnren Morden sei: Glückel war aber ».n Kind der Hamburger Gemeinde und blieb nach ihrer Verheiratung mit Chaivn II :r..'n in Hamburg. — Fin lernerer Irrtum rat, daß die .luden erst zur Zeit Nar-.il. . n-. Hit K.rlaubnis erhalten halten, ihre Toten in Hamburg zu beerdigen. Der Grindelfriedhol »urtic ihnen im Jahre 171Ü uberlaesen. — Aul dem Friedhofe am Neuen S*e inweg ruhen nicht.etwa 6. sondern insgeeaut 57 Tote', deren Namen um noch in einer Li<te erhalten geblieben sind. — Bei der Darstellung des Tempelstre tes selzj. die VerlasseTin* den Bestand des Deutsch-Israelitischen Synagogen- Verbandes vZraus. dieser wurde aber erst im Jahre 1868 nach der Umgestaltung der Gemeinde begründet — Vi.llig tatsch ist die Angabe, daß der von dem geistlichen Oberhaupt des Deutsch-Israelitischen Synagogen-Verbandes geffthrte Titel t!.» Ilherrabbincrs aus der Zeit stamme, zu welcher Altona noch zu Uanemark (c4örte. Den Titel eines Oberrabbincrs der Deutsch-Israelitischen Gemeinde lührte zuerst ganz unabhängig von historischen Vorgangen und Beziehungen. Ansehe! S'ern. der 1851 nach Hamburg berufen wurde IS Haarbleicher S. 4041. und dieser Tifrl verblieb seinen Amtsnachfolgern auch, nachdem durch die Übertragung der Für i.rgc lür den konservativen Kultus innerhalb der Gemeinde aul den Syna.i en Verband das Oherrabbinat eine Angelegenheil des Synagogen-Verbandes |H-worden war.--Die Madchenschule der Gemeinde irt nicht erst 1885 gegründet worden, wie pra« Dr. hxelbrim schreibt, vielmehr bestanden in Hamborg seit 1798. bzw. seit der Iranziisisihen Zeit zwei jüdische Mädchenschulen, die später von der Gemeinde zu einer Schule vereinigt worden.