Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 11 (23.10.1935)
- Date
- 1935-10-23
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 82% known words query
- IRI
…/4891256-5444737-5445059--1093-4892216- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Agen 1× ep/1043981
OCR text
Seite 6 (i o m c i 11 d e b I a 11 der D e u t s c h - I s r ■ «e 1 i I i * c h e n Gemeinde Nummer II (►Der |lerr Roicb.sminister der Finanzen hart im Einver- ■ieliinen mit di*m"Herrn Reichs- und Preußischen A\ irl-ihaflsmini-lcr ilt«* XorschrnTten der Si* l bis \2 des Gesetzes über Ziii-orniül-iming bei den öffentlichen Anleihen vom J?. FohrünT!*•■»"' .-t:■ t Grund lies s 14 desselben Gesetze* fiir die mil ii |X verzinsliche Anleihe di;r Israelitischen Gcmeiuiie Mannheim.'\ oin Jalire für entsprechend anwendbar erklärt. Daraufhin hal die Gemeinde den'Gläubigern der auf d i So Anleihe bezüglichen Schuldverschreibungen mit vor-' l'in.liulier Wirkung für «lie Schuldnerin die- Herabsetzung Jos Ziiu*alzes ' auf- 4'q v. II. jülirli«h nift Wirkung vom i. \prii i<>""> angeboten;'Für die Annahme bzw. Ablehnung <|< - Vngebots gelten die bekannten Gesetzesbestimmungen. Vom Jüdischen Kulturbund Bernhard Ahramowitsch gab am 22. v. M. einen modernen Kta> ierajbend im Hau-,- des llerrb Gott Ii elf. Der Zweck dos Abends. « inen kn i> \<>n Mii-ikliel>hal>rrn mil den verschiedenen l\[>en neuzeitlicher Klaviermusik bekannt zu Machen, wurde erfüllt, denn Ahramowitsch hatte ein abwechsjuugsreichi*s Programm aufgestellt, dessen Bewältigung ■ in sich Schon i-ine Itedeutendo Gcdächtnisleistung darstellte. Nicht jedermann findet an der jüngsten Musik Gefallen, und gewiß i-t es niijht leicht, etwa die atonalen Hingebungen S c « ö'n;b «• r g s in Seinen vier Klavierstücken oiler Scrinbin« skurrile 4 Pot-nus zu genießen. Aber überall dort. 4r« auch, nur eines der uns geläufigen Musikelemente stärker Hervortritt, sei es nun Rhythmik, Periodenbau. motivische Arbeit, kontrapunktischcr Satz, jnclodische Linienführung, Tonmalerei oder ähnliches, geht auch der am romantischen' Klangideal er/ögenje Hörer willig mit. In diesem Sinne gefielcn am meisten die sechs Ostinatostücko von K a t z. und die groß«- Sonnte» von Jr* rok o f i ef f. aber auch die beiden stimmungsvollen'Präludien von Debussy und «He drei Burlesken \on Frist To eh. Der Künstler fesselt durch nihilistische huii«t von Anfang bi< zum ■ ' JJ. seine hcy-vorrasretid Hude. ■ 1 rau Sabine Ka Sie sang mit ihr« Fletzen Behend wit ter gab am 2~. v.'M.-einen Liederabend, n gi-pflegten warmen Alt so reiht zu nur je. Da* Programm zeigte drei Kom- Btfiiistcnnameii ). r Gei-t der R< IraTille, vorband' i«taunt. von diese Begabung wir frü klfnimon l\risib Sih ii lu-rt. B r a Ii m s und Hugo Wolf. ■was am hesten1 \|..iik.--Lr.-.I: D.i , I lähne kräh ii > inj \ PaiHä H e gue r J sp iahend, ohne fülle Nofe /II maniik. der aus diesen Liedergruppen ie zu einer inneren Einheit. Man war «ihuneu Stimme., deren stark dramatische n-r schon oft (bewunderten, ein so yollahge «timmte- Programm mit solcher Mi jsterHchafi geliolen zu bekommen. Hs ist schwer zu sagen. refiel, vielleicht «las zauberhaft *ihoiu- .erla-si-ne Mägdlein ilriih wenn die ■ lf- \ crtonuug. — Am Flügel begleitete I» auf die Intentionen der Sängerin einjeiSi ,h bei' allci /iirt'iikhaltuiii; ihre iii-i »in M. J. i. Yoran«taltun in.. Mit; u ,., h i" l"> I hr. ( onvt'nt Kartoriu». knmödi« f-.-t/i mui S-.csfried M ju irk« i .;«■: I is, \; i- I, k.n! Il.n i \bonnement A. Dienstag, den 'iL. I ) o u n e r > t a g . den »I.Oktobrr. isarton; Theate^saal. Die Hänser dejs Herrn in Akten vtih Bernhard S h a wr. iiiber- I r e b i t « c h . Regie: Hans Btixlinuni. lotte |ulili-berg. Erika. Pra, toriu-: Kltrt Jaffe. Julia« Kobler. Fritz Melchior, raj.pe i: '.'<). 2.70. 1:90. 1.40 Iii. ■ 2. Veranstaltop 2i. < >ktol>rr. Jim \ln-iid. Amln-.i- » v h m i e .1. Kla'x ' k reut/er-Sonat D i.efn s i a g .\ eatersaal: tiei> fttthelf. V, im \bonuenient G. D o n n ejs t a g . hr. Cinvemgarten. Thealersaal. Sonatene i 1^ g >• r b <■ r . Violine: Richard. |G a I rf- , r. Werke »«>■ Bach.' Mozart. Bei'thoven phopin. Mr.nvin^ky. Pr,-i*gi-nppe III.: J.>o. N«>v*mber, Ju.i> Fhr. GiVnvoritgiirten. tlühe Mu>ik. 1 lung: Gerhard Chajim kr vofc .Goud|mel. Garissimi. Matcello. Franz-Rosenzweig-Gedächtnis-Stiftung ) ii «1 i s «■ h e s Lehr Ii a.irs in Zusammenarbeit mit dein BIEDINGS.'-AUSSCHLUSS DER (.IAII.I\I-)I (■erlruil Kinrel. Iiis Freltagv» l. s f k r c t a r inl : ffntticiihinawhMlinntr 77. 55*1 X4 Montairfl lii> 14 Uhr, anBerdein na«rli V*rabre4ung. Nach fünf jährigem Bestehen der im J.khre 1950 gegriii - deten Franz-Kosen/wcig-GediichtnN-Stiftung hallen wir « für angebracht. iib«-r die Art unserer jetzigen Arbeit i Form eines Jahresberichts Rechenschaft abzulegen. Wir glauben, dal! das Schicksal des deutschen Judentum i. wie <-s seither hereineebrochen ist, eine eingehende Bcgrttj - dunf tler Notwendigkeit unserer Arbeit .überflüssig macht. - Das Ganze unserer Arbeit möchte eine bescheidene Forlsetzung dessen sein. \»a* Kranz R 0 s <• n / w e i g im Jahn-!'>JH mit der Gründung des Freien Jüdisihen. I.elirhauses in f. r a n k f ii r t u. M. begonnen hat. Scholl l'MT halle er darin seinen berühmt gewordenen Aufsatz: Zeit ist's . . . Gedanken über da*, jüdische B i I d u n g s p t o b 1 e m des Augenblick», den ei \oin Kriegsschauplatz aus veröffentlicht hatte, den Wog zu einer neuen jüdischen Bi düng in Deutschland dringend gefordeil. eine Fotili-run; die ihn bis zu «einem Tode niihl wieder losgelassen hat. Die neu entstandene Aufgabe, die Verbindung des jü«l sehen Menschen mit der Welt der Kunst in Dichtung und Mu»ik aus eigenen Kräften aufrechtzuerhalten, hat' der Jüdische Kulturbund in Hamburg tatkräftig aufgenommen: unsere Aufgäbe bleibt die Wegweisung zur jüdischen Lehn*, zu unseren heiligen Büchern und unserem na«libiblixheu Schrifttum, zu unserer Geschichte, zur Erkenntnis der Werte, die das Judentum der Welt gegeben hat. Wir gingen von der Überzeugung aus. dal! diese Hinwendung zum Lernen für unsere Gemeinschaft h'benswichtig seil durch die Ereignisse der Gegenwart muß diese Arbt'tt «hui vielen einzelnen als eine Frage ihres eigenen Daseins in» Bewußtsein getrieben sein: sie bleibt trotzjdcj] schwierig wegen der unendlichen Mannigfaltigkeit ihrer Anforderungen. Wir brauchen die lebendige Verbindung mjt «l«T jüdischen Tradition wie die geistige Offenheit gegenüber der abendländischen Geisteswclt. und so ist es für uiinörig, daß alle Kreise der Hamburger Judeiilleit uns hilf- reich zur Seite stehen, indem si«' siih zu unserer Arbeil bekennen. Möge jeder jüdische Mann und jede jüdische Frau in unserer Gemeinde und ganz besonders unsere Jugeml sich das Wort aus*den Sprüchen intstrer \ iiier vor Augen hallen: ■ X'n-li.i ilir liojrl es ob. die Arbpfl zu vot1eil<ten* al»er Ju ha t auch kein ■ ,ürh ihr zu enttEiebea't. L" * .nin nr i nser Arbeiisja11r begnnn'nni dein Wiritersemesier t0"it4 itnd endenmit dem Schluß'des Sommerseinesters iq^iI Das | hiuptgobiet unserer Arbeit blieben die Arbeitsgemeinschaften und Vorträge, die uir in Zusammenarbeit mit dem Bildungsüusschttü «ler Gemeinde fortführten. Wir können über ihren Verlauf Befriedigendes berichten! Ks «teilten sich ld Do/enti'ii zur'.Verfügung, die' Hotz grjoßer anderweitiger 'Inaiispriiihnahine mit Liebe und I lingebiuv uns die Durchführung unseres Programmermöglichten. Ii i ganzen wurden "5I4 A'rbeitsabehde bzw. NOnrägo iiber -!h Themen abgehalten. Der Besuch war durdtischnittlich -ehr gut. teHweise ausgezeichnet. Am stärksten waren die* Voliräge \on Oberrabb.iner Dr. Carlebacn besucht. Die Gesamtzahl der regelmäßigen Teilnehmer an den Kursen bzw. Xortr.ägen schätzen wir auf r">0. Line genaue Feststellung war nicht "möglich, da unsere bescnränjsten Mittel nicht erlauben, eine sorgfältige Statistik dlll*lhzuführCVL Von den Kursen war eine Anzahl für besondere, (iruppen eingerichtet: «irei Kurse, «lie auf Anregung von Rabb. Dr. Jacob eingerichtet wurden, dienten der LiHerweisütpg dei aus dem Staatsdienste entlassenen Lehrkräfte, die sich mit Hingebung in das jüdische Siliiifttuni einarbeiteten. Dakomitee für Hilfe und Aufbau erleichterte uns die Djnrchfültrnng «lieser Kurse «lurih finanzielle. I nti'rstiiiziing.. Fijn anderer SpezialkurSUS, der siih eines sehr regen Besliciujs erfrente. war für-Führer von Jugi-ud^ruppeii eiiiireriihlet.— : : -?} ' ' ri3K »pTB 3 21