Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Journal
- Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu Hamburg
- Volume
- 4 (1928)
- Issue
- 9 (10.9.1928)
- Date
- 1928-09-10
- Page
- [Seite] (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer o Seite 6 Gemeindeblatt der Deutsch-Israelitischen Gemeinde. schlnsse. Zur Begründung dieses Antrages führt Herr Ge mcindevorsteh.er H eck scher als. Kommissar des Gemeinde vorstandeskfolgcndcs aus: Tie Gemeinde benötigt die Zn stimmung des Repräsentanten Kollegiums zu diesem An trage, um mit den Staatsbehörden zu einer endgültigen . Regelung verschiedener schwebender Friedhosssragcn zii kommen. Tic Verhandlungen mit der Baubehörde bilden einen Teil der Pläne der Deutsch Israelitischen Gemeinde, neues Friedhoisgeländc käuflich.zu erwerben. Ter vom Staat der Deutsch-Israelitischen Gemeinde zu zahlende Entschädiguugsbetrag für den antragsgemäß abzntrctenden Geländestreifen solle lediglich für den Ankauf ircueu Fried bosslerrains wieder verwendet werden. Es sei bos-ßlc ineindc zugesichert, daß der hamburgische Staat im Grund buch eine Klausel vermerken lasse derart, daß die Anlage von Vieh und Geilügelställen ans diesem Streiienl verboten. und daß die Häuser nicht dicht an die Mauer -herangebaut' werden dürsten. In bemerken sei, daß der in Frage kommende Geländestreifen weniger als ein Fünftel des verpachteten Terrains aiksmachc und seinerzeit bei der scier lichcn Begehung des neuen Friedhossteiles nicht mit rin geschlossen worden sei. sobald die vorher erwähnten Pläne betreffend den Erwckrb neuen Friedhofsterrains feste Ge statt annehmen. werde der Vorstand mit Herrn Lberrahbi ncr Tr. spitzer, der uns auch in der Grindelfricdhofssrngo seine Tienste bereitwilligst und dankenswerter Weise zur/ Veriügung gestellt, habe, weitere Fühlung nehmen. Aus die Anfrage des Herrn Tr. Frankel erwidert Herr Heck sch er. daß das ganze Pachtgelände etwa 30 Meter breit sei. der abzutretendc Streifen sei aber nur etwa Meter breit. Herr Tr. Spitzer fragt an; ob bei den Verhandlung gen betr. die Abtretung des Geländestreitens in Lblsdorf auch die religiösen Vorschriften beachtet worden seien. .Herr Gemeindevorsteher Heck sch er wiederholt daraus seine vor-; hin abgegebcist' Erklärung, womit.Herr Tr. Spitzer sich als befriedigt erklärt. Takanf stimmt das Kolleginin dein Anträge des Vorstandes zn.' ' '2 Antrag des Gcmcindcvorstandes ans Ankauf der W r n n d st ü ck c S cfi n f c 1; f a m v s a l l e e 2 r> n n d 2 7: Ter Gemcindevorstaiid beantragt den Ankauf zweier un mittelbar neben dem Pflegeheim in der Schäst'rkampsallec ,^'legener Grundstücke, welche zusammen 1'210,1 Sn abrat mewr groß sind und der Gemeinde für einen Kaufpreis von insgesamt' -lootjo GMk. angeboren werden. Herr Ezechel bittet das Kollegium, den Antrag aiizunchinen. .da die dringende Notwendigkeit vorliege, das Pslegelreinv zn erweitern. Wenn wenigstens das eine .Hags freigemacht würde, so werde es möglich sein, die Tagesränme' dcs Pilegeheims zn erweitern und etwa Ul bis 12 ncnc Plätze zu schaffen. Bei Freiwerden beider .Häuser können nach. seiner Ansicht sämtliche Anträge ans Unterbringung von nilegebedürffigen Genicindeangchörigcn erfüllt werden. Herr Tr. Lanz krön weist daraus hin, daß das Pflegeheim« in baulicher Hinsicht, den modernen medizinischen An-, sprächen nicht entspreche und auch' durch Hinzunahmc des einen oder beider Nebenhäuser nicht entsprechen werde. Er bält daher für richtiger, das Pflegeheim in der jetzigen Ge gend auszugcbcn stich ein neues, größeres, allen Ansprüchen der modernen Wissenschaft entsprechendes .Heim außerhalb zu bauen. Herr Tr, K a l in n s unterstützt den Vorredner in seinen Ausführungen und weist daraus hrn. daß nicht nur ein Bedarf vorhanden sei für die Unterbringung körperlich,», siecher Gemeüidcnritglicder. sondern ebenso tür die Pflege geistesschwacher Personen. Tnrch die besondere Einrichtung einer.Abteilung in einem neu zu erbauenden Heim werde -man diesem Notstände mit geringen Mehrkosten abhelfen können. Er halte die Schaffung eines neuen Heims für dringend erforderlich. Hert Gemeindevorsteher H c ck s ch e r berichtet, daß über ein Projekt für einen Umbau des bestehenden .Hauses im Vorjahre beraten worden fei. Ta dieser Umbau mindestens IkioOOO RM. kosten sollte, sei von einem Umbau, der, doch niemals allen modernen Ansprüchen gerecht werden könne, Abstand genommen wor den. Ei» Neubau koste ohne Platz mindestens eine Viertel Million. Ta die Gemeinde z. Zt. nicht in der Lage sei, so erhebliche Mittel auszuwendcii. so müsse ein Provisorium geschaffen werden. Tas könne durch Ankauf der beiden Nebcnhänscr geschehen. Wenn die Gemeinde später in die Lage komme, einen Neubau errichten zu können, so würde durch Verkauf der kombinierten drei Plätze in der Schäfer - kampsallee, die zusammen etwa 3000 Quadratmeter ausmachcn. ein erheblicher Zuschuß zu den Ncnbaukosteu erzielt werden. -Herr Wcißbcrg bittet namens der Verwaltung des Pflegeheims dringend um Annahme des An träges, da die Errichtung eines neuen Hejms vorläufig noch in weiter Ferne, sei und in der nächste» Zeit mindestens eine provisorische Vergrößerung des Heims geschaffen wer den müsse. Tic Herren A l e r a n d c r Lev» und E z c ch c l schließen sich diese» Ausführungen an. Darauf wird der Antrag auf Ankauf der Grundstücke angenommen. Auf Antrag des Vorstandes wird zu Gunsten des . H i l ss w e r k s s ü r d i c d st r ch e i n E rd b c b c n g e s ch ä - d i g t e u bulgarischen Juden eine Beihilfe von 1000 Mark bewilligt. Auf Antrag des Vorstandes wich der j ii d i s ch c n Sondersch a u der P r c ss a in Köln ein weiterer Beitrag von 200 Mark bewilligt. ' Mn die össentliclrc Sitzung schließt sich eine geheime B c sp r ech u n g an. 's. Das Dclcgiertcn-Kollegünn des Sffnagogcn- Vcrbandes hielt am '2'2. August 1028 unter Bprsitz dcS Herrn £ i f c h - bürg eine Sitzung ab. zu welcher sämtliche Telegicrten, mit 'Ausnahme des durch Krankheit entschuldigten .Herrn \j Flörshei m. erschienen waren. Zunächst wurde ein durch Umlauf in den Ferien gefaßter Beschluß aus Bewilligung eines Beitrages oo» 1000 Mark für den Umbau des S h n a g o g c n g r ü n d st ü ck s Gluck st r a ß e. in welchem - eine Wohnung auSgcbant werden soll, bestätigt. Sodann stand der Haushaltsplan für l 0 28. welcher in den vorhergehenden Sitzungen nur jeweils mvnatlich, und zwar zuletzt bis Ende August, angenommen war. zur Beratung. In der Generaldebatte berichtete Herr G o t t h o l d, daß eine große Anzahl von Mitgliedern an ihn hcraugetretcu fei mit' - der Bitte, dafür zu sorgen, daß der Gottesdienst am Sabbathvormittag würdiger gestaltet werde. Man beklage sich vor allem über die lange Tauer des Gottesdienstes und über den Ehor. Aus seine Aiisstellungcu wird beschlossen, die Ehormitgliedcr und die Thnagogen-Kommission zii bitten, nach Mitteln zur Abhilfe dieser berechtigten Beschwerde zu suchen.') Darauf wird'der Etat bis zum Ende des Jahres 1028 bewilligt, da. wie ausgcführt wurde, das Kollegium bei der Beratung des demnächst vorznlcgendcn .Haushaltsplans von 1020 genügend Gelegenheit finden werde, seine Beschwerden gegen die Führung der Verwal knng des Verbandes anznbringcn. Ter Vorstand des Verbandes hat mit einem Schrei ben an die Mitglieder Abschlagszahlungen'auf die Mit- 1 > Wie wir enahren. hat der-Ehordirigenk, Herr Rothschild, schon längst die unwürdige Gestaltung des Ebors eingelehen »ich an zuständiger Stelle gerügt, ohne bisher die Möglichkeit einer Besserung zu erzielen.