Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 8 (14.8.1936)
- Date
- 1936-08-14
- Page
- [Seite] (sequence 10)
- Language
- German
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9»hr in G e m e i n d e Ii I a f t der Deutsch-Israelitischen Gemeinde Nllllllllt-r 8 leiten. In denen Zrit Nutürl ich l>es»iidersjl dl einer mit Spännung ge- So an Spätnachmittag, kurz Mir Sonnenuntergang durch clt'ii Etm'-k ^ii lahreil. schürt /u den ganz he-iinders scheinen Dingen in Palästina Riiliig_liegt das I nnl. die Felder im vollen, körn. <l. i Weizen kurz \ ■ r hm Schnitt.: der Partie* i»l um der Sonne noch dicht versengt, noch »tralilt ejcrr Orangenbaum im leuchten-- de« Clriin. In diese Stimmung Mersiink.rn, könnte man leicht \«Tressen, daß gerat Ie li-r Knick von Wüstlingen zuerst heimge-utht winl «ncj midi dieser Pardcs schon morgen der \cr- ■ichtang anhcii»gc'aUcn'seiti kuin.k' A Ii k Ii Ii 11 in Ejn Cnarod und Tel Jtisel silmii auT dem Wege zu den Siedlungen erkennt■ man die anormale Lage. I m eine Gartcnec/ke sprengen einige Keiler de» Iransjoi dänischen Grcnzkorps, hervor, wunderbar mnlcri»ch gekleidet, mit bunten lüchern. auf .schönen arabi*dicn Pferden, gut inil Gewehr. Revolver und Munition an*gcrü*tel. I iw.i» wehmiit'g. 'vielkdcht auch mißtrauisch, sehen die ("Iiawerim di r Siedlung iluien und besonders ihrer mHilärischcu- ' Ausrüstung nach, und nicht «clten kann man im kleineren : K reise der ( Iiawerim die Kl >->■ hören: Vi erden sie.. arabische wieder schließt er mit dem sieh lag für lag stereotyp wiederlioleiideu Sat/: Haare/ »dicket, ihn Lande i»t Itulie.l (deich, a -. ob er seihst nicht <larän glaubt, räuspert er sich hinterher und cnt»thuhligt *ich. Alle haben ihn gut ver-tanden. Vnschlicßciid ist Sithu. iiIi«I ein ('hawer gibt einen Situation»-, hcricht auf Grund des vom kihiiz gevimmelten Material»: im Kultur/immer w ird ein große* G rn nimoplion kon/ert gegeben: »'in anderer Teil hat während der Nacht noch Wache und zieht »ich aul sein /.immer zurück, \\ ir seihst madieu nodi einen kleinen Spaziergang Allerdings kann man aus dem ni't Draht/.um nmgeheiien Wphnplntz nicht heraus. Der ('hawer. <ler hier auf Wache steht. Weist uns ohne längere Worte wieder zurück. — Langsam w it I es"Nachl auch über Kjn Charbd. Es wird ruhig und bald wachen nur urxh die (.Iiawerim der Schmira. lieh g e m einsa m nicn»di I ithe» I: mit den •heil und \V 11 -1 c ■ n-t >h ne, Inj Kl n*tl.il!c' wir j-si d i » c Ii e n Siedlern die Sorgi ( ■ ii i 11 eicn ' . In 1an ( 1' in» I »elb»l i»t mau gib ade vor dem Vlien.thiot. die hm u i sp i/iejrvil mit ihren Klterii: iii.hi ruht nach der schweren I i-e-.u Im iI uns. Nur .Hilten', am Vu-gange de» Hole*, da i-t es leben ligv Die (Iiawerim. die de» Nadits im Partie* wachen, setzet »idi gerade in* \u1o. die Kinder uin»telien sie in Sdiareu, um (Iis Gewehr j geu .u betrachten und von ihrem \ ater Ahschjei mannen zu können. I Zur Silmiiia (Wache) wird nittirlidi jeder (hawer. ganz Mii.ihl a|i:ig \im ..Hang und Winde" eingeteilt. I nd hier wii e.um 1 mein deiillidi. worin die Starke der dialu/ischen Bew i -ii ig I ieul: in b-1 > c-rliinflung (ie I i ike an I I at i m M e n » e h e i Am nächsten Tage W ie in mu in.ih n Zeiten frühen Morgen /.in Arheit .zu wittern glauhte. Feld gellen sollteif. daranIhin ein. Es erreichK'ii e» auch. ~>o »irlrt man: im d|ivonf ihren vim I lieorie und Praxis, von Vulo vieli n : len die (ins aus iiier I.ili-Ueit zumindest dem Ntlmrli nach »ehr hekannt sind. D i »it/t I a behkin. einer <!<-r Führer der gesamten Kihu/- hewegung. Wlnja (.«»hell, der \\ 11 t»dial l»hea rheiter der nationalen Geitiei'nsch.lftssicdlung'J I. i e I) e n s t e i n , auch den deiltscben Juden durch »eine Tätigkeit im deütsdien Zionismus nach dem I nrsrui/ sicher noch in I'riniiernug. I nd da i»t auch Prt | stol z:-k i, der Dichter und koraponi»1 vieler Lieder, die hier in Deutschland, v(in un» \ udfadi pesiinsen werden. Tag»-- Über halte er drauMeii Kutter für die I iere geschnitten, jetzt / muht er gerade seinen;Ritndzang durch die Wirtschaft. Jeder muH »elhst mitverwirklichen! Da» ist der Kmek...! \ Imle» i»l e» dunkel! gewordc-n.i Zwar spielt immer noch die . Jugenclaliia au» fveiitsciil uid auf <l«-m Sporlpl.it/. aln-r es i»t fast nichts mi-hr zu »elien 'Der Schein ncrfer vom .Steinhaus strahlt auf ii Iii(- erhellt unten klen gan/ei l'anles. Dieser Punkt ist in den ersten l>igen he-i^nder» hei in gesucht worden und ti fit den Sdiomrini die AH'eit /jt erleichtern, brennt er die ganze Nadit hindurch, (.rell Jencht^t er in die »dieinhar friedliche Dunkelheit des Kmek. .\\ ir gehen in» C'h liest den Juntan, die läif sidi herau»2iht. I> i>f tuliigfl. Rinn »ehaltet Über die KreifthNse Spredier verstellt es höret/a hekomnien. t,r mehk't sich: Hier Radio Jerusdialajim liild fu-t in warmem Tomhin/n: Schalom lachem! und so, als oh jemand vor ihnen' »tehe und sie hegrülle, nicken sie im si imt un I antworten: Kchajom. »dlalom. I'cha! S« in Thema ist »eil. lagen immer wieder dasselbe. Wieder erzüHl) ei von Bränden. I eherfallen und Terrorakten, und r nthel. Man i»l mit dein K»sen fertig, khea Nachrichten, die jeder kihuz für 2n/>"> I In. Im Saale v\ird es merklich d i- Radio .in und erwartet Nachrichten de» vergartpenen Tages. Der jüdische jiisgeZei«f)HCtt. den Kontakt mit dem Zndit alles, jungen und Mädchen, am \ls mau irgend ftWÜS in Tel Jo-ef beschldfl man. dan nur die Jungen aufs Kiu großer Protest aller Mädchen setzte galt lange und erregte Dehullen.- und sie dal!, wie hei den ( Iiawerim. die Arheit der Km fange und im imr- Mädchen auch auf dem fehle im voll', malen Zustande weitergcfüBrt wurde. Wir steigen aul ein Steinhaus. Nim hier wird mit einem "Feldstecher den ganzen lag über ilcr Emek-Kxprel! hewadit. Schon mehrore Male hatten jler arahisijie I okomol iv I ührer oder »c-iii Heizer brennende Hol/scheite aul die Felder geworlen. Nun steht da während des ganzen Tage» ein ( hawer. nur um fliesen Zug ständig mit »einem Fcdtlstecher /u verfolgen. I nd da siebt ifi in auch die grol?i-n Kodier, die in die W ei/eftlelder bineingehrahnt wurden. Mitten im wogenden Felde der Aehren ein groBei schwarzer Kleck der Verwüstung. Durch drü Feldstecher erkennt man gut die Aiheit des Combi n ej jener Maschine, die in einem Gang mäht, hindet und drischt. Heute arheitet man schneller, fast uminterbmtheu« denn wer weil*, oh n'icht mor.'en schon auch hier die IJand des Terroristen, spiirhar wird. Noll ohen kommen die Bewoltner de» auhisdieii Dorle» kuuii hernnteT. Sie lassen »ich heute viel weniger sehen] und kommen nur. wenn sie Wasser hrandlCtt, da» sie der Kettling von l'jn ( liarod entnehmen. Gehen wir in einem Araber vorlud, beeilt auch er sich, ans unserer Sichtweite zu kommen. Ks ist interessant^ von den ('Iiawerim RH^hören. dal? eben, aus diesem, kiimi. das oberhalb von Kj/{ C'liarud liegt, bis Ijc't zi jedenfalls noch nicht» geschehen j»t. Die Einwohnet der Hill dc-r andern Seite des Kmek am Gilboia liefeenilc»n urabischen Dörfer, sie sind Ho die jüdisches Gut zerstören. in der Mittagspause 'interlialten wkr uns mit pinigen Junten der Jiigendalija. Sie" sind «T-t einige Monate in Ejn ( Ilarod und doch schiicdl in den Ge-amtrahntei) hineingeldoftimen. Geriule diese Situation bindet die Menschc-Il leichter aneinander, das Tragen einer gemeinsamen Verantwortung am gemejinsamen Werk. l ud das empfindet auch die Jiil'ch lalija aus Deut»dil.in|l. M Der Mensdi und sein Werk Der Km|i-k gehört zu jenen Landstrichen, die mit am stärksten unter den l nruheii zu leiden halx-ir. Zahlreiche Ansclllage' auf gesch lasse ne Siedlungen, viele Brände von voll im -körn stehenden Feldern, Tausende von Bäumen, fruchttragend und schattenspendeud.- heraii»geris»ei). Knd doch! Bäume kann man herausreißen]. Aber der .Mensch im Kmek ist fesj verwurzedt in »einem Boden, und keiiic-r Tcrrorislenhand wird es gelingen,*ihn zum Weichen zu bringen."Weil er spürt,dal? er nicht nur für sich und sein Werkstein, sondern «auch für die, die noch d rauften in der pal Iii warten, hält er den Pl itz f ii r j e n e T a u s e n d e . d i e n a e h i Ii m k o m m e n werde iL Je l>r It. rih,, llmlt-S I n, u Ii fBrrlinH Eine Hamburger (Freundin Moses Mendelssohns / 11 Zill I. e » » i u g s und Moses M e lidelssohns lebte in 11 a in U.wf i _' e;ni!u>ch-t merkwürdige Frau, die, ohne, selbst schöpf vi* isch begabt zu »ein. <loch vom Schicksal dazu aiiserseiicil Hhien, im I ebi-n <ler hedentendsh-n Menschen ihrer Zeit eine freiiiiHtsdiattliche und nicht unwichtige Bolle zu spitden. Das wai Iii» i- I! e i m a r ks, die kluge und menschenfreundliche lochteir des berühmtea Ilermaiijt Samuel Reimarus. dessen! kühne Sjchi ift Leasing unter dem Titel „Fragmentedes Wolfeitbütteler I ngenaiinten" herausgab — nicht ohne dal! die ener« risdie Rochter ihn vorher da/u ermutigt und ermächtigt hatte. Diese iiikBergewAliulidie Fraii ist zeitlebens eine der begeisterfsten Skbnleriiiitcjn und Freundinneu de» „Juden von Berlin", Mose» Me'nciefssohn, gewesc-u: es war ihr wider ihren Willen beschieden, auch in das stille Leben des W eisheitsf reunde» einzugreifen und die schwerste Erschütterung seiner letzten Jahre herv orzurufen. W ie kam da»? — Km diese Entwicklung'zu verstehen, müssen wir erst (lie Geschichte der Freundschaft der 'leichter des protestantiMhen llauihniger Philosophen aitd Philologen und des Sohnes des De».».Hier Toraschreibers ein wenig betrachten. . Elise Reimarus war zuerst mit dem Berliner -Philosophen in Verbindung getreten, als ihr Verwandter, der junge dänische Diplomat August von Hennings^ in Berlin weilte und dort zu einem getreuen und ehrfürchtigen Schüler Mendels-