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Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg · 1930-04-10 · 4 (10.4.1930) · p. [Seite]

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Journal
Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
Volume
6 (1930)
Issue
4 (10.4.1930)
Date
1930-04-10
Page
[Seite] (sequence 5)
Language
German
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Nummer 4 Gemeindeblatt der Deutsch - Israelitischen Gemeind«. Seite b also der Achduth keinen Gewinn gebracht, weil ihre dritte Höchstziffer mit 304 *) .über der letzten Höchst,ifser 278 der vereinigten Listen li^gt. Gewonnen hat die Liste der Handwerker. welche mit j «rr oben, genannten Höchstziffer 278 das 21. Mandat erhälr. welches ohne die List.'»Verbindung den Liberalen für die letzt nicht mehr berücksichtigte Höchstziffer 268 zugefallen wäre. Der Verlust ist für die Liberalen allerdings deswegen mer tragbar, weil das ihnen verloren gegangene Manpat einem ihrer früheren Repräsentanten zugesallen is. Herrn Robert Jsaacsen. dem nun die Listenverb ndung seine Rückkehr ins Kollegium ermöglicht hat. Zu dem gleicher Ergebnis gelangen wir, wenn wir die Sitze im Kollegium statt nach den Höchstziffern auf Grund der sogenannten B rteilungsziffer aufteilen. Die Summe aller bei der Wahl abgegebenen gilligen Stimmen beträgt 6500: d. h. auf st (09 Stimmen entfällt einer dek 21 Sitze unseres Kollegiums. Würde man aber hiernach den einzelnen Listen für je 309 der ihnen! zugefallenen Stimmen einen Sitz im Repräsentanten-Kollegium zuweisen, so würden die vereinigten Listen tznd die Liderältn für je 6 x 309 — 1854 Stimmen nur ■ je 6 Sitze gewinnen, mithin das Kollegium unvollständig bleiben. Mir müssen daher auf die künstliche Verteilungsziffer 278 heruntergehen und jeder Partei für je 278 Stimmen einen Sitz zuweisen. Dann erlangen die vereinigten Listen und die Liberalen für je 1946 Stimmen je 7 Sitze, die Wolkspartei für 1112 Stimmen 4 und die unpolitischen Konservativen für 834 Stimmen 3, zusammen 21' Sitze. Die restlichen Stimmen bleiben unberücksichtigte Die Auszählung der für die einzelnen Kandidaten abgegebenen Stimmen, welche für die!Reihenfolge innerhalb der einzelnen Listen entscheidend ist. Ist aus dsr Bekanntmachung des Vorstandes der Gemeinde ersichtlich. | r u. [ Um die 21 Sitze im Kollegium! hatte» sich insgesamt 6 Listen mit zusammen 53 Kandidaten beworben. Von diesen gehörten nur 11 dem alten Kollegium an. während 10. nämlich die Herten Blatt, "Dr. D!u r l a ch e r. Ezechel, Feiner, Heymann. Dr. La nzkrön, Michaelis, Münden, Schl oh und der Ersamnann des in letzter Stunde aus dem Kollegium ausgeschipdenen Dr. Spitzer, der nicht mehr einberufene Dr. M. C g r o auf eine Wiederwahl verzichtet hatten. Auf Grund, des Wahlergebnisses scheiden aus dem Kollegium ferner aus. nämlich die Herren Bach r a^ch, bürg, Schindler und denn in den Sitzungssaal des Gerne gesamt nur 6 Männer, die Herren Dr mann, Jsaacsen, Dr. Kalmus, und L i s s e r, während die restlichen Männern und Frauen besetzt w der neu Gewählten treten überhaupt . Mitglieder endgiltig kn obloch. Of.fen- Weistberg. So kehren ndehauses zurück nrs- Fränkel. Heine- Alerander Lepy 15 Sitze mit neuen rrden. — Die meisten zum ersten Male in die Eemeindearbeit ein. ^Lediglich vier 2ln» gehörige der Liberalen Liste sjnd in iihr schon hervorgetreten: Frau Anni Bauer in ihrer Wohlfahrtsarbeit, Frau Dr. M e y e r - W e d e l l in der Gesundheitsfürsorge für die Kleinkinder, sowie die Herren Kutt Nathan und Dr. Loewenberg im Jugendamt der Gemeinde. Das konservative Element ist in dem neuen Kollegium autzer durch die sechs Vertreter der Achduth und der Unpolitisch-Konservativen noch durch die Mitglieder Stoppelmann und Caro vertreten, während zumindest die drei anderen Herren der Liste! der Handwerker den Liberalen zugerechnet werden müssen. In politischer Beziehung stehen von der Achduth Herr Reich sowie die drei Herren der unpolitisch-konservativen Liste als Mitglieder des Misrachi der Volksparte» nahe, so daß diese bei ihren Bestrebungen immer auf starke Hilfe dieser Mitglieder des Kollegiums rechnen kann. Die pclitische Richtung des Centralvereins deutscher (Staatsbürger jüdischen Glaubens verbindet anderseits wieder die Mitglieder B a u e r, Nathan und Dr. Urias von dir liberalen Liste mit Herrn Dr. Plaut von der Liste de: Achduth. Für die Arbeiten des Koltegiuiys sehr wesentlich sind auch die Berufe, denen seine Mitglieder angehören. Je verschiedener diese sind, um so meir Erfahrungen vereinigen sich im Kollegium, um so größere Gewähr ist gegeben, dah die verschiedensten Auflösungen und Anschauungen in seinen Beratungen zu Worte kommen und Gehör sinden, um so mehr bleibt es vor Einseitigkeit bewahrt. Es ist daher interessant, festzustellen, daß ihm angehören 4 Vertreter ’ des Handwerks und des Einzelhandels, 7 An- Zahnarzt, und 1 r, geb. Lister. gehörige des Kaufmannsstahdes, 4 Aerzte! und 1 1 Oberlehrer. 2 Anwälte. Derwaltungsbeamtii Hausfrau — unter ihnen insgesamt 9 Akademiker. Dem Alter nach steht'!an der Spitze des neuen' Kollegiums der am 16. 3. 1867 geborene Herr B. Heimemann. Ihm folgen Frau!Phrebe Caro, geb. 30. 10. 1869: 2llerander Leon. geb. 27. 5. 1871: Frau Anni.Bauer, 24. 6: 1872: Jacob Reich/ geh. 9. 9. 1872- Alfred ~ geb. 23. 5. 1873; Dr. E. Kälmitz. geb. 1. 1. 1874: G. Stoppelmann, geb. 3. 4. 1879: Dr. I. Wohlgenmth. geb. 19. 3. 1879: Dr. L. Fränktl. geb. 10. 4. 1879: Philipp Peine, geb. 28J 4. 1879:.! Dr. L. Meyer-Wedell, geb. 4. 2. 1380: W. Gractz. geh. 28. 5. 1880: R. Jsaacsen. geb. 7. 8. 1864: Dr. Hugo Meyer, geb. .28. 7. 1887: 5. Horowitz: geb. 5. 7. 1886:. Dr. S. Urias. geb. 2. 9. 1891: Dr. E. Loewenberg, geb. 17. 5. 1896; Dr. E. Mari, geb. 3. . 10. 1897: Dr. M. Plaut, geb. 17. 10.' 1901. und K. Nathan, geb. 17, 6. 1904. Es blicken also 2 Mitglieder des Kollegiums auf ein Alte: von. 60 und mehr, 9 auf ein Alter von 5Y und mehr. 5 auf ein solches votz 40 und mehr. 3 auf ein Alter von 30 und mehr und 2 auf ein Alter von über 25 Jahren — das heißt auch die Lebensalter sind in dem Kollegium irr angemessener Weise vertreten, darunter die Jugendlichen mit den jüngsten 3 Kandidaten, die sie selbst nominiert haben. Das 2luszähle'n der einzelnen Stimmzettel hat noch manche Beobachtung ermöglicht, die in dem Wahlergebnis nicht klar zutage tritt. Innerhalb der' Wähler der Volkspartei treten in den Stimmzetteln die m is rachist ische Gruppe und der Bar Kochba, innerhalb der liberalen Liste die Anhänger des Z e n t r a l v er e i n s — diese durch ihre Stimmenabgabe hauptsächlich für Anni klar erkennbar hervor. Die Liberalen, sind vielfach nur eingetretem Die Wahl der kandidierenden Frauen hat der bedrängten wirtleidendest jüdischen M i tbeachtlicher Fingerzeig für Bauer und Dr. Urias — Frauen, namentlich die der für ihre Gcschlechtsgenossinnen beiden aus der liberalen Liste auch Herrn Schindlers Rückkehr ins IFollegium verhindert: es gab aber auch innerhalb der Liberalen eine ganze Gruppe von Wählern, welche die Frauen grundsätzlich ablehnten. — In dem Umstande, daß die Lifte der Handwerker eine so große Anzahl Stimmen auf sich vereinen konnte, ist sicherlich eine Auswirkung I ch a f t l > ch e n Lage des schwer t e l st a n d e s zu erblicken — Un die Gemeindebehörden!! Noch ein Wort über die Wahlbeteiligung. Von rund 14 000 eingeschriebenen Wählern s nd 6825 an der Wahlurne erschienen: fügen wir zu ihnen diejenigen an sich wahlberechtigten EemcindeaNgchörigen hinzu, die ihr Wahl-, recht nicht ausüben konnten, da sie nicht n der Wählerliste standen. Dann haben sich rund 7000 Personen an der Wahl beteiligt. Das sind zwar 50 Prozerri der Wahlberechtigten. Aber mit dieser Ziffer ist nichls gesagt. Wahl aber kämmt man zu einer interessanten Feststellung, wenn man davon ausgehl, daß sämtliche Parteien mit Ausnahme der Liberalen auch den letzten zu ihnen >ehörigen Wähler an die Urne gebracht haben, ja, dank ih er Werbetätigkeit und ihren persönlichen Beziehungen mehr Wähler, als ihrer zahlenmäßigen Stärke entsprich!! Tann Haien also die rund 5000 nicht-liberalen Wähler zu 100 Prormt ihr Wahlrecht ausgeübt, während von den übrigen 9000 Wählern nur 2151, d. h. nicht einmal der vierte Teil oder 25 Prozent der Gemeinde dieses eine Mal ihr Jnteres e bekundet haben — auch dies ein für eine religiöse Gemeiy chaft außerordentlich beachtliches Signal in einer gärenden! und brodelnden Zeit.! lll. i habe Bereits bei deh früheren Wahlen gewiesen, daß die Verteilung dsr Sitze auf teien bei Anwendung der künstlichen Verd dem prozentualen ' Verhältnis > der für d gegebenen Stimmen entspräche und zum Mißverhältnisses vorgeschlagen, unter Listenverbindung denjenigen Partei stimmen mehr sind als die Hälfte der einen ferneren Sitz im Kollegium zuzuerlei von mir geführte Nachweis, daß dann da hältnis der Stimmen und bc|* Sitze nah wird auch jetzt wieder bestätigt. Bei A unter Zugrundelegung der Verteilungsziffer sung eines weiteren Sitzes ay die in Ä« Listen würden nämlich erhaltqn: die List : für 3 mal 268 — 804 Stimmen 3 und ich darauf hin- Die einzelnen Pareilungsziffer nicht efe Parteien ab- Ausgleich dieses Verzicht auf en.' deren Rest- Verteilungsziffer, nen. Der damals prozentuale Derrzu übereinstirnmt, lyteilung her Sitze .268 und Zuweiracht kommenden der Handwerker für restliche 231 j

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