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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1936-08-14 · 8 (14.8.1936) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
12 (1936)
Issue
8 (14.8.1936)
Date
1936-08-14
Page
[Seite] (sequence 8)
Language
German
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/ Seit.' X GrmrinilrbUII der Denlsrh-Israclitisrhcn Gemeinde Niiiinnrr 8 Drei Pflichten des jüdischen Auswanderers Dir HillsvL-rein der .luden i n i D e u t s c h-l a n d , Berlin NX' 35* Ludendorff Straße 20. kündigt das abermalige Ncuirschcincn seines 1 Korrespondenzblattes an. das als' Sonderheft für die amerikanischen Länder und Sudafrika redigiert ist. Außerdem eothalt^das Blatt einige Aufsatze von . , allgemeinem -Interesse, von denen .wir den ersten hier veröffentlichen. Das Blatt ist zum Preise von 1 beim Hilfsverein zu bestellen; Zahlung ist'erst nach Aufforderung zu leisten. Der Jude. <lcr heute-aus Deutschland fortzieht, um im Ausland eine neue Heimut zu suchen, verläßt das Land, in ikui seine Väter meist viele Generationen hindurch gelebt haben, im allgemeinen nicht, auf Grund.einer individuellen- Willensregung.- sondernmeist wegen seiner jüdischen Abstammung. Durftwer •hinaus'«her ist in vielen Füllen seine Zugehörigkeit zur jüdischen Gemeinschaft auch der Grund, der ihn zur Auswanderung erst befähigt; denn ohne die weitgehende Hilfe jüdischer Institutionen de« In- und Auslandes w ürde ein grolier •Teil der Juden in Deutschland ihr Auswanderangsvorhabeu nicht durchführen können. . . Innerhalb des Reiches steht unter den jüdischen Organisationen, denen die Betreuung di r jüdischen Auswanderung oltjicgt. im L'invernehmen mit der zentralen jüdischen Instanz, der Peicnsvert retnag. der Hilfsverein der Juden in Deutschland neben dem Palästina-Amt in erster Ht-ilio. Viele Zehntausend*- — seil l<>"> vielleicht l>*0(H)0 Juden! — sind in den letzten Jahren vom Hilfsvenein beraten, lausende von ihm .null materiell unterstützt worden. i Diese Söchläge gibt dem Hilfsvereiu heute das Recht, au Jen an»w in lein den Juden, der sich seiner \erantw ortung bc- Fnrdcrungeii /n stellen. wollt i-.t. drei .d Ii n maßgebenden übrigen jüdisch I. in Wang weil?. bei denen er «ich mit Instanzen durchaus im J cd er jüdisch e A u s w a n d e r e r hat . d i e Pili C h t .• s i c Ii i in A n « I a n d s o / n verhalten, ■ial er d i e Gesa mt injte ressen der jüdis i h e n A it s w a u d e r u n g nicht - sc h ü d i z t . .sondern, I ordert. Heute muß jeder Jude, der ans Deutscht a n'd a u s w ändert, sie Ii I ii r d ,t s Schicksal der jüdisch e n G t*s a in I - Ii e i t v et J ij ii t w o r 11 ic h I ii Ii I e n , u n d sehn n d i' s h ,i LI» iji ii|< e r s i c h i n d e m L a n d e , das' i Ii in z ii r neuen Hei in a t werden s «rl I. s o l> e \i ii Ii reu. <! i I! die Jl.e e i e r u n g des STä a t e s ihn und ' t* e i n e s g I e i c'reife n als erwünschte s I a a t s ,■ r Ii a I t e n de Bürg e r b e t'r acht et. I he ei nicht in jahrelanger Ansässigkeit eine intime Kenntnis des Landes , , | seiner Bewohner erworben hat, ehe er nicht tiel innei lieh in der neuen Heimat verw urzelt isf, sollte er sich darauf konzentrieren, durch seine wirtschaftlichen und kulturellen Leistungen und seine untadelige Lebensführung erst einmal die sittlichen Vorausset/nngen für eine Betätigung im öffentlichen Leben zu schaffen. Neben dieser äußersten Zurückhaltung und der gewissenhaften Erfüllung aller staatsbürgerlichen l'fliehten ist ständiger Takt, ständige Rücksicht und Hochachtung auch gegenüber dien Sitten und Gebrauchen im h'iiiwaiidcrungslande dringend zu empfehlen. Auf diese Art wird der Einwanderer nicht nur sich selbst nützen, sondern vor allem auch den Namen der jüdischen Gemeinschaft zu Khren bringen. .Nicht minder wichtig für die jüdische Geineiiischaft ist eine zweite Forderung. Die jüdische Auswanderung aus Deutschland hat sich bisher auf etwa 41) überseeische Länder verteilt, und es bestellt tlie große Gefahr, daß unsere Menschen l>ei dieser Zerstreuung in höchster Potenz der jüdischen Gemeinschaft viel fach verloren gehen. In den .meisten Ländern, in die Juden aus Deutschland beute einwandern, bestehen aber sdion jüdische Gcniciiisthaltcn. und es ist Sache des Einwanderers, sich diesen Gemeinde n •möglich.st bald anzuschließen und sie mit seiner Mitarbeit, seinen' Kenntnissen und Erfahrungen zu stärken. Mit Recht ist es den jüdischen Auswanderern aus Deutschland häufig verdacht worden, daß sie sieh der jüdischen Gemeinden und sonstigen Organisationen erst erinnerten, wenn sie in Not geraten waren und Hilf«; brauchten. Der Jude aus Deutschland, der im Finwanderiingslaild" sofort jüdischen Gemeinsinn und jüdisches ZusammengehörigkeitslieiwuBtsein zeigt, sich den Arbeiten der Gemeinden' und der Wohlfahrtsorganisationcn willig zur Verfügung stellt, wirbt zugleich Achtung und Sympathie für die andern, die nach ihm kommen wollen, und legt lebendiges. Zeugnis ab von der V crlnnidcuhcit unserer Menschen mit den Juden des Auslandes, denen wir heute so vieles zu verdanken haben, Angesichts der uncrmüdlklicn Hilfe, die heute fast das gesamte ausländische Judentum für tlie Juden aus Deutschland durch seine großen Organisationen leistet, angesidits der oft aufopfernden Bemühungen vieler lausender von einzelnen Juden 'zugunsten ihrer deutsc hen (.I,i nIu ndn iider, ist es die Pflicht jedes einzelnen, der heute hinausgeht, auch seinerseits zur Zwei Kunstblätter aus Palästina •, Von Iva II mal y lichte. las all Ifeäfgei -dem die Stin ersdia l> ' lern Zeiihenlehrer unserer Talmud Tora~Sehtile, Heren ii Rothschild; der im vorigen Jahre 'Paliistina beternffentlidien wir hier zwei Holzschnitte, die, über äglidi zu sehende AiischauungsmutcriaJ aus, dem I inde weit. emporragen. Fr hat es verstanden, aus »den Material ■ feinste W irkungen herauszuholen und mujig eiiizüfangen, die den Bcsdiauer heiliger Stätten l!t. _ - in in In dem ersten Bilde ist eine Aussicht auf den (STberg und die Omarmoschee mit der Ktägemuiier w icdcigcgehen. w ie sie der.-mechanischen Bildw iedergabe schon aus tcdinisthcn Gründen iinmöglith ist. Das zweite Bild zeigt den altehrw ürdigen Friedhof auf dem Ca Iii, <ler jetzt leider attdl zum Teil ein Opfer arabischer Zerstörungswut geworden ist. Blick auf die heiligen Stätten mit Omarmoschee. Holzschnitt >un K. Rothschild-Hamburg f Der Friedhof auf dem Galil. Holzschnitt von K. Rothschild-Hamburg

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