Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 6 (12.6.1936)
- Date
- 1936-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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Sritc 12 Grmcindcblatl Hör Deu tsrti-Israelit ischen G c ni e i n d c Nummer 6 I in Iiiiii- Ii Nil S|Mirl-\V o r l» e t a g in Bramfeld zeigte.'dalL in allen Abteilungen fleiflig gearbeitet wird' und «Iii- \nrl>erctitiiagen für «Tic Leichtathletik* ctlbcwcrbe des SninmeijS schon weit gediehen sind. Di* Sportgruppe Schild hutte um ersteh ITingsftag? die Sportgruppe Minsen zu Gast, die sich aus Mitgliedern ile't ktf'nen Gemeinden der ganzen l iiijrelnin:r zus.inmicnsetzt. Dir Mindener Fiiltl>allmannscbnft hat lejder \Jriii^ Getcirenheit zur Betätigung: um so mehr ist i Ii r K.iini>ft—ntiit anzuerkennen, mit dem sie sich gegen eine überlegen spielende', uns der ersten und /weiten Mannschaft des Siliild kombinierte Miiinisch jfl wehrte. Schild gewann >tfilie l|- Hrh l<i:l. Die IffKkeripannschari des Schild erhärtete mit einem J.l-Sieg gegen eille westdeutsche Auswahlmannschaft in ihföln den (,'iiten Ruf des Ilambur;rr jüdischen Hockeysportes. Dir erste lennismannsctafl;r»um fiepen Hannover mit rttl überlegen ihr erstes Qualifikationsspiel um <lie beste jpdfische leiHii~ni.iiin~ih.ift in Deutschland, wahrend eine jugendliche Mannschaft in Kölln gegei beste westdeutsche Klasse n>it Ihren 11111.+!'-. I in Jilgeridtag in Lokstedt pah der starken Jugendahteilung Gelegenheit zu zeigen. daß. auch sie fiir die. kommenden Erjeignisse gerüstet ist. Am 14. d. M. linden .ml dem Ilindeohtirg-Sport plitz die .Nordwestdentsdien . Leicht.uhleiik-M e i s t e r!sc h a f ( e n im SportlMind <les RjF. statt, die -icher süten Sport bringen werden. Im Mittelpunkt der Arbeit des Sportklubs Blau-Weiß steht Bpgenw artig du- Schaffung eines neuen Sportplatzes in Lokstedt. I s ist nur zu hoffen, dal? der unternehmungslustige Klub diese Arbeiten zu "«lern gewünschten Ziele fortführen kann. Au. sportlichen Paten'ist ein Ausflug.nach Berlin zu verzeichnen, bei dem duerste Fußballmannschaft gegen JSK-Berlin 2:2 spielt.-, w.ihrem! die Jupendmannschaft sich den starken Ber- . Nachdem die« Schadlähteiluug iIiro re von Herrn Henry Lehmann sie ein Blitzturnier, aus dem die in der eisten Klasse Biegreich ljcrkann Blau-Weiß einen Sieg, im r KikIiU.i I. ei p f. i g buchen,'der 10:4 von den llaniburgerii geliucru mit 1:4 beugen mulll Meisterschaften mit dein Sic beendet halte, veranstaltet^ Brüder S c h .1 i 11 o w s k; vorgingen. Als großen Erfolg Sthach-Kltibknmpf gegen 1 an «feil Pf ingsttagen mit sililagen wurde. Audi <ler ..S|>ort <ler Alleren", das Kegeln, ist zu neuem Leben erwacht. Sdiild wir<| nach dein gelungenen Pokalkatnpf am 28.' Juni einen Städtekampf gegen Hannover in Hamburg durchführen: die Kegelabteilnng des Blau-Weifl gab in Berlin ihr erstes.auswärtiges Gastspiel. ■"' * *l 1 Am >. n, M., 15*4 I hr. veranstaltet der Bar Kodiba-Il.uiiliurg auf seinen Platzen in Bramfeld ein Sportfest, in dem die Nord- ^TVestdeutschen l&zirkstneieterschaften des Deutschen Makk.tbiu)K.reises in <ler Leichtathletik durchgeführt werden. Auf dieser Veranstaltung wird der Präsident des Deutschen Makkafoi-Kreises, Herr Dr. Haus F r ied e n t h a I - Berlin, sprechen. Das Programm ist auch außer, den leichtathletischen Wettkünipfen sehr interessant; es enthalt Massenfrciübiingen. 'rnriivorführungeii der Herren-, Damen-, Knaben- und Mädchenabteilungen. Gymnastik der Damen und Spielgymnastik der Allerkleinsten. Die Eintrittskarten berechtigen zur Benutzung der Sonderautobusse.'ch>r Hochbahn vom I lochbnlnihof Barmbcik bis zu den Sportplätzen. * Ks ist zu wünschen, dalt das Hamburger jüdische Publikum "die Bestrehungen seines ältesten jüdischen Sportvereins, die jungen jüdischen Menschen körperlich zu erziehen, unterstützt, indem es zahlreich an dieser Veranstaltung teilnimmt. S. V. Aus einer Arbeitsgemeinschaft der Franz - Rosenzweig - Gedächtnis - Stiftung Die I 1 inz-Koseiizweig-Ge lachtnis-Stiftuiig veranstaltete in den ragen vom"!-.—14. Mai eine Arbeitsgemeinschaft: Ein- Jiih'rung in das talmudische Recht. Sie hatte hierfür Herrn Rabbiner Dr. Max E sc h e 1 bac her-Düsseldorf g. u oiiiien, 4<lcr. in dem Studium der Rechtswissenschaften an deutschen"Universitäten geschii.lt. in hervorragender Weise Ik4mhigt ist. in die Systematik des lalmucKschen Rechtes eifizufiihicu. D.i« ist ihm auch an den drei Abenden sicherlich pe- Inii-.-n. und zwar auch bei denjenigen, die den in der Arbeit — BeuMirtsthalt behandelten Problemen bis dahin völlig fremd mm unbeteiligt gegenüberstanden. Denn seine. Darlegungen. Muren so klar und folgerichtig, dal? ein jeder ihnen zu folgen vermochte. Was aber die Abe nde zu solcher Höhe emporhob, das waren die Höhe, auf wel'lierder \oriragende selbst stand, stm Weitblick und sein 11111 fassendes Wissen, die ihn - beliahigtcn, die Dinge in ihren geschichtlichen Zusammenhing einzuordnen, in jedem Augenblicke das jüdische Hecht mit anderen Hechten, insbesondere dem der Körner uml der Deutschen zu vergleichen. Parallelen aufzuzeigen und mit wenigen Worten oft nie. geahnte Ausblicke iif eröffnen oder Altbekanntes in neuem Lichte zu zeigen. Die Teilnehmer der. Arbeitsgemeinschaft setzten sich aus mancherlei "Schichten zusammen: ein Teil von ihnen waren Juristen, denen das' jüdische Recht bis dahin {'teilweise völlig fremd war, das si^ radenfalls bis daltin noch nicht an den Quellen kennengelernt hiiIIe.n: ein anderer TeiL zeigte sich zwar im Verlaufe der 1* rbesitsgeniejnscha.fi in erfreulicher Weise bewandert in jüdischen Quellenschriften, ohne aber die behandelten Rechtsprobleme bisher so deirtlich, wie es hier geschah, formuliert upil mit dem heutigen 'Recht verglichen und dadurch geklärt haben Wieder eine andere Gruppe von Teilnehmern interessierte ' mehr die jVufweisuiig altbiblischen Rechtes, bei- - iietswcisf in der Gesihichte unseres-Stammvaters Jakob'l 11 1 d jener Sunamitin-), die dem Propheten Klisa Gastfreund- 4haft ge* ibrte: endlich war da die große Gruppe«derjenigen, d e einfach gekommen waren, um — höchstes Ziel der-Franz- ^^■hzJMreig-Gedüchtnisotiftung — zu hören und zu lernen. Dem talmudischen Arbeitsrecht galten die Besprediungen d. -s eisten Abends, an deren Spitze Dr. Fsdielbacner den tal- S udischen Bericht über einen Prozefi stellte, den Arbeitgeber gfgetl ihrcMi Arbeitie. Inner angestrengt hatten, weil er ihnen :eii eines i*n ihnen verursachten und von ihnen nadi dem tesetze zweifellos zu vertretenden Schadens ihre Mäntel ein- \ Ii dien und außerdem keinen Lohn bezahlt hatte. In diesem frozetl kam es al»er zu keinem l rteil. das rechtens gegen die rbeitnebmer h.ille ausfullc*ri müssen, vielmehr gab der Richter y - Ml Wo». Jl. 39 in Verbindung mit 2. Mus. 22. I0-;I3. •) 2. Kön. 8. 1—4. dein Arbeitgeber den Rat. den Arbeitern unter Berücksichtigung ihrer Notlage ihr Kigentum zurückzugeben und zudem ihreii Lohn auszukehren*). Die Besprechung führte in die. Zeit des dritten nachchristlichen Jahrhunderts nach Babyloniea und machte die Teilnehmer mit dem babv louischen Arnoräer Rai» (17">—J47 vi, '/..) bekannt, dessen Persönlichkeit Dr. Lschclbacher in kurzen Strichen-zeichnete, und gab Gelegenheit. Kragen der Härtung, der I rfolgsh illiiug, des Pfandungs- und insbesondere des K.ihlpfäiidiingsrechtes zu besprechen: sie fübrfe au dein Beispiele des erwähnten Prozesses nineip in den Konflikt, der in dem Augenblick, entsteht, da Reiht aufhört Recht zu sein und anfängt l nrecht zu werden, aad°Zeigte an dem Reispiele Rabs dm an ilas Recht gebundenen Rldhter, dc-r gleichwohl diesem Rechte init.souveräner Freibeil gegenübersteht. | \ji dem;zweiten Abend gingdie Erörterung, von einer Misch na aus. die das Verfigungsredit der verlobten Frau über ihr Vermögen bzw. das.I Vgrfugungsrcdit der kerheirateten Frau über das von ihr vor und während der Lhc erworbene Vermögen behandelt*!. Die Misdina war um so eher geschaffen zur Besprechung, weil sie au Hand der in ihr genannten. Gesetzeslehrer c'ineu Einblick,' gewährt in eine geschichtliche Entwicklung, die immerhin einen Zeitraum von rund J00 jahrc-U' umfaßt. Das Recht des Ehemannes an der Nutznießung des Vermögens der Ehefrau wurde dargestellt, das während Bestehens cler Lhe zunächst zwar unbegrenzt ist, aber ihn zur vollen Erstattung für deu Fall der Auflösung der Ehe verpflichtet. Es wurde aber weiter festgestellt, daß schon früli- ''zeitig sich der W iderspruch erhebt gegen eine völlige Recht-, losigkeit' der Ehefrau hinsiditlidi ihres eigenen —' eingebrachten oder später erworbenen — Vermögens, zumal der Selbständigen und der selbständig Erwerbstätigen, die nicht njir die Mischna erst kennt, sondern die auch in dem bekannten Liethvom Biederweibe in ihrer vielseitigen Tätigkeit geschildert wird. Der zur Erörterung stehende Gegenstand bot dann wie von selbst die Ilandllabe, die Frage der vertkcögensrechtlichen Sicherung der geschiedenen oder verwitweten Ehefrau z»\stellen. Diese Sicherung war zuerst so unbefriedigend, dal? es in cler Ilasinonäerzeit sogarzu einem Ehestreik des weiblichen Geschlechts kam, dem dann dadurch ein Ende bereitet wu nie. daß Simon beii Schetach. der Bruder der Königin Süliiuiune Alexandra, verordnete, daß das ganze Vermögen des Ehemannes in erster Reihe für die Eheversthreibung, d. h. die vermögensrechtliche Sicherung der geschiedenen Frau bzw.' der Witwe haften solle. In diesem Zusammenhange .wurden We rt- und Rechtscbaraktcr der Elleverschreibung dargestellt. :l Talmud habli. Raba raezta 83a. •; Miscnna Kctubol 8. 1.