Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 3 (8.3.1934)
- Date
- 1934-03-08
- Page
- [Seite] (sequence 4)
- Language
- German
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Seite 4 Gemeindeblatt der D e n t s c h -1 s r a e 1 i t i s di e n G e m e i n d e Nummer > die Daflehas- I laushaltsplan einige Mitteilungen «los Torstandes, welche kassc und die Be-schlüssc des Kollegiums /um IQil betreffen, /ur Kenntnis, ebenso eine Vlitt« .! i . des \ orstandcs über eine Abänderung der von dem llandesfiiiali/amt : berechneten Cebühren für die Verwaltung der (■cmeindesteuern. mit welcher für (Ins Gemciiide-stcijerjahr |9"i4—>» eine allerdings unvrrm<vidliehe Mehrbelastung der (•etneinde verbunden ist. Ohne Erörterung genehmigt (Ins Kollegium die Gemeindesteuer-Ordnung für das genannte Gemeindesteuer jähr, die gegenüber den Stouorordiungcn der Vorjahre in icwri Punkten abweicht. Die Gemeinde- Mencrpflicnt beginnt jetzt, mit Ablauf des Kalenderrnniiiits. in welchem die Gemeiiujcungc hörigkcjit begründet Wurde, und endet mit Ablauf des KalendcriiiniHits. in welche-m die Gemeindeangeliörigkeit I endet. Mähend früher die .Steuerpflicht mit Ablauf des betreffenden Kalender v i e r t e I j a Ii r s Begau I)/«. e ndete. Sodann bestimmt di«' neue Steuerordntmg. «lali die vierteljährlichen Zahlungen; welche für das Gemeindesteuer ja Ii r I9i4—V> durch Gemeindesteuerbescheid festgesetzt werden und je: am in. Juli und Ii). Oktober fl*54 und Min 10. Januar und 1<>. April fällig sind, auch im Gemeindesteuerjahr I9i>—V> an den Steüerterminen /u zahlen sind, wenn bis dahin noch ki'in Gemeindesteuerbescheid ergangen ist. — Endlich beschäftigte sich das Kollegitim noch mit einer Vorlage des Vorstandes über die Einrichtung eines einjährigen hausw irtschaftlichen -Lehrganges für die weibliche schulentlassene lugend. Der Lc-hrplau soll n. u. Hebräischals Pflichtfaeh und mehrere Wahlfächer enthalten: der Lehrgang selbst organisch der Mädchenschule unter Leitung einer GeWerbeJehrerin angegliedert werden. Zu dem Antrag«1 Sn.Hern sich insbesondere Dr. M e y e r - W e d e 11 und lleinemann. von denen erstelre "auf die Notwendigkeit, auch fur die männliche schulentlassene Jugend eine ähnliche Hinrichtung zu treffen, und der letztere darauf hinweist, dali mangels genügender Ausbildung in der Handfertigkeit wahrend der'üblichen Schulzeit viele jüdische Jugendliche in der Eignungsprüfung versagein. Mehrfach kommt der Wunsch zum Ausdruck, zum Träger des Lehrgangs die'Gemeinde zu machen an Sudle der Beratungsstelle für jüdische Wirtschaftshilfe. (weiche nach der Meinung «les Vorstandes der Träger werden soll. Die Vorlage verfällt der \ertagung: über die weitere Beratung wird hier zur Zeit berichtet werden. I 4. M Dalag, 5. M ü r / . 8% Ihr abends. . An dvr Sitzung nimmt der jüngste in den Vorstand der Gemeinde! gewählte Herr Jacob I. a nd a u e r viim ersten Male l«'il util wird von dem Vorsitzenden Dr. I rias begrUfh. Der wichtigste l'niikt der Tagesordnung ist die Weiterhcratiing der Mitteilung des Vorstandes, welche- «lern Kid-- legiuni in der Sitzung vom IT. \. NC vorlag, betri-ffend die Einrichtung eines hauswirtsehaltlUhcn Lehrjahres für schulentlassene Mädchen. Hierzu sind als Kommissar dt?* \orstaades Herr Dr. Loewenberg und als' Sachverständige die 1 lerren.I)irektor Dr. J «• nas von der Mädchenschule der Gemeinde und Zeichenlehrer K. II «> t'h s ch Talmud Tor i Schule in Vertretung des Direl erschienen. Ferner liegt zu diesem Punkte ein von etlf Mitgliedern des Kollegiums vertretener Antrag vor. latlt' welchem der Vor&tand der Gemeindfl ersucht werden - soll, für schulentlassene Mädchen und Knaben BerufsvoHehren ein/urichten. welche/mit den beiden Schulen zu \eibinden sind, um allmählich zu organischen Teilen der Schuir? säch zu entw icke In. Dr. L o e w e n be r g: Der Vorstand der Gemeinde w ill die Beratungstifelle zum Träger des hausw irtschaftlieheu Lehrganges machen, weil für ihn zwischen Hilfsausschufi ijnd Beratungsstelle einerseits und Gemeinde andererseits kein Lnterschit'd besteht. Dazu kommt, dall die Beratungsstelle miii der Zentral stelle für Hilfe und-Aufhau */, ler Kosten für den haii.M« irtschaftlichen Lehrgang erhält, so d d! i i Hamburg hur 'y, «ler Kosten aufgebracht werden muH. Die behürdliche tpenehmrgung ist beantragt, und es besiel t Aussicht, «lall sie erteilt wird. Die Bedürfnisfrage ist durch «lic Meldung von -t> Mädchen und 25 Knaben geklärt. Ks sind % W ochciiMunden vorgesehen, und zwar 2s für den praktischen undM für den theoretischen Unterricht. Der lerstere wird alle Kweige der Hauswirtsdiaft umfassen, der letztere Gesundheitspflege, Nahrungsmittel- und Ernährungslehre. HaruwiJiH; »i« i i i I d \ ou der ekto;s SpitT hau.sw irtschäftlichc-s Rechnen und Buchführung und zwei Stunden Gymnastik: da/u kommt Wühl Unterricht in Neuhebräisch na! Englisch. Die Baumfragt' sei noch nicht endgültig geklärt. — Kür die schulentlassenen Knaben, welche nicht sofort in eine Berufslehre übergehen, sidl in Anlehnung an die Talmud Tora Schule eine Hinrichtung geschaffen werden, für welche die ersten Besprechungen l>ereits .staligeflinden haben. Koretz spricht sein Befremden darüber aus. dal? zu den Besprechungen, über welche Dr. Loewenberg berichtet, Krau Dr. Meyer-\\edell nicht hinzugezogen wurde. Dr. \l e y e r-W edell: Der Initiativantrag der Mitgli.ih-i des Kollegiums geht von dem Gedanken ans. dal! Lehrwerkstätten für die schulentlassene Jugend'abzulehnen sind, und dal sowohl für Knaben wie für Mädchen eine Berufsvorlehre erforderlich ist.. Diese soll die Kurststen Für die Eignung*' prüfung befähige*, welche jüdische Kinder heule vielfach noch nicht bestehen. Die Berufsvorlehren •liojreii tili «Ii«1 Schulen ungegliedert wer«l«-n. damit von ihnen Anregungen in die Schulen zurückflieHen. Bei Mädchen genügt der hausw irtsihaflliihe Lehrgang allein nicht,-es ist auch fraglich. «d> die i~> für das hauswirtschaftliche Lehrjahr gemeldeten Mädchen sich alle für den hausw irtschuft lieben Beruf eignen oder nicht besser in kaufmännische {Tätigkeit, übergehen. Ks wäre auch möglich, daß die schulentlassenen Mädchen in die Kurse eintreten, welche der Talmud Iura Schule angegliedert werden sollen. ' Direktor Dr. Julias: Der Wunsch der Litern, ihre noch. Hiebt bernfsreifeni Kinder 'über das I4>. Lebensjahr hinaus in der Schule zu belassen, hat den Gedanken tief {Einrichtung eines 9. Schuljahres ceraulallt: daraus ist dann der Gedanke einer einjährigen Beruf-x urlehre geworden. Der Aiisehlul! ■■'die Schulen i~t möglich, ein Teil der Sehiilräume könnte für eine einjährige Berufsvorlehre zur Verfügung gestellt werden. R oths ch i I d berichtet, «lall Herr Prof. Adler und er unabhängig von einander süh dagegen ausgesprochen hallen, die Jugendlichen sofort in einen bestimmten Beruf einzuspannen» Kine Berufsvoischüle. die ajle Zweige des Handwerks, des gewerblichen Lebens und des Fahrikbct richi-s berücksichtige, würde erst die Jugendlichen zur eigentlichen Berufswahl und zur Entscheidung befähigen. In einer solchen Berufsvorlehre würden den Teilnehmern die Grundbegriffe der Handwerker klar gemacht und die ursächlichen Zusammenhänge von Werk/eng und Werkstoff veranschaulicht, und darum sei die Schaffung einer solchen Berufsvorlehre eine Notwendigkeit. Der Lehrplan mtis*e umfassen die Werkstofflehre, die Lehre von den Werkzeugen, «lic Formenlehre. Warenkunde, zeichnerischel'bungcit und solche in e-iner Reiheanderer "Fertigkeiten und den rannen Menschen einen allgemeinen Überblick über die band werk liehen Berufegelten. Aii de-r weiteren Erörterung beteiligen sich Köretz N a t ha n. Dr. Mfyer-W e de II. Gjo j od e t z, ' Dr. P inner. Dr. Lfe e w c n b e r g und I s a a e s e n. Die Re-dne-r stiuinien im wesentlichen der, Einrichtung der in Rede stehenden Lehrgänge zu: Meinungsverschiedenheit besieht nur darüber, wer ihr Träger werden solle. Die- Krage wird teils für unwesentlich erklärt, le-ils soll die Gemeinde der Träger sein, weif die Beratungsstelle keine bleibende Einrichtung sei; teils sprechen die Redner sich, auch im Hinblick auf die Kürze (ler Zeil, dafür aus. einstweilen die Kurse bei «ler BeratungSstoIle zu belassen, da sie. wenn sie sich bewähren, von selbst auf die Gemeinde würden übergehen müssen. Inder Abstimmung wird «ler Antrag des Vorstandes abgelehnt und der Initiativantrag der elf Mitglieder des Kollegiums angenommen. — Ohne Erörterung bewilligt das Kollegium für die Einstellung einer llilfsle hrkraft lür technische Fächer an der Mädchenschule der Gemeinde für die Monate April-Dezeinlu r 1954 einen Betrag von 1000 'Jt)t und entsendet an Stelledes aus dem Kollegium ausgeschiedenen Herrn Dr. I.oewe-nberg Herrn Nathan in den Bildungsnad Hern Korjetz in den HaushaltsaussehuB.. In nichtöffentticher Sitzijng wählt es /M Mitgliedern der Friedbofskomniis.siiHi die llerr«-n Julius' Lei \ und Jacob 11 c «k s dl e i.